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PS4 Tests

Testbericht: Fate/EXTELLA: The Umbral Star

Am 20.01.2017 erschien Fate/EXTELLA: The Umbral Star für die PlayStation 4 und die PlayStation Vita. Das Spiel reiht sich in das beliebte Musou-Genre ein, welches vorallem bei der fernöstlichen Weltbevölkerung sehr beliebt ist. Ob sich Marvelous Fate/EXTELLA: The Umbral Star gegen Kontrahenten wie Hyrule Warriors, Dragon Quest Heroes  oder One Piece: Pirate Warriors beweisen kann, erfahrt ihr im Test.


Der heilige Gral!

Ich will etwas ausholen und abschweifen, damit auch Leute verstehen, um was es geht, welche nicht gerade den Anime kennen. Bei der Serie Fate/…  geht es darum, dass Magier um den heiligen Gral kämpfen. Um diesen für sich zu beanspruchen beschwören sie sogenannte Servants. Diese Servants sind in den meisten Fällen bekannte Helden vergangener Zeit. Beispielsweise hat man da die Saber-Klasse welche oft als Artoria Pendragon (eine weibliche Version von Arthur Pendragon, König Arthur) beschworen wird.

Servant und Meister machen sich also auf die anderen sechs Magier samt Servants niederzustrecken und so die Macht des heiligen Grals für sich zu beanspruchen. Dieses Artefakt erlaubt es dem Träger jeden Wunsch zu erfüllen. Im Normalfall findet der Kampf um das Artefakt alle 60 Jahre statt und bis zu sieben Magier können sich daran beteiligen.

Fate/EXTELLA: The Umbral Star - Testbericht
Mit der Share-Funktion lässt sich bequem auf der PlayStation Vita weiterspielen.

So die Grundpfeiler, auch im Spiel geht es schließlich um dieses Thema. Das Spiel setzt direkt nach dem indirekten Vorgänger Fate/Extra an. Nero (euer erster Servant) und ihr Meister haben den Krieg um den heiligen Gral gewonnen und haben die Kontrolle über die Macht, welche einen Wunsch gewährt. Als Beweis ihres Königtums haben sie den Regalia-Ring erhalten und sind somit in der Lage über die ehemaligen feindlichen Servants zu herrschen. Doch jetzt sind sie mit einem neuen Feind konfrontiert, welcher ebenso in der Lage ist den Regalia zu nutzen.


Musou-Fans kommen auf ihre Kosten

Ich gebe zu, ich bin eigentlich nur auf das Spiel aufmerksam geworden, aufgrund meiner Affinität zu der Anime-Serie. Die Musou-Spiele konnten mich nie wirklich begeistern, dennoch möchte ich objektiv an diese Sache herangehen. Vorweg, aufgrund der Anime-Basis hatte ich dennoch meinen Spaß mit dem Titel, wie ich seinerzeits auch mit der Konkurrenz wie One Piece: Pirate Warriors 1-3  hatte. Nun aber zu der wichtigen Frage, kann Fate/EXTELLA es mit seinen drei aufeinander aufgebauten Kampagnen mit dem Genre-Giganten Dynasty Warriors aufnehmen?

Im Grunde genommen hätte man das Spiel auch Fate-Warriors oder sonst wie nennen können. Vom Spielgeschehen her ist es dem oben genannten Dynasty Warriors natürlich sehr ähnlich. Auch hier gilt es einzelne Sektoren einzunehmen, sich mit tausenden Standardgegnern und Agressoren zu prügeln und am Ende schließlich auch den Boss platt zu machen.

Fate/EXTELLA: The Umbral Star - Testbericht
Das Spiel läuft bei steigender Anzahl von Gegnern auch weiterhin flüssig.

Die Agressoren beschützen die einzelnen Sektoren und tauchen erst auf, wenn man eine gewisse Anzahl von Standardgegnern geschnetzelt hat. Neben den schnellen und mächtigen kombinierbaren Angriffen hat man auch die Möglichkeit zu blocken oder auszuweichen. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit einen Extella-Angriff auszuführen – Musou Spieler werden das kennen. Diesen kann man erst ausführen, wenn man genug Treffer am Gegner gelandet hat. Auch gibt es die Möglichkeit sich temporär zu verstärken, was zumeist eine nette Videosequenz aktiviert. Anschließend kann man mit der jeweiligen Elementarkraft durch die Gegnermassen schnellen.

Eine weitere sehenswerte Sequenz wird bei der Phantasm-Form getriggert. Um diese zu erlangen muss man drei Schaltkreise finden, welche sich in den Sektoren verstecken.

Fate/EXTELLA bedient sich solide an dem Genre-Vorschriften. Die Steuerung geht dabei leicht von der Hand. Natürlich hat man auch Gegner wie Sand am Meer, auch wenn diese neben den Bossen nicht sonderlich fordernd sind.


Das Verhältnis zwischen Meister und Servant

In den textlastigen Dialogen hat man die Möglichkeit Auswahlen zu treffen, welche das Verhältnis zwischen Meister und Servant beeinflussen können. Neben der Möglichkeit im Dialog sein Verhältnis mit Servant XY abzubessern, kann man dies aber auch während der Schlacht machen. Folglich geschieht dies über Nebenmissionen und bestimmten Aktionen. Die Beziehung zwischen Meister und Servant hat aber nicht nur Auswirkungen auf die Erzählung, sondern wirken sich ebenso auf die Fähigkeiten des Servants aus. Beispielsweise hat man die Chance seinen Servant mit weiteren passiven Fähigkeiten auszurüsten.

