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Masters of Anima Review

Mit Masters of Anima veröffentlichte Focus Home Interactive einen ganz besonderen Genre-Mix. Dabei erinnert der Titel stark an Pikmin oder Overlord und kombiniert einige Spielelemente aus Rollen- und Strategiespielen. So gilt es beispielsweise mit Hilfe der Lebensenergie Anima Verbündete zu beschwören und verschiedene Aufgaben zu meistern. Ob sich der Newcomer dabei mit den großen Vorbildern messen kann, zeigen wir euch anhand unseres Reviews!


Immer dieser Prüfungsstress

Das Spiel setzt von der Handlung an dem Punkt an, wo unser Hauptcharakter Otto sich gerade auf dem Weg macht, um seine Prüfung des Formers zu bestehen und dadurch bestenfalls zu einem Meister des Anima aufzusteigen. Demnach verabschiedet er sich also gut gelaunt und voller Hoffnung von seiner Verlobten Ana und macht sich auf den Weg. Habt ihr schließlich den ersten kleinen spielbaren Fußmarsch durch den Wald hinter euch gebracht und die eine oder andere Blume für eure Zukünftige in Form einer Nebenquest gepflückt, findet sich Otto an einem Tempel wieder. An dem Fundament wartet auch schließlich euer Prüfer, welcher euch direkt in den „Prüfungssaal“ durchwinkt.

Während Otto alle Hände damit zu tun hat den Test des alten Meisters zu bestehen, macht sich das Böse bereits bereit zum Angriff. Der mysteriöse Schurke Zahr und seine bösartigen Golems kündigen sich an. Sein Plan ist es, sein Anima zu verstärken um Angst und Schrecken über das gelobte Land Spark zu verbreiten. Leider macht er auch vor Ottos Verlobten kein Halt und schafft es schließlich vor seinen Augen ihre Essenz zu rauben und in drei Teile zu spalten. Jetzt liegt es an Otto seine Verlobte und vielleicht auch die ganze Welt zu retten.


Was ist ein Former?

Was ist jetzt eigentlich ein sogenannter Former? Am einfachsten lässt es sich wohl mit dem Wort Beschwörer beschreiben. Ein Former ist dazu bemächtigt mit seinem Anima (vergleichbar mit Mana) und dem mächtigen Former-Stab sogenannte Wächter zu beschwören. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen, wie beispielsweise robusten Schildträgern oder leichtfüßige Bogenschützen.

Ihr steuert Otto dabei aus einer isometrischen Vogelperspektive. Damit ihr eure Untertanen anständig navigieren könnt, bedient ihr euch der Hilfe eines vor euch herschiebenden blauen Cursors. Alternativ lassen sich Gegner per Knopfdruck einfach anvisieren, sodass ihr nicht erst mit dem „Zeiger“ diese anpeilen müsst. Dadurch werden die Kämpfe ein wenig vereinfacht.

Masters of Anima
Das Navigieren der einzelnen Einheiten ist das A und O.

Demzufolge ist euch möglich einzelne Soldaten, Einheiten der gleichen Art oder alle, beziehungsweise eine bestimmte Anzahl von Einheiten, zu befehligen. Dafür lässt sich per Knopfdruck ein immer wachsender Ring erschaffen. Jede Einheit, die sich innerhalb dieses Radius befindet, wird schließlich ausgewählt (kennt man aus anderen Strategiespielen). Ebenso könnt ihr mit einem einfachen Tastendruck dafür sorgen, dass sich eure Mannschaft bei euch sammelt. Die Steuerung auf der Konsole kann den Spieler gerade in brisanten Situationen das ein ums andere Mal überfordern und bietet ein gewisses Frustpotenzial.

Zusätzlich ist unser Protagonist in der Lage sein Schwert zu schwingen, was aber nicht sonderlich viel Schaden verursacht. Viel eher zerschlagt ihr damit zerstörbare Objekte.


Einige Rätsel erwarten euch in Spark

Zu Beginn des Spiels ist die Grenze der zu beschwörenden Gehilfen noch relativ übersichtlich und auf 25 Einheiten begrenzt, steigt aber im weiteren Spielverlauf stetig an, sodass ihr irgendwann in der Lage seid bis zu 100 Helfer gleichzeitig zu befehligen. Ähnlich wie die Pikmin haben auch die einzelnen Wächterarten unterschiedliche Fähigkeiten. Demnach können Schildträger den Gegner beispielsweise betäuben, während andere Wächtertypen euch und ihre Verbündeten heilen.

Die Untergebenen erweisen sich besonders praktisch, wenn es darum geht verschiedene Rätsel zu lösen. Zum Beispiel müsst ihr mit einer bestimmten Anzahl von Soldaten Statuen auf leuchtende Bodenflächen schieben. Angenehm ist hierbei, dass die Rätsel mit zunehmender Spieldauer immer kniffliger ausfallen, aber niemals unlösbar erscheinen.

Masters of Anima
Im Laufe des Spiels lassen sich weitere Wächter freischalten.

