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Tales of Arise im Test

Mit Tales of Arise wurde damals auf der E3 der neueste Teil der JRPG-Reihe für die Xbox One, Xbox Series S, Xbox Series X, PlayStation 4, PlayStation 5 und dem PC angekündigt. Bei uns war die Vorfreude sehr groß. Stellte der Titel doch eines der Highlights der damaligen Präsentation da, wurde unsere anfängliche Euphorie aufgrund langer Wartezeit und einem langen Stillschweigen seitens Bandai Namco Entertainment jedoch etwas gedämpft.

Jetzt, genauer gesagt Anfang September war es dann endlich soweit und Tales of Arise wurde für die Old- und Next-gen veröffentlicht. Der Fokus liegt dabei auf einer spannenden Geschichte, tollen Charakteren und einem actionlastigen Kampfsystem. Wie sich das langersehnte JRPG im Detail spielt und ob sich das Warten auf den Titel gelohnt hat, verraten wir euch in unserem nachfolgenden Test!

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Vom berühmten Sklaven zum Held in der Not

Die Geschichte von Tales of Arise spielt in den beiden Welten Rena und Dahna. Beide Welten liegen extrem nah beieinander, so nah, dass sich die Bewohner bei jedem Gang zum Briefkasten von Angesicht zu Angesicht begrüßen könnten. Und dennoch sind beide Gebiete gänzlich unterschiedlich, wenn es um die Stellung des jeweiligen Landes geht. In Rena dominiert Machthunger und Arroganz, wohingegen sich Dahna eher bescheiden und unterwürfig gibt.

Diese Unterwürfigkeit kommt nicht von ungefähr. Grund dafür ist unter anderem, dass Dahna Großteils seit 300 Jahren von Rena versklavt wird. Lediglich eine kleine Gruppe an Rebellen, welche sich die Silberschwerter nennen, leisten Widerstand. Circa 40 Stunden vom Fall bis zum Aufstieg erleben wir diesen Widerstand in der Haupthandlung von Tales of Arise.

Tales of Arise
Der Mann mit der Eisenmaske. Alphen ist der Hauptcharakter in Tales of Arise und war seines Zeichens bei den Rebellen hoch im Kurs.

Circa 40 Stunden lang schlüpfen wir unter Anderem in die Rolle der gedächtnislosen Rebellenikone Alphen und erleben innerhalb der packenden Handlung sowohl Fall, wie auch den Aufstieg des Widerstands. Unser Held muss sich mit dem Beinamen „Eisenmaske“ herumschlagen. Der Grund hierfür ist denkbar simpel: Er muss eine kopfumschließende Eisenmaske auf dem Kopf tragen.


Selbst die schönste Rose hat Dornen

Während ihr euch also durch den Prolog kämpft und die ersten Kniffe lernt, werdet ihr auch schon recht schnell der zweiten wichtigen Hauptfigur begegnen. Hierbei handelt es sich um die schöne und dennoch kühl wirkende Renäerin Shionne. Ihr unnahbares Verhalten wirkt am Anfang etwas Anime-stereotypisch, jedoch steckt da weit mehr dahinter. Sie wurde mit einem sogenannten „Dornenfluch“ belegt. Dieser sorgt dafür, dass jeder, der sie berühren will, einen elektrischen Schlag einstecken muss. Ihre Motive bleiben vorerst verborgen und trotz Dornenfluch verbünden sich die beiden miteinander um die renäischen Lords zu stürzen.

Tales of Arise
Schwere Bürde: Mitstreiterin Shionne wurde mit einem nervigen Dornenfluch belegt.

Das war aber noch nicht alles. Im späteren Spielverlauf bekommt ihr es noch mit weiteren Mitstreitern zu tun. Je nach Vorliebe und sofern ihr das entsprechende Menü dafür gefunden habt, könnt ihr euren liebsten Charakter als primäre Figur steuern.


Kein Blatt vor dem Mund

Die Charaktere sind anständig geschrieben und überzeugen mit Persönlichkeit. Wenn manchmal auch hier natürlich etwas stereotypisch. Der Held ist ein an Amnesie leidender Schwertkämpfer, sein Crush zu Beginn noch unnahbar, öffnet sich jedoch nach und nach dem Hauptcharakter. Des Weiteren erwartet euch eine zierliche Magierin, die zwar nicht so gut draufhaut, dafür im Duo mit ihrer kleinen Eule ordentlich mit Magie um sich wirft und wie könnte es anders sein, darf natürlich ein hitzköpfiger Haudrauf ebenfalls nicht fehlen. Kennt man! Vor allem wenn man schon mal einen Fantasy-Anime gesehen hat. Abwertend ist das aber keineswegs. Die Gruppe ergänzt sich hervorragend und jede Figur wirkt wie ein Zahnrad welches ein Uhrwerk am Laufen hält.

Tales of Arise
Alphen zögert nicht sein Flammenschwert gegen seine Widersacher einzusetzen.

Ansonsten ist der neueste Ableger der Tales-Reihe überraschend ernst und erwachsen. Schon zu Beginn des Spiels findet ihr euch inmitten Sklaverei, Tod und Zerstörung weiter. Wenn ihr zudem ein wenig Geduld mitbringt, bekommt ihr eine spannende und wendungsreiche Handlung spendiert. Aber wie erwähnt, braucht diese ein wenig Zeit, bis sie richtig in Fahrt kommt. Neben der ganzen Ernsthaftigkeit, gibt es genügend Platz für den bekannten Humor der Spieleserie. Dialoge zwischen den Charakteren, die abseits von den überaus gut gelungenen Anime-Cutscenes passieren, werden ganz klassisch für mit eingeschobenen animierten Bildchen der sich unterhaltenden Figuren abgerufen. Diese wurden wahlweise in Englisch oder Japanisch vertont und werden mit deutschen Untertiteln begleitet.


