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Spielekauf: Retail oder Digital?

Digitale Spiele sind auf dem Vormarsch. Mal schnell ein Indie-Spiel aus dem Store herunterladen und das sogar am Sonntag, wenn man mal eben Bock auf ein neues Game hat. Bequemer geht es eigentlich nicht, oder? Auf der anderen Seite stehen die Retail-Spiele. Vorteil: Diese lassen sich weiter verkaufen und liegen oftmals in speziellen Editionen vor, die es beim Download eben nicht gibt. Für Spiele-Sammler ist die Frage „Retail oder Digital“ ziemlich schnell beantwortet, doch nicht jeder muss eine große Spielesammlung im Regal stehen haben. In unserem Special verraten wir euch, wie wir zu diesem Thema stehen und was wir bevorzugen.


Philipps Meinung

Darksiders III Apocalypse Edition
Heiliger Bimbam: Die Darksiders III Apocalypse Edition kostet mehr als eine Xbox One X.

Retail oder digital? Ich habe da nicht wirklich einen Favoriten. In meiner Jugend konnte ich mir eine riesige Sammlung an Special- und Limited-Editions aneignen. Ein paar Figuren hier, ein Helm dort. Nett anzusehen und zweifelsohne ziemlich cool, aber im Endeffekt doch nur Staubfänger. Durch meinen Übergang hin zum Familienvater haben diese netten Spielereien für mich deutlich an Stellenwert verloren, sodass ich sie mittlerweile größtenteils verkauft habe (Meine Sammlung von Assassin’s Creed-Figuren muss jedoch bleiben, sonst tötet mich meine Frau).

Shadow of the Tomb Raider Ultimate Edition
Retail-Spiele kommen oft in coolen Sammler-Editionen, wie die Shadow of the Tomb Raider Ultimate Edition.

Für mich liegt der Vorteil von Retail-Spielen in der Möglichkeit, diese bei Nichtgefallen oder nach dem Durchspielen wieder verkaufen zu können. So habe ich mir bereits in der SNES-Ära ständig neue Spiele finanziert und das ist bis heute so geblieben. Meine Spielesammlung besteht derzeit fast nur noch aus unverkäuflichen Promo-Exemplaren, „richtige“ Spiele besitze ich kaum noch.

Ansonsten bevorzuge ich mittlerweile allerdings digitale Spiele, da diese für mich gleich mehrere entscheidende Vorteile bieten. Zum Einen kann ich dadurch problemlos vom Sofa aus das Spiel wechseln, wenn mir der Sinn nach etwas anderem steht. Ohne aufstehen zu müssen und ohne eine Verpackung aus dem Schrank zu holen, die Disk aus dem Laufwerk zu nehmen und eine neue Disk einzulegen. Zum Anderen habe ich damit meine Spiele immer dabei – zumindest wenn ich die entsprechende Plattform mitführe – und kann sie problemlos von der Festplatte schmeißen und bei Bedarf erneut installieren.

Für mich ist das also ganz klar eine Frage des Komforts. Dieser wird allerdings bei der Größe heutiger Spiele (40 GB und mehr, hinzu kommen noch entsprechende Updates und Patches) nur gewährleistet, wenn ich über eine entsprechend schnelle Internetleitung und genügen freien Speicher auf der Festplatte verfüge – die Schattenseiten des Digital-Marktes. Ist beides nicht gegeben, werden Downloadspiele schnell zum nervigen Krampf. Mit durchschnittlich einem Terrabyte Speicherplatz kommen die aktuellen Konsolen dabei jedoch schnell an ihre Grenzen: Eine externe Festplatte muss her – zusätzliche Kosten!

Ich persönlich kaufe Retail-Spiele allerdings nur noch, wenn sie stark reduziert im Angebot sind. Dabei könnte ich mittlerweile allerdings auch problemlos ganz darauf verzichten. Zumindest, solange digitale Spiele nicht mehr kosten, als die Version im Handel.


Michaels Meinung

Retail oder Digital? Ein herrliches Thema, welches der Philipp sich da ausgesucht hat. Stunden, Tage und Monate habe ich hier schon diskutiert. Dabei vertrat ich stets geradezu militant die Meinung des Digitalkäufers.

