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The Quarry im Test

Mit dem Teenie-Horror-Titel The Quarry kehren die Entwickler von Supermassive Games wieder zu ihren Until Dawn-Wurzeln zurück und wollen ein Horror-Adventure auf höchstem Spannungsniveau abliefern. In dem Abenteuer verfolgen wir das Schicksal von neun Teenie-BetreuerInnen in dem Sommercamp Hackett’s Quarry, die dort einen wahrgewordenen Horror-Alptraum durchleben. Ob der Titel uns das Blut in den Adern gefrieren ließ oder am Ende den Ansprüchen doch nicht gerecht werden konnte, haben wir für euch in folgendem Testbericht herausgefunden.

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Mörderisches Sommercamp

Alles könnte so schön sein: Das Sommercamp im beschaulichen Hackett’s Quarry nähert sich dem Ende und die BetreuerInnen freuen sich schon auf ihre Heimreise. Endlich wieder Smartphone, Internet, Studentenleben und mehr genießen. Doch durch eine unüberlegte Aktion eines Betreuers sind sie gezwungen eine Nacht länger als zunächst gedacht in dem Camp zu verbringen. Auf den ersten Blick kein Problem: Denn diesen Umstand wollen die Teenies für eine zünftige Abschiedssause am Lagerfeuer nutzen, ohne auch nur ansatzweise zu ahnen, dass ihnen eine Nacht bevorsteht, die ihr Leben für immer verändern oder sogar komplett beenden könnte.

The Quarry setzt die Tugenden der bisherigen Spiele aus der Feder von Super Massive Games (Until Dawn und die Dark Pictures-Reihe) konsequent fort. Dies gilt vor allem für das Gameplay. Das Adventure baut natürlich auf einer umfangreichen Story auf, die teilweise mehr oder minder vorhersehbar erscheint. Dennoch könnt ihr euch auf den einen oder anderen Überraschungsmoment freuen. Eure Entscheidungen und Taten im Spiel wirken sich auf die Beziehungen der einzelnen Akteure aus und führen natürlich auch zu teils drastischen Konsequenzen. Die Entwickler geben selbst an, dass es insgesamt sage und schreibe 186 unterschiedliche Enden in The Quarry zu erleben gibt. Das eine große Anzahl an alternativen Enden allerdings sehr ähnlich sind, sollte euch dabei bewusst sein.

Im Spielverlauf erwarten euch grundsätzlich zwei Arten von Entscheidungen. So müsst ihr euch in Dialogen oder speziellen Situationen für eine von zwei Optionen entscheiden oder unter Zeitdruck bewusst eine Aktion durchführen (zum Beispiel nach einer Waffe greifen, um Hilfe rufen etc.). Wichtige Entscheidungen im Spiel werden durch den Hinweis „Weg gewählt“ unterlegt, sodass ihr bei einem zweiten Spieldurchlauf an diesen Stellen durchaus andere Entscheidungen wählen könnt.

Dadurch entwickelt sich auch ein großer Wiederspielwert, um die Konsequenzen einzelner Entscheidungen herauszufinden. Gleichzeitig tragen aber auch die neun spielbaren Charaktere ihren Beitrag zum Gesamtbild hinzu. Jeder einzelne Charakter verkörpert seine ganz eigenen Stärken und Schwächen, sodass man mit einigen Teilen des Casts mehr sympathisiert als mit anderen. Positiv fällt dabei auf, dass viele der Charaktere auf den ersten Blick eventuell typische Klischees verkörpern, im Spielverlauf dann aber doch deutlich vielschichtiger erscheinen.

Schnell wird den Campern klar, dass etwas sprichwörtlich im Busch lauert.
© 2K Games

Ein Film zum Mitspielen

Wie schon in den vorangegangenen Projekten der Entwickler ist The Quarry als interaktiver Film aufgebaut. Viel Anspruch und Abwechslung im Gameplay sucht ihr hier vergeblich. Entweder liebt oder hasst man eine solche Art von Spielen. Ein Großteil des Gameplays besteht schlichtweg aus Quicktime-Events, die in sehr sehenswerten Zwischensequenzen untergebracht sind. Die QTE sind dabei zumeist sehr leicht und bieten ein angenehmes Zeitfenster. Nichtsdestotrotz werden euch die Grundprinzipien der Steuerung in sehr charmanten Tutorial-Sequenzen zu Beginn des Spiels nähergebracht. Neben den genannten Quick Time Events erwarten euch allerdings auch Erkundungs- und Actionsequenzen. In ersteren „stolpert“ ihr durch die nett anzusehende Spielwelt. Dank fester Kamerawinkel und aufgrund der etwas trägen Steuerung, muss man sich hier erst etwas eingewöhnen. In den Actionpassagen dürft ihr auch mal mit einer Waffe auf Widersacher schießen und euch verteidigen. Trotz des vergleichsweise geringen Schwierigkeitsgrades bleibt dennoch ein Spannungsmomentum erhalten, auch wenn uns besondere Gefahren durch Einblendungen hin und wieder angekündigt werden.

