Image default
PS4 Tests Xbox One

UFC 3 Review

Mit UFC 3 erschien kürzlich der dritte Ableger der Kampfsportsimulation aus dem Hause EA. Genauer genommen handelt es sich bei UFC, oder auch Ultimate Fighting Championship, um ein Turnier, bei welchem zwei Kämpfer im Mixed Martial Arts (MMA) in einem achteckigen Käfig gegeneinander antreten.

Beim MMA handelt es sich um eine Vollkontaktsportart. Die Kämpfer bedienen sich hierbei aus vielen anderen Kampfstilen wie beispielsweise dem Boxen, Karate oder Taekwondo. Außerdem sind neben Schlägen und Tritten, auch noch diverse Würfe, Clinche und Bodenkämpfe erlaubt.

Auch wir sind mit UFC 3 auf der Xbox One in das Octagon gestiegen und möchten euch hier gerne anhand eines Reviews unsere Eindrücke präsentieren.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Nur ein teures Update?

Eigentlich ist es eher unüblich, dass ich direkt zu Beginn meines Testberichts die Kritikkeule schwinge. Doch gerade bei UFC 3 empfinde ich dies als angemessen. Obgleich die jährlichen Ableger der anderen Lizenzspielen aus dem Hause EA zwar meistens auch nur mit kleineren Neuerungen erscheinen, fühlt es sich bei UFC 3 tatsächlich nur wie ein großes Update seines Vorgängers an. Zwar ist der Titel vollgepackt mit diversen Spielmodi und knapp 270 Kämpfern in zehn Gewichtsklassen, wovon circa 20 Kämpfer neu sind, aber das alles gab es eben auch schon in UFC 2. Ebenso wurden teilweise auch die Fehler des vorherigen Ablegers übernommen, aber auch ein paar Dinge verbessert, zu welchen wir aber erst später Bezug nehmen. 


Bis an die Spitze

UFC 3 bietet verschiedene Spielmodi. Neben dem beliebten Ultimate Team und Online-Modus, gibt es auch noch den sogenannten Greatest of All Time-Modus, welcher die Einzelspielerkarriere symbolisiert. Hierbei erstellt ihr euren eigenen Kämpfer und versucht eine Rangliste zu erklimmen. Außerdem müsst ihr diverse PR-Termine wahrnehmen und euren Kämpfer durch verschiedene Trainingseinheiten optimieren.

Angenehm fällt bei letzteren auf, dass man nicht mehr, wie in vorangegangenen Teilen, zum Pad greifen muss, um einen Boxsack zum Beispiel mit stumpfen Tastenhämmern zu bearbeiten. Ausgehend davon werden die Statuswerte eures Kämpfers anhand eurer Fitness, Affinität und durch Zufall verbessert. Demgegenüber kann sich euer Avatar aber auch während einer Einheit verletzen, was sich negativ auf eure Fitness und dem nächsten bevorstehenden Kampf auswirkt. Mit anderen Worten lässt eine Verletzung im Knie euch anfälliger gegen Treffer auf das beanspruchte Bein sein.

UFC 3
UFC 3 bietet intensive Kämpfe und sieht dank Frostbite Engine hervorragend aus.

Dank der Frostbite-Engine ist die Präsentation von UFC 3 wieder top. Ähnlich wie bei FIFA, NBA oder NHL ist es so möglich, die Kämpfenden anhand ihrer Gesichtszüge zu erkennen. Dazu kommen noch kleinere Spielereien wie Pressekonferenzen, leicht bekleidete Nummerngirls, wie auch diverse Social-Media-Aktivitäten und ein mögliches Vorgeplänkel beim Wiegen, wie man es hierzulande am Ehesten vom Boxsport kennt. Leider habt ihr auf euer Verhalten im Social-Media oder beim Wiegen keinen Einfluss. Ob euer Charakter also in eine aggressive Rivalität mit einem anderen Kampfsportler geht oder sich respektvoll gibt, hängt rein vom Zufall ab. Cooler wäre es gewesen, wenn man selber Entscheidungen à la NBA 2k treffen dürfte.


Ultimate Team auch bei UFC

Auch in UFC 3 ist EAs Flagschiff, der Ultimate Team-Modus, mit von der Partie. Wer jemals ein Sportspiel von EA gespielt hat, weiß, wie der Hase läuft. Ihr erspielt euch also eine spiel interne Währung, kauft diese alternativ mit Mikrotransaktionen und öffnet im Anschluss Kartenpakete. Wo ihr bei FIFA zum Beispiel neue Spieler für euer Team bekommt, erhaltet ihr bei UFC einen neuen UFC-Fighter für euer vierköpfiges Team (bestehend aus jeweils einem Lizenzträger der vier Gewichtsklassen: Leichtgewicht, Mittelgewicht, Schwergewicht und Federgewicht der Frauen) oder aber neue Kampfstile und andere hilfreiche Verbesserungen. Hier geht UFC 3 andere Wege als sein Vorgänger, wo euer fünfköpfiges Team noch aus selbsterstellten Egos bestand.

