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Monster Hunter World Review

Auf der Suche nach Kräutern und anderen Rohstoffen durchquert ihr die Wildnis des uralten Waldes. Umgeben von hohen Gräsern, Büschen und einem dichten Dschungel werdet ihr plötzlich auf eine Spur aufmerksam. Neugierig verfolgt ihr diese bis zu einem ausgetrockneten Wasserfall. Ein Damm hält das Wasser zurück. Ihr seht ein Nest  aus alten Ästen und Blättern zusammengelegt, in welchem sich ein Wyvernei befindet.

Ihr nehmt das Ei und plötzlich hört ihr das Geräusch von gewaltigen Flügelschlägen über euch. Es ist der Rathalos, der alles andere als begeistert davon ist, dass ihr euch an seinem Nachwuchs zu schaffen macht. Mit lautem Gebrüll fliegt er im Sturzflug auf euch nieder. Damit er euch nicht trifft, weicht ihr mit einer Rolle aus, woraufhin der Wyvern in den Damm kracht. Dieser zerfällt in seine Einzelteile und das Wasser spült ihn und euch die Klippe hinab. Benommen findet ihr euch im Wald wieder und habt erst mal eine kurze Minute um euch etwas zu erholen. Doch nicht für lang, denn im nächsten Moment erzittert ihr vor einem bedrohlichen Gebrüll hinter euch. Als ihr euch umdreht erwartet euch ein weiteres Ungetüm und zusammen könnten beiden Wyvern ganz schön gefährlich werden.

Ob sich die gefährliche Jagd mit Monster Hunter World gelohnt hat, oder ihr doch nur als Mahlzeit für das Wyvernjunge endet, zeigt unser Testbericht!

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Die Jagd beginnt

Doch wie kam es eigentlich zu dieser Begegnung mit den beiden Wyvern? Angefangen hat alles damit, dass ihr euch einen Jäger erstellt. Dieser befindet sich zusammen mit einigen Kollegen auf einem Schiff. Die Forscher wollen ein Phänomen bezüglich der Elder-Drachen untersuchen. Alle zehn Jahre fliegen diese gigantischen Wesen über das Meer und begeben sich in die neue Welt. 

Als Jäger hat dieses Phänomen für euch aber eher einen redundanten Stellenwert. Ihr wollt jagen! Und zwar nichts Geringeres, als den gigantischen Elder-Drache Zorah Magdaros. Der Zorah Magdaros ist ein riesiger laufender Vulkan, welcher seine Inspiration offensichtlich in Godzilla fand. Eins steht fest: Der Zorah Magdaros ist mit Abstand das gewaltigste Monstrum in Monster Hunter World. Ihr werdet diesen unter anderem dadurch bekämpfen, indem ihr auf ihn klettert.

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Der Zorah-Magdaros.

Bevor ihr euch aber schließlich diesem gewaltigen Unterfangen stellt, werdet ihr erstmal kleinere Jagdaufträge erledigen. Immerhin seid ihr sowas wie der Rekrut und die kleineren Monster eignen sich prima als Einstieg. Ebenso prima sind die ausführlichen Tutorials, die auch Serienneulinge angenehm ans Spielgeschehen heranführen. 

Im Zentrum steht die Siedlung Astera, wo ihr neue Ausrüstung schmieden und Versorgungsobjekte kaufen könnt. Hinzukommt die Möglichkeit, Quests anzunehmen und der Zusammenschluss mit anderen Spielern. Doch auch kleinere Aktivitäten wie der Anbau verschiedener Materialien sind möglich.


Vorbereitung ist alles

Für jeden Jagdauftrag solltet ihr euch entsprechend vorbereiten. Dazu gehört es auch euren Feind zu kennen. Damit ihr diesen überhaupt erst kennenlernen könnt, gilt es auf Expedition (freie Modus) und anderen Quests die hinterlassenen Spuren der Monster zu analysieren. Anhand dieser Informationen erstellt einer der Palico (Katzenwesen) in Astera für euch ein Monsterlexikon, in dem ihr allerhand Nützliches über die Bestien erfahrt. So könnt ihr beispielsweise nachlesen, an welchen Stellen das Wild besonders verwundbar ist oder worauf ihr euch einzustellen habt.

