Image default
Switch Tests

Tokyo Mirage Sessions #FE Encore im Test

Erstmals erschien Tokyo Mirage Sessions #FE gegen Ende des Jahres 2015 auf der Nintendo Wii U. In dem ungewöhnlichen Crossover versuchte man das Shin Megami/Persona-Universum mit Charakteren aus dem beliebten Taktik-RPG Fire Emblem miteinander zu verknüpfen. Alles in allem klappte dies auch ganz gut und der Titel konnte sich, gemessen am eher mäßigen Erfolg Nintendos damaliger Spielekonsole, bei Fans beider Lager großer Beliebtheit erfreuen. Zwar gab es hier und da kleinere Kritik, im Gesamten betrachtet haben es ATLUS und Nintendo aber hervorragend geschafft die beiden Spielereihen zu vereinen und so ein spannendes, wie auch stellenweise echt knackiges Rollenspiel zu veröffentlichen.

Jetzt, genauer gesagt knapp fünf Jahre später, will man mit dem verbesserten und erweiterten Tokyo Mirage Sessions #FE Encore für die Nintendo Switch an diesen Erfolg anknüpfen und gleichzeitig Revue passieren lassen. Kamen eher recht wenig Spieler, aufgrund der wie schon erwähnten mittelmäßigen Verkaufszahlen der Wii U in den Genuss des jRPGs, möchte man das vorhandene Potenzial schließlich auf der doch deutlich besser laufenden Nintendo Switch noch einmal zum Vorschein bringen. Was euch Neues mit der Neuveröffentlichung erwartet und wie sich das außergewöhnliche Crossover auf dem neuen Flaggschiff von Nintendo schlägt, verraten wir im nachstehenden Test!


Tokyo Mirage Sessions #FE Encore > Hungrige Dämonen bedrohen die Idol-Industrie

Die Handlung von Tokyo Mirage Sessions #FE Encore ist dem Genre, beziehungsweise einem Shin Megami Tensei entsprechend typisch skurril und dreht sich grob überschlagen um die japanische Idol-Kultur. In der Hauptrolle des Crossovers steht dabei der von uns gesteuerte Itsuki Aoi. Als unser Held sich auf einer Live-Veranstaltung befand, musste er Zeuge davon werden, wie zahlreiche Zuschauer von dämonischen Mächten entführt wurden. Diese Dämonen nennt man in der Welt von Tokyo Mirage Sessions #FE Mirages und haben die Absicht den Menschen das sogenannte Performa zu entziehen. Auch Aoi muss sich an jenem Tag einem solchen Mirage stellen. Allerdings hat das Schicksal noch einiges mit ihm vor und demnach wird eine verborgene Kraft in ihm erweckt. Anders formuliert handelt es sich bei dieser „Kraft“ um eine Art „Alter Ego“, welcher in ihm schlummert und den bösartigen Widersachern fortan im Kampf die Stirn bietet.

Tokyo Mirage Sessions
Die Story ist klassisch verrückt und umfasst unter anderem die Idol-Szene.

Tokyo Mirage Sessions #FE Encore > Das „FE“ steht für Fire Emblem!

Hier kommt die Verschnörkelung mit Fire Emblem ins Spiel, denn genau jene Charaktere aus dem benannten Universum sind es, die sich im Kampf mit ihrem Wirt verbinden, um den Dämonen Einhalt zu gebieten. Das Repertoire reicht dabei durch verschiedene Epochen der taktischen RPG-Reihe. Darunter sind unter anderem Schwertkämpfer Chrom aus Fire Emblem Awakening, die Pegasus-Reiterin Caeda (Shiida) oder der „Bulle von Altea“ Cain aus Fire Emblem: Shadow Dragon and the Blade of Light.

Tokyo Mirage Sessions
Tokyo Mirage Sessions #FE Encore schafft es hervorragend beide Spiele miteinander zu verbinden.

Natürlich hausen die einzelnen Figuren nicht alle in Itsuki. Während er sich also mit Chrom gegen die Dämonen stellt, begegnen ihm im Laufe seines Abenteuers noch weitere Charaktere, die sich ihm anschließen. Darunter Itsukis Kindheitsfreundin Tsubasa Oribe oder der etwas frivol handelnde Touma Akagi, seines Zeichens Klassenkamerad von Tsubasa und Itsuki.


The Stage is yours!

Kommt es zu einem Kampf, verbinden sich die einzelnen Gruppenmitglieder mit ihren Mirage-Partnern. Dadurch verändert sich die Erscheinung so weit, dass man die „Fusion“ deutlich erkennen kann. Auch die obligatorische Waffe des in dem Charakter schlummernden Helden wird ausgerüstet. Itsuki setzt sich demnach mit einem Schwert zur Wehr, während Touma seinem Gegenüber mit einer feurigen Lanze beharkt. Die Kämpfe präsentieren sich dabei, passend zu dem Szenario, auf einer atmosphärischen Bühne. Immer wieder werden hierbei eure Kampfaktionen von einem Publikum bejubelt. Das Kampfsystem entpuppt sich dabei klassisch rundenbasiert, wodurch man taktische Manöver Zug um Zug planen kann. Wer dabei wann am Zug ist, verrät ein grüner Strahl am oberen Bildschirmrand.

