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Sea of Thieves – A Pirate’s Life im Test


Mit Season 3 von Sea of Thieves ist Rare zur vergangenen E3 2021, etwas über drei Jahre nach Release der Piraten Sandbox, nochmals eine der Überraschungen des Xbox Bethesda Showcase gelungen. Aus dem Nichts. Ohne die heute so üblichen Leaks im Vorfeld wurde eine der bisher größten Erweiterungen des Spiels angekündigt: A Pirate’s Life.

Hierbei handelt es sich um ein Crossover mit Disney’s Fluch der Karibik (Original: Pirates of the Caribbean), welches inszenierter sein soll, als die meisten bisherigen Story Inhalte des Spiels. Wegen der mutmaßlich großen Masse an neuen Spielern, die Sea of Thieves nur wegen Fluch der Karibik anfangen, ist es gemäß der Ankündigung auch Einsteigerfreundlicher.

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Wie Sea of Thieves – A Pirate’s Life neuen Spielern den Zugang erleichtern will

Dies wird vor allem über ein stärker geführtes Spielerlebnis der Story Quests erreicht. So jedenfalls die Ankündigung. Demnach laufen die Handlungsabschnitte rund um den legendären Piraten Captain Jack Sparrow etwas linearer ab, als man es beispielsweise aus den damals erschienenen Tall Tales gewohnt war. Diese hat man einfach mitten in der Open World des Hauptspiels, mit all ihren Gefahren, angesiedelt. Außerdem verspricht Rare erstmals auf „teilweise instanzierte Inhalte“ zu setzen. Damit ist dann auch sichergestellt, dass Neulinge in der Sea of Thieves bei ihren ersten Gehversuchen nicht direkt von alten Haudegen der Spaß vermiest wird. Dies kann sonst schon mal passieren. Immerhin reden wir hier ja von Piraten und nicht von Pfadfindern.

An dieser Stelle darf zur Einordnung ein kurzer Disclaimer nicht fehlen, in welchem Verhältnis ich, als der Tester hier, zu Sea of Thieves stehe. Denn tatsächlich dürfte Sea of Thieves mit unglaublichem Vorsprung das Spiel sein, welches seit Release die Spielzeitrangliste in meiner Bibliothek anführt. Keine Landratte also, sondern ein waschechter Freibeuter, welcher einen reichen Erfahrungsschatz besitzt und schon wesentlich mehr, als nur dieses eine Piratenleben in A Pirate‘s Life gelebt hat. Und auch mit diesem Erfahrungsschatz klangen die Ankündigungen zu Sea of Thieves – A Pirate’s Life wie der ganz große Wurf.


Das unglaubliche Spielerlebnis hätte Sea of Thieves – A Pirate’s Life werden können…

Und tatsächlich zeigt sich gleich die erste Geschichte des fünf Kapitel umfassenden kostenlosen DLC als echte Bereicherung. Die Welten der Sea of Thieves und der Pirates of the Caribean werden behutsam und innerhalb der Lore halbwegs schlüssig zusammengeführt. Die Spieler finden sich zu Beginn in einem störungsfreien instanzierten Abenteuer wieder. Das ist auch gut geeignet die ersten Schritte im Spiel zu gehen, ohne von diesem, oder den teils im Hauptspiel für Neulinge sehr frustrierenden immer wieder den Server wechselnden PvP Crews, überfordert zu werden.

Nur so viel sei verraten: In der Story von Sea of Thieves – A Pirate’s Life sagen euch gerne mal Geister wo es lang geht.

Betrachtet man hier noch die Tatsache, dass die Schnittmenge aus Fans des Spiels und Fans von Fluch der Karibik sehr hoch sein dürfte, dann könnte man durchaus von einem Perfect Match sprechen. Und grundsätzlich zieht sich diese tolle Symbiose zumindest im Sinne der Geschichte bis zu ihrem Abschluss auch durch. Mit einem kleinen Knick in der zweiten Mission vielleicht. Die ist zwar gut, passt thematisch aber nicht unbedingt in ein Fluch der Karibik Update. Dies gilt übrigens auch für ein Easteregg im Verlauf der ersten Mission. Das hat nichts mit Jack Sparrow und Konsorten zu tun. Gerade Gamer älteren Semesters sollten dies aber unbedingt suchen. Wenn ihr es findet wisst ihr sicher sofort weshalb.


