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Switch Tests

The World Ends With You Final Remix im Test

Mit The World Ends With You veröffentlichte Square Enix auf dem Nintendo DS einen der ganz großen Geheimtipps. Dank eines innovativen Gameplays, einer interessanten Story und schicker Präsentation spielte sich der außergewöhnliche Titel in die Herzen vieler Rollenspiel-Fans. Der ganz große Durchbruch blieb dem Rollenspiel trotz guter Kritiken verwehrt. Nun bekommen alle Nintendo Switch-Besitzer eine zweite Möglichkeit in den Genuss des Japano-Rollenspiels zu kommen. Mit The World Ends With You Final Remix veröffentlicht Square Enix die Neuauflage des Titels exklusiv für die Hybrid-Konsole. Ob sich das Abenteuer rund um Neku Sakaruba lohnt, verraten wir euch in unserem Testbericht.


Ein Wettlauf gegen die Zeit

In The World Ends With You Final Remix schlüpft ihr wie im Nintendo DS-Original in die Haut von Neku Sakaruba. Neku ist ein etwas grimmiger Teenager, der keinen großen Wert auf seine Mitmenschen legt und sowieso ziemlich schnell genervt von seiner Umwelt. Doch eines Tages kommt alles anders. Urplötzlich erhält Neku eine ominöse Textnachricht mitsamt eines Treffpunktes auf sein Handy. Zu Beginn geht der Teenie noch von einem nervigem Spam-Mail aus, bevor er einen herablaufenden Countdown auf seiner Handfläche entdeckt und zu allem Überfluss auch noch von Monstern angegriffen wird. Ohne leiseste Vorahnung was geschieht, befindet sich Neku inmitten eines unerbitterlichen Überlebenskampfes, der ihn bis an seine Grenzen führen wird. Wie sich kurz darauf herausstellen wird, ist Neku in das perfide Spiel der sogenannten Reaper geraten. Diese wählen scheinbar willkürlich „Spieler“ aus, die innerhalb eines Zeitlimits bestimmte Aufgaben absolvieren müssen. Gelingt dies den einzelnen Spielern nicht, droht ihnen die „Auslöschung“.

So ergeht es auch unserem Helden Neku, der ohne Vorahnung in den Wettkampf auf Leben und Tod hineinschlittert und dabei mit neuen Wegbegleitern zusammenarbeiten muss, um sein Leben zu retten. Der Einstieg in das Abenteuer rund um Neku und die Reaper ist beschwerlich und auch die  Geschichte wirft zu Beginn so viele Fragen auf, dass es schwer fällt vollends in die kunterbunte Comic-Welt abzutauchen. Doch wer dem Titel die Chance zur Entfaltung gibt und den etwas zähen Einstieg übersteht, der wird mit einer wendungsreichen Story belohnt und auch der zu Beginn eher unsympathisch wirkende Protagonist taut mehr und mehr auf. Aber Achtung: Lesefaule Spieler werden die Präsentation der Story nicht unbedingt lieben. Diese wird nämlich über Dialoge in Comic-Form vorangetrieben, durch die ihr euch hindurchklicken müsst. 

Lasst euch von dem skurrilen Stil nicht abschrecken.

Fingerfertiges Gameplay

Doch kommen wir nun zunächst zum Gameplay. Mit Neku erkunden wir an realistische Schauplätze aus Tokio angelehnte Schauplätze und müssen uns auf unserem Weg immer wieder fiesen Monstern stellen. Diese hören auf den Namen „Noise“ und sind nur aufgrund Neku’s speziellen Fähigkeiten in der Spielwelt sichtbar. Auf Knopf- beziehungsweise Touchscreendruck wechselt ihr zu jederzeit zwischen der realen Welt und der sogenannten Unterwelt. In letzterer ist es Neku möglich die Gedanken anderer Menschen zu lesen und dadurch Hinweise für den weiteren Spielverlauf zu erhalten. Ebenso sind nur in der Underground-Welt die Monster für euch sichtbar, denen ihr auf Wunsch auch aus dem Weg gehen könnt. Zu Beginn des Spiels erhält unser Held einen Pin, von denen es im gesamten Spiel 300 verschiedene gibt, die allesamt besondere Fähigkeiten ermöglichen und vor allem dann in den Kämpfen eine entscheidende Rolle spielen.

