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PS4 Switch Tests Xbox One

Tales of Vesperia: Definitive Edition im Test

Erstmals erschien Tales of Vesperia in Japan im Jahr 2008 und war tatsächlich überraschenderweise ein japanisches Rollenspiel, welches exklusiv für die Xbox 360 erschien. Erst ein Jahr später konnten schließlich auch Anhänger der PlayStation 3 das von Kritikern gelobte JRPG spielen und durften sich zusätzlich noch über exklusive Inhalte freuen. Zum Ungunsten europäischer Spieler hat es diese Version aber nie in den westlichen Handel geschafft.

Elf Jahre später möchte Bandai Namco Entertainment jetzt Abhilfe schaffen und bringt in Kürze Tales of Vesperia mit dem Zusatz Definitive Edition für die PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch auf den Markt. Nicht nur, dass die Grafik an den heutigen Standard angepasst wurde, auch besagte exklusive Inhalte sind dabei. Wir haben uns das Abenteuer rund um Yuri Lowell, Repede und Estelle einmal genauer angeschaut und verraten euch im Test, warum sich JRPG-Fans das Spiel nicht entgehen lassen sollten!

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Blastia im Mittelpunkt

Im Fokus der Handlung steht das sogenannte Blastia. Dieses wird in der Welt von Tales of Vesperia für jedmöglichen Zweck verwendet. Ein Barrieren-Blastia schützt demnach die Stadt, wohingegen ein Aqua-Blastia die Wasserversorgung für die Hauptstadt Zaphias gewährleistet. Zaphias ist übrigens auch der Startpunkt unserer Reise mit dem jungen aufmüpfigen Ex-Soldaten Yuri Lowell und seinem treuen Gefährten Repede, die sich auf den Weg machen den Dieb Mordio zu stellen. Dem Langfinger wird vorgeworfen, dass er das Aqua-Blastia gestohlen hätte. Kurze Zeit später finden wir uns dann auch schon mitten im Getümmel und finden heraus, dass es mehrere Diebe gibt. Ab hier nimmt eine spannende Handlung voller Plots und Twists ihren Lauf, welche immer wieder durch gelungene Anime-Sequenzen in Szene gesetzt wird.

Nicht nur die Story von Tales of vesperia ist hervorragend, auch die geschriebenen Charaktere passen wie die faust aufs auge.

Wollt ihr hingegen Geschichte mal Geschichte sein lassen, könnt ihr euch während eurer Reise an zahlreichen Gesprächen beteiligen oder verschiedenen Nebenbeschäftigungen nachgehen. Natürlich wartet auch das ein oder andere Dungeon, wie auch verschiedene Bossgegner auf euch. Leider wirkt die Karte dabei manchmal etwas unübersichtlich, sodass man nicht immer auf Anhieb genau weiß, was als Nächstes zu erledigen ist. Hier fällt es vor allem auf, dass Tales of Vesperia noch ein JRPG der älteren Schule ist. Kurzum müsst ihr euch darauf einstellen, die ein oder andere Zeile zu lesen, als nur stumpf einer roten Markierung nachzujagen. Gut ist hierbei, dass das Spiel deutsche Texte beinhaltet. Gesprochene Dialoge werden demgemäß in japanischer oder englischer Vertonung wiedergegeben. 

Tales of Vesperia: Definitive Edition
Anime-Sequenzen begleiten euch immer wieder durch die Handlung.

Evolved Flex – Range Linear Motion Battle System

Was das Kampfsystem betrifft, spielt sich Tales of Vesperia: Definitive Edition wie eben ein typischer Ableger der Reihe und setzt auf das Evolved Flex – Range Linear Motion Battle System oder abgekürzt auch EFR-LMBS genannt. Dieses lässt sich in drei verschiedene Modi einteilen:

  • Automatisch: Die Spielfigur agiert vollkommen automatisch. Lediglich Taktiken und Items könnt ihr über ein kleines Menü benutzen.
  • Halbautomatisch: Ihr bewegt euch auf einer festen Linie zum Gegner zu, was stark an 2D-Beat ‚em ups erinnert. Per Knopfdruck ist es aber auch möglich frei über das Kampffeld zu laufen und die besagte „Linie“ in einem dreidimensionalen Radius zu verlassen, um beispielsweise gegnerischen Angriffen auszuweichen. 
  • Manuell: Im manuellen Modus hingegen habt ihr die volle Kontrolle. Dazu gehört aber auch, dass ihr im Vergleich zu „halbautomatisch“ besser abschätzen müsst wo ihr steht und bis wohin eure Angriffe reichen.

Das Kampfsystem ist innovativ und dürfte sowohl taktikern, als auch Echtzeit-Kämpfern gefallen.

Inmitten der Kämpfe selber, beherrschen eure Charaktere neben normalen Standardangriffe, auch noch sogenannten Artes. Oberflächlich betrachtet sind das nichts anderes, als bestimmte Fähigkeiten, um dem Gegner Schaden zuzufügen oder eure Verbündeten zu unterstützen. Die Zauber und Attacken lassen sich für jede Richtung, sowohl auf dem linken-, als auch für den rechten Analogstick belegen. Das heißt, dass sich bis zu acht Artes pro Spielfigur im Kampf einsetzen lassen. Wenn ihr also beispielsweise den linken Stick nach rechts bewegt und anschließend X zum Ausführen der Fähigkeit drückt, werdet ihr einen anderen Angriff ausführen, als wenn ihr X ohne das Beeinflussen vom Analogstick betätigt. Hinzukommen noch die Mystic Artes, welche eure Figur allein oder in Kooperation mit einem Gruppenmitglied ausführt. Diese sind nicht nur äußerst nett anzusehen, sondern richten vor allem verheerenden Schaden bei euren Widersachern an.

