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Slain: Back from Hell Review (Nintendo Switch)

Bereits im Dezember 2017 erschien mit Slain: Back from Hell ein forderndes 2D Action Adventure im eShop für die Nintendo Switch, dass aufgrund seiner Optik Parallelen zu früheren Castlevania-Spielen aufweist. Nun hat sich der Publisher HeadUp Games ein Herz gefasst und veröffentlicht das blutige Abenteuer auch im stationären Handel für die Hybrid-Konsole. Ob sich ein Kauf des mittlerweile über zwei Jahre alten Titels lohnt, haben wir für euch herausgefunden.

Slain: Back from Hell Trailer


Zurück aus der Hölle

Bereits im März 2016 erschien Slain über Steam für den PC. Leider konnte das Spiel sowohl die Erwartungen der Kritiker und Fans als auch der Entwickler nicht gerecht werden. Folglich entschied man sich das Spiel noch einmal aufzuarbeiten und mit den Untertitel „Back from Hell“ erneut zu veröffentlichen. Nintendo-Fans erhalten somit direkt das fertige Endprodukt, dass sich die Entwickler anfangs erhofft haben. Doch fangen wir bei den grundlegenden Aspekten an. In Slain: Back from Hell übernehmt ihr die Rolle von Bathoryn. Seines Zeichens ein furchtloser Krieger, der seit geraumer Zeit seine letzte Ruhe genießt, nachdem er das Zeitliche gesegnet hat. Dummerweise wird er zu Spielbeginn aus dem Reich der Toten erweckt, um den „Boten der Finsternis“ aus dem Königreich zu vertreiben. Hierfür erhält Bathoryn eine mächtige Klinge, mit der wir uns in den folgenden 2D-Leveln durch unzählige Pixelmonster schnetzeln.

Das Spielprinzip fällt dabei klassisch aus. Wir durchqueren die düsteren Schauplätze von links nach rechts, hüpfen über Abgründe und müssen immer wieder unser Geschick unter Beweis stellen. Rätsel- und Knobelpassagen müsst ihr in dem blutigen Abenteuer allerdings nicht fürchten. Die Optik strahlt dabei einen tolen Retrocharme aus und erinnert an alte Super Nintendo-Klassiker. Diese Parallelen lassen sich auch in Sachen Schwierigkeitsgrad erkennen. Slain: Back from Hell ist ein sehr herausforderndes Spiel mit einigen unfairen Momenten. So werdet ihr immer wieder mit „Trial and Error“-Passagen konfrontiert, die zum sofortigen Ableben unseres Helden führen. Immerhin sind die Checkpoints relativ human verteilt, sodass sich der Frustfaktor noch im Rahmen hält. Nichtsdestotrotz bekommt man den Eindruck, dass hier die Spielzeit künstlich in die Länge gezogen werden sollte.

Düsteres Abenteuer: In Bewegung sieht Slain: Back from Hell ansprechend aus.

Timing ist alles & verschenktes Potenzial

Den Fokus legt Slain: Back from Hell neben den Erkunden der linearen 2D-Level auf die Kämpfe mit den unzähligen Dämonen. Hier beweist Bathoryn sein Talent am Schwert und kann mit einfachen Kombos den Untoten ordentlich einheizen. Darüber hinaus stehen euch auch Magie-Angriffe als Fernangriff zur Auswahl und eine Block-Option, mit der ihr euch die Möglichkeit zu besonders starken Konterangriffen eröffnet. Im Spielverlauf mausert sich der Konter zu eurem wichtigsten Begleiter, da ihr so eure Widersacher deutlich leichter bezwingen könnt. Zusätzlich könnt ihr einige Angriffe mittels Mana-Energie auch aufladen, um so besonders hohen Schaden anzurichten.

Leider lernt ihr im Spielverlauf quasi keinerlei neu Angriffsmuster, sodass dem Kampfsystem auf Dauer etwas die Luft ausgeht. Während es vor allem zu Beginn des Abenteuers viel „Klingenfutter“ für Bathoryn gibt, kommen stetig neue Variationen dazu, die euch euer virtuelles Leben erschweren. Es ist mehr als hilfreich bestimmte Angriffsmuster zu verinnerlichen, um rechtzeitige Blocks auszuführen oder auszuweichen. Leider ist das Ausweichen im Spiel etwas unglücklich gelöst. So führt Bathoryn die Dashbewegung immer entgegengesetzt zu seiner Laufrichtung aus, sodass ihr in hektischen Momenten auch gern mal unfreiwillig „in euren Gegner hinein“ ausweicht und dadurch Schaden erleidet.

Auch magische Angriffe gehören zu eurem Repertoire.

Trotz des sehr hohen Anspruchs und Frustpotenzials, welches durch das mittelmäßige Gamebalancing hervorgerufen wird, macht der 2D-Titel durchaus Spaß. Der coole Metal Soundtrack gepaart mit der detailverliebten 16-bit Optik ist ein echter Pluspunkt und sticht aus der Masse empor. Nichtsdestotrotz lassen sich offensichtliche technische Patzer nicht von der Hand weisen. Immer wieder machen sich unschöne Ruckler bemerkbar, egal ob ihr im TV- oder im Handheldmodus spielt. Auch in Sachen Abwechslung der verwendeten Levelelemente stellt sich nach einiger Zeit eine gewisse Monotonie ein.

Sicherlich sind die Level unterschiedlich gestaltet, doch gleichen sie sich im Aufbau dennoch. Ebenso vermissen wir die spielerische Abwechslung in der gut fünf stündigen Geschichte, die leider nur schmückendes Beiwerk ist. Wandsprünge, flotte Moves oder ähnliches gibt es in Slain: Back from Hell leider nicht, wodurch es etwas an Dynamik fehlt, die das Gameplay auflockern könnte.


Fazit:

Frustresistente Spieler mit einer Liebe für klassische 2D-Abenteuer könnten mit Slain: Back from Hell einen soliden Genrevertreter vorfinden, der allerdings viel zu viel Potenzial unnötig verschenkt. Auf der einen Seite begeistert das Abenteuer mit einer liebevollen Pixeloptik, die allerdings konsequent ins Stocken gerät und so etwas das gelungene Gesamtbild schmälert. Darüber hinaus muss man wirklich sagen, dass der Schwierigkeitsgrad durchaus für Frust sorgen kann. Gerade in den mit Todesfallen gespickten Passagen reicht ein kleiner Fehler für den Bildschirmtod, was bei dem einen oder anderen Spieler für graue Haare sorgen wird. Ein Lob darf sich der Titel aber noch für den guten Soundtrack abholen, der das Spiel wunderbar atmosphärisch untermalt. Mit einem etwas abwechslungsreicheren Gameplay wäre hier durchaus ein gutes Spiel entstanden. So bleibt unterm Strich ein herausforderndes Abenteuer, welches sich vor allem an Genrefans richtet.


 

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