Ich bin faul. Wirklich unglaublich faul. Und schon zu SNES-Zeiten mochte ich es nicht den Weg zur Konsole antreten zu müssen, um diese unsägliche Kassette zu wechseln. Damals noch mit Pusten verbunden, da ich auch nicht besonders ordentlich bin. Also waren die Kontakte gerne angestaubt, leicht angekratzt und was man solch Kontakten eben antun kann.

Einige dieser eher negativen Eigenschaften haben sich mit den Jahren zwar verwachsen und Discs, sofern sie heute mal existieren, befinden sich stets sauber und gut geschützt in ihren Packungen. Aber auch diese wollen ins Regal getragen werden, zum Spielen in die Konsole gesteckt und insgesamt eher mit Bedacht behandelt werden. Dass ich dies heute problemlos managen kann heißt noch lange nicht, dass ich das auch will.

Sammler war ich noch nie. Nicht im klassischen Sinne. Das verstaubt ja alles nur und will aufgeräumt, gepflegt sein.

Sammler war ich noch nie. Nicht im klassischen Sinne. Das verstaubt ja alles nur und will aufgeräumt, gepflegt sein. Ihr erkennt ein Muster? Ich kann mich ebenso an Hunderten Spielen in der „Bereit zum Installieren“-Rubrik eines Stores freuen. Da sammle ich dann wirklich. Und ich komme auch nicht in Versuchung die Schätze zu verkaufen. Die Möglichkeit weiter zu verkaufen ist überhaupt eines der anderen großen Argumente dieses anderen Lagers. Doch die interessiert mich nicht. Denn auch die digitalen Meisterwerke können hin und wieder mal zum Schatz werden, den man wieder ausgräbt, neu installiert und einige Runden mit Erinnerungen spielt. Die Entwicklungen der Zeit lassen diesen Effekt ganz real werden und teils auch überraschend zuschlagen. Immer dann, wenn ein alter Xbox 360 Digitalkauf in die Rückwärtskompatibilität übernommen wird beispielsweise. Klar sind dies ideelle Werte, statt realer. Aber diese machen eben auch glücklich.

Eine weitere Entwicklung der Zeit spricht bei mir ebenso für einen Digitalkauf. Ein Grund, den vermutlich auch die meisten Retail Spieler noch verstehen. Family Sharing auf Systemen, die dies ermöglichen. Seit über vier Jahren lebe ich hier als Hälfte eines Zocker-Pärchens. Dank Family Sharing können wir auf beiden Xboxen gemeinsam zocken und müssen nur einmal kaufen. Digital. Dies spart nicht nur Platz in der Wohnung, sondern auch eine ganze Menge Geld. Und kommt mir nicht mit Angeboten. Die Angebote der digitalen Marktplätze sind heute teils besser als im Laden. Jedenfalls so lange das Spiel noch halbwegs aktuell ist.

Deals With Gold
Die Deals with Gold von Microsoft und ähnliche Sales bringen mir auf der Konsole oft ähnliche Rabatte wie im Laden.

Von all dem abgesehen: Eine Installation, oft mit Download, ist ohnehin immer fällig. Und wer dann noch den Season Pass oder einzelne Inhalte kauft, der besitzt sein Spiel doch insgesamt ohnehin zur Hälfte digital, oder?

Was theoretisch ein Argument stellt ist: Kaufe ich digital, kann ich pünktlich zum Release loslegen. In der Praxis scheitert die Stichhaltigkeit leider gerne an Läden, die von Release Daten scheinbar noch nie gehört haben. Hier, das gebe ich gerne zu, ärgere ich mich häufiger schwarz.

Was ich verstehe sind allerdings tatsächlich ernst zunehmende Retail Sammler. Die, die wirklich jede Sonderedition im Schrank haben und auch nie eine davon verkaufen würden. Doch auch da endet mein Verständnis recht schnell, wenn dieselben Leute dann ihre Musik über Spotify, ihre Filme über Netflix und ihre Zeitschriften über Readly beziehen.

