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PS4 Tests Xbox One

World War Z im Test

Mit World War Z bringen die Köpfe hinter Saber Interactive das Videospiel zu Brad Pitts‘ gleichnamigen Kinoerfolg auf den Weg. Im Videospiel schlüpft ihr allerdings nicht in die virtuelle Haut des Hollywood-Stars, sondern kämpft euch als Mitglied eines vierköpfigen Teams durch die Zombiehorden, die überall auf unserem Erdball wüten. Das Gameplay erinnert dabei frappierend an Valves‘ Zombie-Shooter Left 4 Dead, legt im Praxistest allerdings auch die eine oder andere Schwäche offen. Ob sich ein Kauf dennoch lohnt, verraten wir euch im folgenden Testbericht.  

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Zombies soweit das Auge reicht

Das Spielprinzip von World War Z ist schnell erklärt. Nach einer Zombie-Apokalypse schlagt ihr euch mit einem vierköpfigen Team durch Horden von Untoten und seid dabei in Metropolen wie New York, Tokio, Moskau und Jerusalem rund um den Globus unterwegs. Klingt auf den ersten Blick nicht wirklich innovativ, aber immerhin bietet das Spiel doch ein ganz besonderes Alleinstellungsmerkmal: Teilweise werdet ihr mit bis zu 200 Untoten zugleich konfrontiert, die es auf Distanz zu halten gilt, damit ihr nicht als Futter für die modrigen und dennoch äußerst flinken Gesellen endet.

Dabei ist jede Stadt in mehrere Missionen unterteilt, bei denen ihr gewisse Aufgaben bewältigen oder einen Zielpunkt erreichen müsst. In jeder Metropole seid ihr mit einem von vier wechselnden Helden unterwegs, die allesamt eine kleine Backgroundstory bieten. Storytechnisch wird allerdings nicht viel geboten. Leider nutzen die Entwickler die unterschiedlichen Settings auch nicht unbedingt für ein abwechslungsreiches Missionsdesign. Zwar punkten die Schauplätze mit ihren unterschiedlichen Settings, am Ende erledigt ihr überall aber vergleichbare Aufträge.  In New York bahnen wir uns beispielsweise unseren Weg aus einem Hochhaus in Richtung U-Bahn-Station, um mit der Metro die Flucht zu ergreifen, müssen zwischendurch einer heranbrausenden Herde Einhalt gewähren und Zielobjekte einsammeln.

Vor einer Mission entscheidet ihr euch für einen der vier Helden, die wiederum sechs Klassen angehören können, die ihre Vor- und Nachteile bieten. Zusätzlich lassen sich dank Erfahrungspunkten Verbesserungen und neue Fertigkeiten in den einzelnen Klassen freischalten, wodurch der Wiederspielwert gesteigert wird. Ebenso lassen sich Waffen aufwerten beziehungsweise mittels In-Game-Währung freischalten.

Apropos Wiederspielwert, dieser soll auch dank fünf verschiedener Schwierigkeitsstufen erhöht werden. Auf den höheren Stufen findet ihr logischerweise weniger Muniton und Waffen vor, müsst euch aber zugleich mit robusteren Untoten auseinandersetzen. Zusätzliche Missionsziele gibt es auf den höheren Stufen leider nicht.

Unser „Helden-Team“ für die Missionen in New York.

Gemeinsam sind wir stark

Das Gameplay ist sehr teamorientiert und temporeich, sodass World War Z nur mit menschlichen Kumpanen sein volles Potenzial entfalten kann. Horrorelemente sucht ihr in World War Z vergeblich, hier dreht sich alles, um das blanke Überleben. Dafür stehen euch zahlreiche Schießeisen, Granaten oder auch Nahkampfwaffen wie eine Kettensäge zur Auswahl. Wer allein in die Schlacht zieht und nicht auf seine Mitspieler achtet wird schnell als Zombie-Mahlzeit enden. So haltet ihr euch im Quartett gegenseitig den Rücken frei, helft euren Kameraden, wenn sie zu viel Schaden erlitten haben wieder auf die Beine, und ballert euch durch die Zombiehorden.

Während die „normalen“ Zombies gut und gern als leichtes Kanonenfutter durchgehen, gibt es auch einige „Spezial-Zombies“, die deutlich kräftiger austeilen können. In guter alter Left 4 Dead-Manier müsst ihr euch beispielsweise mit einem Untoten herumschlagen, der giftige Gase verströmt, während ein anderer unliebsamer Geselle besonders viel Kraft besitzt und euch auf dem Boden zerquetschen will. In diesen Momenten ist es wichtig sich auf ein funktionierendes Team zu verlassen, um der Gefahr mit vereinten Kräften zu trotzen. Allerdings ist auch viel Übersicht gefragt. Anders als in vielen vergleichbaren Titeln könnt ihr auch die anderen Überlebenden abschießen. Leider gibt es im Onlinemodus hier keine „Kick-Funktion“, falls sich ein Troll in euer Team verirrt.

