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Switch Tests

Super Smash Bros. Ultimate im Test

Mit Super Smash Bros. Ultimate schickt Nintendo zum Ende des Gamingjahres noch einmal einen ganz großen Namen ins Rennen um die Gunst der Nintendo Switch-Besitzer. Wie es der Name schon andeutet, erwartet euch mit Super Smash Bros. Ultimate das „ultimative“ Prügelfestival mit allen jemals in einem Serienteil spielbaren Charakteren, über 100 Stages und vielen weiteren Extras, die die Herzen von Fans höherschlagen lassen. Ob sich aber auch spielerische Änderungen im Vergleich zum Wii U-Vorgänger eingeschlichen haben und welche Überraschungen Serien-Produzent Masahiro Sakurai darüber hinaus für euch bereithält, verraten wir euch in unserem Testbericht.

Übersichtstrailer Super Smash Bros. Ultimate

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Groß – Größer – Super Smash Bros. Ultimate!

Mit Super Smash Bros. Ultimate schickt Nintendo den nunmehr fünften Serienteil der beliebten Klopperei auf die Nintendo Switch. Mit dabei sind diesmal alle bisherigen Charaktere der Reihe, sodass ihr euch über mehr als 70 Recken, ganze 103 Kampfstages und rund 900 Musikstücke freuen dürft. Hier fährt Nintendo einiges an Fanservice und Nostalgie auf, von dem sich einige andere Unternehmen eine Scheibe abschneiden können.

Am grundlegenden Spielprinzip der Reihe hat sich auch im neuesten Ableger nicht viel verändert. Noch immer tretet ihr mit beliebten Videospielikonen in zweidimensionalen Arenen gegeneinander an, um euch gegenseitig eins auf die Mütze zu geben. Das Ziel ist es dabei aber nicht den Gegner wie in vielen anderen Beat’em Up‘s „Ko“ zu schlagen, sondern diesen aus der Arena über den Bildschirm hinaus zu schleudern. Hierzu müsst ihr eurem Gegenüber allerdings zunächst Schaden zufügen, um ihn dann letztlich mit eurem „Smash-Angriff“ den Todesstoß zu verpassen. Dabei ist am Ende jedes Mittel recht. Denn neben Fausthieben, Tritten und Würfen, bedienen sich die einzelnen Ikonen auch ihren charakteristischen Waffen und Fähigkeiten. Zusätzlich dürfen auch unzählige Items wie Laserschwerter, Bob-Ombs, Pokébälle und vieles mehr eingesetzt werden.

Neben den altbekannten Gesichtern aus dem Nintendo-Universum wie Super Mario, Link, Pikachu, Donkey Kong und Co. mischen auch viele Gaststars anderer Hersteller die Nintendo-Party auf. So sind auch diesmal Solid Snake, Pac-Man oder auch Sonic am Start. Natürlich wurde aber auch an neue Charaktere gedacht. Neben King K. Rool aus der Donkey Kong-Reihe, darf nun auch endlich Samus Arans‘ ewiger Nemesis Ridley, die Inklinge aus Splatoon oder auch Simon Belmont aus der Castlevania-Reihe mitmischen.

Bei den Stages erwartet euch ein Wiedersehen mit knapp einhundert bekannten Stages vergangener Serienteile, die optisch aufgepeppt wurden und zum Teil auch neue Kniffe bieten. Darüber hinaus schrauben einige Neuzugänge wie New Donk City oder der Aussichtsturm aus The Legend of Zelda: Breath of the Wild die Stage-Anzahl auf über 100.

Einer der Neuzugänge: King K. Rool aus dem Donkey Kong-Franchise.

Die Geister, die ich rief…

Eine der größten Neuerungen in Super Smash Bros. Ultimate ist der neue Abenteuer-Modus „Stern der irrenden Lichter“. Hier sollen sich vor allem Solisten austoben, wobei ihr hier nicht einen storylastigen Spielmodus wie den „Subraum-Emissär“ aus Super Smash Bros. Brawl erwarten dürft. Diesmal dreht sich alles um die neu eingeführten „Geister“. Diese verleihen Charakteren spezielle Fähigkeiten und bringen so ein besonderes taktisches Element ins Spiel. Von einer Übersichtskarte aus steuern wir mit unserem Helden die einzelnen Kämpfe an. Durch das Geisterelement unterscheiden sich diese dabei von den „normalen“ Kämpfen im Spiel. Mal werdet ihr mit ultraschnellen Gegnern konfrontiert, müsst euch mit einer erhöhten Schwerkraft auseinandersetzen oder gegen andere Gemeinheiten beweisen. Die Kämpfe sind sehr abwechslungsreich und motivieren. Natürlich könnt ihr auch euren eigenen Charakter mit Geistern verstärken. Dabei wird deutlich wie komplex diese neue Komponente ausfällt. Nach jedem Kampf erhaltet ihr selber neue Geister und könnt mit diesen ein ganz individuelles Set anlegen. Dieses besteht immer aus einem Hauptgeist, der über vorgegebene Slots mit Sub-Geistern ergänzt werden kann. Zudem lassen sich die Geister trainieren. Mit jedem Einsatz erhalten diese Erfahrungspunkte, die letztlich zu Levelaufstiegen und Verbesserungen führen.

