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Sword Art Online Fatal Bullet Review

Schon die Tatsache alleine, dass sich Sword Art Online (SAO) im Vergleich zu anderen Animes einen Sendeplatz im Abendprogramm bei ProSieben sichern konnte, spricht für die Beliebtheit der Serie. Während sich andere Genrevertreter mit einem Sendeplatz auf ProSiebens Tochtersender ProSiebenMAXX zufriedengeben, entführt euch der Hauptsender ab dem 27.02.2018 immer dienstags, zur späten Stunde, mit einer Doppelfolge in die virtuelle Welt von ALfheim Online.

Wer bis zu diesem Zeitpunkt nicht warten möchte, aber dennoch gerne in den Genuss von SAO kommen will, für den erschien kürzlich der nunmehr fünfte Videospiel-Ableger zum gleichnamigen Anime. Dieser hört auf den Namen Sword Art Online Fatal Bullet, stammt wie seine Vorgänger aus dem Hause Bandai Namco und lässt euch erstmalig mit eurem eigenen Avatar in die Welt von Gun Gale Online (GGO) eintauchen. Bei Gun Gale Online handelt es sich um ein düsteres Shooter-Pendant zum VRMMORPG Sword Art Online. Ursprünglich war der VRMMORPG-Shooter Bestandteil der zweiten Staffel der Serie, wo Kirito und die psychisch labile Scharfschützin Sinon mysteriösen Mordfällen auf den Grund gehen. Unter anderem wird auch in Fatal Bullet auf dieses Ereignis Bezug genommen, doch im Vordergrund steht eine komplett unabhängige Geschichte.

Entsichert eure Schusswaffen und prüft euer Photonschwert! Hier kommt unser Review zu Sword Art Online Fatal Bullet!

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Ein wertvoller „Schatz“ und scheinbar eine alte Freundin

Zum ersten Mal ist es euch möglich, in einem Ableger der Reihe einen eigenen spielbaren Charakter zu erstellen. Neben typischen Optionen wie Körpergröße, Augenfarbe und Frisur, stehen euch zudem noch besondere Erkennungsmerkmale wie Gesichtsbemalungen oder Narben zur Verfügung. Abschließend benennt ihr den Helden noch nach eurem Belieben.

Nach einem ansehnlichen animierten Intro untermalt von einem gelungenen Soundtrack, findet ihr euch schließlich in der Welt von Gun Gale Online wieder. Ihr werdet direkt von der attraktiven Kureha begrüßt. Schnell stellt sich heraus, dass ihr alte Freunde aus vergangenen Tagen seid. Das Wiedersehen erst mal beiseite geschoben, bringt Kureha euch zunächst zum beliebten Itsuki. Wie Kureha und einige andere Charaktere, feiert auch Itsuki seinen ersten Auftritt im SAO-Franchise. Natürlich haben es aber auch fast alle bekannten Figuren aus der Vorlage wie beispielsweise Leafa, Kirito oder Asuna in das Spiel geschafft.

Sword Art Online Fatal Bullet
Erstmalig dürft ihr mit eurem eigenen Avatar die Welt unsicher machen.

Davon abgesehen, wird Itsuki euch schließlich von einem Turnier erzählen, in welchem es einen besonderen Schatz zu entdecken gibt. Aufgrund Kurehas Eifer bleibt euch fast keine Wahl, wodurch sie euch ebenfalls zur Teilnahme zwingt. Wie es das Schicksal so will, findet aber nicht Istuki oder Kureha diesen Schatz, sondern ihr. Außerdem trefft ihr an dieser Stelle das erste Mal auf das Gespann vom Anime-Protagonisten Kirito. Wie es der Zufall so will, freundet ihr euch schnell an. Der Schatz entpuppt sich als ArFA-Sys, einem humanoiden Androiden, welcher euch direkt als seinen-/ihren Meister anerkennt. Auch hier dürft ihr das Aussehen bestimmen und einen für euch angemessenen Namen vergeben. 

Während sich der erste Part der Story noch recht gemächlich mit dem Kennenlernen der einzelnen Recken und dem Analysieren des ArFA-Sys beschäftigt, wird die Handlung mit zunehmender Spielstunde ernster und hält den einen oder anderen spannenden Plot für euch parat.


 Spaßiges Gameplay

Auf der Suche nach eurem ArFA-Sys erlernt ihr die Grundlagen der Steuerung und des Spielgeschehens anhand eines angenehmen Tutorials. Die Steuerung ähnelt dabei stark anderen Third-Person-Shooter. Mit anderen Worten bewegt und schaut ihr euch mit den beiden Analogsticks um und schickt Gegner mit der rechten Schultertaste in die ewigen Jagdgründe. Unterstützt werdet ihr dabei von einem Zielassistenten, welcher in einem angezeigten Radius die Gegner automatisch ins Visier nimmt. Besser ist es jedoch mit dem linken Trigger ins manuelle Zielen zu wechseln, um Schwachstellen zu attackieren.

