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Switch Tests

Pokémon Leuchtende Perle & Strahlender Diamant im Test

Passend zum Ausklang des Jubiläumsjahres der Pokémon-Reihe sind die Taschenmonster zurück. Mit Pokémon Leuchtende Perle und Strahlender Diamant erhält nun auch die vierte Generation der Pokémon-Rollenspiele ein Remake spendiert. Die liebevolle Neuauflage entführt euch erneut in die Spielwelt von Sinnoh und hält dabei einen niedlichen Chibi-Grafikstil bereit.

Plinfa ist eines der Starter-Pokémon.
© Nintendo

Zurück zu alten Tugenden 

Als die Neuauflagen von Pokémon Diamant und Perle Anfang 2021 angekündigt wurden, waren die Fans in heller Vorfreude, schließlich genießt die vierte Spielgeneration der Reihe bis heute einen sehr guten Ruf. Dank einer abwechslungsreichen Spielwelt, beliebten Taschenmonstern und vielen weiteren Spielereien zählen Diamant und Perle bis heute zu den Favoriten der Fangemeinde. Kein Wunder also, dass die Entwickler von ILCA mit den Neuauflagen keine großen Experimente wagen. Zusatzinhalte aus Pokémon Platin haben es leider nicht in die Remakes geschafft. Auch sonst scheinen Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle eher auf Nostalgie als auf Fortschritt zu setzen. Viele Neuerungen der letzten Generationen wie Mega-Entwicklungen, die Naturzone oder auch Inselprüfungen findet ihr hier nicht, sodass euch das komplett klassische Gameplay inklusive Zufallsbegegnungen im hohen Gras erwartet. 

Auch im Bereich der Story erwartet euch die altbekannte Pokémon-Formel. Als junger Trainer oder junge Trainerin startet ihr euer Abenteuer in Sinnoh. Zunächst bekommt ihr von Professor Eibe die Aufgabe den Pokédex zu vervollständigen, um so seine Forschungen zu unterstützen. Darüber hinaus verfolgt ihr aber natürlich auch eigene Ziele und tretet im Spielverlauf gegen insgesamt acht Arenaleiter an, um euch final gegen die Top-Trainer des Landes zu behaupten, um zum Champion der Pokémon-Liga aufzusteigen. 

Nebenbei bekommt ihr es noch mit den zwielichtigen Gestalten von Team Galaktik zu tun, denen ihr ebenfalls das Handwerk legen müsst. In Sachen Umfang haben die beiden Rollenspiele einiges zu bieten, auch wenn es für Kenner der Originale leider keinerlei storyrelevante Zusatzinhalte gibt.

Auf Abenteuerreise in Sinnoh. Auf Wunsch kann euer Lieblings-Pokémon euch in der Spielwelt folgen.
© Nintendo

Einfaches Abenteuer 

Eine Tradition, die Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle fortgesetzt wird, ist der weitgehend einfache Schwierigkeitsgrad der Abenteuer. Die meisten Kämpfe im Storyverlauf werden euch kaum zum Schwitzen bringen, was auch daran liegt, dass euer gesamtes Team dank EP-Teiler stetig an Stärke gewinnt und recht flott leveltechnisch aufsteigt. Puristen werden hier aufschreien, da der EP-Teiler sich auch nicht deaktivieren lässt.   

Dabei folgen die rundenbasierten Kämpfe dem klassischen Schere-Stein-Papier-Prinzip, bei denen die einzelnen Typen der Taschenmonster jeweils ihre ganz eigene Stärken und Schwächen besitzen und somit für Taktik bei der Teamaufstellung sorgen. So sind Pokémon des Typs Feuer besonders stark gegen Pflanzen-Pokémon, besitzen aber Schwächen gegenüber dem Element Wasser und Gestein. Folglich ist es essentiell im Spielverlauf ein ausgewogenes Team zusammen zu stellen, um in jeder Situation das passende Pokémon einsetzen zu können. 

Neben dem Kämpfen und Trainieren eurer Begleiter nimmt auch das Sammeln einen großen Part ein. Mit 492 Pokémon habt ihr einiges zu tun. Positiv sei zu erwähnen das eine Vielzahl der Tierchen tatsächlich im Spielverlauf entdeckt werden kann. Natürlich gibt es aber auch je nach Edition exklusive Pokémon, sodass ihr um den einen oder anderen Tausch nicht herumkommen werdet.

