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Nintendo Switch Tests

STAY im Test

Mit STAY bringt Publisher PQube und Entwickler Appnormals ein Adventure im Pixellook auf die Nintendo Switch. Bereits im Mai erschien der Titel, welcher sehr sensible Themen wie Angstzustände, Tod, Einsamkeit oder auch Depressionen thematisiert, auf Steam. Wir haben STAY getestet und verraten euch, wie wir die emitonale Reise empfunden haben und ob uns das Spiel zum „Bleiben“ animieren konnte.


Vorab: Solltet ihr oder eure Freunde/Familie ebenfalls unter Angstzuständen, Einsamkeit aber auch Depressionen leiden, redet mit ihnen darüber. Alternativ sucht euch bei folgenden Anprechpartnern Hilfe:

Info – Telefon Depression 0800 3344533


Dieses Video ansehen auf YouTube.

Quinn

Das Drama in STAY dreht sich um den Hauptcharakter Quinn. Eines Abends geht dieser wie gewöhnlich zu Bett und denkt über allerhand Negatives nach. Durch die Musik und die dargestellten Bilder baut sich eine extrem dunkle und drückende Stimmung auf. Nachdem Quinn eingeschlafen ist, sehen wir eine schemenhafte Figur die ihn entführt und in einen Keller sperrt. Als er wieder zu sich kommt, sieht er nur einen alten PC, auf dessen Monitor ein geheimnisvoller Chat bereits auf unseren Protagonisten wartet.

Die Hauptansicht mit Quinn, dem Chatverlauf, verstrichener Zeit und seiner Stimmung

Chatten mit einem Depressiven

STAY besteht grob genommen aus zwei Hauptkomponenten. Zum einen müsst ihr mit dem Chat interagieren und auf der anderen Seite gilt es verschiedene Rätsel zu lösen. Die Chat’s mit Quinn sind relativ simpel und haben eine Art Visual Novel-Stil. Quinn schreibt euch seine Gedankengänge und Gefühle in mehreren Nachrichten. Um es nicht all zu eintönig zu gestalten, erhaltet ihr nach ein paar Nachrichten die Option des Antwortens. Dadurch wird die Geschichte am Laufen gehalten und ihr könnt sie in eine bestimmte Richtung lenken. Je nachdem wie eure Antwort ausfällt, verändert sich nämlich nicht nur Quinn’s Stimmung, sondern ihr könnt auch Vertrauen aufbauen und euren Freundschaftsgrad bestenfalls verbessern.

Seine Stimmung ist wiederum von weiteren vier Eigenschaften abhängig, je nachdem ob er zuversichtlich, phlegmatisch, melancholisch oder cholerisch ist. Das allerdings wird an keiner Stelle erklärt oder deutlich gemacht. Leider hat Quinns Stimmung auch gefühlt kaum Einfluss auf seine Aktionen.

Die Gefühlsübersicht von Quinn

Durchaus erscheint sein irrationales Handeln realistisch. Quinn befindet sich schließlich in einer prekären Situation und ist nicht imstande seine Emotionen zu kontrollieren, allerdings sind seine Handlungen oftmals sehr frustrierend. Manchmal hat man oft die Wahl zwischen Pest und Cholera. So stirbt Quinn wenn ihr euch für einen bestimmten Gegenstand entscheidet, überlebt aber im Umkehrschluss, solltet ihr euch dagegen entschieden haben, wird euch allerdings fortan mit Misstrauen gegenüberstehen.


Rätselspass gepaart mit trauriger Musik

Neben den Chat-Einlagen ist das Lösen von Rätseln der zweite Akt des hauptsächlichen Gameplays von STAY. Zu Beginn wäre da beispielsweise eine Lampe, die es einzuschalten gilt. Anhand verschiedener Striche darauf kann man erkennen, welche zueinander passen. Mithilfe der beiden Analogsticks gilt es jetzt die Striche so zu drehen, dass sie zueinander passen. Die Rätsel sind allesamt niemals unfair oder zu schwer, wenngleich die Logik dahinter auf dem ersten Blick nicht immer direkt schlüssig ist.

Die musikalische Untermalung mit dem düsteren Pixellook drückt extremst auf die Stimmung und ist überzeugend umgesetzt. Die Hintergründe sind detailliert, leider sind diese viel zu selten zu sehen, da wir uns hauptsächlich im Chatfenster befinden.

Frosch im Spülkasten

Fazit:

Ich hasse Quinn und seine irrationalen Entscheidungen, trotzdem war es eine tief reichende Reise, welche definitiv zum Nachdenken anregt. Oft überlegt man sich die gewählten Worte gründlich, um Quinn nicht noch größerer Gefahr auszusetzen. STAY ist definitiv eine besondere Erfahrung mit interessanter Story, welche man sich gerne mal zu Gemüte ziehen kann.

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