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Switch Tests

Review: Landwirtschafts-Simulator: Nintendo Switch Edition

Mit Landwirtschafts-Simulator: Nintendo Switch Edition erhält die beliebte Simulatoren-Reihe ihren ersten Ableger für die Hybrid-Konsole aus dem Hause Nintendo. Gleichzeitig stellt der Titel das erste vollumfängliche Spiel der Reihe dar, welches ohne inhaltliche Abstriche auch mobil gespielt werden kann. Ob den Entwicklern die Umsetzung gelungen ist oder am Ende doch eine Fehlernte eingefahren wurde, haben wir für euch herausgefunden.

Anstrengendes Landleben

Von vielen belächelt und dennoch erfolgreich aufgrund seiner Qualitäten: Der Landwirtschafts-Simulator spaltet die Gamer-Gemeinde seit eh und je. Rein objektiv betrachtet muss man der Reihe ihre spielerischen Stärken und vor allem die Komplexität ohne Frage zugestehen. Auch auf der Nintendo Switch hält der Titel was sein Name verspricht und präsentiert sich als tiefgründige Simulation.

Direkt zu Beginn werden euch mehrere Spielmechaniken des Titels nähergebracht. Aus der Ego-Perspektive erkunden wir die weitläufigen Umgebungen und führen uns das Tutorial zu Gemüte. Angefangen von Feldarbeiten bis hin zum Verkauf von eigenen Produkten erklärt euch das Spiel auch die Steuerung, die erst einmal zu verinnerlichen ist. Gerade die Steuerung stellt uns Anfangs vor die eine oder andere Hürde, da es viele Doppelbelegungen gibt, die allerdings immer angezeigt werden können.

Cool ist zudem, dass ihr für bestimmte Aufgaben im Spiel auch Helfer einsetzen könnt, insofern ihr das nötige Kleingeld habt. Diese greifen euch bei der Landarbeit helfend unter die Arme, sodass ihr euch anderen Aufgaben widmen könnt. Davon gibt es in Landwirtschaftssimulator eine Menge, da die Simulation sehr offen gehalten ist und es kein festes Spielziel gibt.

Anstregnedes Landleben: Es gibt einfach immer etwas zu tun!

Wer jetzt ein knuffiges Bauernabenteuer wie in der Harvest Moon-Reihe erwartet, der wird schnell die harte und teils sehr repetitive Alltagsleben eines Landwirts kennenlernen. Felder bewirtschaften, Tiere füttern und für die Finanzen sorgen sind täglich Brot und gehören somit zu euren immer wiederkehrenden Aufgaben im Spiel. Als Kritikpunkt darf man dies allerdings keineswegs verstehen, da es sich hier um eine waschechte Simulation handelt.

Nichtsdestotrotz lässt sich auch der Schwierigkeitsgrad in drei Stufen frei regulieren, sodass ihr auch ganz ohne Druck Spaß am Landleben haben könnt. Während ihr auf der leichtesten Variante schneller zu Geld kommt und die Preise für verkaufte Güter hoch angesiedelt sind, wird es auf den beiden höheren Schwierigkeitsgraden schon deutlich härter. Habt ihr Haus und Hof erstmal in Gang gebracht, rollt der Rubel, mit dem ihr neue Helfer einstellen und Land kaufen könnt, um euch ein kleines Farm-Imperium aufzubauen.

Gut umgesetzt: Die Tiere wirken sehr schön detailliert im Spiel.

Liebe zum Detail 

Im Karrieremodus habt ihr die Möglichkeit euer Farmleben innerhalb von zwei Szenarien aufzubauen. Anfangs entscheidet ihr euch wahlweise für „Goldcrest Valley“ einer fiktiven Region in den USA oder „Sosnovka“ ihrem russischen Gegenpart. Egal für welche Ortschaft ihr euch entscheiden werdet, der Detailgrad und die liebevolle Aufbereitung des Spiels ist allgegenwärtig. Die Tiere, Pflanzen, Gebäude und Fahrzeuge strotzen Großteils voller Details und gerade die Tiere wirken sehr gut modelliert und überzeugen durchgängig. Lob verdienen auch die zahlreichen Fahrzeuge, die ihr im Spiel steuern dürft. Dabei habt ihr zu jederzeit die Möglichkeit das Geschehen aus der Ego-Perspektive oder aus der Dritten-Person zu betrachten. 