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Vorbereitung ist alles: Dazu gehört auch das Kochen von Fleisch über offenem Feuer.

Wenn ihr dies schließlich berücksichtigt und eure Rüstung entsprechend anpasst, könnt ihr vor dem Aufbruch noch eine Mahlzeit zu euch nehmen, die verschiedene Statuswerte erhöht. Natürlich solltet ihr immer eure Vorräte im Auge behalten und gegebenenfalls Fallen herstellen um euch das Unterfangen zu erleichtern.


Unzählige Waffen und Rüstungen

Alle Vorbereitungen abgeschlossen, begebt ihr euch schließlich mit eurem Palico als Begleiter auf die Jagd. Der Palico ist übrigens nicht bei euch, wenn ihr als dreiköpfige Online-Truppe unterwegs seid. Zu Beginn jeder Jagd befindet ihr euch in einem kleinen Lager, wo ihr nochmal verschiedene Sachen nachholen könnt, wie beispielsweise das Essen von Mahlzeiten. Eine Beutekiste gibt zudem für jeden Auftrag die benötigten Gegenstände und in eurem Zelt ist es möglich, die Ausrüstung nochmals anzupassen.

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Palico sind kleine niedliche Katzenwesen, welche euch unterstützen.

Solltet ihr schließlich die Fährte eines Monstrums verfolgt haben und entdeckt das gesuchte „Tier“, beginnt der Kampf. Jede Waffe besitzt unterschiedliche Statuswerte, Stärken und Schwächen. Einige bieten auch noch eine elementare Prägung, wie Feuer- oder Eisschaden.

Während Nahkampfwaffen nach einigen Angriffen mithilfe eines Wetzsteins neu geschärft werden müssen, besitzen Fernkampfwaffen verschiedene Munitionstypen.  Mit anderen Worten müsst ihr stets auf eure Ressourcen achten, damit ihr die Munition neu herstellen könnt. Zusätzlich erwarten euch noch unterschiedliche Munitionstypen, wie eine Gift- oder Lähmbeschichtung eurer Pfeile.

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Unterschiedliche Waffen stehen euch zur Monsterjagd zur Verfügung.

Dabei steht euch ein ordentliches Repertoire an Waffen zur Auswahl. Dieses reicht von riesigen Großschwertern, über flinke Doppelklingen, bis hin zu agilen Bögen. Ihr solltet euch darauf einstellen, dass die meisten Waffen sehr groß sind und ihr demnach etwas länger zum Angreifen braucht. 

Mit dem erbeuteten Kram von erlegten Viechern ist es euch im Anschluss schließlich bei der Schmiede gestattet, eure Waffen und Rüstungen aufzuwerten. Dabei stehen euch in beiden Punkten unzählige Variationen zur Verfügung. Neben der Hauptstory und dem Jagdrang – steigt mit laufendem Spielverlauf und schaltet neue Quests frei – setzt der Titel sein Hauptaugenmerk ganz klar aufs Sammeln und Herstellen. Wer also denkt, dass Monster Hunter World nach der Beendigung der Haupthandlung kein Weiterspielwert mehr bietet, der liegt falsch. Frei nach dem Motto „Das Ende ist erst der Anfang“ geht es jetzt erst richtig los.


Brecht die Körperteile

Welche Waffe ihr jetzt am besten nehmt? Das ist im Endeffekt natürlich eure Entscheidung. Euch sollte aber bewusst sein, dass jede Waffe einen unterschiedlichen Effekt auf die Monster hat. Obgleich der schwere Eisenhammer sich hervorragend dafür eignet, einen Drachen benommen zu machen und Körperregionen zu brechen, solltet ihr bei dem Vorhaben, Schweife abzutrennen, eher zum Großschwert greifen. 

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Teilweise stellen sich euch skurrile Kreaturen entgegen.