Die Spielwelt und Story wird Kennern der Originale trotzt optischer Frischzellenkur bekannt vorkommen.
© Nintendo

Abenteuer im Untergrund

Wie schon im Original, so schlummert auch in den beiden Neuauflagen mit dem Untergrund ein großer Abenteuerspielplatz unterhalb von Sinnoh. Hier könnt ihr viele Spielstunden mit Erkundungen verbringen und weitere Pokémon fangen, die anders als auf der Oberwelt frei in unterschiedlichen Biotopen unterwegs sind. Hier schlägt dann vor allem das Sammlerherz höher, da ihr hier unter anderem auch auf echte Fan-Lieblinge wie Glumanda, Schiggy oder auch Endivie treffen könnt. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit im Untergrund sogenannte Geheimbasen zu errichten. Diese lassen sich mit sammelbaren Dekoobjekten ausgestalten und können sogar von anderen Spieler(innen) besucht werden. 

Ebenfalls hat es das Fossilenminispiel auf die Switch geschafft. Hier bauen wir Mineralien und Gesteine ab und können dabei seltene Items erhalten. Ihr seht also, dass der Traineralltag ziemlich abwechslungsreich ausfällt und darüber hinaus auch noch die Pokémon-Wertkämpfe, den Park der Freude und den Hamanasu-Park bietet. 

Bei den Wettkämpfen lasst ihr eines eurer Pokémon in einer Art Minispiel antreten, bei denen Faktoren wie Coolness, Schönheit oder auch die Cleverness bewertet werden. Im Hamanasu-Park könnt ihr euch nach dem Storyabschluss aufhalten und einige altbekannte legendäre Pokémon fangen wie Arktos, Zapdos, Lavados oder auch Lugia.

Im Untergrund könnt ihr einige Spielstunden verbringen.
© Nintendo

Wenige, aber dafür sinnvolle Neuerungen

Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle halten sich stark an die beiden Originalspiele auf dem Nintendo DS. Dennoch haben es einige sinnvolle Neuerungen in das Spiel geschafft. So können die VM‘s im Spiel allesamt über eine App für eure Pokétch (eine Art Smartwatch) eingesetzt werden, ohne das eure Taschenmonster diese Fähigkeiten erlernen müssen. 

Die auffälligste Neuerung ist aber mit Sicherheit die optische Frischzellenkur. Die Spiele erstrahlen in einem kunterbunten Chibi-Look. Farbenfrohe Umgebungen, treffen hier auf Figuren mit riesigen Köpfen und Kulleraugen. Sicherlich trifft dieser Grafikstil nicht jedermanns Geschmack, dennoch wirkt die Optik sehr gelungen und stimmig. Vor allem die Modelle der Pokémon wissen zu gefallen und die Kampfumgebungen sind schick anzusehen. Musikalisch erwarten euch neu-arrangierte Versionen der klassischen Melodien, die schnell ins Gehör gehen und mit Nostalgieflair punkten.

Nette Spielerei: In den Wettkämpfen könnt ihr euer Pokémon zum Star werden lassen.
© Nintendo

AwardFazit:

Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle sind gute Neuauflagen der Nintendo DS-Klassiker. Kenner könnten etwas von den wenigen Neuerungen enttäuscht werden und auch der Schwierigkeitsgrad wird Kennern nur ein müdes Lächeln anfordern. Nichtsdestotrotz machen die beiden Rollenspiele Spaß und motivieren mit einer breiten Palette an coolen Pokémon, einer sehr abwechslungsreichen Spielwelt und knuffigen Optik. Gerade für Nostalgiker ist die Rückkehr in die Sinnoh-Region eine tolle Möglichkeit, um vergangene Erinnerungen wieder aufzufrischen und für alle anderen ist ein Blick auf die beiden Abenteuer sowieso empfehlenswert. Dennoch haben die Entwickler unnötig Potenzial liegen lassen. Gerade die Zusatzinhalte aus Pokémon Platin wären als Dreingabe sicherlich cool gewesen und hätten für einen gewissen Mehrwert gesorgt.


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