UFC 3
Natürlich dürft ihr auch mit weiblichen Kämpfern den Ring betreten.

Habt ihr schließlich euer Team anhand der erhaltenen Karten zusammengestellt, so habt ihr entweder die Chance offline gegen Kämpfer anderer Spieler zu kämpfen, als auch die Möglichkeit die direkte Herausforderung online zu suchen. Belohnt werdet ihr dabei mit den angesprochenen Coins, welche ihr für neue Kartenpakete ausgebt. Erfreulich ist hierbei, dass EA den Punkteerhalt nach einem abgeschlossenen Kampf erhöht hat. Wodurch nur noch um die fünf Siege fürs nächste Pack nötig sind. Und selbst wenn ihr verliert, habt ihr euch neue Karten, drastisch gesagt, nach zehn Niederlagen verdient.


Bis zum bitteren Niederschlag

Wer hingegen einfach nur die schnelle Action sucht, für den hält UFC 3 noch weitere Spielmodi in der Hinterhand. Dementsprechend müsst ihr in der Knockout-Runde die Lebensleiste des Gegners mit leichten- und schweren Treffern leeren. Wenn ihr zwei von drei Runden gewonnen habt, gehört der Sieg des Kampfes euch.

Zusätzlich enthält der Titel noch die Stand & Bang-Spielvariante. Hierbei fällt der Bodenkampf und die Clinches komplett weg und es versucht den Gegenspieler über die Distanz von fünf Runden mit Punches und Kicks auf die Bretter zu schicken. Auch das Hinterhergehen zum niedergeschlagenen Kämpfer um den Kampf zu beenden fällt in dieser Spielvariation flach. Stand & Bang eignet sich demnach hervorragend für den schnellen erbarmungslosen Spaß mit Freunden.

Im Submission-Shootout hingegen, sollt ihr euren Gegenüber im reinen Bodenkampf zum Aufgeben bringen. Um das zu erreichen, vollführt ihr verschiedene Positionswechsel, bis schließlich ein Armhebel oder ein anderer Submission-Griff ausführbar ist. Anschließend startet ein kurzes Minispiel, in dem beide Parteien versuchen müssen, die Oberhand zu gewinnen. Während euer Opfer versucht, sich mit dem rechten Analogstick aus der Schlinge zu ziehen, blockiert ihr dies eurerseits und sorgt per Knopfdruck für einen wirkungsvolleren Griff. Habt ihr die Intensität der Submission auf fünf Punkte (fünfmal im richtigen Moment die angezeigte Taste drücken) gebracht, gewinnt ihr den Kampf durch Aufgabe.

UFC 3
Die abwechslungsreichen Spielmodi gefallen.

Klassisch stehen euch zudem noch ein Jetzt Spielen (Schnelles Spiel) und ein Turniermodus zur Verfügung.


Wuchtige Kämpfe im Stand und sperrige Bodenrangeleien

UFC 3 besticht vor allem durch seine intensiven Stand-Kämpfe, welche sich im neuesten Ableger wuchtiger und optimierter denn je anfühlen. Eine neue dynamische Steuerung sorgt dafür, dass die Angriffe noch flüssiger von der Hand gehen. Während ihr auf den vier Haupttasten jeweils einen Schlag mit einem bestimmten Körperteil ausführt, pariert ihr Angriffe mit den Schultertasten oder richtet nachfolgende Angriffe gegen den Körper. Zusätzlich modifiziert ihr eure Schläger und Tritte mit dem linken- und rechten Bumper. Der rechte Analogstick wird dafür genutzt, Angriffen auszuweichen. Hinzu kommt zudem die Möglichkeit, Angriffe anzutäuschen.

Weniger berauschend sind demhingegen die Bodenkämpfe, Clinche und Submissions. Diese fühlen sich immer noch sehr sperrig an, wie bereits vor zwei Jahren. Kurzum versucht ihr euch mit dem rechten Analogstick in eine günstigere Lage zu bringen. Dabei können übertrieben ausgedrückt schon mal einige Minuten vergehen, bis hier überhaupt was passiert. Es ist zudem auch schade, dass Aufgabegriffe in der ersten Position genauso leicht zu verteidigen sind, wie Submissions in einer dominanteren Haltung nach drei erfolgreichen Positionswechsel und die darauffolgenden Minispiele immer gleich sind. Hier hätte man etwas variieren können, wie man es beispielsweise bei konkurrierenden WWE-Ablegern kennt.

