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Switch Tests

Valiant Hearts: The Great War (Nintendo Switch) im Test

Mit Valiant Hearts veröffentlichte Ubisoft 2014 ein berührendes Abenteuer rund um Freundschaft, Liebe und die Grausamkeit des Krieges inmitten den Zeiten des ersten Weltkrieges. Nun jährt sich das Ende des ersten Weltkrieges zum 100. Mal und Nintendo Switch-Besitzer dürfen dank Ubisoft endlich in das ergreifende Abenteuer abtauchen, welches euch an authentische Schauplätze dieser fürchterlichen Zeitepoche führt. Wie den Entwicklern die Umsetzung von Valiant Hearts: The Great War auf die Hybrid-Konsole gelungen ist, verraten wir euch in folgendem Kurztest.


Der erste Weltkrieg für die Hosentasche

Valiant Hearts: The Great War ist auf der Nintendo Switch komplett inhaltsgleich zu den seit mehreren Jahren auf PS4 und Xbox One verfügbaren Spielversionen. Wie auf den Konkurrenzsystemen verschlägt es euch in die Rolle von vier Protagonisten an viele authentische Schauplätze des ersten Weltkrieges zwischen den Jahren 1914 bis 1918.

Die Geschichte erzählt dabei von den einzelnen Schicksalen unserer Protagonisten, die mit dem Kriegsbeginn im Jahre 1914 von einem Tag auf den anderen aus ihrem gewohnten Alltag gerissen werden. Mit dem 28. Juni 2014 nehmen die Geschehnisse ihren Lauf, als Österreichs Thronfolger Franz Ferdinand bei einem Attentat in Sarajevo sein Leben verliert. In Folge dessen überschlagen sich die Ereignisse und Deutschland erklärt letztlich am 3. August 1914 seinen französischen Nachbarn den Krieg. In diesem Moment setzt die Handlung von Valiant Hearts ein. In der Haut von Emile, werdet ihr für euer Vaterland Frankreich in den Krieg berufen. Gleiches gilt auch für Emile’s Schwiegersohn Karl, der allerdings von den Deutschen einberufen wird und dadurch kurioserweise gegen seine „neue“ Heimat an der Front antreten soll. Im Verlauf der Geschichte erleben wir sowohl als Emile, als auch Karl eine knapp sechs stündige Geschichte, die zudem durch die beiden Charaktere Eddie (ein US-amerikanischer Fremdenlegionär) und Anna (eine beglische Sanitäterin) ergänzt wird. Die Wege und Schicksale der Hauptdarsteller treffen sich dabei immer wieder im Spielverlauf und ergeben insgesamt ein unterhaltsames Gesamtkonstrukt im historischen Kontext. Mit dabei ist auch der tierische Sidekick Walt, ein deutscher Schäferhund, der unser Heldenquartett begleitet. Dank simpler Kommandos wie „Bring“, „Lenk ab!“ oder „Komm“, könnt ihr dem Vierbeiner zur Mithilfe animieren, sodass eure Abenteuerreise erleichtert wird. 

Alles in allem hält Valiant Hearts: The Great War ein gut sechs Stunden umfassendes 2D-Abenteuer für euch parat, dass euch in eine 2D-Spielwelt im Comiclook entführt, ohne davor zurück zu schrecken auf die Grausamkeiten des Krieges hinzuweisen. Nichtsdestotrotz lässt Ubisoft hier Potenzial liegen, doch dazu später mehr.  Ubisoft geht mit Valiant Hearts einen gewagten Spagat aus realistischen Ereignissen und fiktiven Einzelschicksalen ein, der funktioniert und Spieler an die Konsole fesselt.

Teamwork: Emile und Walt arbeiten zusammen um die Rätsel zu lösen.

Knobel 2D-Adventure

Spielerisch beschreitet Ubisoft im Gegensatz zu vielen anderen Mitbewerbern einen recht alternativen Weg an die Weltkriegsthematik heran. Anstatt auf Bombast-Optik und Shooter-Gameplay zu setzen, präsentiert sich Valiant Hearts: The Great War mit seiner handgezeichneten Comic-Optik und dem 2D-Gameplay erfrischend anders. Obendrein setzt das Spiel auf Logikpuzzles und Geschicklichkeitstests, während ihr nur in den seltensten Fällen wirklich handgreiflich werden müsst. Als ein klares Antikriegsspiel positioniert sich Valiant Hearts letztlich doch nicht. Abgesehen von den Schicksalen unserer Helden, mit denen wir durchgängig mitfiebern, wirken die Charaktere um uns herum und deren Verbleib ziemlich egal. Auch die grausame Gewalt des ersten Weltkrieges wirkt teilweise ein bisschen verharmlost, aufgrund mangelnder expliziter Szenen im Spielverlauf.

