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PC Switch Tests

Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin im Test

Mit Monster Hunter Stories hat Capcom seine Erfolgsmarke auf eine neue Ebene gehoben und erstmals in einem neuen Look präsentiert. Dabei haben sie auf einen Gameplay-Mix irgendwo zwischen Final Fantasy und Pokémon zurückgegriffen, weiterhin aber zugleich auf altbekannte Spielmechaniken, wie das Crafting und Monstern der Monster Hunter-Reihe gesetzt. Aufgrund einer spannenden Handlung, des interessanten Gameplays und einem für viele ansprechenden Design, wird die Geschichte jetzt mit Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin in die nächste Runde geschickt. Ob es Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin schafft seinem Vorgänger den (Jäger-)Rang abzulaufen oder sein Dasein im Schatten des Erstlings fristen muss, verraten wir in unserem Test!

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Eine Insel Aufruhr – der Wächter des Waldes ist verschwunden

Das Spiel beginnt damit, dass ihr euch in einem Charaktereditor erst mal ein wenig austoben könnt. Hier lässt sich euer Rider nach Belieben erstellen und anpassen. Dafür steht euch eine überraschend große Auswahl verschiedener Anpassungen zur Verfügung. Darunter die Augenform oder Frisur. Damit ihr eurem Jäger auch noch den letzten Schliff verleihen könnt, greift ihr auf eine umfangreiche Farbpalette zurück, mit welcher ihr die ausgewählten Merkmale nach eurer Vorliebe entsprechend einfärbt. Keine Sorge, wenn ihr im Laufe des Abenteuers doch noch etwas verändern wollt, dann ist das auch kein Problem. Kurzum steht in eurem Haus eine Truhe bereit, bei welcher sich das Aussehen ändern lässt.

Monster Hunter Stories 2
Die Handlung wird immer wieder mit ansehnlichen Cutscenes erzählt.

Seid ihr schließlich damit fertig, startet ein Intro und euer Charakter findet sich auf der Insel Hakolo wieder. Auf dieser Insel wird gerade ein traditionelles Lichterfest gefeiert, bis sich auf einmal Himmel und Meer rot färben und die einzelnen Bewohner zurecht unruhig aufstoßen. Der Wächter des heiligen Waldes, Ratha, welcher die Insel in Einklang hält, erhob sich in die Lüfte und verschwand spurlos. Einzig das aus dem Wald flüchtender Wyverianer-Mädchen Ena blieb zurück. Zudem hatte der Wächter Ratha ihr ein Monsterei anvertraut, welches sie mit sich trägt.


Auf den Spuren eures Großvaters

Wie bereits angedeutet sind  die Bewohner des Dorfes besorgt. Gara, Oberhaupt des Dorfes und Rider Kayna entschließen sich dazu am nächsten Tag dem Verschwinden von Ratha au den Grund zu gehen und die daraus resultierenden Vorfälle im Wald zu untersuchen. Hier kommt ihr ins Spiel. Als Rookie unter den Ridern nehmt ihr das Erbe eures Großvaters, einem großen Rider vergangener Zeit, an und stößt kurzerhand als Unterstützung zu Gara und Kayna.

Monster Hunter Stories 2
Zusammen mit eurem Monstie durchstreift ihr unterschiedliche Gebiete.

Da ihr ein Neuling seid, bedarf dieses Vorhaben jedoch noch einiges an Ausbildung. Dies übernehmen Oberhaupt Gara und Kayna, welche euch auch zugleich einen Bindungsstein zur Verfügung stellen. Mit einem Bindungsstein könnt ihr eine Bindung zwischen euch und den sogenannten Monsties, Capcoms Pendant zu Pokémon und gleichzeitig quasi aus einem Ei ausgeschlüpften Monster des Monster Hunter-Universum, herstellen und aufbauen. Im Laufe eines längeren Tutorials bringt man euch den Gebrauch des Steins näher und ihr werdet angemessen an die Handhabung herangeführt. Natürlich erhaltet ihr hier im Laufe der Einführung schon euer erstes Monstie.


Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Monsties sind aber nicht nur knuffig und gute Freunde für euch, sie sind auch im Kampf und bei der Erkundung der Insel sehr nützliche Begleiter. Euer Monstie lässt sich nämlich fortan hervorragend als Reittier gebrauchen, wodurch ihr deutlich flotter von A nach B kommt. Aber nicht nur das. Je nach Typ kann euer Begleiter weiter springen, klettern, schwimmen oder sogar fliegen.

Auf eurem Weg werdet ihr immer wieder umherstreifende Monsties sehen. Jedoch werdet ihr schnell feststellen, dass irgendwas mit ihnen nicht stimmt. Ein roter Schleier umgibt sie und scheint eigentlich friedlich gesinnte Monster aggressiv reagieren zu lassen. Glücklicherweise seid ihr nicht alleine. Kurzum werdet ihr am Anfang auf den ersten Missionen noch von eurer Ausbilderin begleitet, die euch die die nötigen Kniffe für das erfolgreiche Leben als Rider vermittelt. 

Monster Hunter Stories 2
Erst mal rasten und die Aussicht genießen. Gerade in der PC-Version kommt der bunte Look hervorragend zur Geltung.

Ein wenig später trefft ihr dann auch zum ersten Mal auf Ena und es stellt sich heraus, dass sie und ihr Volk gut mit eurem Großvater befreundet sind. Zudem übergibt sie euch seinen Bindungsstein und bittet um Hilfe. Ebenso wie im Heimatdorf, soll auch in Enas Dorf das Verhalten der Monster anders als vorher sein. Gemeinsam segelt ihr über das Meer zu eurem neuen Abenteuer, wo ihr nicht nur Rathas Verschwinden, sondern ebenso dem mysteriösen roten Schleier auf den Grund geht.


Ein hilfsbereiter Rider ist ein guter Rider

Questen, grinden und craften ist schon in den Hauptteilen von Monster Hunter ein wichtiger Bestandteil des Gameplays. Das gilt auch für Monster Hunter Stories 2. Damit euch bei diesem Abenteuer nicht langweilig wird, könnt ihr im Dorf verschiedene Nebenquests annehmen. Diese entlohnen euch mit Geld, Materialien und natürlich Erfahrungspunkte. Viele der Quests findet ihr einfach ausgeschrieben am schwarzen Brett, einige jedoch müsst ihr persönlich von den Bewohnern abholen.

Zu den zähmbaren Monsties zählt natürlich die Crème de la Crème der Monster aus dem Monster Hunter Universum.

Mit dem Annehmen verschiedener Quest, erhaltet nicht nur nach dem erfolgreichen Abschluss nützliche Materialien, sondern werdet zusätzlich in die große weite Welt hinausgelassen, wo ihr den Aufträgen nachgeht. Je nach Tageszeit, die ihr vor dem bevorstehenden Trip zwischen Nachmittag und Dämmerung bestimmt, werdet ihr in der Wildnis unterschiedliche Monster und Gegenstände finden. Überall in den Gebieten wachsen unter anderem diverse Kräuter, liegen Knochen verwester Lebewesen herum oder nützliche Steine warten darauf von euch abgebaut zu werden, die ihr am Ende zum Craften von Rüstungen, Waffen oder für die Herstellung von Heilmitteln verwendet. Absteigen müsst ihr dafür übrigens von eurem Monstie nicht. Vieles lässt sich ganz bequem nebenbei beim Reiten einsammeln.

Die Nebenquests eignen sich großartig dafür, euren Rider für die Hauptquest vorzubereiten. Das nächste Ziel der Mainquest ist auf der Karte sichtlich gut in Rot gekennzeichnet. Sodass ihr euch wenn es euch beliebt jederzeit wieder auf diese konzentrieren könnt.


Los Rathalos, ich wähle dich!

Das Kampfsystem ist rundenbasiert und erinnert an eine Mischung aus Final Fantasy und Pokémon. Dadurch wird eine gewisse taktische Tiefe geschaffen und ihr habt genügend Zeit eure Aktionen zu planen und aufeinander abzustimmen. Wie bei den beliebten Taschenmonstern von Nintendo, haben die Monsties unterschiedliche Eigenschaften, die je nach gegenüberstehenden Typ effektiv oder weniger effektiv sind. Sind das bei Pokémon beispielsweise Feuer, Wasser oder Elektro, treffen bei Monster Hunter Stories 2 die Monstertypen Angriff, Technik und Geschwindigkeit aufeinander.