UFC 3
Gerade Neueinsteiger können sich von UFC 3 überfordert fühlen.

Gerade für Neulinge könnte das alles zudem sehr überfordernd sein und ja, UFC 3 lässt euch mit dieser Überforderung auch zum größten Teil alleine. So gibt es zwar einen Trainingsmodus und ein Tutorial in Form von drei redundanten Videos, doch helfen diese unerfahrenen Spielern nur wenig. In dem dargestellten Bildmaterial wird beispielsweise nur gesagt: „…Ihr könnt…. Das geht… Wusstet ihr schon, dass…?“, es gibt aber keinerlei Beschreibung wie diese tollen Funktionen ausgeführt werden. Dabei wäre gerade das, für die anfänglich überfordernde Steuerung nötig gewesen, damit auch Neulinge einen angenehmen Einstieg haben.


Berserker haben eher selten eine Chance

Aber vollkommen egal ob Stand- oder Bodenkampf, haltet auf jeden Fall eure Ausdauer im Blick. Ihr solltet euch zweimal überlegen, ob ihr direkt in der ersten Runde All in geht und den Gegner direkt mit euren besten Aktionen bearbeitet, oder doch lieber versucht feine Nagelstiche durch die Deckung zu setzen. Jeder abgewehrte oder verfehlte Schlag zerrt dabei an eurer maximalen Ausdauer. Umso weniger ihr davon habt, desto anfälliger seid ihr gegen Niederschläge und könnt logischerweise weniger Angriffe nutzen.

UFC 3
Vorgeplänkel gibt es natürlich im Spiel auch.

Hinzu kommen noch unterschiedliche Lebensbalken zu den Körperregionen. Eure Attacken sind demnach nicht nur optisch anhand von Prellungen und Cuts sichtbar, sondern wirken sich auch auf das Spielgeschehen aus. Wenn ihr also oft den Körper attackiert, resultiert daraus dass ihr irgendwann einen schwerwiegenden Lebertreffer landet, der zum direkten Knockout führen kann.


Letzter Akt: Der sterbende Schwan

Wo es im Vorgänger noch verhakende und glitchende Arm- und Beinbewegungen gab, wurden diese zum größten Teil ausgemerzt. Im Gegenzug dazu muss sich UFC 3 aber mit seltsamen Niederschlaganimationen und unterdurchschnittlichen deutschen Kommentatoren herumschlagen, was im Gesamtpaket die Begeisterung über die eigentlich sehr gute Präsentation doch etwas schmälert. Unsere Empfehlung daher ist es, dass ihr die Kommentatoren schleunigst auf Englisch umstellt.

Ansonsten gibt es aber im Bereich der technisch nicht viel zu meckern. Dank der Frostbite-Engine, welche unter anderem bei FIFA 18 zum Einsatz kam, sehen die lizenzierten Charaktere ihren Vorbildern verblüffend ähnlich. Letztendliche profitiert auch die ganze Kulisse davon. Zumindest auf der Xbox One X läuft der Titel zu jeder Zeit flüssig und bietet keine Gelegenheit zum Meckern.

UFC 3
UFC 3 sieht grafisch hervorragend aus.

Im Menü erwartet euch zudem wieder ein passender Soundtrack aus alten und neuen Musikstücken, während man inmitten eines Kampfes die Kampfansagen und Ansagen beider Trainer hört. Alles in allem kann man schon davon sprechen, dass es sich technisch um eine runde Sache handelt.


Fazit: Award

Zugegeben, mich konnte UFC, Boxen oder was auch immer für eine Kampfsportart nie wirklich packen. Doch seit letztem Jahr, als ich mir mal spaßeshalber UFC 2 angeschaut habe, hatte ich zumindest spielerisch erstaunlich viel Spaß mit dem Titel. Schon der Vorgänger hat meines Erachtens viel richtig gemacht und konnte gerade für schnelle Schlagabtausche mit Freunden sorgen.

UFC 3 knüpft an diesen Spaßgarant quasi an. Auch wenn, die Steuerung sehr überladen ist und der Titel einige kleinere Macken, wie seltsame Niederschläge und der fehlenden Überarbeitung, was die Bodenkämpfe angeht, aufweist, sollten sich vor allem jene die Simulation mal anschauen, welche mit den Vorgängern etwas anfangen konnten. Eine vollkommene Kaufempfehlung wir allerdings nicht unbedingt aussprechen. Dies liegt zum einen durch den relativ hohen Preis für ein „Update“, wie auch dem rudimentären Tutorial für Neulinge.


verwandte Beiträge

Assassin’s Creed: Origins Patch 1.2.1 veröffentlicht

Christian Ibe

Diablo III: Konsolen-Update sorgt für neue Inhalte

Testbericht: Tokobot

Tim Rozenski