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Testbericht: Torment: Tides of Numenera – Auf dem Weg zur Selbstfindung

Torment: Tides of Numenera stammt aus der Feder vom Entwickler inXile Entertainment. Unter anderem waren diese an Wastelands 2 beteiligt. Aufgewacht in einer geheimnisvollen Kammer und begleitet von einem Geist, werden wir mit vielen Fragen konfrontiert. Hoffentlich kann unser Testbericht diese Fragen beantworten.


Auf den Spuren nach sich selbst

Die tiefgründige Geschichte ist die große Stärke des Spieles. Zu Beginn werden wir in einer mysteriösen Kammer wach und erstellen unseren Charakter mit der Hilfe von Dialogen. Nachdem dieser Schritt erledigt ist, werden wir auch relativ zeitnah in unseren ersten rundenbasierten Kampf geschickt. Unser Gegner ist in diesem Fall der Kummer. Nach einem kurzen Schlagabtausch sollte dieser aber die Flucht ergreifen und endlich geht es in die richtige Welt!

Testbericht: Torment: Tides of Numenera
In den Gebieten gibt es den ein oder anderen NPC, mit welchem man ein Gespräch anfangen kann.

 

Wir werden im Riff von dem hitzköpfigen Aligern und der schemenhaften mysteriösen Callistege erwartet. Folglich konfrontieren sie uns mit Fakten, mit welchen wir zu dieser Zeit noch nicht viel anfangen können. „Wir sind der wandelnde Gott!“, lastet Aligern uns an. Hingegen hat Callistege eine ganz andere Meinung von uns und schnell wird klar, dass unsere beiden Mitstreiter kein gutes Verhältnis zueinander pflegen. Im weiteren Fortgang haben wir den Dialog beendet und begeben uns mit den beiden Begleitern in das nächste Gebiet. Während wir im Tutorial nur grobe Entscheidungen treffen durften, kommen wir schließlich zu der ersten richtigen Möglichkeit eine Wahl zu treffen. Ein Trupp Banditen stellt sich uns entgegen, wieder stellt sich uns die Frage: „Was ist ein Leben wert?“ Erneut verwickelt man uns in einen der langatmigen Dialoge. Kämpfen wir uns den Weg frei? Versuchen wir das Ganze mit einer List zu umgehen? Solche Entscheidungen ziehen sich durch das ganze Spiel und ergeben die große Stärke des Titels. Die Welt steht und fällt mit unseren Entscheidungen. Kurzum erwartet euch eine tiefgründige Geschichte, wo jeder Spieler selber bestimmt, wie diese ablaufen wird.


Ein solides rundenbasiertes Kampfsystem

Zu dem Kampfsystem gibt es nur wenig zu bemängeln. Hier beruht man sich auf ein klassisches rundenbasiertes Kampfsystem mit dem ein oder anderen Extra.

Euer Charakter und eure Begleiter haben nämlich eine bestimmte Anzahl an Punkten für die Eigenschaften: Stärke, Geschwindigkeit und Intellekt. Häufig kommt es vor, dass Dialoge ebenfalls auf dieses Konto zurückgreifen. Zum Beispiel wenn wir versuchen uns mit einer Lüge aus einer Lage zu befreien, so wird das Konto des Intellekts angezapft. Es besteht die Option diese Punkte mit bestimmten Gegenständen oder einer Mütze Schlaf zurückzusetzen. Im Kampf kosten eure Fähigkeiten und Angriffe nämlich ebenso jene genannten kostbaren Punkte. Wenn ihr nicht mehr im Besitz von diesen seid, dann bleibt nur die Möglichkeit mit schwachen Standardangriffen anzugreifen.

Testbericht: Torment: Tides of Numenera
In der Stadt ergibt sich die Möglichkeit alle möglichen Quests anzunehmen.

 

In jedem Zug ergibt sich die Chance seinen Charakter über eine bestimmte Distanz zu bewegen und einmal anzugreifen. Im Falle der Fälle hat man aber auch die Möglichkeit den zweiten Angriff auszulassen und kann sich ein weiteres Mal bewegen.


Technisch nur Mittelmaß

Technisch bewegt sich das Spiel in einem gehobenen Mittelmaß. Nicht jeder Dialog ist vertont, das wäre auch eine Menge Sprachakrobatik. Demgegenüber soll aber jeder NPC seine eigene Synchronstimme haben und davon gibt es durchaus einige.

Optisch ist Torment: Tides of Numenera auch nicht gerade das Highlight, welches sich der ein oder andere vielleicht erhofft – das Spiel hat seine Qualität aber auch in anderen Bereichen! Die Charaktere und die Effekte wirken allerdings etwas altbacken. Was hingegen wirklich gut gelungen ist, sind die hübsch gestalteten und abwechslungsreichen Areale.

Testbericht: Torment: Tides of Numenera
Die Areale sind abwechslungsreich und teilweise sehr abgedreht.

 

Wiederum ist die Steuerung, zumindest in der Konsolenfassung, nicht sonderlich gut gelungen. Eigentlich immer werden unsere Befehle erst sehr spät umgesetzt, demnach wirkt alles sehr schwammig und unausgereift.


Langatmige Dialoge

Ich gebe zu, dies muss nicht unbedingt ein Kritikpunkt sein. Immerhin sind es die Dialoge, welche Torment: Tides of Numenera ausmachen. Leider steht und fällt der Titel auch damit. Natürlich ergibt sich über die zahlreichen und langen Dialoge eine teilweise abgedrehte und tiefgründige Geschichte, zu welcher wir selber mit unseren Entscheidungen beitragen können. Aber leider fühlen sich die Gespräche auf Dauer sehr langatmig an. Wo zu Anfang noch die Motivation besteht, jede der unzähligen Dialogoptionen auszuprobieren, so ist man im Laufe des Spiels geneigt, diese zu überspringen und durchzuklicken.

Testbericht: Torment: Tides of Numenera
Keine Sorge! In der deutschen Fassung kommen die Texte allesamt mit deutscher Sprache.

 

Was hingegen gut funktioniert hat, sind die zahlreich vorhandenen Quests. Auch die Nebenquests, wo es schon im ersten Gebiet einige von gibt wirken sehr frisch und abwechslungsreich. Mal müssen wir jemanden vor einer Hinrichtung schützen (oder auch nicht) und bei einer anderen Aufgabe müssen wir ein kleines Sklavenmädchen in den Slums finden. Wie im ganzen Spiel schon, haben wir hier die vollständige Entscheidungsfreiheit.


Fazit:

Fassen wir kurz zusammen: Torment: Tides of Numenera lohnt sich für all die jenigen, welche ein solides bis gutes rundenbasiertes RPG haben wollen und kein Problem damit haben elendig lange Dialoge zu führen. Im Grunde genommen ist es nämlich ein durchaus gelungenes Spiel, wo jeder die Chance hat ein eigenes, für sich angepasstes Spielerlebnis zu bekommen.

Technisch haut Torment: Tides of Numenera niemanden in der heutigen Zeit vom Hocker. Die schwammige Steuerung der Testfassung fühlte sich nicht gut umgesetzt an. Mit Maus und Tastatur kann das natürlich schon wieder ganz anders aussehen. Auch im Bereich der Effekte und Animationen bewegt es sich nicht gerade auf den Schienen der heutigen Zeit.


 

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