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Testbericht: The Walking Dead: A New Frontier

Lange mussten sich Fans von Telltales „The Walking Dead„-Reihe gedulden, doch endlich ist kurz vor Weihnachten 2016 mit den ersten zwei Episoden der Startschuss zur mittlerweile dritten Staffel mit dem Untertitel „A New Frontier“ gefallen. Mit einem neuen Helden, dem altbekannten Entscheidungssystem und dramatischen Wendungen soll der Episodentitel auch diesmal für viel Unterhaltung sorgen. Ob sich Telltale ein paar weitere Neuerungen für das Zombie-Abenteuer überlegt hat, verraten wir euch in unserem vorläufigen Testbericht.

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Alte und neue Gesichter

Ohne groß auf die Story der beiden Vorgängerstaffeln eingehen zu müssen und unnötige Spoiler zu vermeiden, können wir euch direkt mitteilen, dass es auch in der dritten Staffel ein Wiedersehen mit der sichtlich gereiften Clementine gibt. Selbige ist in den ersten beiden Serienepisoden der dritten Staffel jedoch nicht der spielbare Hauptcharakter, sondern wird durch den neuen Protagonisten Javier ersetzt. Kenner der ersten und zweiten Staffel werden vermutlich verdutzt sein, dass nur Clementine in der neuen Staffel auftaucht, doch Telltale wird euch in einigen (zugegebenermaßen sehr stark konstruierten) Flashbacks Aufschluss darüber geben, welche Ereignisse sich zwischen der zweiten und dritten Season zugetragen haben. Wer im Übrigen die beiden Vorgängerspiele gespielt hat, kann mittels Accountsystem auch plattformübergreifend seinen alten Spielstand importieren oder auf Wunsch mit einem kurzen Story-Abriss eine ganz neue Geschichte beginnen.

Wie es der Zufall so will kreuzen sich die Wege von Clementine und Javi inmitten der Zombie-Apokalypse, die mittlerweile einige Jahre andauert. Javi ist mit den letzten Überlebenden seiner Familie unterwegs und gemeinsam gilt es nun unzählige Gefahren zu bestehen, die nicht nur in Form der modrigen „Beißer“ auftreten. Kenner der Reihe wissen schon längst, dass nicht die Zombies die größte Gefahr in der andauernden Apokalypse ausmachen, sondern die Menschen selber für Angst und Furcht sorgen.

Clementine und Javier führen die Überlebenden in Staffel 3 "A New Frontier" an.
Clementine und Javier führen die Überlebenden in Staffel 3 „A New Frontier“ an.

Mehr interaktives Erlebnis als Spiel

Auch beim eigentlichen Gameplay hat Telltale etwas Hand angelegt und das actionreichere Spielgefühl von dem TWD-Spin Off „Michonne“ beibehalten. Der Begriff „actionreich“ sollte allerdings nicht überbewertet werden, denn das Gameplay besteht serientypisch aus einem Mix aus Quick-Time-Events, kleineren Suchaufgaben und vereinzelten Rätseln. Grundsätzlich könnte man The Walking Dead: A New Frontier auch als interaktives Abenteuer bezeichnen, denn im Großen und Ganzen dreht sich der Titel um das Storytelling, die Charaktere und deren Beziehungen zueinander und eure Entscheidungen innerhalb bestimmter Dialogsequenzen.

Eine deutlich größere Änderung ist in der Präsentation zu erkennen. Der etwas detailärmere Comicstil der ersten und zweiten Staffel wurde nun durch eine etwas detailliertere Polygonoptik ersetzt, die aber dennoch comichaft wirkt und den Wurzeln der Reihe treu bleibt. Einige Charaktere wirken in ihrer Mimik und Gestik durch den neuen Stil etwas stark plastisch und gewöhnungsbedürftig; insgesamt hat uns die neue Präsentation bisher aber gut gefallen.

Ob die Allianz zwischen Javi und Clementine bestehen bleiben wird? Wir sind gespannt!
Ob die Allianz zwischen Javi und Clementine bestehen bleiben wird? Wir sind gespannt!

 

Die Präsentation

Nicht viel zu meckern gibt es bislang in Sachen Story und Spannung. Nach einem etwas trägen Einstieg in den ersten Spielminuten nimmt die Geschichte mit spannenden Wendungen und der nötigen Umvorhersehbarkeit an Fahrt auf und punktet mit einer guten Geschwindigkeit und einem emotionalen Cliffhanger am Ende der zweiten Folge, sodass die Spannung auf die weiteren drei Folgen bei Fans in die Höhe steigt.

Interessant wird vor allem zu sehen sein, ob es Telltale in der dritten Staffel tatsächlich schaffen wird, unsere Entscheidungen spürbarer in den Verlauf der Geschichte einzubinden. Diesen Vorsatz verfolgten die Entwickler bereits mit der ersten und zweiten Staffel, doch letztlich machten die Entscheidungen der Spieler am Ende dann doch nur einen marginalen Unterschied aus. Mit „A New Frontier“ soll sich dies laut Telltale nun im Verlauf der Story stark ändern, sodass wir nach einem soliden bis guten Einstieg in die dritte Staffel den weiteren drei Folgen gespannt entgegenblicken.


Vorläufiges Fazit: 

Telltale scheint auf einem guten Weg die „The Walking Dead“-Reihe mit der dritten Staffel wieder in Schwung zu bringen. Nach einem etwas trägerem Einstieg in die Story und der Umstellung auf die neuen Charaktere, sind die ersten zwei Folgen packend inszeniert und sorgen für spannende Momente. Die Grundlage für eine gelungene und wendungsreiche Geschichte sind jedenfalls vorhanden und wir sind positiv gestimmt, dass Telltale dieses Potenzial in den weiteren Ablegern der dritten Staffel ausnutzen wird. Wer allerdings bis heute nicht viel von den Telltale-Adventure hielt, wird auch mit dem „Neustart“ der The Walking Dead-Reihe nicht glücklich, denn letztlich auch die dritte Staffel mehr ein interaktives Erlebnis als ein Spiel – was mich persönlich aber nicht weiter stört! 


Dieser Testbericht wird fortlaufend mit dem Erscheinen der weiteren Folgen von The Walking Dead: A New Frontier ergänzt. 

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