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Bundestag finanziert weltweit größtes Videospielmuseum

Eine bestimmte Passage im Koalitionsvertrag der aktuellen Großen Koalition war schon 2013 sehr interessant, ging damals aber dich ein wenig unter: „Digitale Spiele prägen den Alltag vieler, insbesondere jüngerer Menschen in unserem Land. Wir erkennen die Vielfalt hochwertiger Angebote, insbesondere pädagogisch wertvoller Computerspiele, sowie die große kreative Leistung und hohe technische Kompetenz der Spieleentwickler an. […] Wir wollen zudem das digitale Spiel für nachfolgende Generationen erhalten. Es gilt, geeignete Archivierungsmöglichkeiten zu prüfen.“

Der letzte Satz kommt wohl endlich zum Tragen, denn der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat nun beschlossen, dass durch die Zusammenlegung der Bestände an Hard- und Software mehrerer Institutionen die weltweit größte Sammlung für Computer- und Videospiele entstehen soll. Mehr als 50.000 Computer- und Videospielen wird diese Sammlung umfassen, die aktuell noch auf folgende Institutionen verteilt sind:

  • Computerspielemuseum Berlin (mit 100.000 Besuchern eines der meistfrequentierten Museen Berlins)
  • Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle USK (über 20.000 Spiele seit 1994)
  • Zentrum für Computerspielforschung der Uni Potsdam (DIGAREC)
  • Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Der Haushaltsausschuss wird die dafür nötigen Mittel ab Mitte 2017 bereitstellen. Die zuständigen Berichterstatter Johannes Kahrs (SPD) und Rüdiger Kruse (CDU) erklärten, dass es sich um einen „weltweit einzigartigen Bestand“ handele und dass man das Projekt zu einem „international beachteten Leuchtturm für das Kulturgut Computerspiele machen“ wolle. Der Deutsche Bundestag unterstreiche damit die „große Bedeutung der Bewahrung dieses kulturellen Erbes auch mit Blick auf den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland.“

Iniitiatoren des Vorhabens sind Computerspielemuseum-Direktor Andreas Lange, USK-Chef Felix Falk, Michael Liebe (DIGAREC, Games Week Berlin) und Peter Tscherne, Geschäftsführer der Stiftung Digitale Spielekultur. Um die Organisation und Koordination wird sich künftig die Stiftung Digitale Spielekultur kümmern, die unter anderem auch für die Durchführung des Deutschen Computerspielpreises verantwortlich ist.

Zunächst werden die Museen 2017 eine gemeinsame Datenbank anlegen, die auch öffentlich zugänglich sein soll. In Phase 2 werden alle Ausstellungsstücke an einem Ort in Berlin zusammengeführt. Das Computerspielemuseum Berlin verfügt über einen Bestand von 25.000 Datenträgern, 120 Konsolen und Computersystemen und über 12.000 Zeitschriften, während das Archiv der USK rund 20.000 Games beherbergt, der logistische Aufwand dürfte somit recht erheblich werden. Als potentieller Standort ist wohl unter anderem die Alte Münze im Gespräch, einst eine Prägeanstalt für D-Mark und Euro und heute eine Event-Location. Das Gebäude befindet sich in der Nähe des Roten Rathauses sowie der berühmten Museumsinsel mit Pergamon-Museum und Nationalgalerie.


Quelle: Gameswirtschaft

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