Lets ride the beast!

Um die gewaltigen Tierwesen schließlich in ihre Schranken zu weisen, stehen euch verschiedene Angriffe je nach Waffenart zur Verfügung. Alternativ stellt ihr zusätzlich noch Fallen her, mit welchen ihr euer Wild beispielsweise paralysiert oder mit Ranken zu Boden drückt. Habt ihr nicht gerade eine Waffe mit einem Schild ausgewählt, so könnt ihr einem heran eilenden Angriff lediglich mit einer Hechtrolle ausweichen.

Demgegenüber setzt ihr euren Widersachern enorm zu, wenn ihr über einen Vorsprung auf seinen Rücken springt und ihn mit schnellen Hieben zu Fall bringt. Ist der Gegner schließlich am Boden, könnt ihr nicht nur eine schnelle Abfolge von Angriffen durchführen, sondern verschafft euch auch noch ein wenig Luft um eure Waffe neu zu schärfen. Unterstützt werdet ihr dabei von eurem Palico, der euch mit Vitalwespen (heilt euch) oder Fallen fast optimal unterstützt. Leider reagiert der flauschige Freund nicht immer auf eure Befehle.

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Vorsicht: Einen Moment nicht aufgepasst, kann dieser Feueratem zu dem sicheren Bildschirmtod führen.

Wer seine bevorstehende Beute nicht töten möchte, hat die Chance, die Bestien zu fangen. Dafür gilt es das Monstrum im geschwächten Zustand in eine Falle zu locken und mit einer Beruhigungbombe zu zähmen. Keine Angst, ihr bekommt trotzdem Großteil der Beute am Ende einer Quest und habt zusätzlich noch die Möglichkeit, gefangene Tierarten in einer Spezialarena zu bekämpfen.


Irgendwo zwischen Drachen und Dinosaurier…

… da seid ihr! Monster Hunter World ist nicht nur der größte und umfangreichste Ableger der Reihe, sondern kann auch technisch überzeugen. Doch bevor wir schließlich auf die Technik zu sprechen kommen, wollen wir ein paar kurze Sätze über die Monster in Monster Hunter World verlieren.

Diese sind nämlich nicht nur sehr ansehnlich und hervorragend animiert, sondern handeln auch noch nach einem eigenen Ökosystem und folgen einer Nahrungskette. Aus diesem Grund kommt es während einer Jagd häufiger zu Revierkämpfen, was für euch gut und schlecht zugleich ist. Jagt ihr also gerade einen Anjanath und der Rathalos kreist über euch, so wird dieser aller Voraussicht nach in den Kampf eingreifen und dem Anjanath auf spektakulär inszenierte Art und Weise zeigen, wer der König des Dschungels ist. Auf der anderen Seite kann es bei dem Verfolgen des männlichen Rathalos dazu kommen, dass sein Weibchen das Gebiet anfliegt und euch zusätzlich mit Angriffen behagt. 

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Wo diese Klaue einschlägt, bleibt kein Stein auf dem anderen.

Online-Modus unnötig kompliziert

Wie bereits erwähnt, könnt ihr euch für diverse Quests auch mit anderen Spielern zusammenschließen. Was sich als cooles Feature entpuppt, wird zumindest auf der Xbox One zu einer unnötig komplizierten Tortur. Sicher, seid ihr einmal mit euren Freunden oder zufällig beigetretenen Jägern in der Wildnis unterwegs, ist alles gut. Um überhaupt soweit zu sein, erwartet euch aber ein steiniger Weg.

Wer also denkt, dass es reicht, seine Freunde einfach in eine Lobby einzuladen, der irrt. Vorerst müsst ihr nämlich dafür sorgen, dass ihr alle in der selben Instanz seid. Dafür ladet ihr die gewünschten Leute ein. Anschließend könnt ihr bei einer der vielen Questtafeln eure Quest bekanntmachen, wodurch sich euch anschließen. Bei Nebenaufgaben funktioniert das noch relativ gut, trotzdem wäre es schön gewesen, wenn es auch eine einfachere Methode gäbe.

