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Spieleperlen ohne Erfolg! Teil 3: Xbox360

In Teil 3 unseres Specials möchten wir euch ein paar XBox360-exklusive Titel vorstellen, die neben großen Krachern wie Halo, Gears of War und Forza leider untergegangen sind, aber trotzdem durchweg interessante Spiele sind.

Alan Wake

Ein Schriftsteller muss sich plötzlich mit einer gruseligen und bedrohlichen Situation zurechtfinden und findet dabei Schreckliches über die Vergangenheit und sich selbst heraus. Entwickelt Stephen King jetzt Videospiele? Nein, aber die Köpfe hinter Alan Wake machen keinen Hehl draus, dass sie sich deutlich vom Großmeister des Horrors inspirieren ließen und zitieren ihn sogar an manchen Stellen. Über fünf Jahre benötigten die Entwickler, um Alan Wake endlich auf den Markt zu bringen. Nachdem es zu Beginn als eine Art Horror-GTA angekündigt wurde, enthält das Spiel nun aber doch keine Open-World-Elemente, sondern wird stattdessen in einem bewusst an TV-Serien angelegten episodischen Format präsentiert. Trotz vieler guter Kritiken wurden von dem Spiel nur knapp eine Million Einheiten verkauft, was zwar per se kein schlechtes Ergebnis ist, im Vergleich zu den Verkaufszahlen anderer Genrevertreter jedoch ernüchternd ist. Wer Horrorspiele und/oder eine interessante Geschichte mag, der sollte sich Alan Wake ruhig mal anschauen.

Lost Odyssey

Wenn man die ursprüngliche Final-Fantasy-Formel in die heutige Zeit überträgt, bekommt man Lost Odyssey. Amnesie, ein größenwahnsinniger Oberbösewicht und ein Gruppe, die ihm als Einzige gewachsen sind. Die Story ist nicht schlecht und bei Weitem nicht die beste oder originellste im Genre, bietet aber dennoch nachdenkliche Momente und interessante Charaktere. Mit seiner Gruppe wandert man durch verschiedene Areale und tritt in rundenbasierten Zufallskämpfen gegen verschiedene Gegner an. Vor allem wenn man klassische Japano-RPGs mag, fühlt man sich hier direkt wohl. Die etwas angestaubte Mechanik wird natürlich nicht jedem gefallen, funktioniert aber gut. Das Spiel sieht sehr gut aus, leidet aber unter teilweise recht langen Ladezeiten. Nicht das beste JRPG und auch nicht das beste Spiel von Final-Fantasy-Vater Hironobu Sakaguchi ist es für Genrefans, sofern sie es noch nicht gespielt haben sollten, auf jeden Fall empfehlenswert.

Deadly Premonition

Deadly Premonition ist ein Spiel, das polarisiert. Die einen finden es trotz seiner vielen Mängel großartig, die anderen können überhaupt Nix damit anfangen. Insbesondere dadurch, dass Wolf und Chris von GameOne das Spiel in Videobeiträgen durchgespielt haben, hat es zumindest in Deutschland deutlich an Popularität gewonnen. Ein richtiger Verkaufs-Hit ist es trotzdem nie geworden. Deadly Premonition löst das Versprechen ein, dass die Alan-Wake-Entwickler gaben, aber nicht erfüllten: es ist ein Open-World-Horrorspiel. Man kann mit Agent Francis York Morgan der spannenden Story folgen und den mysteriösen Raincoat Killer verfolgen, man kann aber auch angeln, Dart spielen oder einfach nur durch Greenvale und Umgebung fahren. Deadly Premonition hat seine Macken. Die Grafik ist veraltet und die Steuerung wirkt verkrampft, aber man wird durch die sehr gelungene Atmosphäre mehr als entschädigt. Entwickler Swery65 hat Deadly Premonition bewusst an David Lynchs Mystery-Serie Twin Peaks angelehnt. Wer die Serie kennt, findet viele Elemente aus Twin Peaks auch in Greenvale wieder. Swery65 hat zwar eine HD-Version angekündigt, wann diese kommt steht jedoch in den Sternen. Bis dahin ist die normale Version des Spieles trotz manches Patzers auf jeden Fall einen Blick wert.

