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Warum Demos ihre Beliebtheit verloren haben

Viele Gamer werden sich noch an die Zeiten erinnern, als es üblich war Demos von Spielen zu testen, bevor man sich überlegte die Vollversion zu kaufen. In verschiedenen Geschäften, Zeitschriften, ja sogar als Werbepost bekam man CDs zugeschickt, auf denen man die neuesten Titel anspielen konnte. Diese Zeiten sind vorbei, weshalb sich die Frage stellt, warum Demos ihre Beliebtheit heutzutage eingebüßt haben.

© Pixabay: https://pixabay.com/en/cd-rom-optical-memory-device-3246866/

Warum Demos größtenteils obsolet geworden sind

Der Sinn von Demoversionen war klar: Sie sollten einen Anreiz schaffen und Konsumenten zum Kauf motivieren. Damit war jedoch ein Risiko aus Sicht der Unternehmen verbunden; waren Spieler nicht zufrieden mit der Demo war es auch höchst unwahrscheinlich, dass diese das Spiel kaufen würden, womit die Profite ausblieben und die Praxis sich als nicht rentabel erwies.
Für Konsumenten hingegen war es ein riesiger Vorteil und half bei der Entscheidungswahl enorm. Ohne Demos wurde man praktisch dazu gezwungen, das Spiel direkt zu kaufen. Betrachtet man das Thema nüchtern wird schnell klar, warum Demos langsam aber sicher in den Hintergrund geraten sind. Ursprünglich dienten sie als Werbemittel für Unternehmen, doch dies ist heutzutage nicht mehr notwendig. Mit der immer besser werdenden Technologie des Internets wurden immer mehr Inhalte digitalisiert. Hierzu gehören auch Spiele. Oftmals sind es sogar die Spieler selber, die kostenlose Werbung für Unternehmen machen. So sind Gaming-Streams wie auf Twitch hoch beliebt und erreichen eine breite Audienz. Es ist also nicht nur einfacher für Spielkonzerne geworden, die Digitalisierung für sich zu nutzen, sondern auch günstiger. 

Trotz allem existieren Demos noch – nur anders

Spieledemos mögen zwar nicht mehr auf physischen Discs im Umlauf sein, allerdings haben Konsumenten nun neue Möglichleiten, denn man kann im Internet noch immer Spiele ausprobieren. Allerdings funktioniert das Ganze heutzutage anders. Plattformen wie Steam bieten Käufern bei Unzufriedenheit mit einem Spiel Rückerstattungen an. Natürlich sind gewisse Bedingungen daran geknüpft, so muss man das Spiel innerhalb von 14 Tagen zurückgeben und darf nicht länger als zwei Stunden gespielt haben. Manchmal gibt es auf Steam oder ähnlichen Plattformen ebenfalls spezielle Aktionen, bei denen man Spiele für eine beschränkte Zeit kostenlos ausprobieren kann. Das kommt schon näher an den ursprünglichen Zweck von Demos heran, allerdings sind diese Aktionen dem Zufallsprinzip unterworfen. Außerdem sind „Early-Access“-Titel beliebt, bei denen man für einen vergünstigten Preis Zugang zu Spielen in einer Alpha- oder Betaversion erhält. 

Basierend auf der Originalbedeutung von Demos findet man das Prinzip am ehesten noch bei Online-Spielautomaten. Viele dieser Spiele bieten Nutzern die Möglichkeit durch kostenlose Spins die Spielautomaten testen zu können. Somit erhält man einen Eindruck und kann selber entscheiden, ob einem das Spiel Spaß macht oder nicht.

© Pixabay: https://pixabay.com/en/casino-game-of-chance-slot-machines-3260387/

 


Fazit

Demos in ihrer klassischen Form konnten nicht mit der Zeit mithalten. Hauptsächlich ist hierfür das Internet verantwortlich, welches diese Werbevariante schlichtweg überlebt hat. Es ist zudem günstiger für Unternehmen und auch zweitsparender für Konsumenten, da man sich einfach „Let’s Plays“ anschauen kann und keine Demosoftware auf seinem Computer installieren muss. Es liegt allerdings im Auge des Betrachters, ob die klassischen Demos oder die neuen Möglichkeiten im Internet Konsumenten einen besseren Überblick verschafft haben.


 

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