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Nintendo Switch Tests

Viviette im Test

DYA Games bringt mit Viviette ein klassisches Horrorspiel im Pixellook für die Nintendo Switch auf den Markt. Die Macher wollen mit einem immersiven Horror-Adventure, welches neben herausfordernden Rätseln auch variable Spielenden bietet, punkten. Ein Monster sucht euch heim und kann jederzeit überall auftauchen. Jeder Pixel ist mit Hand gestaltet und hat seine Berechtigung. Außerdem wird die Geschichte ohne jegliche Worte erzählt. Ob wir dem Monster entkommen konnten und wie wir den Indie Titel finden, lest ihr im folgenden Test.


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Nevilles Islet

Nach einem missglückten Ausflug zu einer Villa auf Nevilles Islet, lautet die Aufgabe eure Schwester Felice zu finden. Ihr selbst spielt als Jules Fosset, den Hauptprotagonisten der Geschichte. Felice ist besessen und versucht euch zu töten. Von den anderen Freunden, mit denen ihr die Insel besucht habt, fehlt zudem jede Spur. Folglich seid ihr auf euch alleine gestellt. Einzig das Innere der Villa und der begrenzte Bereich um diese, stehen euch teils frei begehbar zur Verfügung. Die Villa beinhaltet viele mit Details gespickte Räume, bei denen es sich in bester Adventure-Manier lohnt mit allem zu interagieren. Im Laufe der Handlung entwickelt man ein gesundes Maß an Paranoia, wodurch man quasi schon in fast jedem Raum einen sogenannten Jumpscare erwartet. Das ist gut, denn das spricht auf jeden Fall dafür, dass der Titel das Horror-Genre glaubhaft vertritt.

Die Alchemisten Lampe wird schnell unser bester Freund

Felice

Wie im vorangegangenen Abschnitt erwähnt, ist Felice eure Schwester und wurde von einer übernatürlichen Macht besessen. Genau hier kommt Viviette ins Spiel, welche durch eine Puppe dargestellt wird, bei dieser Felice unbedingt bleiben will. Sie sind ja schließlich Freunde und Viviette versteht Felice nunmal. Eure Schwester ist euer einziger Feind und kann in jedem Raum auf euch warten. Trefft ihr nun auf sie, zückt sie sofort ihren Dolch und stürmt auf euch los. Eure Möglichkeit zur Flucht besteht darin zu Rennen, nach Möglichkeit im Dunkeln, damit sie euch schlechter orten kann. Sollte Felice euch nun aber doch erwischen, wird am unteren Bildschirmrand ein Balken eingeblendet. Sobald dieser leer ist, ersticht sie euch und man startet am letzten Speicherpunkt. Abwenden könnt ihr dies allerdings durch simples Buttonsmashing der A und B Taste, um eine zweite Chance zu erhalten.

Felice´s neue Freundin Viviette.

Rätsel und was damit einhergeht

Zu einem Adventure gehören selbstverständlich Rätsel, die gelöst werden wollen, um in der Handlung voranschreiten zu können. Dies wird auch zu Beginn klar, denn unsere erste Aufgabe besteht darin eine Öllampe auf unserem Boot zu finden. Nur mit dieser können wir die Villa erkunden. Auch die Beschreibung der einzelnen Items sind von Zweck und definitiv nicht zu vernachlässigen. So kann man ein Emblem an einer Statue nutzen, um einen Schlüssel zu erhalten, entfernt man dieses wieder und wirft es in einen Ofen, schmilzt das Wachs und wir erhalten einen weiteren Schlüssel. Nicht alle dieser Rätsel sind linear und selbstverständlich, manchmal ist es auch notwendig sich außerhalb der Villa umzusehen. Hier kommt dann allerdings wieder Felice ins Spiel, diese gestaltet ein Umsehen natürlich schwieriger. Auch wenn ihr eigentlich wisst, wo es lang geht, wird Felice mit der Zeit nervig und verzögert das Weiterkommen schlichtweg.

Eines der vielen Rätsel, diesmal außerhalb der Villa

Horrorszenario mit Horrorperformance?

Viviette ruckelt an keiner Stelle und läuft stets flüssig. Auch für Spieler, welche die englische Sprache nicht flüssig beherrschen, ist vorgesorgt. So ist natürlich neben verschiedenen europäischen und asiatischen Sprachversionenen, auch eine deutsche mit an Bord. Der Soundtrack wirkt passend und untermalt das Geschehen stimmig, wodruch nicht selten ein bedrückendes Gefühl erzeugt wird.

Wir kommen dem Geheimnis ein Stück näher

Fazit:

Viviette hat uns definitiv gefallen. Ich selbst als Fan von Soundtracks, konnte mich sehr gut in den von Viviette einfühlen und mich dadurch schön in das Szenario hineinversetzen. Spieler die eine Herausforderung in Hinsicht auf ihr Erinnerungsvermögen suchen, werden definitiv bedient. Dies nicht zuletzt wegen einer fehlenden Minimap. Hier wäre zumindest die Möglichkeit, eben diese wahlweise zu nutzen sehenswert gewesen. Auch der Grafikstil ist nicht nur für SNES Nostalgiker ein Augenschmaus und kann sich schlichtweg sehen lassen.

Die Rätsel selbst sind sehr knackig gestaltet und somit nicht unbedingt für Einsteiger geeignet. Ebenso, ist die Aussage das die Geschichte ohne Worte erzählt wird, auch eher unwahr, da es neben Gesprächen auch diverse Briefe zu lesen gibt.

Felice nervt zudem und ist eigentlich nur da um euch teilweise unnötig auszubremsen, indem sie euch zu einem ebenso nervigen Backtracking zwingt. Oftmals müsst ihr nämlich immer denselben Fluchtweg nehmen, um vor der bösartigen Schwester zu entkommen. Leider sucht man auch andere Widersacher vergeblich. Diese hätten nämlich durchaus für ein wenig Abwechslung sorgen können.


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