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The Evil Within 2 Review

The Evil Within 2 spielt mit der Psyche des Spielers. Langsamen Schrittes bewegt ihr euch durch eine alte Fabrik, bis sich eine Tür öffnet und ihr euch in einer bizarren Kunstgalerie wiederfindet. Ganz offensichtlich seid ihr in die Falle des Psychopathen getappt. Doch der richtige Schrecken erwartet euch erst im Zentrum der Ausstellung! Ob Sebastian Castellanos diesem Überlebenskampf entkommen konnte und The Evil Within 2 seinen Vorgänger überflügeln kann, zeigt unser Testbericht!

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Wo steckst du Lily?

Doch bevor es überhaupt soweit kommt findet ihr euch in der Haut von Sebastian Castellanos – dem Helden aus dem Vorgänger – in einer dramatischen Rückblende wieder. Seine Tochter Lily befindet sich im zweiten Stock des brennenden Hauses und es liegt jetzt an euch, das kleine Mädchen zu retten. 

The Evil Within 2 Review
Der Künstler ist einer unserer ersten großen Gegner.

Nach einem Zeitsprung findet sich der Ex-Detective, traumatisiert von den feurigen Ereignissen, alkoholisiert in einer Bar wieder. Schließlich taucht seine ehemalige Kollegin Juli Kidman auf und rekrutiert Sebastian im Namen der zwielichtigen Firma Mobius. Sie erklärt ihm, dass Lily noch am Leben sei. Mit einigen Mobius-Agenten ist sie im sogenannten Stem gefangen. Voller Tatendrang übernimmt unser Protagonist den Auftrag und macht sich auf die Suche nach seiner Tochter. Dabei stellen sich euch neben dem bereits in der Einleitung erwähnten Psychopath noch weitere Widersacher entgegen.


Der Gezeichnete ist wieder im Stem

Was ist dieser sogenannte Stem eigentlich? Der Stem ist eine Maschine, welche an das Gehirn einer Person gekoppelt ist. Ähnlich wie bei dem Film Inception mit Leonardo DiCaprio besteht die Möglichkeit, sich mit dem gekoppelten Hirn zu verbinden und so in eine (alp-)traumhafte Welt einzutauchen. 

Bei The Evil Within 2 simuliert der Stem die Kleinstadt Union. Nach dem linearen Einstieg schlägt The Evil Within 2 ab diesem Zeitpunkt eine andere Richtung wie sein Vorgänger oder anderen Vertretern des Genres ein. Die Kleinstadt ist fast komplett frei begehbar, was für ein Horror-Spiel eine echte Innovation darstellt. An dieser Stelle kann man gleich vorweg nehmen, dass The Evil Within 2 der Spagat zwischen offener- und linearer Spielwelt überaus gut gelingt.

The Evil Within 2 Review
In der offenen Welt erwarten uns einige Gegner, welche Sebastian nach seinem Leben trachten.

 

Natürlich ist die offene Welt nicht mit einem The Witcher 3 oder The Legend of Zelda: Breath of the Wild vergleichbar, reicht aber für die Art des Genres vollkommen aus und bietet die ein oder andere unterhaltsame Nebenbeschäftigung. Zusätzlich werdet ihr im Laufe der Handlung immer wieder auf Überlebende treffen, sichere Zufluchten aufsuchen oder das ein oder andere Rätsel lösen. Außerdem hält die offene Spielwelt Schätze parat, sodass Entdecker und Schatzsucher auf ihre Kosten kommen. Kurzum sucht ihr beispielsweise nach satten 32 Schlüsseln für Schließfächer oder elf Dias, welche Sebastians Vergangenheit näher durchleuchten.


Schießen ist Silber, schleichen ist Gold!

Schon alleine während ihr Union erkundet, stellt The Evil Within 2 euch oft vor eine  Wahl. Wollt ihr lieber den Kampf mit den Waffen wagen? Oder umschleicht ihr die Gegner durch geschicktes Ablenken von geworfenen Flaschen? Während ihr auf dem leichtesten der drei Schwierigkeitsgrade ruhig mal zur Pistole greift, empfiehlt sich das Schleichen aufgrund der Knappheit der Ressourcen auf den härteren Stufen. Denn auch wenn ihr euch eure Munition neben den gefundenen Projektilen selbst herstellen könnt, ist diese trotzdem im späteren Spielverlauf knapp bemessen. Ein weiterer Punkt fürs Schleichen stellen die so beschriebenen „lautlosen Kills“ dar. Das heißt, dass ihr einen Gegner nach erfolgreichem Anschleichen von hinten mit dem Messer niederstreckt und somit wertvolle Patronen spart. 

The Evil Within 2 Review
Verschiedene Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung, um unsere Widersacher über den Jordan zu schicken.

 

Im Laufe des Spiels verfügt Herrn Castellanos über verschiedene Waffen. Zum Beispiel lassen sich Feinde mithilfe eurer Armbrust auch mit einem Elektro-Bolzen ausschalten, indem ihr den Bolzen in einer Pfütze platziert. Die unterschiedlichen Waffen, wie auch Heil- und Hilfsmittel, werden über ein klassisches Ringmenü ausgewählt. Hinzu kommt die Möglichkeit eine Schnellwahl von bis zu vier Gegenständen auf die Tasten des Steuerkreuzes zu konfigurieren.


