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Nippon Marathon im Test

Wer kann sich noch an das gute alte Takeshi’s Castle erinnern? Das waren noch Zeiten, wo General Lee die Teilnehmer durch zahlreiche skurrile Parcours jagte, nur damit er sein Ziel am Ende doch nicht erreicht. Mit Nippon Marathon aus dem Hause PQube hat man sich ganz offensichtlich an dem TV-Erfolg der damaligen Gameshow orientiert. Menschen, in lustige Kostüme, belaufen verschiedene Strecken und trotzen dabei diversen Hindernissen, bis sie im Ziel angekommen sind. Auf dem Portfolio also durchaus ein spaßiges Erlebnis für Jung und Alt, wie das ganze aber schließlich in der Praxis aussieht, klären wir in unserem Test!

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Drei verschiedene Storys und lokaler Multiplayer

Im Story-Modus könnt ihr in die Haut von vier verschiedenen Hauptdarstellern schlüpfen. Schon hier fällt die Bizarrerie auf, welche Nippon Marathon an den Tag legt. Wir meinen, wer will nicht gerne mit einem älteren Mann einen Marathon laufen, der eine Schuluniform trägt? Oder entscheidet ihr euch doch lieber für einen Kerl im Hummer-Kostüm? Seid ihr Tierliebhaber, dann könnte das Mädchen, Achtung Verwechslungsgefahr, mit dem Narwal-Outfit oder der Hund mit humanoider Körperhaltung die richtige Wahl für euch sein.

Dabei ist jede Story auf ihre Art und Weise einzigartig und individuell. Unser Narwal-Mädchen will beispielsweise ein Schutzgebiet für ihre Artgenossen errichten, während der Hummer-Mann in die Fußstapfen seines großen Vorbilds treten möchte. Dabei erfahrt ihr, egal bei welcher Geschichte, interessante Hintergrundinformationen über den jeweiligen Charakter. Und was sollen wir sagen? Die Storys reißen jetzt keine Bäume aus, sind aber auf ihrer bizarren Art und Weise überraschend gut und lassen sogar Platz für ernsthafte Themen wie Betrug oder Todesfälle.

Nippon Marathon
Skurrile Charaktere stehen an der Tagesordnung.

Leider kämpft die Kampagne aber mit einem ganzen anderen Problem. Nämlich dem, dass es einfach viel zu viel Gerede ist. Das Hauptaugenmerk sollte immerhin auf den Marathons liegen, stattdessen schaut ihr fast schon ermüdende ellenlange Zwischensequenzen an, welche übrigens nicht sonderlich schön sind, was wir später noch genauer durchleuchten, nur um im Anschluss einen höchstens zehn Minuten langen Parcours abzulaufen. Schade!


Takeshi’s Castle lässt grüßen

Wenn ihr aber dann einmal zum Laufen kommt, dann macht Nippon Marathon zwar einen trashigen, aber keinen schlechten Eindruck. Mit dem linken Analogstick bewegt ihr standardmäßig euren Charakter. Per Knopfdruck könnt ihr darüber hinaus noch über Hindernisse springen oder euch unter diese hinweg ducken. Dazu kommen noch verschiedene Gegenstände, die wie in Mario Kart nutzbar sind. Beispielsweise werft ihr Wassermelonen nach euren Gegnern, legt eine Falle mit einem Giftpilz oder springt mit der Hilfe eines Ananas-Ballons besonders hoch. Alternativ lassen sich die diese Items auch selbst verzehren, wodurch ihr einen Geschwindigkeitsschub erhaltet. Nichtsdestotrotz wären ein paar mehr Gadgets gut gewesen. Das Repertoire ist nämlich recht überschaubar und nutzt sich doch ziemlich schnell ab.

Ungeachtet dessen passiert es inmitten eines Rennens gerne mal, dass euch eine Reporterin anhält, um euch eine Frage zu stellen oder ihr werdet kurzerhand in ein verschachteltes Labyrinth teleportiert. Beantwortet ihr die Frage richtig, beziehungsweise verlasst das Labyrinth als erster Läufer, werdet ihr mit zusätzlichem Ansehen belohnt. Grundsätzlich gewinnt ihr das Rennen nämlich nicht damit, wenn ihr als Erstes das Ziel erreicht, sondern durch euer erspieltes Ansehen. Um dieses zu erhöhen, gilt es die Kontrahenten in bester Micro Machines-Manier abzuhängen, bis sie den Bildschirmrand berühren.

Doch auch hier ist nicht alles perfekt. Die Gegenstände funktionieren stellenweise nicht so wie erwünscht und es passiert gerne Mal, dass ihr an einem Hindernis einfach festhängt, ohne euch wieder befreien zu können. 

Nippon Marathon
Verschiedene Hindernisse stellen sich euch in den Weg.

Alternativ zu den Rennen und der Story steht euch noch ein lokaler Multiplayer zur Verfügung. Warum man bei so einem Spiel auf einen Online-Modus verzichtet hat, ist uns an dieser Stelle übrigens schleierhaft. Sie es drum, in dem besagten Mehrspieler-Modus könnt ihr neben den normalen Rennen, auch noch zwei lustige Minispiele absolvieren. Folglich gilt es beispielsweise mit einem Einkaufswagen auf einer Bowlingbahn so viele Kegel wie möglich abzuräumen oder einen herausfordernden Parcours weiter zu schaffen, als euer Mitspieler.


Framedrops und altbackene Grafik

Unser Test war übrigens auf der Nintendo Switch, wir aber nicht davon aus, dass es auf der PlayStation 4 sonderlich besser aussieht. Nippon Marathon läuft nämlich alles andere als rund. Schuld daran ist unter anderem eine altbackene Grafik, welche selbst für PlayStation 3-Verhältnisse noch unterirdisch wäre. Auch kämpften wir oft mit Problemen in der Bildrate, was gerade im Bezug auf die schwache Grafik, doch sehr verwunderlich ist. Einzig der Sound macht einen akzeptablen Job.

Nippon Marathon
Manchmal erwarten euch während eines Marathons kleine Minispiele.

Fazit:

Was sollen wir sagen? Nippon Marathon ist vom Gameplay her nah an Takeshi’s Castle, schafft es aber aufgrund der schlechten Präsentation, der Probleme in der Bildrate und des einen oder anderen Bugs nicht so richtig zu überzeugen. Desweiteren wäre ein Online-Multiplayer wünschenswert gewesen.

Im lokalen Mehrspieler kann der Titel bestimmt dennoch für den einen oder anderen geselligen Abend sorgen. Auch die einzelnen Geschichten der Charaktere sind überraschend gut, sodass die Beweggründe der Figuren nachvollziehbar sind.

Zuletzt würden wir gerne eine geeignete Alternative empfehlen, leider fällt uns in diesem Moment keine ein. Steht ihr auf Takeshi’s Castle, habt oft Freunde zu Besuch und nehmt das Spiel selbst nicht zu ernst, kann Nippon Marathon bestimmt Spaß machen. Wer hier allerdings ein ernsthaftes und vor allem hochwertiges Spiel erwartet, der sollte sich vielleicht anderweitig umschauen.


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