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Switch Tests

Shu Review

Knapp anderthalb Jahre nach seinem PC-Debüt hüpft der Eulenjunge Shu endlich auch auf der Nintendo Switch durch wunderschöne 2-5D-Areale. Ob das malerische Abenteuer mit einer gehörigen Portion Rayman Legends auch auf der Nintendo-Konsole überzeugen kann, verrät euch unser Review.

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Shu – Zerstörung im Paradies

Eigentlich ist das Leben des Eulenjungen Shu ziemlich perfekt. Friedlich lebt er zusammen mit seinen Freunden hoch oben in einem Dorf, welches auf einer wunderschönen Felseninsel beheimatet ist. Doch als eines Tages ein schreckliches Sturm-Monster auftaucht und seine Heimat dem Erdboden gleich macht, beginnt für Shu eine verzweifelte Reise, um zu überleben.

So zumindest lässt sich die äußerst knappe Rahmenhandlung des Plattformers zusammenfassen, welche das Spiel euch in einem hübschen, aber wenig aussagekräftigen Introfilmchen präsentiert. 

Also hüpft und gleitet ihr fortan durch 21 wunderschöne, handgezeichnete Level in sechs abwechslungsreichen Umgebungen. Kämpfen kann der Protagonist allerdings nicht. So setzt sich sein Bewegungsrepertoire in den ersten Abschnitten lediglich aus Laufen, Springen und dem Gleiten auf Windböen zusammen. Was auf den ersten Blick ziemlich langweilig klingt, entpuppt sich jedoch bereits im zweiten Abschnitt als knackige Herausforderung.

Shu
Das wunderschöne Jump ’n‘ Run Shu macht eine Menge Spaß.

Wenn ihr während des Sprungs auf einmal noch Pflanzen erblühen lassen müsst, die euch eine Plattform zum Landen bieten, dabei Hindernissen ausweicht und dem drohenden Unheil entflieht, kann das Spiel ganz schön hektisch werden. Auf den ersten (und auch zweiten Blick) weist das Gameplay von Shu nicht wenige Paralleln zu dem eines Rayman Legends auf. In der Tat könnte es sich bei dem knapp neun Euro teuren Downloadspiel um den kleinen Bruder des Ubisoft-Maskottchens handeln. 

Schön: Die Inhalte der Erweiterung „Caverns of The Nightjars“ sind in der Umsetzung für Nintendo Switch bereits vorinstalliert.


Ein Freeeeund, ein guter Freeeund… 

Doch erfreulicherweise geht Shu auch ganz eigene Wege. Im Verlaufe des knapp sechs- bis achtstündigen Abenteuers trefft ihr auf Freunde, die sich euch kurzzeitig anschließen. Diese statten euch mit neuen Fähigkeiten aus, welche für den Abschluss der Level unabdingbar sind. 

So könnt ihr mit der Hilfe der Freunde beispielsweise morsche Holzböden zertrümmern, Blumen erblühen lassen oder kurzzeitig über das Wasser laufen. Außerdem könnt ihr so versteckte Bereiche innerhalb der einzelnen Level erreichen, welche euch mit Sammelgegenständen in Form von Kartenfragmenten oder Vogelbabys locken. Einen spielerischen Nutzen bieten diese aber nicht. Trotzdem regen die Sammelitems zur Highscore-Jagd an. Habt ihr ein Level absolviert, dürft ihr zudem in Bestenlisten gegen die Uhr antreten und herausfinden, wer die schnellste Eule der Welt ist.

Shu
Der Schwierigkeitsgrad des 2,5D-Plattformers zieht schnell an.

Allerdings solltet ihr jederzeit Vorsicht walten lassen. Nur eine kurze Berührung mit einem Stachel-Hindernis oder der Wasseroberfläche reicht aus, damit ihr eines der kostbaren Leben verliert. Insgesamt fünf Leben stehen euch in Shu zur Verfügung, sind diese aufgebraucht, müsst ihr das Level von vorne beginnen. 

Erfreulicherweise werden die Leben an den fair verteilten Speicherpunkten aber wieder aufgefüllt, damit kein Frust aufkommt. Oder zumindest nicht viel, denn ein leichtes Spiel ist Shu beileibe nicht.

Das liegt vor allem an der nervösen Steuerung, die zu ungenau ausgefallen ist. Nicht selten kommt es vor, dass ihr aus Versehen zu weit springt. Das genaue Landen auf einer schmalen Plattform ist zumindest oftmals reine Glückssache. Vor allem in den knackigen Verfolgungsabschnitten werdet ihr nicht selten in den Controller beißen. Wirklich unfair ist das Spiel dabei jedoch zu keinem Zeitpunkt, trotzdem sorgen einige Trial & Error-Passagen für Frust.

Shu
Im Spiel trefft ihr auf Freunde, die neue Fähigkeiten bereit halten.

Wunderschöne Welt

Aus technischer Sicht kann Shu fast vollends überzeugen. So wartet der Indie-Plattformer mit einem wunderschönen, handgemalten Grafikstil auf, der mit satten Farben und niedlichen Charakteren punktet. Sonderlich detailreich sind die Umgebungen zwar nicht, doch im Eifer des Gefechts bleibt euch eh keine Zeit für ausgiebige Erkundungstouren.

Shu
Grafik und Soundtrack können auf ganzer Linie überzeugen.

Die Welt des Spiels wirkt jedenfalls wie aus einem Guss, zumal das Spielgeschehen sowohl im Docked- als auch im Handheld-Modus wunderbar flüssig mit konstanten 60 fps läuft. 

Abgerundet wird die gelungene Atmosphäre von einem märchenhaften Soundtrack, der euch wie magisch in seinen Bann zieht. Eine Sprachausgabe oder Texte sucht ihr vergebens, denn das Abenteuer kommt ganz ohne Worte aus.


Fazit:

AwardMit dem Jump ’n‘ Run Shu liefert Entwickler Coatsink ein wunderschönes Abenteuer ab, welches einige Parallelen zum hervorragenden Rayman Legends aufweist, aber auch über gelungene eigene Ideen verfügt. Die zauberhafte Musik und der wunderschöne Grafikstil haben mich jedenfalls magisch in ihren Bann gezogen.

Durch die verschiedenen Begleiter, die ich im Laufe des Abenteuers treffe, gesellen sich immer neue Spielelemente hinzu und es macht einfach Spaß, durch die abwechslungsreichen Level zu sausen und den Hindernissen auszuweichen. Mit den Sammelitems und der Bestzeit-Jagd kann sich der Wiederspielwert zudem sehen lassen.

Einzig die etwas zu unpräzise Steuerung stößt sauer auf, doch dank fairer Rücksetzpunkte ist das kein Problem. Ein wenig mehr Umfang hätte dem Spiel aber gut zu Gesicht gestanden. Trotzdem ist Shu auf Nintendo Switch ein absoluter Pflichttitel für Freunde gepflegter Plattformer-Unterhaltung und das zum absolut fairen Preis.


 

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