Wenigstens eine Tasse Kaffee…oh, welch nette Krankenschwester

In ganz Union und nach dem Beseitigen von Gegner kann Sebastian Materialien und eine grüne Flüssigkeit aufnehmen. Die Sachen haben dabei den Nutzen, Sebastian selber oder seine Waffen zu verstärken und Munition, wie auch Heilmittel herzustellen. Während ihr diese Dinge auch außerhalb der Sicherheitszonen bauen könnt, so müsst ihr für die Verbesserungen der Bewaffnung erst zu einer Werkbank gelangen. Eine Kaffeemaschine versorgt den ehemaligen Polizisten zudem mit Kaffee, welcher seine Gesundheit komplett regeneriert. 

The Evil Within 2 Review
Die bizarren Endbosse sind allesamt überzeugend. Hier sehen wir die Obscura des Künstlers.

 

Das grüne Gel hingegen, welches die Monstrositäten nach einem Kampf abfallen lassen, ist die Voraussetzung, um Sebastian zu verbessern. Hierfür nehmt ihr auf einem Rollstuhl platz, welchen ihr nach dem Durchschreiten eines Spiegels in Sebastians Büro findet. Ihr findet euch plötzlich bei einer netten Krankenschwester wieder, welche Spieler des ersten Teils sicher kennen. In Gesellschaft der netten Schwester, wird euch jetzt die Chance gewährt, den Helden nützlich zu verbessern. So erhöht ihr seine maximale Gesundheit oder stattet ihn mit einer Fähigkeit aus, welche die Zeit beim Anvisieren kurz verlangsamt.

Gegensätzlich den normalen Waffenteilen und dem grünen Gel gibt es auch noch verbesserte Waffenteile und seltenes rotes Gel. Beides wird benötigt um verschiedene Attribute der Waffen und von Sebastian zu erlangen.


Hey, dich habe ich doch schon gefühlt 20 Mal gesehen!

Obwohl The Evil Within 2 fast alles richtig macht, muss sich das packende Horror-Erlebnis dennoch mit dem einen oder anderen Kritikpunkt auseinander setzen. Zum einen ist dort die geringe Gegnervielfalt. Auch wenn die bizarren Bosse außerordentlich gelungen sind, beschränkt sich der Rest nur auf das Nötigste. Somit gibt es neben den standardmäßigen Zombies, auch noch genretypische Kriecher, Spucker und korpulente Artgenossen die zur Explosion neigen. Nichtsdestotrotz muss ich nochmal erwähnen, dass die Bosse allesamt herrlich bizarr dargestellt wurden und den Psycho-Horror perfekt in Szene setzen. Vor allem die „Schöpfungen“ des selbsternannten Künstlers haben uns regelmäßig einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen.

The Evil Within 2 Review
Vorsicht: Die dunklen Straßen der offenen Welt, sind vollgepackt mit Monstrositäten.

Schwächen in der Synchronisation

Technisch bewegt sich The Evil Within 2 auf einem gehobenen Niveau. Die Atmosphäre ist dank einer über allen Maßen erhabenen Beleuchtung und einem stimmigen Soundtrack zu jeder Zeit packend. Das Spielgeschehen läuft zu jeder Zeit mit flüssigen 30 Bildern pro Sekunde und flimmert in nativen 1080p über den Bildschirm.

Wer sich im Vorgänger an den schwarzen Balken am oberen und unteren Bildschirmrand gestört hat (wurde später per Update zu einer optionalen Einstellungsmöglichkeit), der wird die bei The Evil Within 2 nicht vermissen. Sie lassen sich allerdings nach dem ersten Spieldurchgang in den Einstellungen manuell einstellen.

The Evil Within 2 Review
Das Design der Gegner überzeugt, die Vielfalt hingegen leider nicht.

 

Auch im Bereich der Steuerung hat sich viel getan und somit geht diese jetzt deutlich flüssiger von der Hand. Alles in allem wirken die Bewegungsabläufe des Hauptcharakters deutlich flüssiger und wendiger.

Einzig und allein die deutsche Synchronisation lässt in manchen Situationen zu wünschen übrig. Mit anderen Worten ist diese nämlich nicht immer lippensynchron. 


Fazit: Award

The Evil Within 2 schafft es, sich im Vergleich zu seinem Vorgänger deutlich zu verbessern, welcher per se kein schlechtes Spiel war. Der Spagat zwischen Open-World und düsteren Innen-Arealen steht dem Spiel dabei außerordentlich gut zu Gesicht. Anders als bei einem Resident Evil 7, setzt The Evil Within 2 weniger auf sogenannte Jump-Scares, als viel mehr auf Psycho-Horror. Während wir uns mit Sebastian durch die 17 Kapitel kämpfen, können wir uns mehrmals in seine Lage versetzen und uns mit ihm identifizieren. 

Leider ist die deutsche Synchronisation nicht ganz so gut gelungen und kann kaum mitreißen. Ebenso hätten wir uns mehr Abwechslung bei den Monstern im Spiel gewünscht. Dies ist jedoch ganz klar Meckern auf hohem Niveau, denn The Evil Within 2 macht vieles besser als sein Vorgänger. Wer auf ein imposantes und packendes Horror-Abenteuer mit einem befriedigenden Ende hofft, der dürfte mit The Evil Within 2 bestens bedient sein!


 

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