Blue Dragon

Blue Dragon war das erste Spiel der Mistwalker Studios, nachdem Hironobu Sakaguchi SquareEnix verlassen und seine eigene Videospielschmiede gegründet hat. Außerdem hat auch Akira Toriyama, der Erfinder der Dragon-Ball-Serie und Charakterdesigner der Dragon-Quest-Spiele, ganz deutlich seinen Fingerabdruck hinterlassen. Ähnlich wie bei Lost Odyssey ist auch in Blue Dragon das Gameplay recht traditionell gehalten. Aber es gibt hier keine Zufallskämpfe. Man sieht alle Gegner und kann diesen auch mal aus dem Weg gehen, wenn man geradel nicht kämpfen möchte. Der titelgebende blaue Drache ist die Gestalt, die der Schatten von Hauptfigur Shu annehmen kann. Aber auch die anderen Figuren verfügen über gestaltliche Schatten, zum Beispiel in Form eines Phoenix oder eines Minotaurus. Manch einer kennt vielleicht die auf dem Spiel basierende Anime-Serie, die hierzulande bei RTL2 ausgestrahlt wurde. Wer klassische japanische Rollenspiele im Anime-Look mag, der kann bei Blue Dragon mit ruhigem Gewissen zugreifen.

Gray Matter

Point-and-Click-Adventures erleben in den letzten Jahren eine regelrechte Renaissance. Insbesondere Telltale (mit Tales of Monkey Island, Sam & Max und Zurück in die Zukunft) und Deep Silver (Geheimakte-Reihe) haben bewiesen, dass in dem vermeintlich angestaubten Genre immer noch sehr viel Potential steckt und dass es vor allen Dingen auch auf Konsolen funktioniert. Auch hinter Gray Matter steht mit Jane Jensen eine Game-Designerin, die etwas von Point-and-Click-Adventures versteht, immerhin ist sie die Schöpferin der Gabriel-Knight-Reihe. Als Spieler übernimmt man die Rolle von Straßenkünstlerin Samantha „Sam“ Everett, die sich als Studentin ausgibt und zur Assistentin eines mysteriösen Professors wird. Eingebettet in eine schaurig-stimmige Atmosphäre löst man Rätsel, bei denen oftmals auch Sams Zaubertricks weiterhelfen, und findet mehr über den dubiosen Wissenschaftler heraus, zu dessen Gehilfin man unfreiwillig geworden ist. Wer Point-and-Click-Adventures mag und etwas anderes als den Telltale-Comic-Stil sucht, der ist bei Gray Matter genau richtig.

Infinite Undiscovery

Noch ein Rollenspiel? Jepp, denn obwohl sich die XBox360 in Japan so gut wie gar nicht verkauft, gibt es für die Konsole überraschender Weise ein recht großes Line-Up an japanischen Rollenspielen. In Infinite Undiscovery schlüpft man in die Rolle des Musikers Capell, der einem legendären Helden äußerst ähnlich sieht und regelmäßig mit diesem verwechselt wird. Dieser Held hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kette zu zerstören, mit denen ein Geheimbund den Mond an die Erde gekettet hat, was zum Auftauchen von Monstern führte. Im Verlauf des Spieles kann man bis zu 18 spielbare Figuren rekrutieren, was nur von wenigen Genre-Konkurrenten getoppt wird. Capell steuert man dabei als einzigen direkt, man kann sich jedoch mit einer anderen Figur verbinden und deren Fähigkeiten mitnutzen. Außerdem kann man zusätzlich zum aktiven Viererteam noch zwei andere Partys zusammenstellen, die verschiedene Aktionen innerhalb eines Dungeons ausführen, während man selbst gerade kämpft. Die Kämpfe laufen in Echtzeit ab und da man die Monster stets sieht, gibt es auch keine Zufallskämpfe. Infinite Undiscovery ist der Beweis dafür, dass SquareEnix auch ohne Hironobu Sakaguchi durchaus noch gute Japano-Rollenspiele für Heimkonsolen rausbringen können, wenn sie denn mal wollen.

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