Damit ihr aber erst mal in der Lage seid, überhaupt ein Helferlein zu beschwören, müsst ihr Anima sammeln. Dieses findet ihr unter anderem in zerstörbaren Objekten, ab und zu liegt es aber auch einfach so herum. Ihr könnt auch bestehende Wächter opfern und erhaltet die verbrauchte Menge an Anima zurück.

Zwar handelt es sich bei Masters of Anima keineswegs um eine offen begehbare Spielwelt, dennoch lohnt es sich die einzelnen Spielabschnitte ein wenig zu erkunden. Oftmals findet man versteckte Abzweigungen, welche euch gerne mal mit Artefakten belohnen. Diese können zum Beispiel eure maximale Gesundheit oder Anima-Kapazität erhöhen. Wie viel Anima ihr sammeln könnt, erkennt man am unteren Bildschirmrand in Form von aneinander hängenden Kreisen.


Hinfort mit dir, du bösartiger Golem!

Wenn ihr mit Otto nicht gerade damit beschäftigt seid durch die Gegend zu laufen oder irgendwelche Rätsel zu lösen, kommt es auch schon mal zu der einen oder anderen Konfrontation mit Zahrs Golems. Zumeist werden die Kämpfe dabei mit einer kurzen Sequenz eingeläutet. Relativ schnell fällt auf, dass eure Feinde mit zwei verschiedenen Anzeigen auftrumpfen. So habt ihr zum einen die standardgemäße Lebensanzeige und zum anderen einen sich stetig leerenden Wutbalken. Ist Letzterer komplett aufgebraucht, wird der Golem sauer und die Kämpfe zunehmend schwerer. Schlussfolgernd gilt es also das Konstrukt auszuschalten, bevor dieser Fall eintritt.

Masters of Anima
Während der Handlung erwarten euch unterschiedliche Areale.

Die einzelnen Gegnerarten weisen dabei unterschiedliche Angriffsmuster und Spezialangriffe auf. Meistens werden diese mit rötlichen Kreisen auf dem Boden angekündigt und es gilt schleunigst etwas dagegen zu unternehmen. Das heißt, ihr zieht eure Einheiten aus den Kreisen zurück oder sorgt mit einer Spezialfähigkeit dafür, dass der Angriff unterbrochen wird. Beim letzteren Manöver liegt es an Otto sich zu seinen Einheiten zu begeben und diese per Knopfdruck zu aktivieren. So lassen sich zum Beispiel gefährliche Schockwellen mit gezielten Schildhieben der Ritter unterbrechen oder die Pfeile der Bogenschützen magisch verstärken.


Das wird mir zu viel!

Was bei einem Gegner dabei noch relativ übersichtlich und einfach erscheint, kann aber schnell zu einer frustrierten Hektik führen, sobald mehrere Golems auf der Bildfläche erscheinen. Irgendwann leuchten überall rote Stellen auf. Beispielsweise lädt ein Ungetüm zur Schockwelle auf, ein anderer behagt euch mit Steinschlägen, während der nächste Widersacher sich an euren Bogenschützen zu schaffen macht. Diese Hektik und der aufkommende Stress sind dabei äußerst unangenehm und nicht immer klappt alles so, wie es angedacht ist. Alles in allem kann man sagen, dass die Kämpfe teilweise blitzartige Reflexe und gutes vorausschauendes Denken abverlangen.

Zum Abschluss eines Kampfes werdet ihr basierend auf euren Fähigkeiten bewertet und mit Erfahrungspunkten belohnt. Am Ende eines Kapitels könnt ihr dann Otto oder seine Einheiten verbessern. Ihr bekommt die Punkte übrigens auch durch das Abschließen kleinerer Nebenmissionen.


Technisch solide

Technisch betrachtet, macht Masters of Anima einen soliden Eindruck. Optisch ist der Titel vollkommen in Ordnung, bietet aber zu keiner Zeit einen „Wow-Effekt“. Ansonsten läuft das Spiel auf der Xbox One selbst bei einer Vielzahl von Effekten und Einheiten ruckelfrei.

Ein passender Soundtrack begleitet die stimmige, wenn auch einfache Geschichte. Zudem ist so gut wie jeder Dialog mit einer englischen Tonspur unterlegt. Deutsche Bildschirmtexte sind ebenfalls vorhanden.


Fazit: Award

Masters of Anima erfindet das Rad nicht neu, bedient sich aber gekonnt an den Stärken von anderen Ablegern des Genres. Die Handlung ist sehr einfach gestrickt, wird aber durch die liebevollen Charaktere und der hervorragenden Vertonung sympathisch inszeniert. Gelungen sind vor allem die zahlreichen Rätseleinlagen, welche nach und nach immer knackiger werden.

Demgegenüber stehen allerdings sehr lineare Welten, wo es abgesehen von einigen abweichenden Wegen nicht viel zu entdecken gibt. Zudem wirkt die Steuerung etwas überladen und gerade in hektischen Augenblicken verliert man gerne einmal den Überblick.

Nichtsdestotrotz schafft es Masters of Anima den Genre-Spagat zwischen Rollen- und Strategiespiel würdig zu vertreten. Wer sich also gerne einer Herausforderung stellt und für die Spiele wie Pikmin, Overlord oder Little King’s Story zu begeistern ist, der wird auch mit Masters of Anima seinen Spaß haben!


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