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Special: Wir verabschieden uns von der Wii U

Nur noch ein paar Mal schlafen, dann kann die Nintendo Switch, ab dem 3. März 2017, offiziell erworben werden. Mit dem Spiele-Highlight The Legend of Zelda: Breath of the Wild wird Nintendo direkt zum Start der Konsole einen echten Blockbuster liefern, der gleichzeitig auch die Ära der Wii U beenden wird.  Passend zur bevorstehenden Veröffentlichung des „letzten“ Highlights der Wii U, wollen wir der Konsole in unserem aktuellen Gemeinschaftsspecial ihre letzte Ehre erweisen. Neben einem Gewinnspiel mit Nintendo Deutschland, wollen wir an dieser Stelle nochmals unsere Gedanken zur Wii U Revue passieren lassen und damit auch nochmals die häufig unterschätzte Konsole beleuchten.

Mit einem neuartigen Konzept sollte die Wii U zum Erfolg werden.

Christians Meinung

Ich bin seit meiner Kindheit ein riesiger Nintendo-Fan. Die Abenteuer von Link, Super Mario und Samus Aran begleiten mich mittlerweile seit mehr als zwanzig Jahren. Es ist somit kaum verwunderlich, dass auch die Wii U einen Platz in meiner Sammlung gefunden hat. Leider war die Konsole, die direkt bei ihrer Enthüllung auf der E3 für Verwirrung sorgte, verglichen mit den Verkaufszahlen der konkurrierenden Systeme kein großer Erfolg für Nintendo. Dies lag in meinen Augen vor allem an einem missglückten beziehungsweise fehlendem Marketing und den falschen Spielen zum falschen Zeitpunkt. Die Wii U besitzt ein übersichtliches Spiele-Line-Up und vor allem die letzten Monate (oder doch ein bis zwei Jahre?!) waren häufig durch „Dürre-Perioden“ charakterisiert.

Doch eines musste man Nintendo und der Wii U lassen. Die vergleichsweise wenigen Spieleveröffentlichungen, waren fast durchweg hochkarätig, die man so in dieser Form nicht auf einer Sony- oder Microsoft-Konsole spielen kann. Mit Mario Kart 8, Splatoon, Super Mario 3D World, Bayonetta 2 oder auch Super Smash Bros. hatte ich viel Spaß. Mit Captain Toad erlebte ich ein spaßiges Knobelabenteuer und im Nintendo eShop sammelte sich doch ein ansehnliches Arsenal an Indiehits im Laufe der Zeit an. Doch Abseits der bekannten Spielemarken wie Mario und Zelda zeigte sich Nintendo überraschend innovationsarm. Selbst altbekannte Marken wie F-Zero, Metroid oder Wario Land wurden gekonnt ignoriert, was einigen alteingesessenen Fans sehr missfiel. Mit Splatoon entwickelte „BigN“ auf der Wii U eine komplett neue Spielemarke und wurde prompt belohnt – Schade, dass dieser Mut nicht öfter an den Tag gelegt wurde!

Eines der Highlights der Wii U-Ära: Splatoon

Auch die Verteilung der Spiele war mitunter ein Kriterium, welches dazu führte, dass die Wii U nicht ganz ihr Potenzial im Markt ausschöpfen konnte. Gerade in den ersten Monaten bot die Plattform vorrangig Jump and Runs und Umsetzungen „alter“ Third-Party-Spielen, wodurch es für viele potenzielle Kunden wenige Verkaufsargumente für die Nintendo Wii U gab, die zudem häufig seitens Nintendo recht spärlich beworben wurde. Auch das Fehlen eines richtigen Zugpferdes sorgte mit Sicherheit zu einigen verprellten Fans. Letztlich kann man nur hoffen, dass Nintendo aus den Fehlern der Wii U gelernt hat und diese mit der Nintendo Switch wettmachen wird. Doch die Wii U bot nicht nur schlechte Seiten. Ich gehe davon aus, dass die Konsole in Zukunft noch ihren „nachträglichen“ Ruhm aufgrund vieler innovativer Spielkonzepte und tollen Spielen erhalten wird und viele grundlegende Ideen der Konsole auf der Switch in verbesserter Form fortgeführt werden.

Somit bleibt festzuhalten, dass die Wii U mit Sicherheit kein Erfolg aus kommerzieller Sicht für Nintendo war, die Konsole aber für uns Gamer die eine oder andere Perle bereithielt, die aufgrund diverser Gründe aber bei vielen Spielern unterm Radar vorbeiflog.


Lars‘ Meinung

Als Nintendo-Jünger aus Kindheitstagen hatte ich mit der Wii U sehr viel Spaß gehabt. Trotzdem muss auch ich zugeben, dass es die Konsole aufgrund des teilweise stark stagnierenden Spielenachschubs schwer hatte, auch wenn es einige Spieleperlen gab. Mir fehlte einfach über die Generation hinweg ein neuwertiges Zelda oder ein neues Super Mario-Spiel im Stil eines Super Mario Sunshine oder Mario 64. Demgegenüber wurden aber neue Marken geschaffen an welchen Nintendo festhalten wird. Splatoon war zum Beispiel ein Garant für Mehrspielerspaß und hat mir persönlich mehr freudige Stunden vermittelt, als die meisten „etablierten“ Shooter auf den anderen Plattformen. Auch Mario Kart 8 und Super Smash Bros. sorgten für unzählige Stunden Mehrspieleraction und konnten mich begeistern. Wie üblich kamen die hauseigenen Spiele von Nintendo mit einer ganzen Menge Charme daher und waren fast die einzigen Spiele, die das Potenzial der Konsole ausschöpfen konnten. Besonders schade finde ich, dass The Legend of Zelda: Breath of the Wild erst so spät auf der Wii U erscheint und gleichzeitig auch als Starttitel der Nintendo Switch fungiert. Ein Spiel solchen Kalibers hätte zu Beginn des Konsolenzyklusses sicherlich einiges bewegen können, um das Schicksal der Wii U anders zu gestalten.

