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Warum Gwent das Zeug zum Megahit hat

Obwohl sich der Ableger des aus dem Rollenspiel The Witcher 3 bekannten Gwent derzeit noch in der geschlossenen Betaphase befindet, mausert sich das Kartenspiel zu meinem Spiel des Jahres. Doch was macht eigentlich die Faszination des simplen Spieles aus?

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Die Historie der Sammelkartenspiele

Sammelkartenspiele (oder englisch: Trading Card Games) sind schon eine ganz besondere Spezies, die sich vermutlich nicht jedem erschließt. Mich fasziniert das Genre allerdings bereits seit meiner Kindheit. Angefangen habe ich in den 1990er Jahren mit den Pokémon-Karten, später wechselte ich zum wohl bekanntesten Vertreter seiner Zunft: Magic.

Der örtliche Spielwarenladen dürfte sich über den durch mich damit generierten Umsatz mit Sicherheit gefreut haben. Doch irgendwann hatte ich genug davon, immer und immer wieder mein Erspartes in Booster zu investieren, nur um dann doch nicht an diese eine Karte zu kommen, die in meinem Deck noch fehlte.

Pokémon ist eines der bekanntesten Sammelkartenspiele
Pokémon ist eines der bekanntesten Sammelkartenspiele

Doch viele Jahre nachdem meine Sammlung langsam aber sicher im Keller zu verstauben begann, war es ausgerechnet Blizzard Entertainment, die mich wieder an das Genre heranführten. Die Rede ist natürlich von Hearthstone: Heroes of Warcraft.

Allerdings eher mit mäßigem Erfolg, denn trotz meines jahrelangen Techtelmechtel mit dem Warcraft-Universum (vor allem natürlich mit World of Warcraft) konnte mich die Kartensammelei nicht allzu lange an den Bildschirm fesseln.

Hearthstone erfreut sich auf dem PC enormer Beliebtheit
Hearthstone erfreut sich auf dem PC enormer Beliebtheit

Im Mai 2015 sollte sich dies mit dem Release von The Witcher 3: Wild Hunt dann allerdings ändern, indem Gwent sein herausragendes Debut feierte. Die Nachfrage nach einer eigenständigen Umsetzung war so riesig, dass die Entwickler dem Wunsch der Spieler nachkamen.

Und so startete dann Ende Oktober die geschlossene Beta-Phase, die bis zum Erscheinen des Spiels Anfang 2017 andauern soll.


Gwent wird besser und besser

Bereits die von mir auf der gamescom 2016 angespielte Version von Gwent hinterließ einen sehr guten Eindruck. Umso mehr habe ich mich entsprechend auf den Betatest gefreut und ich sollte nicht enttäuscht werden.

In The Witcher 3 sah Gwent noch zweckmäßig aus. Die Standalone-Fassung ist deutlich schicker.
In The Witcher 3 sah Gwent noch zweckmäßig aus. Die Standalone-Fassung ist deutlich schicker.

Gegenüber den vorangegangenen Versionen hat sich in der Beta noch einiges getan. Nicht nur in Sachen Optik, sondern vor allem auch, was das Balancing angeht.
Mittlerweile – knapp einen Monat nach Start des Tests – steht darüberhinaus ein großes Update zur Verfügung, ein zweites wurde erst vor wenigen Tagen veröffentlicht.

Entwickler CD Projekt RED liefert hier wirklich einen sehr guten Job ab, was das Feedback aus der Community anbelangt. So fanden in jedem der Updates sinnvolle Verbesserungen und Neuerungen ihren Weg in das Spiel.

Die Wetterkarten können den Verlauf einer Partie umgehend kippen.
Die Wetterkarten können den Verlauf einer Partie umgehend kippen.

Eines haben aber alle Versionen gemeinsam: Das unglaubliche Suchtpotential!


Gwent-astic: Genial einfach und daher einfach genial

Seine Faszination bezieht das Spiel in meinen Augen vor allem aus der konnten Balance aus seinem simplem und doch vielschichtigen Gameplay. Gegenüber seinen Konkurrenten kommt Gwent nämlich weitaus komplexer daher. Das liegt daran, dass die eigenen Karten in drei Kategorien unterteilt sind: Nahkampf, Fernkampf und Belagerung.