… und was es wurde

Allerdings ist auch bei den Piraten der Sea of Thieves längst nicht alles Gold, was glänzt. Und so gibt es seit Release von A Pirate’s Life erhebliche Probleme. Bis hin zu Gamebreaking Bugs. Zunächst sind nur zwei der fünf Storyabschnitte instanziert. So treffen Neulinge, die von der Fluch der Karibik IP ins Spiel gelotst wurden, und die man eigentlich anfängerfreundlich empfangen wollte, direkt in der zweiten Mission auf die teils hässliche Fratze des Spiels in jeder Hinsicht. Gerade nah zum Release sind neue Inhalte natürlich überproportional von anderen Spielern bevölkert. Diese sind selten die netten Piraten von Nebenan. Daher kann es schon unter normalen Umständen leicht passieren, dass man an solch einem Flaschenhals immer und immer wieder als hilflose Landratte von echten Freibeutern aus dem Leben gerissen und zum Fährmann geschickt wird.

Schlimmer wird dies da zum Release Bugs im Spiel waren. Teils sind die zu allem Überfluss auch noch durch eine fehlende Instanzierung ausgelöst. Ein Fortkommen in der zweiten Mission wurde komplett verhindern, sodass sich hier einige frustrierte Crews in einer Sackgasse stauten. Dies schmälerte diese Problematik nicht unbedingt. Zwar besserte Rare gerade bei der besonders schlecht gelungenen zweiten Mission mit einem Patch nach, dieser kam für einige Neulinge im Spiel aber sicher schon viel zu spät. Außerdem wurde mit der Lösung eines Problems gleich noch ein weiteres geschaffen. Dieses stört das Fortkommen etwas später in derselben Mission.


Unbedingt spielen – Aber noch nicht jetzt

Abseits dieser besonders betroffenen Mission läuft zwar alles etwas besser, aber leider nicht sorgenfrei gut. Und selbst wenn man nicht jeden Bug einzeln in einem Test aufzuzählen braucht, gibt es darüber hinaus noch weitere Probleme. Beispielsweise könnt ihr Pech haben und eine Crew hat eine der nicht instanzierten Missionen kurz vor euch begonnen. In diesem Fall entgehen euch nicht nur Teile der Story. Auch erhebliche Teile des (Rätsel) Gameplays verpasst ihr.

Dieser neue Questgeber, zu finden an jedem Außenposten vor seiner neuen Hütte, lässt euch die neuen Missionen starten.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich Sea of Thieves – A Pirtate’s Life anzuschauen, der sollte dies wirklich unbedingt tun. Denn eine perfekt passende Partnerschaft bleibt eben eine perfekt passende Partnerschaft. Nur eben noch nicht direkt heute. Mindestens ein oder zwei Updates kann A Pirate’s Life sicherlich noch vertragen, bis es so läuft, wie es soll. Die Wartezeit dürfte darüber hinaus einen positiven Nebeneffekt haben. Den, dass die neuen Inhalte dann nicht mehr so sehr von Piraten überrannt werden. Manche der Probleme lösen sich dadurch von selbst.


Und dann ist da noch Sea of Thieves in der Open World

Der Vollständigkeit wegen sollte man noch erwähnen, dass es natürlich mit Season 3 auch Anpassungen an der Shared open World von Sea of Thieves gibt. Diese stellt auch jetzt noch die Hauptsache und das Rückgrat des Spiels. Einerseits gibt es minimale Anpassungen an der Spielwelt selbst, um A Pirate’s Life vernünftig zu integrieren. Andererseits wurde zu Season 3 natürlich auch ein neuer Plunder Pass gelauncht, der wie gewohnt 100 Stufen mehr oder weniger toller Freischaltungen beinhaltet. Und auch die mit den Storyinhalten eingeführten neuen Gegnertypen, auf die hier aus Spoilergründen nicht näher eingegangen wird, können alten Seebären nun im Alltag begegnen. Das sorgt für ein gewisses Plus an Abwechslung.


Zu viel Text? Dann könnt ihr euch dieses Review hier auch als Podcast anhören:

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