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Nintendo Switch 2 Tests

Splatoon Raiders im Testbericht

Die Splatoon-Reihe ist seit jeher für farbenfrohe Multiplayer-Schlachten, verrückte Charaktere und jede Menge Tinte bekannt. Mit Splatoon Raiders geht Nintendo nun allerdings einen überraschend neuen Weg. Statt klassischer Revierkämpfe steht diesmal ein actionreiches Einzelspieler-Abenteuer im Mittelpunkt, das Elemente eines Loot-Shooters mit der bekannten Splatoon-Spielmechanik verbindet und exklusiv für Nintendo Switch 2 erscheint.

Ob dieser ungewöhnliche Genrewechsel funktioniert und ob Splatoon Raiders auch langfristig motivieren kann, zeigt unser Test.

Auf in ein neues Abenteuer auf den Spiralit-Inseln.
© Nintendo

Abenteuer auf den Spiralit-Inseln

Splatoon Raiders geht neue Wege und präsentiert hierfür auch eine brandneue Geschichte aus dem Splatoon-Universum. Die Story führt uns auf die geheimnisvollen Spiralit-Inseln. Die drei bekannten Mitglieder von Surimi Syndicate: Muri, Mako und Mantaro – sind mit einem Helikopter unterwegs, als dieser durch einen mysteriösen Sturm zur Notlandung gezwungen wird. Ihr selber übernehmt dabei nicht die Rolle von einem der drei Charaktere, sondern erstellt euch euren eigenen Charakter, der zugleich ein talentierter Mechaniker der Crew ist. 

Nun liegt es natürlich auch an euch die geheimnisvollen Inseln nach kostbaren Schätzen und verwertbarer Technik zu erkunden, um so einen Weg nach Hause zu finden. Dabei stoßen wir nicht nur auf jede Menge Salmoniden, sondern auch auf die Geheimnisse der ungewöhnlichen Inselwelt.

Die Geschichte steht dabei nicht unbedingt im Mittelpunkt. Viel wichtiger ist das eigentliche Spielprinzip: losziehen, kämpfen, Beute sammeln, Ausrüstung verbessern und wieder auf die nächste Raid-Mission gehen – klingt eventuell sehr eintönig, ist es aber nicht und funktioniert erstaunlich gut. Die wohl größte Neuerung am Spiel ist die Abkehr vom klassischen PvP-Spielprinzip. Statt gegen andere Spieler kämpfen wir überwiegend gegen computergesteuerte Gegner und ganze Wellen von Salmoniden. In Sachen Gameplay ändert sich dadurch natürlich nichts: Wir verteilen unsere Tinte auf dem Boden, verwandeln uns in unsere Tintenfischform und bewegen uns dadurch deutlich schneller. Gleichzeitig können wir in unserer eigenen Farbe schwimmen, Munition beziehungsweise Tinte auffüllen und teilweise Wände erklimmen.

Gerade diese Kombination aus Schießen, Ausweichen und schnellem Fortbewegen sorgt dafür, dass sich das Gameplay sehr dynamisch anfühlt. Neu in Splatoon Raiders ist das Ausrüstungssystem. Gefundene Ressourcen und Schätze lassen sich nutzen, um Waffen, Gadgets und die eigene Basis zu verbessern. Dadurch entsteht ein motivierender Fortschrittskreislauf.

Euren Mechaniker könnt ihr optisch natürlich anpassen.
© Nintendo

Raids statt klassischer Level

Die Abenteuer sind in verschiedene Raids unterteilt. Dabei geht es beispielsweise darum, bestimmte Gegnergruppen zu besiegen, Schätze zu bergen oder sich durch besonders gefährliche Gebiete zu kämpfen.

Das Schöne daran: Viele Missionen sind relativ kompakt und lassen sich auch zwischendurch spielen. Dadurch eignet sich Splatoon Raiders sowohl für kurze Spielsessions als auch für längere Abende. Wer möchte, kann sich anschließend auf dem Versteck-Schiff um seine Ausrüstung kümmern, Verbesserungen herstellen und direkt den nächsten Einsatz starten.

Eine interessante Neuerung sind die verschiedenen Tintentanks. Je nach Spielweise können wir beispielsweise einen Speed Tank, einen Power Tank oder einen Tactical Tank verwenden.

Der Speed Tank unterstützt einen besonders mobilen Spielstil, während der Power Tank stärker auf direkten Schaden ausgelegt ist. Der Tactical Tank wiederum ermöglicht es, Kämpfe strategischer anzugehen. Zusammen mit den verschiedenen Gadgets entsteht dadurch deutlich mehr taktische Tiefe, als man zunächst erwarten würde.