Dadurch erhöht sich die taktische Tiefe gegenüber einem Hearthstone zum Beispiel deutlich, allerdings ohne dabei unnötig kompliziert zu werden.

Drei verschiedene Angriffsreihen: Das Spiel bietet eine wahnsinnige taktische Tiefe.
Drei verschiedene Angriffsreihen: Das Spiel bietet eine wahnsinnige taktische Tiefe.

Vielmehr profitiert der Titel dadurch spürbar und ermöglicht so einen enormen Facettenreichtum. Immer wieder treffe ich dadurch auch nach vielen Spielstunden auf Decks, die ich in der Form noch nie gesehen haben – und die trotzdem hervorragend funktionieren. Gwent entwickelt sich konstant weiter und gerade wenn man denkt, einen bestimmten Anführer durchschaut zu haben, kommt plötzlich ein Gegner mit einer ganz neuen und unerwarteten Taktik daher.

Gerade das macht einen großen Reiz des Titels aus. Wie kann ich gegen diese neue Herangehensweise bestehen? Brauche ich vielleicht doch noch eine andere Karte? Und schon bin ich erneut in dieser wahnsinnigen Suchtspirale gefangen.


Von Erzen und Scraps

Denn Gwent belohnt die Spieler nach jeder Partie – egal ob man diese gewonnen oder verloren hat – mit einer gewissen Anzahl an Erz oder Scraps. Für 100 Erz darf ich bei dem Karten-Troll ein neues Fass kaufen, welches fünf zufällige Karten beinhaltet. Habe ich Glück und bekomme vielleicht sogar genau die eine Karte, die ich so dringend benötige? Durchaus möglich. Zudem erhalte ich für jeden Levelaufstieg genau die Anzahl, um ein Fass herstellen zu können.

In Gwent gibt es nicht DAS eine richtige Deck. Vieles kann funktionieren.
In Gwent gibt es nicht DAS eine richtige Deck. Vieles kann funktionieren.

Sollte mir das Glück allerdings nicht hold sein, kann ich die Scraps in der Kartensammlung nutzen, um verschiedene Karten herzustellen. Auch das Zerstören nicht benötigter Einheiten generiert die Währung. Allerdings sind gerade die besonders starken Karten enorm teuer. Daher sind eine ganze Menge Partien nötig, um eben diese eine besondere Karte basteln zu können. Doch diese kann mitunter die gesamte Strategie verändern und über Sieg und Niederlage entscheiden.

Und so spielt man eben Partie um Partie, um sein Deck zu verbessern und selbst wenn man kein Glück haben sollte, baut man sich ganz nebenbei möglicherweise sogar ein komplett neues Deck auf, mit dem man so gar nicht gerechnet hätte. Das will entsprechend auch ausprobiert werden, ist doch klar.


Ich für meinen Teil habe mittlerweile mehr Stunden in Gwent verbracht, als in einem Battlefield 1, Titanfall 2, Final Fantasy XV und wie sie alle heißen zusammen. Das liegt natürlich auch daran, dass für eine schnelle Kartenklopperei zwischen durch eigentlich immer Zeit ist – eben anders, als für eine ellenlange Quest oder Mission.

Langeweile? Fehlanzeige. Ich bin mir sicher, dass selbst in der Beta noch viele Stunden dazu kommen werden. Selten hat mich ein an sich so simples Spielprinzip derart gefesselt und dabei kratze ich immer noch an der Oberfläche von dem, was möglich ist.

Die Fraktionen und ihre verschiedenen Anführer beleuchte ich im 2. Teil des Specials
Die Fraktionen und ihre verschiedenen Anführer beleuchte ich im 2. Teil des Specials

In Teil 2 unseres Specials werde ich mich ein paar allgemeinen Tipps zum Spiel und den verschiedenen Fraktionen widmen. Doch bis dahin… brauche ich noch ein bis zwei Karten.


 

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