Tales of Vesperia: Definitive Edition
Das Kampfsystem orientiert sich stark an den anderen Ablegern der Spielereihe.

Taktik und Statistik

Des weiteren lässt sich spielend leicht eine Taktik für die gesamte Gruppe zusammenstellen, sodass sie nach euren Wünschen agieren. Benutzen sie euch zu viele Gegenstände? Dann schiebt dem ganzen einen Riegel vor. Wollt ihr der MVP im Verursachen von Schaden sein, während sich die Gruppe ums Unterstützen kümmert? Auch kein Problem. Die obligatorischen Heil- und Unterstützungsgegenstände dürfen natürlich ebenso nicht fehlen.

Nettes Gimmick: Im kampf kann ein Freund per zweiten Controller mitmischen.

Ebenfalls nett, in unserer Wertung aber nicht beachtet: Das Spiel ist im Kampf tatsächlich im lokalen Koop spielbar. Dabei teilen sich alle Spieler denselben Bildschirm. Damit es hier aber nicht zu Problemen in der Übersicht kommt, zoomt die Kamera weit genug raus, damit jeder seine Figur sieht. Selbst ohne menschlichen Mitspieler machen die KI-Gefährten aber alles in allem einen guten Job.

Tales of Vesperia: Definitive Edition
Wenn Flynn und Yuri zur Partnerattacke ausholen, bleibt kein Stein auf dem anderen.

Ihr solltet euch übrigens innerhalb der Kämpfe besonders gut anstellen. Je nachdem wie eure Performance gewesen ist, werdet ihr unter anderem für die benötigte Zeit, den Einsatz von Gegenständen oder dem erlittenen Schaden bewertet. Erspielte Punkte könnt ihr dann am Ende des Spiels für verschiedene Boni verwenden, um weitere Spieldurchgänge leichter oder schwerer zu gestalten.


Definitive Edition? Warum eigentlich?

Kommen wir jetzt zu der üblichen Frage: Lohnt es sich überhaupt das Remaster zu kaufen, wenn ich das Original schon damals auf der Xbox 360 gespielt habe? Jein! Grundsätzlich muss das natürlich sowieso jeder irgendwo selbst für sich entscheiden, wir für unseren Teil können euch lediglich nur sagen, was sich zur Urfassung verändert hat. Wie in der Einleitung schon beschrieben, dürft ihr auch hierzulande erstmalig auf diverse Inhalte zugreifen, die damals Japan-Exklusiv waren. Darunter fallen unter anderem die beiden Gruppenmitglieder Flynn Scifo oder Petty Fleu. Auch zusätzliche Schauplätze, Szenarien und Kostüme sind mit von der Partie.

erstmals kommen auch westliche spieler auf den genuss früherer exklusiv-inhalte.

Technisch betrachtet hat sich der Titel dank neuester Technik natürlich weiterentwickelt, hält aber weiterhin an dem alten Charme von damals fest. Texturen sind jetzt deutlich schärfer und glatter, auch die Bildrate läuft zu jeder Zeit stabil. Einen großen Sprung, wie man es beispielsweise bei der Spyro Reignited Trilogy zuletzt gesehen hat, dürft ihr aber nicht erwarten. Abgerundet wird das Gesamtbild schließlich von einem stimmigen Soundtrack und löblicher Arbeit der einzelnen Synchronsprecher.

Tales of Vesperia: Definitive Edition
Erstmals in Westen dürfen Spieler mit Patty Fleur und Flynn Scifo durch die Lande ziehen.

Fazit:

Award

Tales of Vesperia: Definitive Edition besticht nur durch gut geschriebene Charaktere und einer tollen Story, sondern strotzt nur so vor Umfang. Seien es verschiedene Nebenquests, versteckte Dungeons oder besonders starke Bossgegner. Auch macht es Spaß während der Reise den kurzen Gesprächen der Gruppe zu lauschen, wodurch man als Spieler ziemlich schnell eine Bindung zu den einzelnen Mitgliedern aufbaut. Der Multiplayer reißt zwar keine Bäume aus, ist aber dafür ein nettes Hilfsmittel und Gimmick. Bewusst haben wir diesen Punkt nicht bewertet, weil Tales of Vesperia selbst keinen wirklichen Fokus auf den Mehrspieler-Modus legt.

Technisch kann sich die Definitive-Edition ebenfalls zu jeder Zeit sehen lassen, auch wenn neben ein paar schärferen Texturen und der höheren Auflösung kein allzu großer Sprung zum Original merkbar ist.

Wie bei den meisten Spielen muss sich der Titel aber ebenso mit Kritik abfinden. Darunter fällt allem voran die unübersichtliche Karte auf, welche vor allem, Pardon, die Spieler heutzutage ein wenig überfordern könnte, obwohl die deutschen Texte durchaus hilfreich sind. Weiterführend sind die Neuerungen der Definitive Edition ebenfalls recht überschaubar für all diejenigen unter euch, die schon das Grundspiel gespielt haben. 


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