Um für etwas mehr Spieltiefe zu sorgen gibt es während der Erkundungen auch noch nützliche Gegenstände, versteckte Tarotkarten und Notizen zu entdecken. Besonders die Tarotkarten erweisen sich dabei als sehr nützlich. In regelmäßigen Abständen wird das Spielgeschehen nämlich durch ein Gespräch mit einer mysteriösen alten Dame unterbrochen, die uns mit Hilfe der Karten die Zukunft vorhersagt. Dadurch könnt ihr heikle Momente für die Charaktere erkennen und so im schlimmsten Fall auch deren virtuelles Ableben verhindern.


Keine Panik vor dem Tod

The Quarry fällt trotz der Horrorthematik ziemlich einfach aus. Dennoch haben die Entwickler noch einige einsteigerfreundliche Funktionen beigefügt, die ihr optional aktivieren könnt. So lässt sich die Reaktionszeit für die Quick Time-Events verlängern und BesitzerInnen der Deluxe Edition dürfen dreimal im Spielverlauf eine Rewind-Funktion nutzen, um den Tod einzelner Charaktere rückgängig zu machen. Dadurch könnt ihr Fehler ausmerzen und so euren Liebling am Leben erhalten. Insgesamt präsentiert sich The Quarry daher sehr zugänglich und dennoch unterhaltsam. Auf Wunsch könnt ihr das Spiel auch kooperativ im Hotseat-Modus mit Freunden spielen. Eine Online-Koop-Variante soll nachträglich hinzugefügt werden.

Die Spannung wird trotz dieser helfenden Elemente nicht genommen, da die Atmosphäre im Spiel stets sehr dicht ist und wir doch immer wieder von kleineren Twists im Plot überrascht werden können.

Freund oder Feind? Diese Frage klärt sich im Spiel.
© 2K Games

Schaurig-Schöner Horrortrip

Supermassive Games ist mit The Quarry ein technisch sehr hübscher Horrortrip gelungen. Vor allem die Charaktermodelle, insbesondere die Gesichtsanimationen, können sich sehen lassen. Ebenso konnten die sehr schicken Lichtstimmungen punkten, die sehr atmosphärisch und realitätsnah wirken. Dennoch ist nicht alles Gold was glänzt. So sind teilweise einige Haaranimationen fehlerhaft und der Unschärfeeffekt in einigen Passagen einen Ticken zu krass gewählt. Unterm Strich kann die optische Seite von The Quarry jedoch punkten. Auch akustisch dürft ihr euch über eine sehr schöne Soundkulisse mit lizensierten Musikstücken sowie einer gelungenen deutschen Synchronisation freuen. Im englischen Original bekommt ihr sogar die Originalschauspieler zu hören, die den Charakteren zum Vorbild standen und einen super Job gemacht haben.

The Quarry kann euch pro Spieldurchlauf gut acht bis zehn Stunden bei Laune halten und dank der sehr dichten Atmosphäre und Story unterhalten. Dennoch sollte euch vor dem Kauf bewusst sein, dass der Titel Gameplaytechnisch natürlich keinen großen Tiefgang bietet, dafür aber mit anderen Stärken punkten kann. Wer dieses Genre mag, wird The Quarry mit Sicherheit lieben.


AwardFazit: The Quarry

Mit The Quarry liefern Supermassive Games ein sehr unterhaltsames Horror-Abenteuer zum Mitfiebern ab. Dabei vertraut der Titel auf altbekannte Stärken des Genres und kann mit einem gelungenen Cast und einer schicken Technik punkten. Aber auch in Sachen Story kann der Trip in das Sommercamp gefallen, der euch gut und gern für gut acht bis zehn Stunden unterhalten kann. Im Nachgang erwarten euch Extras wie ein Filmmodus und die Möglichkeit alternative Entscheidungen für die Protagonisten zu treffen. Wenn ihr Spiele wie Until Dawn oder auch Telltale’s The Walking Dead-Reihe mochtet, wird euch The Quarry mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in seinen Bann ziehen.


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