Fate/EXTELLA: The Umbral Star - Testbericht
Man hat die Auswahl zwischen drei aufeinander aufgebauten Kampagnen.

Neben diesem Punkt, kann man auch Zeit damit verbringen Sachen herzustellen. Dies ist aber ein sehr kostspieliger Punkt. Das Level seines Servants lässt sich nämlich mit der selben Währung erhöhen.


Teilweise wird die Musou-Schiene verlassen

Doch Fate/EXTELLA macht auch einiges anders als die anderen Genre-Kandidaten. Besser? Zum Teil, aber dazu später mehr. Der Mehrfrontenkrieg ist im Gegensatz zu der Kampf-KI wirklich großartig gelungen. Die gegnerische Streitmacht versucht stets verlorene- oder leere Sektoren zu erobern.

Neben der Möglichkeit den Kampf zu beenden, sobald man den Boss besiegt hat, gibt es nämlich auch die Möglich den Sieg davon zu tragen, wenn man mehr Sektoren hat als der Gegner. Jeder Sektor kann dabei eine andere Wertigkeit haben, so muss man taktisch abschätzen ob man sich die Zeit nimmt einen Stufe drei Sektor einzunehmen, oder doch lieber seine Zeit darin investiert zwei bis drei kleinere Sektoren einzunehmen. Leider sind die Verteidiger nicht so motiviert wie die Angreifer, aber dazu komme ich in einem der nachfolgenden Absätzen.

Testbericht: Fate/EXTELLA: The Umbral Star
Im Menü hat man die typische Auswahl an Modi. Daneben gibt es die Galerie.

Abgerundet werden die monotonen Kämpfe durch kleinere Aktionen, welche während der Schlachten auftauchen können. Dies sorgt natürlich dafür, dass man seinen ursprünglichen Plan eine Eroberung kurz unterbrechen muss. So heißt es beispielsweise, dass Sektor XY priorisiert eingenommen werden muss. Ebenso kann es auch mal vorkommen, dass ein Boss seine Position wechselt und man ihm nachjagen muss, während die Schlacht natürlich weiter tobt. Mehr solcher Missionen wären zwar schön gewesen, sind aber für einen Musou-Titel absolut in Ordnung.


Einige Steine liegen auf dem Weg zum Gral

Fate/EXTELLA ist ein ordentlicher Neuankömmling im Musou-Genre. Trotzdem hätte ich mir einiges anders gewünscht. Dementsprechend will ich nun etwas auf die Kritik eingehen, welche ich für das Spiel empfunden habe.

Ich persönliche finde es zwar gut, dass man in einem Anime-Spiel immer die japanische Synchronisation dabei hat, aber zumindest eine englische alternativ Vertonung hätte dem Spiel nicht geschadet. Ebenso wie die deutsche Texte, welche mir ebenfalls etwas fehlen.  Auch finde ich die Dialoge innerhalb des Spiels etwas gewöhnungsbedürftig, diese laufen im großen Teil so ab, wie man es aus Visual-Novels kennt.

Fate/EXTELLA: The Umbral Star - Testbericht
Die Bosskämpfe sind zumeist bekannte Figuren aus dem Anime.

So gut die KI der Angreifer auch ist, so schlecht ist die KI der verteidigenden Mitstreiter. Immer wieder muss man den Babysitter spielen und von seinem gerade geplanten Ziel ablassen, um die Verteidigungslinien in den anderen Sektoren zu unterstützen. Nicht selten kommte es nämlich vor, dass die Verteidiger ohne eigener Mithilfe den Angreifern unterliegen.

Die Bosse sind meistens abwechslungsreiche andere Servants, diese können durchaus etwas fordernd sein. Leider sieht das bei den üblichen Gegnern aber nicht so aus. Oft kämpft man gegen tausende der gleichen Gegnerart, immer und immer wieder. Einbisschen mehr Abwechslung in der Gestaltung der Gegner wäre wünschenswert gewesen.

Technisch macht der Anime-Stil zwar einiges wieder wett, dennoch reicht das nicht aus um die zurückgebliebene Optik auszugleichen. Das Spiel wirkt optisch nicht so, dass es bereits im angebrochenen Jahr angekommen ist. Auch die Kamera hinkt etwas nach und stellt sich immer mal wieder stur, wenn es um das Anvisieren der „größeren“ Gegner geht. Gut ist allerdings, dass die Steuerung einsteigerfreundlich ist und das Spiel durchweg flüssig läuft.

Zu guter letzt, sind da natürlich noch die monotonen Kämpfe. Das kennt man aber ja aus den meisten Musou-Titeln.


Fazit:

Meines Erachtens nach ist Fate/EXTELLA ein verdammt gutes Musou-Spiel, welches sich nicht vor anderen Genre-Ablegern verstecken braucht. Ich lehne mich sogar soweit aus dem Fenster, dass es nach den Koei Tecmo-Teilen mit zu den Besten Ablegern des Genres gehört.

Die Möglichkeit Entscheidungen und die Bindung der Charaktere zu stärken, geben dem Spiel ein wenig mehr Tiefe, als es andere Titel des Genres tun. Auch der Fakt, dass man drei aufeinander aufgebaute Kampagnen hat, hat mir persönlich gefallen.

Dennoch würde ich das Spiel nur jenen ans Herz legen, welche sich mit dem Musou-Genre und/oder dem Anime identifizieren können.


Vielen Dank an Marvellous für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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