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Nickelodeon: Kart Racers im Test

Spiele zu Nickelodeon Cartoons gab es schon einige. Neu im Kanon ist Nickelodeon: Kart Racers, welches sich als Fun Racer positioniert und damit im Wesentlichen gegen Mario Kart 8 Deluxe und Segas Sonic Racing antritt. Wie auch bei der Konkurrenz ist der Name Programm. Ihr dürft auf verschiedenen thematisch an die Nickelodeon Cartoons angelehnte Strecken mit Nickelodeon Charakteren fahren. Natürlich mit einer ganzen Ladung Powerups im Gepäck und dem für Nickelodeon so ikonischen grünen Glibber. Wie sich das ganze spielt, erfahrt ihr hier im Test.

Nickelodeon: Kart Racers


Nickelodeon: Kart Racers – Von Bikini Bottom bis zu den Ninja Turtles

Neben allen vier Ninja Turtles stehen euch auf der Charakterseite beispielsweise noch Arnold und Helga aus Hey Arnold! Zur Verfügung. Aber auch Spongebob und Rugrats Charaktere sind vertreten. So kommt ihr auf ein Starterfeld von insgesamt 12 Charakteren aus dem Nickelodeon Universum. Diese liefern sich auf insgesamt 24 Strecken heiße Rennen. Was den Umfang angeht, kann man also kaum mehr erwarten. Die Strecken verfügen außerdem über Elemente, die sich im Verlauf eines Rennens verändern. So kann es sein, dass ihr zwei Runden lang nach links abbiegen musstet, in der dritten hat sich die Streckenführung aber plötzlich nach rechts geändert. Dies bringt zusätzliche Abwechslung ins Spiel.

Wer alle Cups, jeweils aus vier Rennen bestehend, auf einer Schwierigkeitsstufe gewonnen hat, der schaltet drei zusätzliche Cups frei. Die stellen die bereits bekannten Strecken nochmals anders zusammen. Jeweils acht Rennen muss man hier fahren. Schade ist: Wer auf “Normal” gewinnt, hat die Freischaltungen für “Anfänger” damit nicht auch erledigt. Das zwingt den Familienvater, der auch für einfachere Runden mit seinem Sohn alles will, zu einigen eher langweiligen Durchgängen.


Die Charaktere und Kart-Anpassungen in Nickelodeon: Kart Racers

Etwas beklagenswert ist zudem, dass sich all diese Charaktere recht beliebig fahren. Sollte es Unterschiede im Handling der einzelnen Fahrer geben, dann fallen diese so gering aus, dass die im Test schlicht nicht wahrnehmbar waren. Anders verhält es sich mit den Kart-Anpassungen. Hier gibt es sowohl rein optische als auch solche, die Geschwindigkeit und Handling beeinflussen. Die Unterschiede hier sind zwar nicht exorbitant aber immerhin deutlich spürbar. Das etwas Mühe im optischen Charakterdesign steckt, merkt man deutlich. Das Baby aus Rugrats nimmt lässig ein Schluck aus dem Fläschchen bei voller Fahrt und Spongebob hängt teils mehr am Lenkrad, als dass er im Kart sitzt.

Nickelodeon: Kart Racers
Sportliche kleine Schildkröte – Die Charaktere verhalten sich in ihren Karts unterschiedlich.

Auf der Strecke

Auf der Strecke orientiert man sich zunächst stark an dem, was auch andere Fun-Racer liefern. Es gibt sowohl den heute schon obligatorischen Drift-Boost, wie auch diverse Items. Bei Letzteren gibt es solche, auf die jeder Charakter zugreifen kann. Hier sind beispielsweise eine Babyflasche zu nennen, welche als gerade nach vorn abschießbare Rakete fungiert oder Seifenblasen, welche man hinter sich auf die Strecke legt und stark an die Bananenschale aus Mario Kart erinnert. Schön ist, dass Nickelodeon: Kart Racers abseits hiervon aber auch eigene Wege beschreitet.

So hat jeder Charakter ein Item, welches ihm alleine vorbehalten ist. Reptar aus Rugrats kann beispielsweise Feuerbälle in schneller Folge nach vorn verschießen. Außerdem gibt es auf allen Strecken mehr oder weniger viel grünen Schleim. Diesen müsst ihr aufsammeln, um Boost zu erhalten. Während man, wie in Mario Kart auch, in Nickelodeon: Kart Racers Auto fahren und fliegen kann wandelt sich euer Gefährt zusätzlich ebenfalls in ein Boot. Statt Wasser wird hier ebenfalls grüner Schleim befahren. Schön sind diese Passagen leider nicht geworden.