Tokyo Mirage Sessions
Im Kampf wechselt das Bild zu einer Art Bühne.

Nutzt die Schwachstellen der Gegner!

In der Regel, vorausgesetzt eure Party besteht bereits aus mindestens drei Mitstreitern, kämpft ihr in einer 3er-Party gegen die dämonischen Mächte. Die einzelnen Mitglieder – und hier müssen wir leider im Hinblick auf die Funktion etwas vorgreifen – lassen sich sobald ihr am Zug seid austauschen. Dies hat nicht nur den Sinn, dass ihr immer euren Lieblingscharakter kämpfen lassen könnt, sondern gibt euch zudem die Möglichkeit auf die Stärken und Schwächen eurer Gegner entsprechend zu reagieren. Solltet ihr nämlich eine Schwachstelle eurer Feinde ausgeguckt haben und ihn mit einem bestimmten Element oder Waffe angreifen, startet die sogenannte Session. Anders gesagt handelt es sich hierbei um einen Combo-Angriff, bei welchem ihr Angriffe mit anderen aktiven Gruppenmitgliedern, unabhängig ihrer Position in der Warteschlange, miteinander verkettet. Doch Obacht! Auch die Gegner sind in der Lage diese Funktion zu nutzen und die Schwächen eurer Gruppenmitglieder auszunutzen.

Tokyo Mirage Sessions
Im Laufe der Story schließt ihr euch mit verschiedenen Fire Emblem-Charaktere zusammen.

Ansonsten ist alles so, wie man es für ein rundenbasiertes jRPG gewohnt ist. Durch den Einfluss von Shin Megami Tensei greift ihr auf serientypische Angriffe oder Zauber, wie Agi oder Bufu zurück. Außerdem könnt ihr zu einem recht unspektakulären Standardangriff ausholen oder dämpft möglich eingehenden Schaden durchs Verteidigen ab. Wenngleich ihr dann noch genügend Zeit im Kampf verbracht habt und viele Angriffe ins Ziel gebracht habt, lassen sich zusätzlich eindrucksvolle und besonders mächtige Attacken starten. Nützliche Gegenstände dürfen dabei selbstverständlich ebenfalls nicht fehlen. Jene lassen sich in eurem Zug zum Auffüllen eurer Lebenspunkte oder dem Entfernen verschiedener Statuseffekte benutzen.


Tokyo Mirage Session #FE Encore > Die einsteigerfreundliche Alternative zu Persona

Vom Schwierigkeitsgrad fallen die Kämpfe stellenweise schon recht herausfordernd aus, vor allem dann, wenn man nicht so viel Zeit mit Grinding verbracht hat. Dennoch fällt der Titel in seinem Gameplay deutlich zugänglicher aus, als man es beispielsweise von der Persona-Reihe kennt. So müsst ihr nicht auf irgendwelche Zeitvorgaben achten, sondern könnt das Abenteuer frei nach eurem Ermessen erleben und verschiedene Aktivitäten ansteuern. Und davon gibt es einige. Nicht weniger auch deshalb, weil die Portierung für die Nintendo Switch alle bis dato veröffentlichen Zusatzinhalte mit sich bringt. Zudem hat man eine nützliche Beschleunigungs-Mechanik in die Kämpfe eingebaut. Per Knöpfdruck ist es euch somit möglich die Kampfanimationen per Knopfdruck zu überspringen.

Tokyo Mirage Sessions
Außerhalb der taktischen Kämpfe könnt ihr unter anderem Shibuya erkunden.

Handheld Hui! TV eher Pfui!

Technisch sieht man dem jRPG sein Alter leider zu jeder Zeit an. Gerade im TV-Modus wirkt das Spiel stellenweise verwaschen und angestaubt. Des Weiteren wirken die Animationen der einzelnen Charaktere teilweise recht hölzern und abgehackt. Spielt ihr das Spiel hingegen im Kleinformat, also im Handheld-/Tisch-Modus, sticht die altbackene Präsentation weniger ins Auge. Ganz im Gegenteil: Das Spiel sieht hier sogar trotz der natürlich unveränderten Animationsqualität gefühlt deutlich besser aus.

Tokyo Mirage Sessions
Die Zwischensequenzen können sich definitiv sehen lassen.

Akustisch wird euer Abenteuer von einem stimmigen und gelungenen Soundtrack begleitet. Auch die Synchronsprecher leisten, zumindest soweit wir das beurteilen können, einen großartigen Job. Einzig die fehlende deutsche Lokalisierung trübt hier ein wenig. Dementsprechend müsst euch mit englischen klein geratenen Texten und einer japanischen Sprachausgabe zufriedengeben.


Related posts

Jump Force im Test

Lars Schulze

The Persistence im Test

Lars Schulze

Die Nintendo eShop-Highlights im Dezember 2019

Christian Ibe