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PS4 Tests Xbox One

Override: Mech City Brawl im Test

Mit Override: Mech City Brawl hat Modus Games unlängst einen Titel in die Stores von Playstation und Xbox gebracht, der einige Versprechungen macht. Battles mit riesigen Mechs in voll zerstörbaren Nachbildungen realer Städte. So weit, so gut. Ob aber nicht das eine oder andere Versprechen von Override: Mech City Brawl etwas zu großmundig ist, erfahrt ihr im folgenden Test. 


Override: Mech City Brawl – Das Gameplay wird nicht neu erfunden 

Allgemein ist Override: Mech City Brawl im Grunde der typische 3D-Prügler. Statt der üblichen mehr oder weniger fantasiereichen Charaktere sind hier eben Mechs am Start. Dabei fällt das Gameplay ungewöhnlich zugänglich aus, um nicht zu sagen seicht. Denn die Steuerung beschränkt sich oberflächlich betrachtet lediglich darauf, dass ihr per Tastendruck Springen und Blocken könnt oder mithilfe der Schultertasten wuchtige Schläge, wie auch Tritte mit eurem metallischen Ungetüm ausführt. Bei Letzterem steht jeder der vier Buttons für jeweils ein Bein oder Arm. Durch längeres Drücken können Schläge zwar aufgeladen werden und richten so mehr Schaden an, wirkliche Verkettungen verschiedener Angriffe sucht man jedoch vergebens.

Zusätzliche Variationen ergeben Items, die auf der Map auftauchen können. Nehmt ihr diese auf, nehmt ihr beispielsweise Gegner mit Schusswaffen aufs Korn, schwingt fröhlich ein Laserschwert vor euch her oder sorgt mit einem riesigen zweihändig geführten Hammer für ein ordentliches Chaos. Ergänzt wird dies alles durch eine, abhängig vom gewählten Roboter-Modell, Ultimate-Fähigkeit, die aber erst dadurch freigegeben wird, wenn ihr relativ kurz vor der Zerstörung seid. 

Override: Mech City Brawl
Hübsch sind maximal die Mechs. Oder: Guckmal, ein Einhorn!

Damit hätten wir die vollständigen Gameplay-Variationen für Solisten aber bereits aufgezählt. Lediglich im Multiplayer ergeben sich noch zusätzliche Feinheiten, die wirklich außergewöhnlich sind. Im geeigneten Mech nehmt ihr zum Beispiel mit euren Freunden (bis zu vier Spieler) Platz und jeder Spieler übernimmt dabei lediglich nur ein bestimmtes Körperteil. Diese erfrischende Idee kann im Ansatz wirklich gefallen. 

Weiterhin sind diverse Mods und Kosmetika für euren Mech freischaltbar. Hübsch wird dieser dadurch jedoch nie, um der Grafikwertung einmal vorzugreifen. 


Solisten bekommen eine Kampagne 

Für Solospieler bietet Override: Mech City Brawl tatsächlich eine Kampagne. Die ist vergleichsweise kurz und eignet sich im Wesentlichen als erweitertes Tutorial um nicht ganz arglos in den Multiplayer zu tapsen. Die Hintergrundgeschichte beschäftigt sich mit euch als Mech-Pilot. Ihr lernt sofort, dass ihr euren Mech normalerweise in Battles führt, um familienfreundliche TV-Unterhaltung zu generieren. Der Boxkampf der Zukunft quasi. Nun greifen allerdings Monster oder Aliens die Erde an und das Militär beschäftigt euch damit, dieser Bedrohung zu trotzen. Während das Nest der Angreifer gesucht wird, um den vernichtenden Schlag zu platzieren, müsst ihr die großen Städte der Welt vor Angriffen schützen. Dabei legt ihr diese zwar vollständig in Schutt und Asche, aber wen interessiert das als Gamedesigner schon? 

Spaßig ist eher der Multiplayer.

All dies, ohnehin schon eine eher mittelmäßige dümmliche Story, wird euch im Großen und Ganzen in unvertonten Dialogen präsentiert und sieht zusätzlich an jeder Ecke noch lieblos aus. 


Override: Mech City Brawl – Das Herz ist der Multiplayer 

Das Herz des Spiels ist aber ohnehin der Multiplayer. Mal ganz abgesehen von der bereits erwähnten Coop-Möglichkeit, gibt es hier Raum für Kämpfe Mann gegen Mann, beziehungsweise Mech gegen Mech, und Partien in denen vier Maschinen aufeinander losgelassen werden. Hier kommen immerhin sowohl Casuals, wie auch Ranked-Spieler auf ihre Kosten. Theoretisch jedenfalls. Praktisch war es im Test gar nicht so leicht überhaupt Spieler zu finden. Dann aber, wenn dies gelungen ist, zeigt das Spiel, wie auch eine vergleichsweise einfache Steuerung eine gewisse Tiefe erreichen kann. Immerhin sind die trägen Mechs für einen Brawler sehr langsam und taktisch zu steuern. 


Override: Mech City Brawl – Grafik und Sound 

Während der Sound sich in die Spielpräsentation insgesamt einfügt, recht einfach und nicht unbedingt so, dass man ihn als Glanzstück bezeichnen würde aber immerhin passend und mit glaubhaften Mech-Geräuschen, ist die Grafik für viele Käufer sicher eher enttäuschend. 

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Sonderlich Detailverliebt oder hübsch sieht in Override: Mech City Brawl nichts aus. Am besten wirken noch die Mechs. Die beworbene zerstörbare Stadt entpuppt sich als recht detailarm einstürzende Gebäude ohne viel Physik oder Glanz. Einmal angetippt bröckelt das ganze Gebäude in sich zusammen und hinterlässt einen Schutthaufen. Dies hätte bereits die vorherige Konsolengeneration besser darstellen können. 


Fazit 

Insgesamt erfüllt Override: Mech City Brawl die eigenen Versprechen nicht so recht. Und dies ist die größte Schwäche des Spiels. Es werden Erwartungen geschürt, die dann nicht annähernd erfüllt werden. Sieht man davon ab, bleibt immerhin ein mittelmäßiger Prügler für Einsteiger mit einem Coop-Element, welches wirklich Potenzial hat. Für die aufgerufenen 30 Euro in der Standard Edition, denn ja, es gibt auch einen Season Pass, ist dies allerdings eher zu wenig als genug. In einem Sale oder in einem der zahlreichen Abo-Modelle wie den Xbox Game Pass, in welchem wir die Zukunft von Override: Mech City Brawl mittelfristig vermuten, kann das Spiel allerdings als schneller Spaß für zwischendurch mitgenommen werden. Sofern man seine Erwartungen, ausgehend vom Store-Text, kräftig nach unten korrigiert. 

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