Spielt ihr mit der K.I., könnt ihr euch immerhin auf die Treffsicherheit eurer Begleiter verlassen. Darüber hinaus sind die Begleiter allerdings keine Hilfe. Wichtige Missionsziele wie das Aktivieren von Schaltern oder Einsammeln von Objekten überlassen die vom Computer gesteuerten Charaktere euch. World War Z ist mit Sicherheit auch für Solisten spielbar, deutlich mehr Spaß macht das Abenteuer allerdings erst online.

Zusätzlich zum kooperativen Spiel, welches sich über  11 Missionen erstreckt, erwartet euch auch ein PvP-Modus. Hier könnt ihr in altbekannten Multiplayer-Disziplinen in zwei Vierer-Teams wie „King of the Hill“ Basen und Impfstoffe verteidigen. Der Clou: Neben euren menschlichen Mitspielern greifen auch immer wieder die Untoten ins Spielgeschehen ein und sorgen so für eine unberechenbare Gefahr im Match. Insgesamt ein netter Zusatz, der allerdings nicht an die Kampagne heranreicht. Kleiner Tipp am Rande: Wir würden uns erst nach einigen abgeschlossenen Missionen in den PvP-Modus wagen, da ihr dort auch eure aufgemotzten Waffen nutzen könnt, die ihr während der Missionen verbessert habt.

Nur wer im Team agiert hat eine Chance der gewaltigen Horde zu Trotzen.

Die technische Seite von World War Z

Wir haben World War Z auf der Xbox One S getestet und der Titel bietet sowohl Licht und Schatten. Auf der einen Seite warten die Schauplätze rund um den Globus mit viel Abwechslung  auf. Allerdings wirken sie zum Teil auch etwas trist und weisen zum Teil verwaschene Texturen auf. Anders sieht es bei den Spielermodellen aus, die sich durchaus sehen lassen können. Das wahre Highlight sind allerdings die dynamischen Zombie-Massen, die auf Basis der „Swarm Engine“ schick animiert über den Bildschirm wuseln. Es gibt immer wieder neue Begebenheiten zu  beobachten. Mal stürzen sich die Untoten von Häusern herab, um euch an den Kragen zu gelangen oder türmen sich zu Bergen auf, um euch auf einer höhergelegenen Ebene zu erreichen. World War Z reißt optisch sicherlich keine Bäume aus. Aufgrund der Größe der Zombie-Horden, wirkt der Gesamteindruck dennoch positiv.

Das Gameplay läuft zumeist flüssig und online hatten wir kaum mit Verzögerungen und Spielabbrüchen zu kämpfen. Eine deutsche Synchronisation bietet World War Z im Übrigen nicht, was bei der geringen dichte an storyrelevanten Inhalten allerdings zu verkraften ist. Davon abgesehen erwarten euch knackige Waffensounds und englisch vertonte Dialoge und Sprachkommandos. Die musikalische Untermalung ist eher unscheinbar und trägt nicht wirklich zu einer gesteigerten Atmosphäre bei, hier wäre mehr möglich gewesen.

Technisch schwankt World War Z zwischen gelungen bis durchschnittlich.

Fazit:

World War Z ist ein reinrassiger Mehrspielertitel im Zombie-Genre, dem das nötige Etwas fehlt. Alles wirkt wie schon einmal dagewesen und etwas ideenlos. Nichtsdestotrotz macht das kooperative Abenteuer vor allem mit Freunden Spaß, zumal der Titel auch zum Budgetpreis zu haben ist. An eine Klasse eines Left 4 Dead kommt der Third-Person-Shooter allerdings zu keiner Zeit heran. Dafür wirken die Schauplätze und Ideen zu austauschbar und obendrein sind die Missionsziele leider sehr repetitiv. Wer Zombie-Games mag, auf Team-Action steht und Grinden in Spielen liebt sollte World War Z durchaus eine Chance geben. Mit einer Handvoll fähiger Begleiter kann das Zombie-Abenteuer mit seinen beeindruckenden Gegner-Horden durchaus punkten. Eine fesselnde Story und packende Atmosphäre sucht ihr hier allerdings vergeblich. Unterm Strich ist World War Z ein solider Zombie-Shooter geworden, der allerdings erst mit menschlichen Mitspielern sein volles Potenzial entfaltet.


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