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Mit mehreren Spielern macht die Jagd noch mehr Spaß.

Außerdem ist es auch nicht möglich, zusammen gezielt Expeditionen zu starten. Hierfür müsst ihr erst eine andere Quest starten, das Ziel erledigen und nach einem 60 Sekunden langen Timer zurück ins Lager gehen. Danach dürft ihr nach eurem freien Ermessen das jeweilige Gebiet erkunden und verschiedene Tiere erlegen.

Ebenfalls nicht ganz leicht ist das kooperative Spielen der Handlung mit einem Online-Freund. Logischerweise können Freunde nicht an Hauptquests teilnehmen, wo sie noch nicht gewesen sind, doch warum zwei Spieler auf dem selben Stand erst darauf warten müssen, bis der Bekanntmacher der Quest eine Zwischensequenz erreicht hat, bevor sie in der Lage sind beizutreten, bleibt uns ein Rätsel. Manchmal kommt es sogar vor, dass man den Hauptauftrag doppelt und dreifach spielen muss, weil es einfach nicht für alle Gruppenmitglieder zählt.


S.O.S. please someone help me…

Das Notsignal hingegen ist eine sehr coole Idee. Beispiel: Ihr hängt irgendwo an einer kniffligen Stelle fest. Lasst euch helfen, indem ihr ein Notsignal in den Himmel empor schießt. Mit etwas Glück gibt es jetzt einen Jäger, der sich am schwarzen Brett gerade zur Aufgabe gemacht hat, Notsignalen zu helfen. Dieser kann eurer Gruppe beitreten und schon erledigt ihr gemeinsam den Auftrag. Doch Vorsicht: Bei zunehmender Mitgliederzahl, werden auch die Monster stärker.

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In der linken Ecke, mit einer Spannweite gefühlt eines Minibusses, der Rathalos. In der rechten Ecke der Herausforderer, Anja „The Flamethrower“ nath! Da bahnt sich ein Revierkampf an.

Technisch gelungen

Technisch gibt sich Monster Hunter World fast keine Blöße. Die Atmosphäre vom Jäger und seiner Beute kommt zu jeder Zeit gut rüber. Auch die Animationen von Monstern und Charakteren wissen genau wie die einzelnen Areale zu überzeugen.

Der Titel läuft zu jeder Zeit flüssig und auch akustisch ist alles im grünen Bereich. Demzufolge hört man außerhalb des Kampfes das Auftreten größerer Monster. Im Kampf selber werden wir dann von einem melodisch passenden Soundtrack begleitet. 

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Der Groß-Jagras ist eines der ersten Wesen, welche es zu jagen gilt.

Obwohl Monster Hunter World zwar mit einer deutschen Synchronisation glänzt, passiert es in seltenen Fällen, dass die Stimmen nicht immer synchron sind. Hinzukommt leider die Tatsache, dass euer Avatar nicht ein einziges Wort spricht, sondern sich lediglich mit Gesten verständigt.


Fazit: Award

Monster Hunter World ist Entwickler Capcom fast perfekt gelungen. Die Monstervielfalt ist überwältigend und wird im Verlauf zunehmend herausfordernder. Vor allem das Jagen in einer Gruppe mit menschlichen Mitspielern macht eine ganze Menge Spaß, auch wenn das Zusammenstellen der Gruppe unnötig kompliziert ausfällt. Auch euer Palico könnte in manchen Situationen besser reagieren. Doch das ist Meckern auf enorm hohem Niveau.

Wer also mit dem Gedanken gespielt hat, in das bisher technisch hochwertigste Monster Hunter hineinzuschauen, sollte das auf jeden Fall in Angriff nehmen. Neulinge brauchen keine Scheu haben, da sie dank ausführlicher Tutorials angenehm an das Spiel herangeführt werden. Alles in Allem ist Monster Hunter World ein wirklich gelungenes Spiel, mit einem etwas zu komplizierten Lobby-System und kleinerer Fehlern, über die man aber hinweg sehen kann und sollte.


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