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PS4 Switch Tests Xbox One

Shining Resonance Refrain Review

Ursprünglich wurde Shining Resonance vor einigen Jahren ausschließlich für die PlayStation 3 und im Land der aufgehenden Sonne veröffentlicht. Schließlich soll der Titel in Form des Remasters Shining Resonance Refrain jetzt auch westliche Kunden wahlweise auf der PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch in seinen Bann ziehen. Folglich verspricht die aufgepeppte Version neben neuen Charakteren, auch noch actiongeladene Kämpfe und Dates mit der einen oder anderen Anime-Dame. Unabhängig davon teilen sich aber vor allem mächtige Drachen und melodische Klänge das Hauptaugenmerk des Spiels. Ob Drache und Musik im Einklang funktionieren, verraten wir euch anhand unseres nachstehenden Reviews!


Shining Resonance Refrain: Weiche Schale, harter Kern

Im Fokus der spannenden und actionreichen Haupthandlung des Spiels steht der junge Held Yuma. Seines Zeichens etwas ängstlich und weinerlich birgt er ein großes Geheimnis. In ihm steckt nämlich der sogenannten Shining Dragon, welcher zugleich auch der mächtigste und erhabenste aller Drachen symbolisiert. Zu Yumas Pech befindet er sich allerdings bereits in der Gewalt des Kaiserreichs, welches die geheimnisvolle Macht des Drachen nutzen möchte, um die Weltherrschaft zu erlangen. Dabei haben sie aber nicht die Rechnung mit den beiden attraktiven Damen Kirika und Sonia gemacht, welche es schaffen Yuma aus seinem Gefängnis zu befreien. Unter dem Strich versucht das Kaiserreich, wie auch andere Charaktere die Drachen zu bändigen und es liegt jetzt an euch das zu verhindern.

Shining Resonance Refrain
Innerhalb von Astoria geht ihr verschiedenen Aktivitäten, wie dem Annehmen von Nebenaufgaben, nach.

Um in der Geschichte vorwärts zu kommen, fungiert die Hauptstadt des Königreichs Astoria als primärer Angelpunkt. Von hier aus lassen sich verschiedene Orte ansteuern, Nebenquests starten oder diverse Besorgungen tätigen.

Astoria ist die einzige Stadt, welche im Laufe des Spiels frei begehbar ist.

Auch wenn die Handlung anfangs noch ziemlich spannend und actionreich erzählt wird, nimmt die Spannung im Laufe der Zeit deutlich ab. Man möge sogar behaupten, dass Sega trotz einer bemerkenswerten Grundidee bezüglich der Geschichte, einiges an Potenzial verschwendet hat. Ständig sorgen zahlreiche und mühselige Nebenmissionen für Unterbrechungen und nicht gerade selten kommt es vor, dass ihr Zeit damit verbringt Erfahrungspunkte zu grinden, um für einen Bosskampf gewappnet zu sein. Lasst ihr hingegen die optionalen Nebenmissionen erst mal außen vor, erwartet euch dennoch eine unterhaltsame JRPG-Handlung.


Melodie des Kampfes

Oberflächlich betrachtet beinhaltet Shining Resonance Refrain ein klassisches Action-JRPG-System, welches sich stark an den beiden Zugpferden des Genres Star Ocean und Tales of orientiert, kommt aber zu keiner Zeit an das Niveau beider genannten Spielereihen heran. Demnach lassen sich per Knopfdruck einzelne Fähigkeiten aktivieren, während ihr eines der Partymitglieder frei über das Kampffeld steuert. Gerade zu Beginn des Spiels entpuppen sich viele Fähigkeiten leider als ziemlich nutzlos. Dies liegt vor allem daran, dass selbst länger aufladbare Fähigkeiten kaum mehr Schaden verursachen, wie andere Angriffe. Zwar wird das im Laufe des Spielfortschritts besser, schmälert das Kampfgeschehen dennoch. Gegenüber dessen stehen die Magieattacken, welche zu jeder Zeit nützlich bleiben. Weniger nützlich hingegen sind die immer wieder auftauchenden nervigen Framedrops, welche sich – trotz altbackener Optik – immer wieder bei effektreichen Kämpfen merkbar werden.

Manch Kampf ist erst nach nötigem Grinding von Erfahrungspunkten erfolgversprechend.

Abgesehen davon verleihen verschiedene Aspekte dem Kampfsystem dennoch seinen eigenen Charme und heben es von oben genannten Vorbildern ab. Dementsprechend ist Yuma beispielsweise in der Lage seinen Drachen während des Kampfes zu entfesseln und nimmt folglich die Gestalt des geschuppten Fabelwesens an. In diesem Status greift der Helden auf ein Repertoire von verheerenden und mächtigen Klauenangriffen zurück und behagt seinen Widersacher mit einem tödlichen Feueratem.

