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Road 96: Mile 0 im Test

Mit Road 96 veröffentlichten die Entwickler von DigixArt im Jahr 2021 einen echten Überraschungshit, der die SpielerInnen vor allem dank einer packenden Story und wichtiger politischer Statements in seinen Bann ziehen konnte. Zahlreiche Awards und Auszeichnungen konnte der Titel damals einheimsen, sodass es nicht verwunderlich ist, dass nun mit Road 96: Mile 0 ein weiteres Spiel der Reihe erscheint. Wie es der Zusatz Mile 0 schon indirekt impliziert, handelt es sich hierbei um ein Prequel, welches die Vorgeschichte des Erstlings erzählt und sich diesmal auf zwei feste Charaktere fokussiert. Ob das Spielprinzip überzeugen kann, verraten wir euch im Testbericht.

Kaito und Zoe erleben eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
© DigixArt

Eine Freundschaft in turbulenten Zeiten

Road 96: Mile 0 stellt die beiden Charaktere Zoe und Kaito in den Fokus. Während Zoe bereits in Road 96 eine Rolle spendiert bekam, kann man Kaito quasi als Quereinsteiger bezeichnen. Sein Charakter stammt ursprünglich aus dem im Jahr 2016 erschienen Musiktitel Lost in Harmony. Beide Charaktere sind Freunde und könnten dennoch unterschiedlicher kaum sein. Zoe ist die Tochter des Ölministers und zu Beginn eine etwas unbekümmerte Persönlichkeit, die aber schnell in ein Geflecht aus Intrigen und Geheimnissen gerät, die die Regierung des Landes und auch ihren Vater in einem anderen Licht dastehen lassen. Kaito hingegen besitzt einen völlig anderen Background. Er und seine Familie sind erst nach White Sands gezogen und gehören der Arbeiterklasse an. Ihr Ziel ist es sich ein neues Leben mit viel Fleiß und Schweiß aufzubauen. Dennoch hat das Schicksal Zoe und Kaito zusammengeführt und eine tiefe Freundschaft entstehen lassen. In ihrem Heimatort White Sands, einem fiktiven Ort in der USA, deuten sich mehr und mehr unruhige Zeiten an. Die Regierung versucht die Bürger zunehmend zu kontrollieren und schüchtert diese durch strickte Vorgehensweise bei Verstößen und Kritik ein. Dadurch entsteht auch innerhalb der Bevölkerung eine Spaltung zwischen regierungstreuen und eher kritischen Lagern.


Frischer (musikalischer) Wind

Gameplaytechnisch erwartet uns in Road 96: Mile 0 frischer Wind. Neben dem aus dem Erstling bekannten Point- & Click Gameplay in der dreidimensionalen Spielwelt, die wir aus der Egoperspektive erkunden, werden immer wieder Musik-Minispiele eingestreut. Letztere sorgen für etwas mehr Action und fordern eure Reaktionen und Fingerfertigkeiten. Obendrein sind diese Abschnitte immer wieder von tollen Musikstücken unterlegt.

So decken wir im Spielverlauf immer mehr von der verzwickten Story auf, die sich auch um die Widerstandgruppe Black Brigade dreht. Ihr seht also: Trotz des eher cartoon-artigen Looks erwartet euch eine sehr erwachsene und wendungsreiche Geschichte, die zu den großen Stärken des Abenteuers zählt. Gleichzeitig könnt ihr Geschehnisse beziehungsweise Verhaltensweisen einzelner Charaktere im Spiel durch eure Reaktionen in Dialogen beeinflussen. Dieser Aspekt steht vor allem in der zwischenmenschlichen Beziehung zwischen Zoe und Kaito im Fokus, die durch eure Entscheidungen aktiv beeinflusst wird.

Viele Dialoge im Spiel sind folglich tiefgründig und behandeln die Hintergrundgeschichte der beiden Protagonisten. Hier wird auch deutlich, dass bei den Entwicklern eindeutig das Storytelling im Fokus stand. Die Erkundungen innerhalb der Spielwelt laufen recht entspannt und seicht ab. Mal gibt es ein paar coole Sammelgegenstände wie Musiktapes zu entdecken, ein Propaganda-Plakat wegzureißen oder witzige Minispiele zu bestreiten. Das Adventure-Gameplay ist klassisch, simpel und typisch gestrickt. Hin und wieder wirkt die Steuerung mittels Controlstick in einigen Minispielen und bei der Auswahl der Dialogoptionen etwas fummelig.

Kaito wohnt im Vergleich zu vielen anderen in White Sands recht ärmlich.
© DigixArt

Cooler Look

Road 96: Mile 0 führt den Cartoonlook konsequent fort, den wir aus dem Erstling bereits kennen. Die Schauplätze sind farbenfroh gestaltet und  

können sich sehen lassen. Natürlich herrscht diesmal vornehmlich ein wüstenartiges Setting, dennoch wird Abwechslung für eure Augen geboten. Die einzelnen Gebiete lassen sich frei erkunden und bieten dadurch auch die eine oder andere Freiheit. Im Vergleich zu Road 96 läuft die Nintendo Switch-Version deutlich flüssiger. Zwar gibt es hier und da vereinzelte Ruckler, insgesamt ist aber ein angenehmes Spielerlebnis möglich, welches zudem von einem sehr gelungenen Soundtrack untermalt wird.


AwardFazit:

Road 96: Mile 0 ist ein unterhaltsames und packendes Adventure rund um zwei einzigartige Charaktere, dass euch vor allem mit seiner Story in einen Bann ziehen will. Auch wenn die Dialoge an einigen wenigen Stellen dann doch etwas übertrieben wirken und eure Entscheidungen nicht immer große Konsequenzen nach sich ziehen, so bietet das Abenteuer eine gute Unterhaltung, die dank der zahlreichen Minispiele und Musikeinlagen sehr gut ergänzt wird. Wenn ihr Road 96 mochtet, dann wird euch das Prequel mit Sicherheit auch mehr als gefallen. Fans von Adventures und storylastigen Spielen können fast schon blind zugreifen.


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