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Testbericht: Resident Evil 7

Am 24.01.2017 ist es soweit, dann erscheint das neue Resident Evil 7 von Capcom. Oft wurde mit dem Slogan „Back to the roots“ geworben, ob es Capcom mit diesem Teil der Serie letztlich geschafft hat, zu den Wurzeln zurückzukehren, verraten wir im Test.


Back to the roots?

Sei es Final Fantasy, sei es The Legend of Zelda oder sei es in diesem Fall Resident Evil. Ständig liest man in sozialen Medien Sprüche wie „das ist kein Resident Evil“ „Wir wollen ein klassisches Resident Evil, nicht dieses XY“ „Die Ego-Perspektive passt nicht zu Resident Evil“ und noch vieles mehr.  Kurzum stellt sich die Frage, schafft Resident Evil 7 es zu seinen Wurzeln zurückzukehren? Ich beantworte diese Frage mit einem eindeutigen JA! Vorweg gesagt ist Resident Evil 7 großartig.

Resident Evil 7 - Testbericht
Mit diesem Gerät wird im Spielverlauf gespeichert.

Auf den Spuren der Geliebten

Am Anfang des Spiels hat man die Möglichkeit einen Schwierigkeitsgrad auszuwählen. Diese Auswahl kann man anfangs nur zwischen leicht und normal treffen. Weitere Schwierigkeitsgrade können später freigespielt werden.

Die Story des Spiels wird schnell erklärt. Wir schlüpfen in die Hauptrolle des Charakters Ethan. Dieser ist auf der Suche nach seiner Frau Mia, welche offenbar tot ist. Drei Jahre nach ihrem „Tod“ hat Ethan eine Videobotschaft erhalten, in der sie ihn bat, dass er sie nicht suchen solle. In der Hoffnung seine Frau doch nochmal sehen zu können macht sich Ethan auf den Weg.

Resident Evil 7 - Testbericht
Einige Male wird das Telefon im Spiel klingeln.

Sein Weg führt ihn zu dem Anwesen der Bakers-Familie und nach einem kurzen Spaziergang fühlt man sich erschreckend vertraut an die Demo zurückerinnert. Dieses Haus kennt man doch? Richtig, es ist die gleiche Hütte wie in der Demo. Allerdings ist nicht alles so, wie wir es kennen.

Schon als man das erste Mal in das Haus geht, wird einem schnell klar, dass hier keine normale Familie haust. Auf dem Tisch stehen merkwürdige, abgelaufene Essensreste. Allgemein wirkt der Haushalt eher ungepflegt. Um hier nicht zu spoilern, verrate ich nur, dass es nicht nur bei dieser Hütte bleibt und es wird auch noch eine kleine Nebenhandlung in der Story geben.


Erdrückende Atmosphäre auch ohne VR

Aufgrund der fehlenden Hardware konnte ich leider den VR-Modus nicht testen. Allerdings kann ich sagen, dass die Atmosphäre auch ohne die VR-Brille erdrückend und intensiv ist. Vor allem in den ersten beiden Dritteln des Spiels gibt es des Öfteren Schockmomente und sogenannte Jumpscares.

Beispielsweise läuft man durch die verlassenen, heruntergekommenen Flure des alten Herrenhauses, bis man über sich hört wie jemand trampelt. Man sieht wie der Staub von der Decke vor einem hinab rieselt, wo über einem aufgetreten wird. Plötzlich knallt es und das Oberhaupt der Bakers kommt durch die rechte Wand mit einer riesigen Morgenstern ähnlichen Waffe und man denkt sich nur: „Oh F***“. Im nächsten Moment hat man die Wahl, laufe ich? Kämpfe ich? Auf dem Schwierigkeitsgrad „Einfach“ kann man sich schon mal einem Kampf stellen, auch wenn die Munition doch recht schnell verbraucht ist.