In über 27 Missionen bereisen wir authentische Kriegsschauplätze, fliehen vor tödlichem Artilleriefeuer, müssen Sprengsätze platzieren, an Gegnern vorbeischleichen, Granaten werfen und zahlreiche Schiebe- und Schalterrätsel meistern. Auf der Nintendo Switch könnt ihr das Spiel wahlweise wie in den mobilen Smartphone-Adaptionen auch komplett über den Touchscreen steuern. An Abwechslung und Unterhaltung mangelt es dem Abenteuer nicht, dennoch hat man alles so oder so ähnlich schon in anderen Knobel-Adventures gesehen. Leider sind die Lösungen für viele Rätsel auch sehr offensichtlich und erfordern kein großes Können. Der kleine Star im Spiel ist der Vierbeiner Walt, der uns immer wieder begleitet und die Protagonisten bei Rätseln unterstützt. Als Hund ist es ihm möglich für uns schwer erreichbare Schalter zu aktivieren oder Gegner abzulenken. 

Lobend sei zusätzlich erwähnt, dass Ubisoft zu zahlreichen Schauplätzen auch Erklärungen und echte Fundstücke wie Briefe und Fotos aus der Zeit im Spiel integriert eingefügt. Selbige lassen sich per Knopfdruck betrachten, um mehr über die historischen Hintergründe zu erfahren.

Typisches Beispiel für ein Rätsel in Valiant Hearts: Walt benötigt etwas zu trinken und ihr müsst sein Bedürfnis erfüllen.

Grausam und liebevoll zugleich

Valiant Hearts: The Great War sieht auch vier Jahre nach dem ursprünglichen Release dank des Comic-Looks sehr gut aus. Sowohl im TV- als auch im Handheldmodus läuft die Nintendo Switch-Fassung flüssig und präsentiert sich ebenbürtig zu den Versionen auf den Konkurrenzsystemen. Die Ubiart-Framework Engine ermöglicht eine liebevolle, detailverliebte Präsentation, die dennoch die schockierende Tragik des Weltkrieges zumindest weitgehend einfangen kann. Der niedliche Stil mitsamt der sympathischen Protagonisten, steht im Kontrast zu den düsteren, zerbombten Schauplätze, die in grau-braunen Tönen gehalten sind. Nichtsdestotrotz wirkt die Präsentation absolut stimmig und kann sich sehen lassen.

Zudem erwartet euch eine sehr gelungene deutsche Vertonung, die das Geschehen treffend erzählt. Die einzelnen Charaktere brabbeln dabei zumeist nur einzelne Wörter in deutsch, englisch, französisch oder einer Fantasiesprache. Musikalisch erwartet euch ein Mix aus klassischen und treibenden Musikstücken, die wunderbar zum Setting und der Thematik des Titels passen. Neben der gut sechs stündigen Story von Valiant Hearts: The Great War beinhaltet die Nintendo Switch-Version auch eine Graphic-Novel. 

Jetzt aber schnell: Hier helfen nur flinke Beine.

Fazit: 

AwardBesser spät als nie: Valiant Hearts: The Great War macht nun auch die Nintendo Switch unsicher und zeigt sich auf der Hybrid-Konsole von seiner besten Seite. Die Nintendo-Version muss keinerlei Abstriche im Vergleich zu den anderen Versionen in Kauf nehmen und punktet mit einer ergreifenden Story und einzigartigen Präsentation. Schade, dass das Gameplay keine wirklichen Besonderheiten bietet und Ubisoft auf die Integration neuer Funktionen auf der Nintendo Switch verzichtet hat. Immerhin ist Valiant Hearts nun seit mittlerweile vier Jahren für die anderen Konsolen erhältlich und kostet dort nur die Hälfte wie das Nintendo-Pendant. Nichtsdestotrotz können wir den Download des Comic-Abenteuers wärmstens weiterempfehlen, insofern ihr den Titel bisher auf keiner anderen Konsole gespielt habt. 


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