Trefft ihr auf diese Widersacher, so schaltet das Spiel in den Kampfbildschirm. Hier steuert ihr Neku via Touchscreen über das abgesperrte Kampffeld, weicht gegnerischen Angriffen aus und entfesselt selber kraftvolle Attacken. Hier kommen dann auch die ominösen Pins zum Einsatz, die unterschiedliche Fähigkeiten ermöglichen. Gleichzeitig erhaltet ihr direkt zu Beginn des  Spiels mit Shiki euren ersten Partnercharakter, den ihr in den Kämpfen als Helfer herbeirufen könnt. Passt ihr die Angriffe der beiden im Kampf aktiven Charaktere aufeinander ab, so erhöht sich die „Synchro“-Anzeige und ermöglicht besonders starke Angriffe.

Ebenfalls müsst ihr ein Auge auf eure Angriffsanzeige richten, da die Pins auch eine kleine „Cool-Down-Phase“ nach einem intensiven Einsatz benötigen. Durch die enorme Anzahl von Pins und den einzelnen Wirkungsgefüge untereinander machen die Kämpfe in The World Ends With You auch langfristig Spaß. Zu Beginn könnt ihr in den Kämpfen zwei Pins einsetzen, während die Anzahl im Spielverlauf bis auf sechs aufgestockt wird. Für alle Kampfmuffel gibt es zudem eine positive Nachricht: Einer Vielzahl der Kämpfe könnt ihr aus dem Weg gehen, da es keine Zufallskämpfe gibt.

Die Kämpfe sind eine der großen Stärken des Spiels.

Look, Sounds und Koop-Spaß

Technisch konnte The World Ends With You bereits vor über zehn Jahren auf dem Nintendo DS mit seiner farbenfrohen 2D-Optik punkten. Auf der Nintendo Switch reißt der Titel nun natürlich trotz des HD-Facelifts keine Bäume aus. Nichtsdestotrotz wirkt die Optik sehr stimmig und passt wunderbar zum japanischen Setting. Untermalt wird das Ganze von einem treibenden Soundtrack, der eingängige Melodien und auf dem Nintendo DS mit zur Crème de la Crème gehörte. Wer Japano-Pop und flotte Klänge mag, der wird den Soundtrack von The World Ends With You Final Remix lieben. Eine Sprachausgabe gibt es hingegen nicht, wodurch sich vor allem die Dialoge etwas in die Länge ziehen.

Noch ein paar Worte zur Steuerung. Diese ist wahlweise im Handheldmodus komplett über den Touchscreen möglich. Im TV- und Tischmodus greift ihr hingegen auf den Joy-Con zurück. Hier kommen die Pointerfähigkeiten des Eingabegerätes zum Einsatz. Dabei ist allerdings etwas Eingewöhnungszeit nötig, um ein wirkliches Gefühl für die Bedienungsart zu entwickeln. Über den Touchscreen fühlt sich das Ganze einfach deutlich intuitiver, präziser und flotter an.   

Eine ganz besondere Neuerung des „Final Remix“ von The World Ends With You ist der kooperative Zweispielermodus, der mit zwei Joy-Cons betrieben werden kann. Hier unterstützt euch der zweite Mitspieler mit eurem Begleitcharakter in den Kämpfen. Timing ist hier besonders wichtig, da ihr eure Angriffe perfekt aufeinander abstimmen solltet, um richtig Schaden anzurichten.


Fazit: 

AwardMit The World Ends With You Final Remix erhaltet ihr mehr als zehn Jahre nach Erstveröffentlichung ein weiterhin sehr erfrischendes Japano-Rollenspiel für eure Switch. Lasst euch von dem Look und dem zähen Einstieg nicht abschrecken, denn die großen Stärken des ausgefallenen Titels entfalten sich erst nach und nach. Es fällt schwer das außergewöhnliche Rollenspiel mit anderen Titeln zu vergleichen, denn in der breiten Masse stellt The World Ends With You Final Remix schlicht und ergreifend einfach ein einzigartiges Spielerlebnis dar. Frei von Mängeln ist das Spiel allerdings nicht. So ist die Steuerung auch mit dem Touchscreen teilweise etwas ungenau und darüber hinaus wirkt das Storytelling in Form der Textboxen mittlerweile doch recht altbacken. 


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