Für Solisten stellt der Spielmodus in unseren Augen eine tolle Abwechslung zum regulären Smash-Erlebnis dar, wobei wir uns sehr über eine etwas cineastischere Aufmachung gefreut hätten. Gerade wenn man bedenkt, wie toll Nintendo die einzelnen Charaktere in den einzelnen Nintendo Direct-Ausgaben enthüllt hat, so ist es wirklich schade, dass es diese Sequenzen nicht ins Spiel geschafft haben.

Über die Map navigiert ihr euch zu den nächsten Kämpfen.

Neues und Altbekanntes

Aber auch Abseits des Spielmodus „Stern der irrenden Lichter“ gibt es für Solisten einige Neuerungen. So wurde der klassische Modus etwas aufgepeppt und für die einzelnen Charaktere individualisiert. So verfolgt jeder Held hier seinen ganz eigenen Handlungsstrang. Während sich beispielsweise Link gegen die anderen Bewohner von Hyrule durchsetzen muss, wird der Pokémon Trainer mit den Taschenmonstern konfrontiert und Yoshi muss sich gegen andere Echsen und Dinos durchsetzen. Sehr cool sind die neuen Bossgegner. Anstatt ausschließlich gegen die aus den Vorgängern bekannten Master- und Crazy Hand anzutreten, dürfen hier diesmal auch Ganon, Mega-Bowser oder auch Metall-Mario bekämpft werden.

Durch diese Neustrukturierung und Individualisierung wirkt der klassische Spielmodus deutlich abwechslungsreicher. Eine sehr positive Entwicklung.  Neben dem klassischen Spielmodus hält Super Smash Bros. Ultimate natürlich auch einige andere Spielvariationen für euch bereit. Dabei darf natürlich der klassische „Smash-Modus“ für vier respektive bis zu acht Teilnehmer nicht fehlen. Hier könnt ihr die Kämpfe auch ganz nach euren Belieben individualisieren. Regeln anpassen und die Stärke der CPU-gesteuerten Helden einstellen. Darüber hinaus haben die Entwickler auch einen lokalen Turniermodus für bis zu 32 Teilnehmer und den neuen Squad-Smash gedacht. In letzterem tretet ihr wahlweise 3 vs. 3 oder 5 vs. 5 gegen ein anderes Team an, wobei sich die Charaktere im direkten Duell beweisen müssen. Zudem erwarten euch weitere altbekannte Modi wie der Multi-Smash, bei dem ihr gegen eine bestimmte Anzahl an Widersachern antreten müsst oder der abgedrehte Special-Smash. Dieser Spielmodus setzt dem flotten Gameplay nochmals die Krone auf und würzt das Spiel mit verrückten Regeln, die für noch mehr Chaos auf dem Spielfeld sorgen.

Zu tun gibt es eigentlich immer etwas und sei es nur zu Beginn des Spiels die 74 Charaktere freizuschalten und sich mit deren Kampfstilen vertraut zu machen. Super Smash Bros. Ultimate scheint auf den ersten Blick sehr chaotisch und unübersichtlich wirken. Mit dem richtigen Training und Eingewöhnung, entfaltet das Spiel aber seinen unglaublichen Charme und Tiefgang.

Jetzt dürfen die Inklinge auch in Smash Bros. ihr Unwesen treiben.

Verschenktes Potenzial: Der Online-Modus

So genial Super Smash Bros. Ultimate im lokalen Mehrspielermodus ist, so tragisch ist es, dass den Titel online das gleiche Schicksal ereilt wie seinen Wii U-Vorgänger. Der Titel krankt einmal mehr an einer instabilen Netzwerkverbindung. Während unserer Tests fiel es schwer gänzlich ohne Verbindungsabbrüche und Lags zu spielen, was bei einem temporeichen Titel wie Super Smash Bros. Ultimate schon fast der halbe Sargnagel für den Online-Part ist. Zwar sind die Spielmöglichkeiten wie der Duo-Modus und die Option eigene „Spielarenen“ zu erstellen eine nette Idee, werden aber von der schwächelnden Verbindungsqualität stark eingebremst.

