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PS4 Tests Xbox One

Testbericht: Deponia – Adventure-Freude auf der PS4

Bereits auf dem PC konnte die Point-and-Click-Reihe Deponia von Daedalic Entertainment mit ihren charmanten Charakteren und einem liebevollen Zeichenstil viele Fans überzeugen. Nun erscheint eine Neuauflage des ersten Teils für die PS4 und demnächst für die Xbox One. Ob die Umsetzung für die Konsole gut gelungen ist, das möchte ich euch in diesem Test verraten.


Trauriges Schicksal

Seid ihr auch gelangweilt von dem Müllhaufen, der seit Jahr und Tag vor eurem Fenster steht? Haltet ihr euch für einen absolut genialen Menschen, der hier nichts verloren hat? Glaubt ihr, dass ihr was besseres verdient habt? Rufus, dem Hauptcharakter dieser Geschichte, ergeht es ähnlich. Er lebt auf dem Planeten Deponia, welcher – überraschender Weise – aus einer einzigen Müllhalde besteht.

Der triste Alltag, die Probleme mit seiner Ex-Freundin Toni und die Hoffnung auf ein schöneres Leben brachten unseren Protagonisten bereits mehrfach dazu alles hinter sich lassen zu wollen. Nicht umsonst soll die Stadt Elysium ein Paradies sein. Bisher schlugen alle Pläne dorthin zu gelangen jedoch fehl.

Sein neuestes Vorhaben, sich mittels einer Rakete auf einen Transporter zu verfrachten, soll Rufus aber endgültig an sein Ziel bringen. Wäre er auf dem Weg nicht einer Regierungsorganisation und der hübschen Goal begegnet, hätte es vielleicht auch geklappt. Doch bevor er sich versieht landet er wieder auf Deponia mit einer bewusstlosen Frau auf der Schulter und darf von Vorne beginnen.


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Rufus, seine Ex Toni und sein bester Freund Wenzel auf dem Balkon mit Aussicht auf Deponia

Das ist im Grunde die Prämisse des Spiels. Eure Aufgabe ist es nun Rufus nach Elysium zu bringen, Goal zu retten und eine große Verschwörung aufzuhalten, die es auf Deponia abgesehen hat. Auf eurer Reise trefft ihr einige verschrobene Personen, darunter den besten Freund Wenzel und meinen persönlichen Favoriten, den Inspektor-Doktor-Feuerwachtmeister Gizmo. Ihr werdet sehr viel mit diesen Personen interagieren und euch ihre Lebensgeschichte anhören. Deren Persönlichkeiten werden gut durch die Synchronsprecher dargestellt und mit der Zeit wachsen einem auch Antihelden wie Rufus ans Herz.


Wenn selbst die Suche nach Socken ein Abenteuer ist

Der besondere Humor wird gern in die Rätsel mit eingebaut, welche im Schwierigkeitsgrad variieren. Manchmal geht es nur darum einen bestimmten Gegenstand zu finden, hin und wieder stieß ich aber auf Momente, wo ich den kompletten Bildschirm absuchen und alle Items irgendwie kombinieren musste, da die Lösung nicht immer offensichtlich und zu Zeiten vielleicht etwas abwegig erscheint.

Erfahrene Spieler, welche mit Memoria oder Edna bricht aus bereits die Denkweise kennenlernen durften, werden sich möglicherweise schneller zurecht finden und dementsprechend schneller die Credits sehen. Mir fiel es oft nicht leicht, den richtigen Weg zu finden. Denn die Möglichkeiten eingesammelte Gegenstände miteinander in Verbindung zu bringen ist unendlich, nach wie vor gibt es nur eine richtige Lösung so sehr etwas anderes naheliegender zu sein scheint.


Was kann Deponia auf der PlayStation 4?

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Wer liegt denn dort so friedlich schlafend?

Hilfreich ist bei euren Abenteuern tatsächlich die Steuerung selbst. Auf Knopfruck werden euch alle Hotspots, also interaktive Objekte und Personen, gekennzeichnet. Mit dem linken Stick steuert ihr Rufus, mit dem rechten einen Cursor, welcher den Mauszeiger imitiert. Die Sensibilität lässt sich zwar nicht einstellen, dennoch geht es gut von der Hand. Fahrt ihr über einen Hotspot werden euch eure Optionen eingeblendet.

Wahlweise könnt ihr mit einer Person reden, etwas nur betrachten oder auch aufheben. Eingesammelte Gegenstände werden euch in der unteren Leiste gezeigt und mithilfe der Schultertasten könnt ihr das Inventar durchsehen.

Die Umsetzung auf den PS4-Controller wirkt im ersten Moment zweckmäßig, geht aber locker von der Hand und sollte euch in der Regel nicht behindern. Lediglich die Kombination zweier oder mehrerer Items mag etwas umständlich wirken und behindert ein wenig. Maus und Tastatur wären da nach wie vor hilfreicher. Neben der Steuerung ist die Portierung gut gelungen. Während des Spielens sind mir keine technischen Aussetzer aufgefallen und die Framerate blieb stabil.


Fazit:

awardDie Welt von Deponia, mit ihren gezeichneten Landschaften und den animierten Charakteren, ist immer wieder schön anzusehen. Mit den guten Synchronsprechern und der Soundkulisse fühlt man die Ambitionen des gesamten Entwicklerteams und weiß deren Arbeit wirklich zu schätzen.

Der Spielspaß hält an und auch wenn ich nie vor Lachen vom Sofa gefallen bin, brachten mich die witzigen und unterschiedlichen Charaktere mit ihren zahllosen Eigenheiten immer wieder zum grinsen. Daedalic zeigt wieder, dass klassische Adventures für jeden ansprechend sein können und gaben sich bei der Umsetzung offenbar viel Mühe. Für Besitzer der PC-Version wird nichts neues geboten, aber jeder Konsolenspieler sollte sich den Titel einmal ansehen.


Vielen Dank an Daedalic Entertainment für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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