Open-World in Anführungszeichen

Tales of Arise bietet genau genommen nur zum Teil eine Open-World. Ja, ihr habt verschiedene Areale, die ihr auch frei erkunden könnt. Jedoch sind die großen Gebiete in viele kleine „Sektoren“ unterteilt. Ihr könnt diese erkunden, keine Frage. Allerdings müsst ihr euch damit abfinden, dass die einzelnen Areale, mal mehr oder weniger groß und teils schlauchig sind.

Ungeachtet davon bietet das Leveldesign des JRPGs trotzdem genügend Abwechslung. Hierfür sorgt zum Beispiel das Grünland Elde Menancia oder eine von ewiger Nacht geplagte Eiswüste. Innerhalb der Gebiete könnt ihr neben dem Bekämpfen von Monstern, verschiedene Materialien und Rohstoffe für das Crafting sammeln. Auch das Angeln und Züchten von Tieren zum Erhalt von Kochzutaten ist möglich. Letztere lassen sich dann im provisorisch aufgestellten Lager an einer Kochstelle zu verschiedene Gerichte verarbeiten, die euch für eine limitierte Zeitdauer einen Statusboost bescheren.

Tales of Arise bietet an für sich eine sehr schöne Welt. Lässt aber aufgrund immer wieder gleicher Nebenquests und kaum Interaktionsmöglichkeiten einige Punkte liegen.

Ansonsten bietet die Welt aber insgesamt recht wenig Interaktionsmöglichkeiten und beschränkt sich hauptsächlich auf die angesprochenen paar Tätigkeiten bzw. das Abgrasen von Erzen oder Sträuchern. Gebäude lassen sich so gut wie gar nicht betreten und die Nebenquests wirken auch eher zweckmäßig, als innovativ. Das ist insgesamt ein wenig schade, denn die bildhübsche Anime-Optik lädt euch eigentlich zum Erkunden ein. Umso enttäuschter ist man dann, wenn man feststellt, dass in diesem Bereich das Potenzial nur so halb genutzt wurde.


Actionreiches taktisches Kampfsystem

Das Kampfsystem erinnert an ältere Ableger der Reihe bzw. an andere ähnliche JRPGs wie Star Ocean. Gleichzeitig bedeutet das auch, dass die Kämpfe in Echtzeit ablaufen. Inmitten des Kampfes greift ihr neben den normalen Standardangriffen und eurer Agilität auf die sogenannten mittels Fertigkeitspunkte freigeschalteten Artes und Items zurück. Wer schon jemals mit einem Tales in Verbindung gekommen ist, dem müssen wir ja nicht sagen, dass Artes quasi die Skills oder Spezialangriffe der einzelnen Akteure darstellen. Artes lassen sich in sechs Slots verteilen, die ihr anschließend mithilfe der Richtungstasten, eurer Position und entsprechendem Knopfdruck anwendet. 

Im Kampf greift ihr auf mächtige Artes zum Bezwingen eurer Gegner zurück.

Die einzelnen Fähigkeiten sind äußerst effektreich und lassen sich hervorragend miteinander verketten. Boost-Angriffe erweisen sich als besonders mächtig und werden mit kurzen Zwischensequenzen präsentiert. Gleiches gilt für die Mystic-Artes bei dem jeder Charakter so etwas wie seinen Signature-Move ansetzt um seinen Gegenüber ordentlich die Kinnlade zu richten. Taktische Tiefe erhalten die Kämpfe durch die Möglichkeit per Knopfdruck die Kontrolle einer anderen Figur zu übernehmen. Dementgegen leisten sich die KI-gesteuerten Mitstreiter aber keine allzu großen Patzer, sodass man, zumindest auf den niedrigeren Schwierigkeitsgraden selbst dann noch gut läuft, wenn man sie einfach machen lässt. Anders gesagt nutzen sie Gegenstände nicht zu verschwenderisch und versuchen gleichzeitig mit ihren Angriffen genügend Schaden auszuteilen bzw. euch zu unterstützen.

Damit ihr sowohl als Anfänger wie auch Veteran einen für euch angemessenen Einstieg ins Spiel habt, könnt ihr zu jeder Zeit zwischen vier Schwierigkeitsgraden frei wählen. Besonders fordernd sind die Kämpfe gegen die fünf Lords. Nicht nur, dass diese in ihrer Erscheinung pompös sind, auch von den Mechaniken bieten sie genügend Abwechslung.


Besser als jemals zuvor

Technisch bewegt sich Tales of Arise auf einem neuen Level. Hier und da findet man zwar immer noch altbackene Texturen und Pop-Ups, aber diese sind weitaus weniger auffällig, als es noch in den Vorgängern oder anderen Genre-Vertretern der Fall ist. Vor allem die Cutscenes in dem ansehnlichen Anime-Look hinterlassen einen sehr guten Eindruck. Aber die waren ohnehin schon immer top bei der Tales-Reihe.

Effektreiche Kämpfe, aufpolierte Technik und eine spannende Story: Tales of Arise entpuppt sich als bislang bester Teil der Reihe.

Ansonsten bleibt die Bildrate selbst bei dem farbenfrohsten Effektgewitter stabil und die Synchronsprecher, soweit wir das bewerten können, machen einen großartigen Job. Obendrein liefert Tales of Arise einen stimmigen Soundtrack, der euch je nach Situation angemessen auf die Ohren schallt.


 

 

 

 

 




 

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