Hier ist leider Nintendo noch bei vielem außen vor. Auch dies darf ich nicht unerwähnt lassen. Mit verbesserungswürdigem WLAN und meiner Meinung nach nahezu lächerlich kleinem Speicher, der sich auch nur verhältnismäßig teuer erweitern lässt, hat es Nintendo geschafft, mich immerhin einige Spiele als Retail-Fassung erstehen zu lassen. Und diese haben mich persönlich in meiner Einstellung insgesamt nochmals bestärkt. Ich mag es jedes Mal aufs Neue nicht, wenn ich Cartridges suchen, wechseln und aufräumen muss. Ich mag es digital.


Lars‘ Meinung

Wenn man es ganz genau nehmen möchte, dann stammt das Thema in der Rohfassung viel eher von unserem neuen Brain: Dennis! Sei es drum. Retail oder Digital? Ein Thema über welches man sich wahrscheinlich ewig und drei Tage unterhalten könnte. Warum ich allerdings eher zu #TeamDigital tendiere, begründe ich nachstehend.

Zugegeben, zurückblickend auf mein früheres Kaufverhalten, hätte ich mich in der Vergangenheit wohl eher in Richtung Retail entschieden. Hier eine Figur, dort eine Maske und oh, welch cooler Schlüsselanhänger! Kurzerhand kam eines zum anderen und mein Regal war voll mit dem einen oder anderen Staubfänger, welcher nett aussah und meinen Wahn für Videospiele in dem Moment noch bestätigten. Doch kommt Zeit, kommt Rat… oder in meinem Fall ersetzt man das Wort „Zeit“ durch „Frau“ und „Rat“ durch „Kind“ und schon wurde aus der vermufften Nerdhöhle ein Familienheim. Ende vom Lied: Raus damit, weg mit den unnötigen Kleinteilen! Ein Kind mit einem verschluckten Anstecker von inFamous: Second Son im Bauch? Ich glaube kaum, dass der kleine Bub dadurch die Superkräfte von Delsin (Hauptcharakter des Serienablegers) bekommen hätte.

früher sammler, unterliege ich heutzutage doch eher meiner bequemlichkeit.

Doch das ist natürlich alles rein persönlicher Natur und kein Argument gegen die hübschen Standardhüllen in grün, blau oder weiß. Obwohl diese zumeist zur Veröffentlichung deutlich billiger ausfallen und man das langersehnte Spiel auch gerne mal ein bis zwei Tage eher bekommt, bevorzuge ich die digitalen Versionen eines Spiels um Stauraum anderweitig nutzen zu können, wie auch um meine Faulheit damit zu fördern, dass ich mir den Weg zum hiesigen Spieleregal schlichtweg spare. Zusätzlich ist aber auch das Thema Game Sharing eines meiner wichtigsten Gründe für #TeamDigital. Dementsprechend kann man sich die Kosten für ein Spiel mit einem Kumpel oder Verwandten teilen, woraufhin beide Spieler das Spiel mit fast vollem Umfang nutzen können. Schnell passiert es also, dass man bei den von Michael bereits angesprochenen Angeboten zuschlägt und dadurch wieder ein neues Koop-Spiel für den Abend am Start hat.

Ungeachtet dessen habe ich persönlich oft als Totschlagargument gegen digitale Käufe gelesen, dass man ewig lang herunterladen und installieren muss. Kennt man es doch gerade aus der Kindheit, dass man das Spiel einfach ins SNES schiebt und direkt losdaddeln kann. In der heutigen Zeit zieht dieses Argument allerdings auch nur noch bedingt. Dementsprechend müssen sich auch Retail-Fassungen einer Installation und einem Day-One-Update, zu Gunsten von schnelleren Ladezeiten und anderen Vorteilen, beugen.


Dennis‘ Meinung

Schon oft habe ich in unzähligen Facebookgruppen oder auf Discordservern diskutiert, dort vertrete ich stets das #TeamRetail. Doch nicht immer greife ich darauf zurück, im folgenden erkläre ich wieso und in welchen Fällen was zutrifft.

