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Hardware Tests

Razer Seiren X – Streaming Mikrofon zum Einstiegspreis im Test

Ihr habt euch schon lange einmal überlegt eure Games auf Twitch zu streamen oder einen Podcast zu veröffentlichen oder ihr macht dies sogar schon? Dann werdet ihr vermutlich schnell an den Punkt kommen, an dem ihr über ein geeignetes Mikrofon nachdenkt. Denn euer Gaming Headset bietet auf Dauer sicher nicht die beste Qualität. Zu teuer darf es aber auch nicht sein, so für die ersten Schritte? Genau hierfür gibt es das Razer Seiren X, jedenfalls wenn es nach dem Hersteller geht, der uns das Razer Seiren X freundlicher Weise zur Verfügung gestellt hat.

Razer Siren X


Mikrofon zum Einstieg nicht zu teuer wählen

Denn wenngleich ein Headset für vieles eben nicht mehr die gewünschte Qualität liefern kann, so solltet ihr zum Start dennoch nicht das teuerste Mikrofon nehmen, nur um euch „mal auszuprobieren“. Habt ihr ein Aufnahmegerät für mehrere hundert Euro gekauft und dann fällt euch auf, dass Streaming auf Dauer wohl doch nicht euer Ding ist, dann wäre das mehr als ärgerlich. Aber die ganzen großen Streamer haben doch auch ein teures Mikrofon? Natürlich. Vermutlich keiner von denen hatte dies zum Start. Die, oft tausende Euro teure, Ausrüstung wurde im Laufe der Zeit zusammengekauft.

Wir empfehlen tatsächlich ein Mikrofon ab 50€ und bis etwa 100€ für die ersten Schritte. Und in eben diesem Preisrahmen liegt das Razer Seiren X. Razer selbst gibt eine UVP von 110€ aus, verkauft das Razer Seiren X zum Zeitpunkt unseres Tests aber selbst zum reduzierten Preis von 98,99€. Die Straßenpreise liegen oft nur bei etwa 85€, selten sogar etwas darunter.

Razer Seiren X
Wir haben das ebenfalls erhältliche weiße Razer Seiren X in Verwendung. Der einzige Unterschied ist die Farbe. Man sieht hier die Kabelführung (Weiß: USB / Micor USB Schwarz: Kopfhörer) und den hierfür eng bemessenen Platz. Außerdem gut erkennbar das Kugelgelenk mit winzigem „Stativ“, welches den breiten Fuß mit dem Mikrofon verbindet.

Was verspricht Razer mit dem Razer Seiren X?

Razer verspricht ein Mikrofon, welches gut auf eurem Gamingtisch Platz findet, ohne dabei zu wuchtig zu wirken. Mit einfachem Plug & Play via USB soll das Razer Seiren X auch sehr einsteigerfreundlich sein. Hintergrundgeräusche sollen gut ab Werk herausgefiltert werden. Außerdem soll eine im Mikro integrierte Spinne (So heißt eine Mikrofonaufhängung) Stöße abfangen. Kompatibel ist das Razer Seiren X außerdem nicht nur mit eurem PC, sondern auch mit eurer Playstation 4, es soll (inoffiziell, noch nicht von Sony bestätigt) an der Playstation 5 nutzbar sein, und auch euer Smartphone kann, etwa für schnelle Podcast Aufnahmen, hergenommen werden, sofern ihr den richtigen USB Adapter besitzt.


