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Switch Tests

Miitopia (Nintendo Switch Version) im Test

Mit Miitopia ist ein weiterer Nintendo 3DS-Klassiker als Umsetzung in diesem Jahr auf Nintendo Switch gelandet. Dank HD-Facelift erstrahlt das skurrile Rollenspiel nun mit knackigen Texturen, aufgemotzter Auflösung und neuen Details auf der Hybridkonsole. Doch vor allem der geniale Humor in Verbindung mit dem mächtigen Charakter-Editor erweisen sich am Ende als die große Stärke des Titels. Was euch Abseits der genannten Faktoren in Miitopia erwartet, verraten wir euch in folgendem Testbericht.

 

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Abenteuerreise im Land der Gesichtslosen

Die Geschichte von Miitopia ist schnell erzählt. Zu Beginn des Abenteuers stiehlt der Dunkle Fürst den Bewohnern des Königreichs „Miitopia“ ihre Gesichter und stattet seine Monsterschar mit den jeweiligen Visagen aus. Somit liegt es an euch und eurem Mii die jeweiligen Antlitze der Bevölkerung zurück zu holen und den Dunklen Fürst für seine Taten zu bestrafen. Was jetzt storytechnisch nicht wirklich außergewöhnlich klingt, erweist sich letztlich als eine irrwitzige Abenteuerreise, die von einem außergewöhnlichen Humor und vielen Einzeilern vorangetrieben wird und Miitopia zu einem echten Unikat werden lässt. 

Der zweite Clou von Miitopia liegt in dem opulenten Charakter-Editor. So können alle Rollen in eurem Helden-Team, zahlreicher NPC’s und natürlich auch des Dunklen Fürsts‘ von Mii-Charakteren besetzt werden. Dadurch entstehen unglaublich witzige Situationen und ein ganz spezielles Flair, welches man so in dieser Form ansatzweise nur aus dem Nintendo 3DS-Klassiker Tomodachi Life kennt. Neben der Möglichkeit bereits erstellte Mii-Charaktere von eurer Nintendo Switch zu nutzen, könnt ihr im Editor neue Charaktere erstellen oder diese beispielsweise über eine Code- beziehungsweise Downloadfunktion von anderen Miitopia-Nutzern beziehen. Erweitert wird der Charakter-Editor durch spezielle Make-Up-Funktionen, mit denen ihr die Gesichter noch individueller gestalten könnt. Dadurch ist es nicht unwahrscheinlich, dass an eurer Seite virtuelle Alter Egos bekannter Serien- und Videospielhelden in die Schlacht ziehen und so eure Lachmuskeln ein ums andere Mal strapazieren. 

Den genutzten Charakteren weist ihr typische Attribute zu ihrem Wesen und eine Helden-Klasse zu, die sich auf deren Kampfverhalten im Spiel auswirken. Neben klassischen Rollen wie Krieger, Magier und Co. gibt es auch einen Koch, eine Katze und einen zwielichtigen Unhold. Jede Klasse bietet dabei ihre ganz eigenen Besonderheiten, die es im Spielverlauf clever zu nutzen gilt. 

Unser Heldentrupp stellt sich dem Dunklen Fürst.
© Nintendo

Rundenbasierte Kämpfe & lineare Erkundungen

Miitopia ist ein familienfreundliches Rollenspiel, dass bei weitem nicht den Tiefgang eines Bravely Default 2 oder Dragon Quest XI erreicht. Vielmehr eignet sich das Spiel als kurzer Snack, den man immer wieder für ein paar Minuten spielen kann. Über eine Oberwelt gelangt ihr in die einzelnen Level beziehungsweise Dungeons. In diesen agieren eure Mii selbstständig und laufen von links nach rechts. Auf ihrem Weg treffen unsere Helden immer wieder auf Monster. In diesen Momenten schaltet das Spiel in den Kampfbildschirm um. Die Kämpfe in Miitopia verlaufen rundenbasiert. Dabei habt ihr allerdings nur Einfluss auf die Aktionen eures eigenen Charakters. Eure Partymitglieder agieren eigenständig. Einzig in eine Ruhezone können diese von euch verfrachtet werden, um sich von Statusbeeinträchtigungen zu erholen. 

Der Titel führt euch mit Bedacht und kontinuierlich an die einzelnen Raffinessen des Kampfsystems heran, welches neben normalen Angriffen natürlich auch magische Aktionen und den möglichen Einsatz von sogenannten HP-, TP- und Lebensstreuern bietet. Mit diesen können Lebens- und Magiepunkte wieder hergestellt und Teammitglieder wiederbelebt werden. Für absolvierte Kämpfe erhält euer Team Erfahrungspunkte und die Charaktere können aufgelevelt werden. Dadurch erlernen eure Helden immer neue Aktionen und durch zwischenmenschliche Bindung zwischen den Teammitgliedern können Spezialaktionen getriggert werden. 

Neben den Kämpfen erwarten euch in den einzelnen Gebieten unter anderem auch mal Abzweigungen, versteckte Schätze und auf Dauer leider sehr repetitive Dialoge. In diesen Momenten zeigt sich recht deutlich, dass Miitopia ursprünglich als Handheld-Spiel konzipiert wurde und sich daher eher für kurze Spielpartien anbietet. Am Ende einer jeden Erkundung treffen unsere Helden an einem Gasthof ein. Hier können die sozialen Geflechte zwischen den Helden aufgebaut werden. So stecken wir sie unter anderem gemeinsam in ein Zimmer und erfüllen individuelle Wünsche. Selbst Ausflüge und kleinere Glücksspiele stehen auf dem Programm, um für Abwechslung zu sorgen und die sozialen Bande zwischen unseren Helden zu stärken. 

Etwas mehr spielerische Abwechslung kommt durch die besuchbaren Städte ins Spielgeschehen. Hier könnt ihr euch weitgehend frei mit eurem Charakter bewegen und mit den NPC’s Gespräche führen. Hin und wieder ergeben sich dadurch auch ein paar Nebenquests, bei denen ihr dann die verloren gegangenen Gesichter zurückerobern müsst. Neu in der Switch-Umsetzung ist das Pferd. Selbiges gesellt sich nach etwas Spielzeit zu eurem Heldentrupp und greift hin und wieder helfend in den Kämpfen ein.

Zusammenhalt im Team ist einer der Erfolgsfaktoren in Miitopia.
© Nintendo

Fazit: 

Miitopia ist auf Nintendo Switch wie schon auf dem Nintendo 3DS ein witziges Rollenspiel für zwischendurch, dass sein großes Potenzial aus dem umfangreichen Editor und abgedrehter Situationskomik schöpft. Die spielerische Tiefe und vor allem Abwechslung hält sich allerdings in Grenzen. Miitopia ist eher ein Spiel für Gelegenheitsspieler, die immer wieder nur kurze Spielrunden einlegen wollen. Leider stellen sich bei vielen Situationen und Dialogen schnell Wiederholungen ein, die aber durch die erwähnte Komik gut kompensiert werden. Wer Rollenspiele mag und sich gern in Charakter-Editoren austobt, kann einen Blick auf Miitopia auf Nintendo Switch riskieren. Im Vergleich zum Original punktet an dieser Stelle vor allem die aufpolierte Präsentation, die viel Charme versprüht.


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