Auch Münzen wurden auf der Strecke platziert. Sehen die zunächst sehr bei der Konkurrenz abgeschaut aus haben sie in Nickelodeon: Kart Racers sogar einen weiter reichenden Sinn. Eingesammelte münzen kann man im Shop gegen Kart-Teile tauschen. Die sind allerdings teils recht teuer. Unterstützung hierbei geben Levelaufstiege. Zur Belohnung darf hier jedesmal eine Ehrenrunde gedreht werden, in deren Verlauf man bis zu vier Lootboxen sammelt. Die enthalten bis zu 100 Münzen pro Box oder ganze Kart-Teile. Echtgeld kann dennoch nicht ausgegeben werden. Dies ist angesichts der eher jungen Zielgruppe von Nickelodeon: Kart Racers positiv herauszuheben.

Die Steuerung funktioniert solide und macht den Eindruck gewollt einfach gehalten zu sein. Drifts sind leicht und abgesehen von Gas und Lenkung werden nur drei zusätzliche Tasten benötigt. Gerade für kleine Gamer und Nickelodeon Fans sicher ein vernünftiger Ansatz. Lediglich eine zusätzliche oder eine insgesamt höhere Kameraperspektive hätte das Gameplay an manchen Stellen nochmals deutlich zugänglicher gemacht.


Die Modi in Nickelodeon: Kart Racers

Neben klassischer Rennen, nach Fun Racer-Marnier, bietet Nickelodeon: Kart Racers auch Ausscheidungsrennen, bei denen alle paar Sekunden der letzte Spieler das Feld verlassen muss, wie auch einen Modus, bei dem es gilt Slalomstangen auf der richtigen Seite zu umfahren. Auch hier ist bei drei Fehlern vorzeitig Schluss. All dies gibt es als reguläres Rennen oder als Team Rennen. Anders als Ihr es vielleicht von einigen anderen Spielen kennt, besteht hier jedes Team nur aus zwei Spielern, was dem Ganzen erheblich mehr Würze verleiht, als wären es nur zwei große Teams.

Abseits der Cups gibt es Zeitfahren und im Multiplayer, auf den wir später genauer eingehen werden, Battle Arena Spiele. Letztere unterteilen sich nochmals in drei Modi. Mit “Keine Beschränkungen” bietet Nickelodeon: Kart Racers den klassischen Arenamodus, in dem ihr eure Gegner mit Items malträtieren müsst. Es werden jedoch auch ein Capture the Flag und ein Fangen Modus bereitgestellt.

Was die Möglichkeiten angeht, hält sich Nickelodeon: Kart Racers also nicht zurück. Für reichlich Abwechslung sollte gesorgt sein. Der höchste der drei Schwierigkeitsgrade ist auch alleine recht fordernd, während der geringste auch dem jüngeren Publikum den einen oder anderen Erfolg ermöglichen sollte.


So klingt Nickelodeon: Kart Racers – Sound der zum Thema passt

Vertonung von höchster Qualität hört sich zwar anders an, was Nickelodeon: Kart Racers in Sachen Sound liefert, ist für einen Fun Racer aber allemal solide. Einen leichten Hang haben die Motoren zwar zum Rasierapparat, aber das kann man durchaus nachsehen. Das bestimmende Element im Sound ist ohnehin die musikalische Untermalung. Und die ist bei jeder Strecke thematisch passend eine andere. Den einen oder anderen könnten die zwanghaft fröhlichen Klänge nach Stunden zwar auch nerven, wer Nickelodeon aber kennt weiß: Das muss hier so.


Alles Glibber oder was? – Nickelodeon: Kart Racers und die Spielgrafik

Die Grafik bei Nickelodeon: Kart Racers muss man einfach streng getrennt betrachten. Auf weiten Teilen ist das Streckendesign gelungen und sieht immerhin in Ordnung aus. Einige Strecken erinnern recht stark an Mario Kart-Strecken ohne den allerletzten Feinschliff. Hässlich sind diese aber keinesfalls. Auffällig ist lediglich eine leichte Unschärfe an Randsteinen und dergleichen, die teils schon wenige Meter vor dem Spieler anfängt. Den Spielspaß trübt dies nicht und die Performance insgesamt ist vollkommen in Ordnung.