Ich spiele Videospiele, wie wahrscheinlich die meisten aus unseren Reihen seit der SNES. So wuchs ich mit allerlei Konsolengenerationen, aber auch dem PC auf. Durch Steam, Origin, GOG oder Uplay muss man sowieso alles downloaden also werden PC-Spiele als Digitale Version erstanden. Als ich vor ca 3 Jahren umzog fand ich meine ganzen Schätze wie zum Beispiel Bomberman für die PS, Baldurs Gate Dark Alliance für die PS2 oder aber auch meinen in die Jahre gekommenen Minish Cap Advance SP den ich früher geliebt habe. Kurzum entschloss ich mich mit meiner Freundin alles was wir haben einmal zusammenzutragen. So hatten wir binnen weniger Tage von Snes bis PS4 so ziemlich alle Konsolen von Nintendo und Sony und uns kam die Idee diese doch auszustellen. Also suchten wir in den Kleinanzeigen nach Vitrinen und Regalschränken welche kurzerhand in der eingenen Wohnung standen und sperrlich bestückt waren. Doch was nun? Sammeln wäre doch ein schönes Hobby, wir brauchen nicht das teuerste, aber eine Art Bibliothek wäre doch schön. Wir informierten und mehrere Nächte was die Leute so sammeln und was eben nicht. Super Nintendo kennt und will jeder, also sind die Spiele viel zu teuer, selbiges gilt für Playstation 1. Doch wir hatten noch ne PSP, was ist damit? Sonys erstes Handheld war gefloppt, obwohl er meiner Meinung nach gänzlich unterbewertet ist. Die PSP ist ein wahres El Dorado für Rollenspieler und die Spiele sind allesamt fast geschenkt.

Konsolengames, die Sammlung kommt auf 425 Titel

Billig Kaufen und für einen angemessenen Preis losschlagen

Wir besuchten Flohmärkte, An-und Verkaufsgeschäfte und auch die Kleinanzeigen waren sehr ergiebig. Doch wie finanziert man sowas als Student? Kurzum die meisten PSP-Spiele kommen an 3-5 € also kauften wir eine kleinere Sammlung. Alle doppelten Spiele verkauften wir wieder unter dem auf eBay angegeben Mittelpreis und bekamen den Rest quasi gratis. Wir haben Nintendo DSi Handhelds und andere Konsolen repariert und diese wiederum mit anderen Spielen und eventuellem Zubehör weiterverkauft. Doch warum fragen sich die meisten. Weil es einfach Spass macht zu jagen und etwas zu erstehen was der Sammlung fehlt. Uns geht es nicht um eine bestimmte Collectors Edition oder ein Spiel was für Hunderte Euro gehandelt wird. Es geht lediglich darum etwas zu finden was fehlt, etwas zu finden was man nicht jeden Tag sieht und eventuell eine Perle zu entdecken. Es ist eine Art Lebensaufgabe ein PSP-Fullset (Alle PSP Spiele aus Pal-,NTSC- und JP-Region) zu erstehen. Doch es macht uns jedenfalls riesig Freude auf den Flohmarkt zu gehen und Spiele zu suchen, denn man weiss nie was man findet.

PSP Sammlung genau 200 Spiele

Partystimmung im nerdvana

Wenn Besuch kommt wird oft mit den Freunden die Gamecube mit Mario Party oder aber auf die PS2 mit Singstar ausgepackt und ein schöner Abend verbracht. Super Mario World wurde in einer Gruppe durchgespielt. Mit Bomberman oder MarioKart wurden Abende verbracht und man sieht wie Videospiele Menschen verbinden können. Vorallem haben Leute mit anfänglicher Abneigung den meisten Spass und so leisten wir vielleicht einen Beitrag zur Akzeptanz von Videospielen, auch wenn es ein verschwindend kleiner ist. Um Kinderunfälle zu vermeiden ist natürlich ein kompletter Raum im Thema Gaming eingerichtet worden. Dort hat die Tochter nur beaufsichtigten Zutritt um sich die Amiibos anzuschauen oder in ihrem eigenen Regal ihre Disneyfilme zu sortieren. Durchaus muss das Argument des Platzes erwähnt werden, aber bei uns ist es momentan kein Problem. Wer natürlich keinen Platz findet sollte zu Digitalversionen greifen. Ich hoffe ich kann mir den Traum einer Art Videospielebibliothek ermöglichen, am besten in einem Raum der 4 Meter hoch ist mit Schiebeleitern, das hätte Stil.

Amiibosammlung der Frau

 

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