Das Kampfsystem bedarf am Anfang einiges an Eingewöhnungszeit, geht aber nach einigen Kämpfen gut von der Hand. Abseits der Standardangriffe trumpfen Monstie und Rider mit einigen (teils kombinierten) Spezialattacken auf. Außerdem dürft ihr bis zu drei Waffen ausrüsten, die im Kampf nach Belieben durchwechselbar sind.

Im Laufe des Kampfes greift ihr nicht nur auf die Kampfkraft eurer Monsties zurück, sondern benutzt auch unterschiedliche Waffen.

Handelt es sich bei dem Schlagabtausch um eine Erstbegegnung, wird euch die Lebensleiste des Gegners nicht angezeigt. Das kann unter Umständen etwas frustrierend sein, weil man einfach keinen Überblick für die momentane Lage im Kampf hat. Erst wenn ihr einem Gegner ein weiteres Mal begegnet, dürft ihr die Lebenspunkte eures Gegenübers einsehen.

Am Ende eines Kampfes erhaltet ihr bei der Bewertung Erfahrungspunkte, die im besten Fall zu einem Levelaufstieg führen und klassisch für das Genre neue Fähigkeiten für den jeweiligen Charakter freischalten. Obendrauf gibt es meistens noch nützliche Mats für euren Amboss.


Ihr könnt auch mehrere Monsties haben…

… und das macht auch Sinn. Immerhin kann jedes Monstie, wie weiter vorne im Test beschrieben, euch bei der Erkundung dank Flug- oder Schwimmfähigkeit helfen und ein Vorankommen deutlich erleichtern. Keine Sorge, ihr müsst keine Monsties mit irgendwelchen Bällen bewerfen und hoffen, dass sie drin bleiben. Viel subtiler sucht ihr einfach das Nest eines Monsters und klaut eines der Monstereier. Diese bringt ihr im Dorf zum Stallmeister, wo es ausgebrütet wird.

Die Flora und Fauna in den unterschiedlichen Gebieten bewegt sich sogar im Wind. Hier hat man ein Auge fürs Detail bewiesen.

In eurem Inventar könnt ihr mehrere Eier verstauen, sodass ihr nicht jedes Mal direkt nach einem Diebeszug zum Stallmeister zurückmüsst. Ihr solltet euch dabei übrigens ruhig verhalten, wenn das Elterntier nämlich aufwacht, bei eurem Clou, wird es euch verfolgen. Ab hier solltet ihr die Beine in die Hand nehmen und die Höhle schnellstmöglich verlassen. Insgesamt erwarten euch bei Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin 128 verschiedene Monsties. Von diesen 128 ist es möglich 81 zu besitzen. Darüber hinaus erweitert und unterstützt Capcom das Spiel immer wieder nützlichen Updates.


Ansehnliches buntes RPG mit schwammiger Kameraführung

Optisch überzeugt Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin mit einem kunterbunten Look und einer lebendig wirkenden detailreichen Welt. Gräser und Blätter bewegen sich im Wind und Monsties grasen über die Prärie, während ihr die Oberwelt auf dem Rücken eures Begleiters bereist. Die Bildrate ist  zumindest am PC zu jeder Zeit stabil und sorgt für ein flüssiges Spielerlebnis.

Endlich Feierabend: Im Dorf erhaltet ihr nicht nur zahlreiche Quests, sondern agiert zudem mit Dorfbewohnern und könnt euch etwas ausruhen.

Ganz anders verhält es sich mit der Version für die Nintendo Switch. Hier schleichen sich unscharfe Texturen und Slowdowns immer wieder mit ein. Grund für Kritik bietet allerdings auch die schwammige Kameraführung. Das sorgt dafür, dass man nicht immer alles direkt überblicken kann, weil zwischen Eingabe und Ausführung ein unangenehmer Delay vorhanden ist.

Ungeachtet davon begleitet euch ein zu der Atmosphäre beitragender und stimmiger Soundtrack, welcher angenehm ins Ohr geht und die jeweilige Situation angemessen begleitet.


 

 

 

 

 

 

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