Darüber hinaus gibt es auch einen ganz klassischen „Online-Smash“, bei dem bis zu vier Teilnehmer gegeneinander in den Kampf ziehen. Wie Mario Kart 8 Deluxe oder auch Splatoon 2 unterstützt auch die Allstar-Prügelei die Smartphone App von Nintendo. Somit könnt ihr über euer Handy auch mit euren Mitspielern chatten und euch austauschen. Nett ist zudem die neue Hintergrundsuche nach Mitspielern. Wie bei Street Fighter & Co. könnt ihr das Spiel im Hintergrund nach neuen Online-Gegnern suchen lassen, während ihr beispielsweise eure Einzelspielerkampagne oder den klassischen Modus bestreitet.

Es bleibt nur zu hoffen, dass Nintendo weiter an der Onlinestruktur der Nintendo Switch arbeitet. Da inzwischen ja auch Kosten fällig sind für das Online-Gaming, sollte man doch zumindest stabile Server erwarten können, denn sonst wird Super Smash Bros. Ultimate früher oder später für ernsthafte Online-Partien uninteressant.

Online läuft leider nicht alles wie geschmiert.

Technisch auch ultimativ?

In Sachen Umfang, Auswahl und Abwechslung kann sich Super Smash Bros. Ultimate ohne jede Frage sehen lassen. Doch wie sieht es im technischen Bereich aus? Auch hier haben die Entwickler Hand angelegt und liefern weit mehr als eine einfache Umsetzung des Wii U-Engine des Vorgängers. Die Charaktere und einige Effekte wirken teilweise etwas comiclastiger als noch in dem Vorgänger, was aber keineswegs negativ auffällt. Im Dock erzielt das Spiel bei Full-HD Auflösung flüssige sechzig Bilder pro Sekunde, während die Auflösung im Handheld-Modus auf 720p heruntergeschraubt wird und einige Effekte gröber aufgelöst werden, was aber kaum auffällt.

Positiv fällt zudem auf, dass quasi alle Charaktermodelle nochmals überarbeitet wurden. So weht Prinzessin Peachs Rock nun glaubwürdig im Wind. Die Jeans von Super Mario wirft Falten und Link präsentiert sich in seinem neuen Look aus Breath of the Wild. Selbst wenn viel Chaos auf dem Bildschirm herrscht und acht Protagonisten um die Wette kämpfen, bleibt das Spiel stets flüssig und läuft technisch einwandfrei. Zur Umsetzung der musikalischen Kulisse brauchen wir wohl kaum ein Wort verlieren. Wie schon beim Vorgänger ist die Vertonung des Titels ein absoluter Genuss. Mit über 900 Melodien aus zahlreichen Videospielen, die darüber hinaus auch noch neuinterpretiert wurden, bleiben keine Fan-Wünsche offen. Hier erwartet euch musikalisch gesehen ein echtes Brett.

Super Smash Bros
Die Effekte und Charaktermodelle können sich absolut sehen lassen.

Fazit: 

Mit Super Smash Bros. Ultimate liefert Nintendo ein echtes Highlight für alle Nintendo Switch-Besitzer ab. Der Titel vereint ein unglaubliches Inhaltspaket mitsamt einer tollen Spielbarkeit und schicken Optik, die Super Smash Bros. Ultimate zum bislang besten Serienteil machen. Dabei vertraut der Titel auf seine altbekannte Erfolgsformel. Getreu dem Motto: Leicht zu erlernen – schwer zu meistern, versteckt sich hinter dem zugänglichen, teils chaotischen Grundkonzept ein raffiniertes Gameplay mit viel Tiefgang. Dank der neuen AwardSolokampagne bietet die All-Star Rauferei sowohl für gesellige Zocker als auch für Solisten genügend Spielfutter. Das neue Geisterfeature sorgt zudem für weitere Abwechslung und Tiefgang. Man kann ohne schlechtes Gewissen sagen, dass Super Smash Bros. Ultimate eine kleine Liebeserklärung an die Nintendo-Fans darstellt. Mit welchem Detailgrad und Liebe zum Detail die einzelnen Charaktere im Spiel sowie die einzelnen Stages umgesetzt wurden, ist fast schon einzigartig und macht die Reihe so besonders. Das Prügelspiel strotzt einfach nur so mit einer riesigen Fülle an Inhalten, Fanservice und Ideen, sodass es schwer ist all diese zu beschreiben. 

Nichtsdestotrotz ist nicht alles „ultimativ“ in Super Smash Bros. Ultimate. Vor allem der Onlinemodus ist aktuell ein echtes Sorgenkind. Immer wieder haben wir mit Verbindungsproblemen zu kämpfen oder werden von Lags geärgert. Hier sollte Nintendo unbedingt mit einem Patch nachhelfen. Eine kleine persönliche Enttäuschung stellte zudem die Erkenntnis dar, dass der Einzelspielermodus nicht so cineastisch aufgebaut ist wie der Subraum-Emissär aus Super Smash Bros. Brawl. 


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