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Switch Tests

Potion Permit im Test

Das Genre der „Wholesome“ beziehungsweise Entspannungs-Games erfreut sich mehr und mehr an Beliebtheit. Meist müsst ihr euch wie beim Vorzeigetitel Stardew Valley um die Pflege eines eigenen Bauernhofes kümmern und selbigen zum Erblühen bringen. In Potion Permit sieht die Situation ein wenig anders aus: Als junger Alchemist werdet ihr in das verschlafene Städtchen Mondberg geschickt, dass voll und ganz auf eure Hilfe zählt. Die Tochter des Bürgermeisters ist schwer erkrankt und er hofft, dass ihr ein Heilmittel für sie finden könnt. Wie das Ganze spielerisch umgesetzt wurde, verraten wir euch in folgendem Testbericht zur Nintendo Switch-Version des Titels.


Aller Anfang ist schwer

Der Einstieg in die Spielwelt gestaltet sich als holprig. Euch weht in dem beschaulichen Örtchen Mondberg ein eisiger Wind entgegen. Die Bewohner vertrauen euch nicht und würdigen euch zu Beginn nicht einmal eines Blickes. Einzig der Bürgermeister ist euch wohl gesonnen und bringt euch zu eurer etwas in die Jahre gekommene Bleibe. Selbige ist recht spärlich eingerichtet und wenn sich noch ein paar Gegenstände in den modrigen Wänden finden lassen, sind diese leider defekt.

Doch davon lassen wir uns nicht beeindrucken und versuchen die Bewohner von Mondberg von unserem Talent als Alchemistengenie zu überzeugen. Hierfür nehmen wir zunächst einige kleinere Aufträge an, die uns in die Wälder rund um Mondberg führen. Hier sammeln wir ausgestattet mit einer Axt, Sichel und einem Hammer wichtige Kräuter, Blüten und andere Zutaten, die wir zum Herstellen von Tränken und Medikamenten benötigen. Unsere Hauptaufgabe im Spiel ist es diverse Krankheiten der BewohnerInnen von Mondberg zu bekämpfen. Das Ganze gestaltet sich als witzige Mischung aus Minispielen und Abenteuererkundungen. Habt ihr nämlich erst einmal die jeweilige Erkrankung diagnostiziert geht es auf Erkundungen in die Natur.

Im Spielverlauf werden die Erkundungen stetig abwechslungsreicher, da ihr nach und nach neue Biome besucht. In der Natur werdet ihr auch mit Monstern und Tieren konfrontiert. Einige greifen euch aktiv an, während andere ganz normal umherstreunen. Mit euren Werkzeugen könnt ihr die Monster bekämpfen und so ebenfalls allerhand Crafting-Material für eure Medikamente einheimsen.

Die Kämpfe sind auf Dauer ziemlich eintönig und wenig herausfordernd, sodass man diesen häufig auch einfach aus dem Weg geht. Die einzige Ausnahme bilden natürlich die Situationen, in denen ihr explizit bestimmte Materialien sucht.

Wir brauen unsere Tränke © PQUBE

Von Brautöpfen und Geschenken fürs Volk

Habt ihr alle Zutaten beisammen, könnt ihr euch dann auch gleich an das Brauen der Medikamente machen. Hier kommt ein kleines Puzzle-Minispiel zum Einsatz, bei dem ihr vorgegebene Schablonen mit Steinen füllen müsst. Jede Zutat entspricht einer anderen Steinform, sodass ihr diese korrekt anordnen müsst, um das gewünschte Rezept zu brauen.

Dennoch steht nicht einzig und allein das Heilen von Patienten sowie das Sammeln und Brauen von Medizin im Fokus von Potion Permit. Auch die Zwischenmenschlichen Komponenten wollen in Mondberg gepflegt werden. Zu Beginn werdet ihr von den Anwohnern gemieden und ihr müsst euch erst deren Vertrauen erkämpfen. Dies geschieht zum einen durch absolvierte Aufträge und das Übergeben von Geschenken. So freuen sich die Anwohner über sogenannte Mondnelken. Diese erhaltet ihr durch absolvierte Missionen und füllen die „Freundschaftsanzeige“ der Bewohner. Ebenso gehören Smalltalk und kleine Nettigkeiten zunehmend zu eurem Alltag, auch wenn die Dialoge sich leider häufig wiederholen. Positiv ist allerdings herauszustellen, dass viele Charaktere einiges an Tiefgang bieten, den man dann nach und nach durch das bessere Kennenlernen offenlegt.

Das Gameplay wirkt sehr gemütlich und entspannend. Obwohl es immer wieder was Neues zu tun gibt, werdet ihr von dem Spiel nicht gehetzt und könnt sprichwörtlich in den virtuellen Tag hineinleben und euren Aufgaben nachgehen. Neben den Hauptquests, gibt es auch zahlreiche Nebenaufträge und Beschäftigungsmöglichkeiten. Neben dem Angeln, warten auch einige Shops, eine Arcade-Halle und Minispiele darauf ausprobiert zu werden.

Mit dem Fortschritt im Spiel treiben wir auch den Wiederaufbau von Mondberg voran. Auch hier werdet ihr immer wieder mit vielen Minispielen konfrontiert. Leider ist eine Vielzahl davon sehr trivial und einfach gehalten, hier hätte etwas mehr Tiefgang für noch mehr Spielspaß sorgen können.

Die Erkundungen leiden etwas unter den faden Kämpfen.
© PQUBE

Ein treuer Begleiter

Neben den zwischenmenschlichen Interaktionen mit den Bewohnern von Mondberg, nimmt euer kleiner Hund eine weitere wichtige Rolle im Spiel ein. Dieser begleitet euch von Beginn an durch das Abenteuer und ihr könnt selbigen streicheln, müsst ihn Füttern und so eine feste Freundschaft zu ihm aufbauen. Selbiges lohnt sich dann vor allem für eure Erkundungen in der Spielwelt, da euer Vierbeiner selbstständig nach Zutaten für eure Tränke sucht.

Darüber hinaus werdet ihr in Potion Permit mit wechselnden Tageszeiten konfrontiert, die natürlich auch Einfluss auf eure Quests haben. Viele Personen und Orte, könnt ihr nur an bestimmten Tageszeiten aufsuchen. Ebenso besitzt euer Charakter eine Lebens- und Ausdauerleiste, die ihr mit Schlaf wieder auffüllen könnt. 

Technisch weiß Potion Permit gut zu gefallen. Hier und da trüben ein paar Ruckler die schöne Retro-Optik, unterm Strich wirkt der Titel aber sehr stimmig und punktet mit einer liebevollen Pixel-Optik.


FAwardazit: Potion Permit

Potion Permit ist ein liebevoller Mix aus Lebenssimulation mit einer Prise Rollenspiel und Abenteuer. Als Neuling in Mondberg müsst ihr euch einen Namen machen und das Vertrauen der Bewohner gewinnen. Der Alltag als Alchemist kann durchaus motivieren und punktet mit Liebe zum Detail, tollen Charakteren und vielen Beschäftigungsmöglichkeiten. Leider ist der spielerische Anspruch nicht ganz so hoch angesetzt, dafür darf man sich aber auf ein entspanntes Gameplay freuen, welches gerade nach einem stressigen Arbeitstag durchaus angenehm ist. Nebenbei arbeitet ihr noch an den Beziehungen zu den anderen Charakteren im Spiel, baut euer Häuschen aus und lernt mehr über die Vergangenheit des kleinen Örtchens kennen. Wer auf Spiele wie Stardew Valley steht, der sollte Potion Permit unbedingt eine Chance geben.


 

 

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