Shining Resonance Refrain
Die „Bandauftritte“ werden prachtvoll inszeniert.

Unabhängig der Drachenangriffe füllt sich zusätzlich noch die sogenannte B.A.N.D.-Leiste. Habt ihr diese erfolgreich gefüllt, laden eure Charaktere zu einer kleinen Musikeinlage ein, welche euch je nach Lead-Sängers des Gigs unterschiedliche Buffs einbringt.


Rendezvous als wichtiges Spielelement

Habt ihr genug von langatmigen Kämpfen und auch so überhaupt keine Lust Nebenmissionen zu machen oder der Hauptgeschichte zu folgen? Dann könnt ihr euer Glück in der Liebe probieren und eine der ansehnlichen Begleiterinnen (auch Begleiter) von Yuma ausführen. Obwohl sich die Dates mit den Damen durchaus in Richtung Lovestory bewegen, lässt sich die Zuneigung zu den Männern lediglich auf einer freundschaftlichen Basis steigern.

Eure Zuneigung zu den jeweiligen Damen kann das Ende des Spiels beeinflussen.

Sei es die ernste und elegante Kirika oder die verspielte Rinna. Alles in allem sind die sympathischen Charaktere durchweg gelungen und die verschiedenen Dialoge erschließen sich als nette Abwechslung. Dabei geizt Shining Resonance Refrain jedochin keinster Weise mit Fanservice. Das heißt die weiblichen Charaktere werden mithilfe von verschiedenen Kostümen klischeehaft in Szene gesetzt. Dementsprechend zeigt sich Kirika zum Beispiel in diversen Bademoden, drückt die Schulbank in einer Schuluniform oder versucht sich als Zimmermädchen.

Shining Resonance Refrain
Außerhalb der Kämpfe kann Yuma mit seinen Gruppenmitgliedern ein wenig Zeit verbringen.

Refrain oder Normal?

Bevor ihr einen neuen Spielstand anfangt, wählt ihr zwischen den Modi Refrain und Normal aus. Im Grunde genommen spielen sich beide Varianten identisch. Bei Refrain stehen euch lediglich zwei weitere Charaktere zur Verfügung.

Im Refrain-Mode werden die Antagonisten Excella und Jines dem Spiel beigefügt.

Unseres Erachtens wäre es wünschenswert gewesen, wenn man die beiden Figuren liebevoller in die Story eingebaut hätte. Zum Beispiel hätte eine aufwendige Nebenquest ein paar Hintergrundinformationen über die beiden ursprünglichen Gegenspieler aufzeigen können, stattdessen lässt Sega die beiden einfach ohne jegliche Infos der Gruppe beiwohnen.

Shining Resonance Refrain
Wenn der „Shining Dragon“ in Yuma erwacht bleibt kein Stein mehr auf dem anderen.

Optisch eingestaubt

Obgleich die Charaktere und ihre Animationen überragend aussehen, sieht man dem Titel dennoch zu jeder Zeit seinen Ursprung von der PlayStation 3 an. Die Texturen sind zum Teil unscharf und die Bildrate geht bei technisch aufwendigen Passagen deutlich in die Knie.

Shining Resonance Refrain
Unterschiedliche Kostüme sorgen für reichlich klischeehaften Anime-Fanservice.

Im Gegensatz dazu machen die Synchronsprecher einen hervorragenden Job und auch die melodische Untermalung lässt sich durchaus ansprechend hören. Leider fehlt es dem Titel an deutschen Bildschirmtexten, sodass ihr euch lediglich mit englischer und japanischer Sprachausgabe, wie auch englischen Bildtexten zufriedengeben müsst.


Fazit:

Ganz knapp schrammt Shining Resonance Refrain an unserem Award vorbei. Gründe dafür sind unter anderem lästige Framedrops, matschige Texturen und fehlende deutsche Texte, welche das sonst solide Spielgeschehen doch zunehmend schmälern. Ebenso hätten wir uns ein wenig mehr Tempo im Aufbau der Haupthandlung gewünscht, wo andere Spiele nämlich gen Ende hin deutlich zunehmen, baut Shining Resonance Refrain leider ein wenig ab.

Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein solides JRPG, welches mit einem charmanten Zuneigung-System, einer grundlegend spannenden Story und einem soliden Kampfsystem punktet. Reichlich Fan-Service wird dem Spieler ebenfalls aufgrund verschiedener Kostümierungen geboten.


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