Technische Daten

Die offiziellen technischen Daten gibt Razer wie folgt an:

  • Abtastrate: Min 44.1 kHz / Max 48 kHz
  • Bitrate: 16 bit
  • Kapseln: Kondensatorkapseln, Ø 25 mm
  • Richtcharakteristika: Superkardioide
  • 3,5 mm Klinkenanschluss für Kopfhörer direkt am Mikrofon

Für den Einsteiger, an den das Razer Seiren X sich richtet, werden diese Werte allerdings weniger Aussagekraft haben als unser Praxistest. Der lässt sich im hier eingebetteten Podcast Beitrag auch selbst anhören:

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Was uns, wie in der Aufnahme hörbar ist, aufgefallen ist, ist eine bei richtiger Anwendung durch und durch solide Qualität der Aufnahme. Allerdings muss man sich für diese etwas beugen, in Abhängigkeit von eurem Tisch. Sitzt Ihr nämlich zu weit vom Razer Seiren X gibt es etwas Hall. Dies ist normal, wird durch den „schlanken“ Stand des Mikrofons allerdings enorm provoziert. Der breite Standfuß und das Mikro selbst sind durch lediglich etwa zwei Zentimeter „Bein“ verbunden. Zwar lässt sich dank Kegelgelenk das Mikrofons etwas nach oben, zum Sprecher, ausrichten, bei angenehmer Tischhöhe reicht uns dies allerdings nicht. Sowohl beim Arbeiten für eine Aufnahme als auch beim Gaming müsste es schon dort stehen, wo unsere Tastatur stand, um nah genug am Sprecher zu sein. Eine höhere Konstruktion hätte hier Abhilfe geschafft. Dies, oder der Kauf eines Teleskoparms für das Mikrofon. Doch dies geht am Gedanken der Einsteigerfreundlichkeit, den das Razer Seiren X verfolgt, leider vorbei.

Dem Mikrofon zu nah zu kommen ist hingegen nur mit absoluter Absicht möglich. Pop- oder Zisch- Geräusche werden gut vermieden. Hier leistet das Razer Seiren X ganze Arbeit.


Unterdrückung von Hintergrundgeräuschen?

Ganz egal jedoch, wie wir Tastatur, Mikrofon und andere Dinge platziert hatten: Störende Geräusche von Maus, Tastatur und anderen Dingen herauszufiltern war uns im normalen Aufbau nicht möglich. Auch hier war der gelieferte Standfuß vermutlich mit schuld. Über die Tischplatte und die Umgebung gleichermaßen übertrugen sich Geräusche sofort ins Mikrofon. Dagegen geschützt ist das Razer Seiren X lediglich durch eine nahezu wirkungslose „Stoffbeschichtung“ unten am Fuß. Dies ist leider zu wenig. Auch hier muss der Nutzer selbst etwas finden, was Abhilfe schafft. Leicht sind Einsteiger auch hier an ihren Grenzen angekommen. Die beworbene Richtcharakteristik, die vor allem Geräusche hinter dem Mikrofon ignorieren soll, scheint ab einer gewissen Entfernung zur Geräuschquelle tatsächlich zu helfen.

Diese Grafik auf der Razer Homepage soll die Geräuschaufnahme verdeutlichen.

Was bietet das Razer Seiren X noch?

Neben einer Mute – Taste direkt am Mikro, die wir nicht empfehlen können, weil auch hier sofort ein Klacken in der Aufnahme oder im Stream zu hören ist, bietet das Razer Seiren X auch eine Lautstärkereglung über ein klassisches Drehrad. Das regelt aber nicht die Lautstärke eurer Stimme in Stream oder Aufnahme. Lediglich wie laut ihr euren Systemsound und euch selbst über angeschlossene Kopfhörer selbst hört. Eine verpasste Chance in Sachen Zugänglichkeit.

Schade ist auch, dass ihr nicht wählen könnt, ob ihr euer System, eure Stimme im Monitoring, oder beides hören wollt. Ihr bekommt das ganze Paket oder gar nichts vom Razer Seiren X auf die Ohren.

Anschließen könnt ihr Kopfhörer über einen 3,5 mm Klinkenanschluss. Der Anschluss, wie auch der USB-Anschluss, ist allerdings unten am Mikrofon. Mit dem sehr kurzen „Stativ“, wie Razer das Füßchen vollmundig nennt, ist auch hier der Platz im Test knapp geworden. Machbar war ein Anschluss allerdings, wenn auch gerade so.

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