Resident Evil 7 - Testbericht
Jack Baker wird euch einige Male im Spiel gegenüberstehen.

 

Immer wieder gibt es solche Momente, in denen man durch eine Tür späht und schließlich von irgendetwas überrascht wird. So entsteht ein Gefühl, dass man den Controller gerne vor Schreck in den Fernseher werfen will. Ja, die meiste Zeit des Spiels gab es solche Stellen häufiger.


Welcome to the Family, son!

Wenn man die Demo gespielt hat, sollte einem dieser Spruch bekannt vorkommen. Auch im richtigen Spiel wird diese Phrase verwendet. Mit den Bakers hat Capcom tolle Antagonisten in das Spiel eingebaut, auch – ich will nicht zu viel spoilern – wenn diese gar nicht so übel sind. Die Bakers sind für mich definitiv das Herzstück des Spiels. Sei es beispielsweise durch die brutale Art des Familienoberhaupts Jack Baker oder der hinterhältigen und Rätsel freudigen Art des Sohnes Lucas Baker, welcher sich wohl Jigsaw oder den Riddler zum Vorbild genommen hat.

Resident Evil 7 - Testbericht
Die Bakers warten auf euch.

 

Die Bakers haben Persönlichkeit und das finde ich gut! Die Bosskämpfe gegen die einzelnen Mitglieder der Baker-Familie haben eine ganze Menge Spaß gemacht und waren ganz im Stile der alten Resident Evil Teile.


Klassische Elemente im Spiel enthalten

Die Resident Evil-typischen Sachen haben es wieder ins Spiel geschafft. So hat man wieder die üblichen Waffentypen wie die Schrotflinte, die Pistole oder den Granatenwerfer. Auch die Funktion Dinge zu untersuchen und zu kombinieren ist wieder vorhanden. Selbst das beliebte grüne Kraut hat es wieder in den Ableger geschafft.

Resident Evil 7 - Testbericht
Neben der Pistole gibt es auch noch andere Waffen im Spiel.

Folglich will ich auch nochmal auf die „Back to the roots„-Aussage eingehen. Meiner Meinung nach hat Capcom es geschafft, trotz Ego-Perspektive den Flair der älteren Teile wiederherzustellen. So fühlte man sich als Spieler des ersten Teiles direkt heimisch in dem Haus der Bakers. Es gibt Rätsel, es gibt Türen mit Wappen, wo man besondere Schlüssel braucht. Ebenso hat man viele Sachen zum Einsammeln und ein viel zu kleines Inventar (keine Kritik). Auch die alten Lagerkisten haben es ins Spiel geschafft, so muss man schauen, welchen Pfad man nun als Erstes geht. Überall findet man kleine Briefe, Schriftstücke oder Zettel welche einem die Ursache und Story näher bringen. Es gibt aber auch ein paar Sammelgegenstände wie Gedenkmünzen oder Figuren mit Wackelkopf.

Ein wichtiges Element des Gameplays sind auch die Videobänder welche man an der ein oder anderen Stelle findet. Folglich findet man auch Videorecorder zum Abspielen dieser Bänder. Im Folgenden übernehmt ihr dann die Kontrolle eines anderen Charakters, welcher schon mal in der Gewalt der Bakers war. Beispielsweise findet ihr in einem Tape eine Kurbel, welche ihr nicht benutzen könnt. Als ihr später allerdings mit Ethan an der Stelle vorbei kommt, könnt ihr diese aufsammeln und an der vorgesehenen Stelle benutzen. Auch speichern kann man nur an bestimmten Stellen. Früher waren es Schreibmaschinen und zur heutigen Zeit sind es Recorder für Tonbänder.


Technisch auf guten Niveau

Technisch bewegt sich Resident Evil 7 auf einem guten Niveau, lässt aber noch Platz nach oben offen.