Um bei all den Aufgaben auf eurem bewirtschaften Land nicht den Überblick zu verlieren blendet euch das Spiel auch immer wieder Statusupdates ein. Hat einer eurer Helfer beispielsweise ein Problem oder eine Aufgabe erledigt, bekommt ihr hierfür eine Mitteilung um zu reagieren. Ebenso könnt ihr eine Art Schnellreise-Funktion nutzen, um so direkt in eure Fahrzeuge zu wechseln, ohne lange Laufwege auf euch nehmen zu müssen. 

Damit die Finanzen für euch im Spiel stimmen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Neben der erfolgreichen Bewirtschaftung eures Eigentums, könnt ihr auch externe Aufträge annehmen und kleinere Missionen erfüllen. So gilt es andere Landwirte zu unterstützen und ihnen einige Gefallen zu tun. Dadurch lässt sich schnell und recht unkompliziert Geld verdienen. Denn was Anfangs vielleicht nicht ganz so schnell ersichtlich wird, ist dass der Landwirtschafts-Simulator nebenbei auch noch eine tolle Wirtschaftssimulation ist, die in vielen Momenten einen klugen Verstand und richtige Entscheidungen erfordert. 

Riesiger Fuhrpark: Über 250 Fahrzeuge haben es in die Simulation geschafft.

Technisch mehr als angemessen!

Der LWS auf der Nintendo Switch macht nicht nur spielerisch, sondern auch technisch einen guten Job. Das Spiel läuft weitgehend ruckelfrei und bietet schöne Details. Manchmal vergisst man sogar etwas die Zeit und genießt einfach das Landleben, beobachtet die Tiere oder erkundet die Umgebung. Sicher gibt es hier und da einige unschöne Texturen zu entdecken und einige Animationen wirken abgehackt. Grundsätzlich ist die technische Seite des Titels aber mehr als erhaben und kann sich sehen lassen. Sowohl im TV- als auch im Handheldmodus lässt sich die Simulation toll spielen. Selbst auf dem Screen der Switch geraten die Texte im Spiel nicht zu klein. Den Entwicklern ist hier wahrlich eine vollwertigen mobile Umsetzung gelungen. 

Selbst an die musikalische Untermalung haben die Entwickler gedacht. Wenn ihr mit den Fahrzeugen unterwegs seid, könnt ihr sogar ein In-Game-Radio nutzen und euch da von Musik zahlreicher Genres beschallen lassen. Neben Rock und Pop warten natürlich auch passende Country-Klänge auf eure Ohren. 


Fazit: Landwirtschafts-Simulator: Nintendo Switch Edition

AwardMit dem Landwirtschafts-Simulator: Nintendo Switch Edition liefert astragon eine wirklich positive Überraschung auf der Nintendo-Konsole ab. Die Serie konnte bereits auf dem PC begeistern und wurde nun quasi ohne Abstriche auf die Hybrid-Plattform umgesetzt. Fans der Reihe können nun das komplette Spiel auch unterwegs genießen, ohne wie noch auf dem 3DS oder der PS Vita mit Kürzungen leben zu müssen. Spielerisch und technisch gibt es bei der Umsetzung nicht viel zu meckern, sodass Fans getrost zugreifen können. Alle anderen können durchaus einen Blick riskieren insofern ihnen das Setting zusagt. Euch sollte allerdings bewusst sein, dass es sich hierbei um eine weitgehend detailgetreue Simulation handelt. Wiederkehrende Aufgaben gehören somit an der Tagesordnung. 


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