All dies gilt so lange, bis ihr die Streckenteile erreicht, in denen euer Kart zum Boot wird. Im grünen Schleim sieht die Performance zwar nicht schlechter aus, die Optik allerdings schon. Zu viel, zu grün und zu wenig Animation oder Abwechslung. Die einzige Animation besteht im Zickzack eures im Glibber schlingernden Bootes und der Kamera, welche in diesem Moment unnötig viel Unruhe ins Bild bringt. Da es einzelne Strecken gibt, die ganz aus grünem Schleim bestehen schadet dies Nickelodeon: Kart Racers im Gesamten doch ein wenig.


Multiplayer

Im Multiplayer könnt ihr die bereits früher erwähnten Modi mit bis zu vier Spielern im lokalen Splitscreen spielen. Für größere Familien oder regelmäßige Besucher zum Zocken ist dies durchaus spaßig und funktioniert zufriedenstellend. Wobei natürlich bei vier Spielern eine angemessene Bildschirmgröße Pflicht ist. Dass aber auf einen Online Multiplayer heutzutage gänzlich verzichtet wird, mag nicht so recht einleuchten. Damit verschenkt Nickelodeon: Kart Racers fast das gesamte Potenzial ein kleiner Hit zu werden.

Nickelodeon: Kart Racers
Multiplayer gibt es leider nur im Splitscreen – Dafür da gleich zu viert.

Der Vergleich – Wie schlägt sich die Nintendo Switch Version im Vergleich zu anderen Plattformen

Spannend bei Titeln, die auf wirklich allen Plattformen erscheinen, ist immer eine Frage: Wie kann die Nintendo Switch Version mit denen auf anderen Plattformen mithalten. Bei Nickelodeon: Kart Racers hatten wir die Gelegenheit sowohl auf der Xbox One X als auch auf der Nintendo Switch zu testen und damit beide Enden des Leistungsspektrums heutiger Konsolen auszutesten. Das Ergebnis hierbei war durchaus überraschend: Mehr Spaß brachte subjektiv gesehen die Nintendo Switch Version im Handheld-Modus.

Natürlich sind die Auflösung und die Detailtiefe auf Microsofts Power Konsole merklich besser. Ein Grafik-Kracher wie moderne Tripple-A-Titel ist Nickelodeon: Kart Racers jedoch ohnehin nicht, sondern eben nur so solide, wie es ein Fun Racer sein muss. In der Umgebung der Power Konsole aus dem Hause Microsoft fällt dies auch auf. Auf der Nintendo Switch hingegen ist man als Spieler an eine Grafikleistung gewohnt, die der von Nickelodeon: Kart Racers entspricht.

Nintendo Switch
Überraschend: Am meisten Spaß machte das Game auf der Switch.

Auch objektiv muss die Switch Version sich nicht verstecken. Ruckler oder merkliche Framerate Einbrüche hatte Nickelodeon: Kart Racers im Test auf keiner der Plattformen zu verzeichnen. Ein Unterschied der Versionen ist zwar sichtbar, wirkt sich aber nicht so störend aus, wie es beispielsweise bei der Switch-Fassung von Fortnite wirken kann. Im Gegenteil: Zumindest im Handheld konnte das deutlich kleinere Display das oben angesprochene unschöne Schlingern im Glibber in deiner Wirkung etwas abschwächen. Die einzige Schwäche auf der Nintendo Switch, die wirklich ins Auge stach, war die, dass gefährliche Seifenblasen teils etwas später vor dem Spieler auf der Strecke zu sehen waren.


Fazit

Eine durchaus solide Versoftung von Fernsehen-Lizenzen zum Fun Racer bietet Nickelodeon: Kart Racers insgesamt. Man hat definitiv solide Arbeit im Gamedesign als Ganzes geleistet und sich lediglich einige glibberige Schwächen erlaubt. Das Grundspiel baut einiges an Potenzial auf, die derzeitige Nummer Zwei der Fun Racer zu werden. Auf der Nintendo Switch hinter Mario Kart und auf den anderen Plattformen hinter den Sonic Allstars Racing Ablegern. Leider wird eben dieses Potenzial durch die Einsparung eines Online Modus liegen gelassen. Wer aber eine große Familie hat oder ohnehin nichts mit Online Gaming am Hut hat, der sollte vor allem dann zugreifen, wenn es an Abwechslung von Mario Kart mangelt. Singleplayer können hier sogar für sich noch zusätzlich einen Gameplay-Punkt aufwerten, wenn sie Fans von Spongebob und Co sind.

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