Feindlichen Projektilen weicht ihr mit Ausweichrollen aus und dürft per Tastendruck auf zahlreichen Fähigkeiten und Gadgets zurückgreifen. Darunter fallen zum Beispiel diverse Verstärkungen, besondere Schussvariationen oder Granaten. Zudem stehen euch innerhalb einer Mission zwei ausgerüstete Waffen zur Verfügung, durch welche ihr mit dem Steuerkreuz hin und her wechselt. Im späteren Spielverlauf, ist es euch sogar möglich in jeder Hand eine Waffe zu führen. 

Sword Art Online Fatal Bullet
Mit zwei Waffen lässt sich gleich doppelt so viel Schaden austeilen.

Das Spielgeschehen kombiniert dabei klassische Third-Person-Action mit einem Hauch von Rollenspiel, wie man es zum Beispiel aus Destiny oder Warframe kennt. Mit anderen Worten springt ihr von Deckung zu Deckung, nimmt es mit einer Vielzahl Maschinen und anderen Wesen auf und erfreut euch an diverser fallengelassener Beute. Auch die Waffenaspekte, wie Rückstoß und Munitionskapazität wurden für eine Anime-Adaption erstaunlich gut umgesetzt.


Nebenbeschäftigungen erwarten euch

Wollt ihr euch gerade nicht mit der Haupthandlung des Spiels beschäftigen, so könnt ihr in der Hauptstadt (SBC-Glocken) unterschiedlichen Aktivitäten nachgehen. Neben zahlreichen Nebenaufgaben, wo es meistens nur darum geht eine gewisse Anzahl bestimmter Gegner zu töten, dürft ihr bei unterschiedlichen Shops einkaufen, neue Ausrüstung herstellen oder an einem gelungenen Online-Modus teilnehmen. Im Letzteren steht euch das klassische Spieler-gegen-Spieler, als auch ein Online-Koop zur Verfügung. Hier könnt ihr euch mit anderen Spielern zusammenschließen und durch das Absolvieren von Aufträgen starke Ausrüstung ergattern.

Sword Art Online Fatal Bullet
Innerhalb der Stadt könnt ihr die Bindung zu anderen Charakteren verbessern.

Unabhängig davon, könnt ihr euch in der Stadt frei bewegen und mit den einzelnen Charakteren interagieren. Resultierend daraus steigert ihr die Zuneigung zu den einzelnen Figuren, was euch mit spezielle Waffen belohnt, den zukünftigen Handlungsverlauf beeinflusst und ein paar Artworks freischaltet. Allgemein müsst ihr während der Dialoge Entscheidungen treffen, die das Spielerlebnis verändern. Erfreulich ist dabei, dass fast jeder Dialog in japanischer Sprache vertont wurde. Deutsche Texte sind natürlich vorhanden. 

Zudem wird euch im späteren Fortschritt noch Zugriff auf den Kirito-Modus gewährt, wo ihr den ersten Teil der zweiten Staffel kurz zusammengefasst nachspielt. Wie der Name schon sagt, übernehmt ihr hierbei die Rolle des ursprünglichen Serienhelden Kirito.


 Ansehnliche Anime-Optik mit kleineren Defiziten

Optisch orientiert sich das Spiel stark an der Anime-Vorlage. Dementsprechend wurden die Charaktermodelle auf ihre Art und Weise allesamt originalgetreu und ansehnlich nachgestellt. Anders hingegen sieht es mit der Umgebung aus. Hier fällt vor allem ein relativ starkes Kantenflimmern und stellenweise matschige Umgebungstexturen auf. Ansonsten läuft der Titel trotz vieler Gegner zu jeder Zeit flüssig, die Steuerung geht selbst für Neulinge leicht von der Hand und die Mitstreiter KI macht zum großen Teil auch das, was sie soll. Akustisch untermalt wird die ganze Action schließlich noch von einem hämmernden und passenden Soundtrack.

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Fazit: Award

Zugegeben, obwohl ich ein Fan von Anime/Manga bin, halten sich meine Erwartungen zu Videospiel-Adaptionen in dieser Richtung doch zumeist in Grenzen. Überraschenderweise konnte mich Sword Art Online Fatal Bullet eines Besseren belehren und hat mir viel Spaß bereitet. Die Handlung könnte glatt aus dem Serien-Pendant kommen, die Waffen sind überraschend gut umgesetzt und auch auf technischer Basis hat Bandai Namco eine gute Arbeit abgeliefert. Lediglich ein massives Kantenflimmern und ein paar altbackene Texturen schmälern das Erscheinungsbild ein wenig.

Auch die Nebenquests hätten ein wenig vielseitiger sein können. Demgegenüber macht der Online-Mehrspieler aber eine gute Figur. Cool ist, dass man erstmalig mit seinem eigenen Avatar und einer ganzen Palette von Fähigkeiten, wie auch Ausrüstungsgegenständen in die Schlacht zieht. Das Ende des Spiels lässt zumindest auf einen Nachfolger hoffen, welchen ich aus meiner Sicht sehr begrüßen würde!

Wir geben eine klare Kaufempfehlung für Kenner der Vorlage und jene, die es werden wollen. Wer mit dem Manga oder dem Gun Gale Online-Arc nicht warm geworden ist, der sollte diese Empfehlung mit Vorsicht genießen.


 

 

 

 

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