Sinnbild für die Wii U-Ära: Das große Highlight der Konsole erscheint viel zu spät.

Das die Wii U technisch hinter der Konkurrenz in Form der der PS4 und Xbox One lag war kein großes Geheimnis. Dennoch wurde mit dem innovativen Wii U-Gamepad Nintendo-typisch eine innovative Gangart verfolgt und gleichzeitig die Grundlage für die Nintendo Switch geschaffen. Das GamePad war ganz klar der Pluspunkt der Konsole für mich. Während andere Familienmitglieder den TV-Bildschirm in Beschlag nehmen konnten, konnte ich ganz bequem meine Lieblingsspiele auf den Mini-Bildschirm streamen und im Miniformat zocken.

Abschließend möchte ich nochmal erwähnen, dass ich mit der Wii U trotz ihrer „Schwächen“ sehr viel Spaß hatte. Vor allem in den Bereichen Innovationen, Spielspaß und des lokalen Mehrspielermodus, steckte die Wii U oftmals ihre Konkurrenten in die Tasche. Ich hoffe, dass es Nintendo schafft mit der Nintendo Switch die Baustellen der Wii U zu beseitigen und gleichzeitig auf deren Stärken aufbaut.

In diesem Sinne wünsche ich der Wii U einen angenehmen Ruhestand.


Matthias‘ Meinung

Die Wii U war eine Konsole, die es dem Spieler einfach und doch schwer gemacht hat. Einfach, weil es noch nie so leicht war, alle relevanten Spiele zu besitzen, die für eine Heimkonsole erschienen sind. Schwer, weil zwischen den großen First-Party-Releases und einer Reihe heiß erwarteter Indie-Titel nicht viel los war. Wer parallel zur Wii U auch einen 3DS sein Eigen nannte, konnte sich in den Dürreperioden glücklicherweise mit einer der besten Software-Bibliotheken aller Zeiten vergnügen und hat womöglich gar nicht mitbekommen, dass er sich die Wii U im Endeffekt für zwei Spiele gekauft hat.


Dennoch: Wenn ich mein Regal durchschaue, handelt es sich bei den Wii-U-Spielen ausschließlich um Titel, die ich nicht missen möchte. Sei es nun der innovative Online-Shooter Splatoon, das massive Rollenspiel Xenoblade Chronicles X oder das großartige Action-Sequel Bayonetta 2, eine Wii U besitzen war ein bisschen wie Nachkriegszeit: Wir hatten nicht viel, aber was wir hatten, war gut. Ich bin dahingehend auch recht dankbar dafür, dass die Wii U nicht wie ihre Vorgängerkonsole von grotesk schlechten Casual Games überschwemmt wurde.

Je länger ich über die Frage nachdenke, ob die Wii U ihren Anschaffungspreis wert war, desto weniger finde ich zu einer klaren Antwort. Aber ich erinnere mich an die vielen hundert Stunden, die ich mit Hyrule Warriors verbracht habe. Ich erinnere mich an den immensen Spaß, den ich kletternd und springend mit Donkey Kong Country: Tropical Freeze hatte. Ich erinnere mich an großartige Siege und frustrierende Niederlagen in Super Smash Bros. und an den Überraschungserfolg Fast Racing NEO. An knifflige Rätsel im irrsinnig unterschätzten Captain Toad: Treasure Tracker, an wahnwitzige Superhelden-Action im unglaublichen The Wonderful 101 und sogar an charmante Gurkentitel wie Devil’s Third. Allesamt Spielerfahrungen, die sich tief in mein Gedächtnis gebrannt haben.

Und immerhin: Auch einige Klassiker konnte ich dank eShop-Release bequem nachholen, zum Beispiel Earthbound. Hier muss für die Zukunft allerdings ordentlich nachgebessert werden, denn die quälende Langsamkeit der Releases war ein echter Downer: Wenn teils Monate vergehen, bis der Store mal um ein oder zwei Titel erweitert wird, dann ist einfach zu wenig. Die Meldung, dass die Switch zum Release zunächst ohne Virtual Console erscheint, werte ich daher zunächst mal hoffnungsvoll als ein Zeichen dafür, dass Nintendo hier dazugelernt hat und die nächste VC-Generation direkt mit einem großen Schwall an verfügbaren Titeln kommt, Gamecube inklusive. Was? Man wird ja noch träumen dürfen.

Meine Wii U wird jedenfalls mit The Legend of Zelda: Breath of the Wild in Rente gehen. Noch ein großer Titel, noch ein letztes Aufbäumen. Dann: Stille.


Nun seid ihr gefragt: Was waren eure Highlights der Wii U-Ära und wart ihr zufrieden mit der Konsole? Teilt uns eure Gedanken in den Kommentaren mit! 

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