Gerade bei schwierigeren Missionen lohnt es sich, die eigene Ausrüstung an die jeweilige Situation anzupassen, anstatt einfach immer mit derselben Kombination loszuziehen.


Technisch überzeugend und Mehrspielerspaß

Auch optisch zeigt sich Splatoon Raiders von seiner abwechslungsreichen Seite. Die Spirhalite-Inseln bieten unterschiedliche Umgebungen und sorgen dafür, dass die Reise nicht ständig gleich aussieht. Die bunte Splatoon-Optik funktioniert dabei auch auf der Nintendo Switch 2 hervorragend. Besonders während großer Gegnerwellen zeigt sich, wie viel gleichzeitig auf dem Bildschirm passieren kann.

Die technische Umsetzung ist insgesamt sehr gelungen. Die flüssige Darstellung trägt gerade bei den hektischen Gefechten erheblich zum Spielgefühl bei. Sowohl im TV- als auch im Handheldmodus läuft das Spiel flüssig und weiß optisch zu überzeugen. An der Soundfront erwarten euch Splatoon-typische Klänge. Eine echte Sprachausgabe bietet Splatoon Raiders leider nicht. 

Obwohl Splatoon Raiders deutlich stärker auf Einzelspieler ausgelegt ist, muss man nicht zwangsläufig alleine spielen. Das Spiel unterstützt lokales und Online-Spiel mit bis zu vier Personen. Dadurch lässt sich ein Teil der Abenteuer gemeinsam mit Freunden bestreiten. Jedoch benötigt hierfür jeder Spieler ein eigenes Modul.

Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass Raiders nicht einfach ein neues klassisches Splatoon mit Multiplayer-Fokus ist. Wer hauptsächlich die bekannten Revierkämpfe sucht, bekommt hier ein deutlich anderes Spiel. Wer dagegen Lust auf ein kooperatives Actionspiel mit Splatoon-Mechaniken hat, dürfte mit dem neuen Konzept wesentlich mehr anfangen können.


Kleine Schwachpunkte

Ganz ohne Schwächen kommt Splatoon Raiders allerdings nicht davon. Der größte Kritikpunkt ist die teilweise auftretende Wiederholung. Das grundlegende Spielprinzip ist zwar unterhaltsam, aber nach vielen Raids merkt man irgendwann, dass sich bestimmte unweigerlich Abläufe wiederholen. Auch die klassischen Splatoon-PvP-Gefechte fehlen natürlich. Wer gerade diese Multiplayer-Schlachten liebt, könnte sich deshalb zunächst etwas umgewöhnen müssen.

Zudem können einige Spielende sicherlich von dem Umstand genervt werden, dass Splatoon Raiders im späteren Spielverlauf sehr auf das wiederholte Spielen einzelner Missionen setzt, um Ausrüstungen weiter zu verbessern. Dies sind aber eher kleine Kratzer im sonst sehr schönen Lack, da Splatoon Raiders insgesamt ein sehr motivierendes Abenteuer auf den Spiralit-Inseln darstellt. Mit einem Spielumfang von etwa zehn bis zwölf Spielstunden erhaltet ihr ein kompaktes Gesamtpaket, dass in dieser Form auf der Nintendo Switch 2 noch einzigartig ist.


AwardFazit: Splatoon Raiders

Mit Splatoon Raiders zeigt Nintendo eindrucksvoll, dass Splatoon auch abseits klassischer Multiplayer-Schlachten funktioniert. Dank bekannter Zutaten der Splatoon-Reihe und den neuen Loot-Aspekten erhaltet ihr einen interessanten und spielenswerten Mix im Splatoon-Universum, der toll aussieht und sich auch so spielt. 

Splatoon Raiders fühlt sich eigenständig an und nicht wie ein liebloses Spin-Off, dass von dem bekannten Namen profitieren soll. Besonders das Zusammenspiel aus kurzen Raids, Beute, Upgrades und verschiedenen Ausrüstungsvarianten sorgt für eine angenehm motivierende Spielschleife. Gleichzeitig bleibt die typische Splatoon-Leichtigkeit erhalten. Wer allerdings ausschließlich wegen der kompetitiven Online-Matches zu Splatoon greift, dürfte mit Raiders weniger glücklich werden. Für alle anderen ist das Spin-off dagegen eine ausgesprochen interessante Erweiterung des Splatoon-Universums.


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