Die Steuerung geht leicht von der Hand und reagiert auch in den meisten Fällen sehr zuverlässig. Lediglich im Eifer des Gefechts wird das Ausweichen der Angriffe etwas schwer. Es ist nämlich nicht mehr möglich so durch die Gegend zu hechten, wie es noch sechsten Teil der Reihe möglich war. Das zielen mit der Waffe ist trotz Zielhilfe nicht immer ganz so leicht. Ich will Capcom das nicht anklagen, vielleicht ist es sogar gewollt, immerhin kann man sich gut vorstellen, wie nervös Ethan sein muss.

Resident Evil 7 - Testbericht
Der Hintergrund der schwarzen Substanz wird im Spiel aufgeklärt.

Optisch hält sich Resident Evil 7 im guten Bereich, hat aber auch noch Platz nach oben. Einige Texturen an der Wand wirken etwas matschig, auch wenn das durch den sowieso schon eigenen Grafikstil des Spiels nicht so ins Gewicht fällt. Ich hatte das Gefühl, dass das Spiel immer einen kleinen Riesel-Effekt hatte, wenn ich es so beschrieben müsste.

Löblich hingegen ist die deutsche Tonspur.


Am Ende ist es leider nicht perfekt.

Doch auch Resident Evil 7 ist kein perfektes Spiel, auch wenn ich viel Spaß mit dem Titel hatte und es sehr nah an dem perfekten Teil der Serie dran ist.

So gibt es leider in dem Ableger der Resident Evil-Reihe nicht wirklich viele Gegnertypen. Wenn ich die nervigen Bienen und Insekten mitzähle die einem noch begegnen, komme ich auf eine Handvoll unterschiedlicher Arten. Die Bossgegner und die Bakers ausgenommen. Beispielsweise gibt es schwarze Ungetüme (ich will nicht so viel verraten, daher nenne ich sie so) in drei verschiedenen Ausführungen. Die Ur-Form, eine mit einer großen Klaue und eine schnelle Variante die am Boden kriecht.

Resident Evil 7 - Testbericht
Nicht nur die Baker Familie steht euch in dem Weg.

Die matschigen Texturen habe ich oben bereits erwähnt. Sie stören den Spielfluss nicht. Fallen aber beim genaueren hinsehen auf.

Auch wenn ich die Sache mit der Lagerkiste und dem begrenzten Inventar sehr gut finde, so kann es auch sehr nervig sein. Man legt gerade etwas ab, weil man denkt, dass man es nicht braucht und plötzlich wird doch die nervige Kurbel benötigt. Also geht man wieder den ganzen Weg zurück und holt den Gegenstand. Lobend sollte man aber erwähnen, dass die Kisten recht großzügig verteilt wurden.

Leider kann Resident Evil 7 diese dichte, gelobte Atmosphäre nicht das ganze Spiel über tragen. So kommt es durchaus vor, dass man sich gegen Ende des Spiels in einem Abschnitt aufhält, wo die Schockmomente kaum noch vorkommen. Viel eher hat man eine Maschinenpistole dabei und schießt sich durch vorbeikommende Gegner.


Fazit: Award

Mich persönlich hat Resident Evil 7 absolut überzeugt. Zwar klingt die Spielzeit von sechs bis zehn Stunden nicht wirklich hoch. Aber meiner Meinung nach will sich keiner 30 Stunden in einem Spiel aufhalten, welches eine so dichte Atmosphäre bietet wie Resident Evil 7 es tut. Ich persönlich fühlte mich in den knapp sieben Stunden, die ich brauchte, absolut gut unterhalten.

Meiner Meinung nach hat Capcom es fast perfekt geschafft, wieder zu den Wurzeln der Serie zurückzufinden. Ich muss auch sagen, dass ich anfangs sehr skeptisch war was die neue Perspektive anging. Im Nachhinein tut die Ego-Ansicht dem Spiel aber mehr als gut.

Für Fans der Serie gibt es am Ende des Spiels sogar noch eine kleine Überraschung.


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