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Switch Tests

Manticore – Galaxy on Fire Review

Ursprünglich erschien Manticore – Galaxy on Fire erstmalig im Jahre 2016 kostenlos für Mobiltelefone und versprach dank hervorragender Steuerung hitzige Weltraumschlachten. Jetzt wurde der Titel schließlich auch für die Nintendo Switch portiert. Dabei punktet der Shooter vor allem mit überragender Weltraumoptik und bietet selbst im Handheld-Modus stabile 60 Bilder pro Sekunde. Damit dürfte das Gerüst für ein sagenhaftes Weltraumspektakel schon mal gestellt sein. Warum dieses allerdings kurz davor ist, wie ein Kartenhaus in sich zu zerfallen, verrät euch unser nachstehender Testbericht!

Manticore - Galaxy on Fire
Wenn ihr auf das Bild klickt, gelangt ihr zu dem Launch-Trailer.

Verschenktes Potenzial

Im Fokus der Handlung steht eine ferne Zukunft, in welcher jegliche Lebensformen miteinander im Einklang leben. Sie handeln zusammen, teilen ihr Wissen miteinander und verbünden sich, wenn Gefahr droht. Allem voran hätte das der Beginn einer eigentlich hervorragenden Sci-Fi-Handlung sein können.

Doch erst mal weiter im Text: Ein politisches Gipfeltreffen steht an. Während der Zusammenkunft der großen Oberhäupter führt eines zum anderen und eine gigantische Explosion sorgt für die Zerstörung eines ganzen Planeten. In der Rolle eines charakter- und namenlosen Piloten liegt es fortan an euch, die Verantwortlichen hinter diesem Attentat zu entlarven. Folglich steigt ihr in euer Cockpit und bekriegt euch mit einer Vielzahl an Weltraumkriminellen um Informationen über den Anschlag zu sammeln. An eurer Seite ist dabei stets der riesige namensgebende Sternenkreuzer – die Manticore.

Manticore - Galaxy on Fire
Übersichtliche Menüs navigieren euch von Mission zu Mission.

Das klingt doch alles sehr gut. Wäre da nicht die eine Sache, dass der Sci-Fi-Shooter jeglichen Charakter (eigener Pilot eingeschlossen) vollkommen undurchleuchtet lässt.  Lobend ist hierbei die Tatsache, dass so gut wie jedes Wort im Spiel auch vertont wurde. Anstatt man dieses Potenzial dafür nutzt um die Handlung voranzutreiben und ein wenig auf die einzelnen Figuren einzugehen, setzt der Titel viel eher auf den Versuch krampfhaft humorvolle und unpassende Dialoge zu liefern. Hintergrundwissen eignet ihr euch lediglich in langweiliger Textform über ein liebloses Dokumentenarchiv an.


Auf in die Schlacht

Während ihr der Haupthandlung des Spiels folgt, bekommt ihr es immer wieder mit diversen Schergen zu tun. Damit ihr nicht schutzlos seid, stehen euch diverse Manöver und Waffen zur Verfügung. Im Grunde genommen orientiert sich Galaxy on Fire  hierbei stark an anderen Weltraumshooter. Anhand verschiedener Anzeigen auf eurem HUD könnt ihr so euren Munitionsvorrat, wie auch euren Lebens- und Schildstatus überblicken. Zudem verfügt euer Gleiter beispielsweise über unterschiedliche Arten von Raketen und Projektilen, welche je nach Gegnerart mehr oder weniger Schaden verursachen.

Manticore - Galaxy on Fire
Schlachten gewinnt ihr, indem ihr euer Feuer immer im roten Kreis haltet.

Um die KI-Feinde zu treffen, gilt es mit einem Fadenkreuz auf einen roten Kreis zu zielen, damit eure Geschosse trotz Vorhalten den Weg in ihr vorgesehenes Ziel finden. Alternativ lassen sich die Schergen auch noch mit Verfolgungsraketen anpeilen.


Anspruchslose Gegenspieler

Solltet ihr euch selber einmal im Kreuzfeuer befinden, weicht ihr dem Beschuss mit eleganten Fassrollen aus. Zusätzlich zu der Fassrolle dürft ihr natürlich genretypisch die Geschwindigkeit eures Fliegers erhöhen oder drosseln.

Die Steuerung der mobilen Vorlage wurde dabei optimiert und zugänglich auf die Switch übertragen. Anders sieht es da schon mit dem Schadensmodell und der Kollisionsabfrage aus. Dementsprechend prallt ihr von Hindernissen oder anderen Kreuzern einfach ab, ohne größeren Schaden zu nehmen. Außerdem hätte ein sicht- und merkbares Schadensmodell dem Spiel außerordentlich gut zu Gesicht gestanden. Stattdessen zieht ihr euch nach einigen gefangenen Treffern einfach für ein paar Sekunden zurück, wodurch sich euer Schild erneut regeneriert. Unbeschadet dessen nehmt ihr anschließend wieder an dem Kampf teil.

Manticore - Galaxy on Fire
Technisch weiß Manticore – Galaxy on Fire auf der Nintendo Switch zu überzeugen.

Überdies macht die KI leider auch nicht den besten Job. Ähnlich wie Galaxy on Fire mit seiner Handlung umgeht, hantieren auch die feindseligen Gleiter. Meistens fliegen diese einfach nur stumpf auf euch zu und schaffen es dementsprechend zu keiner Zeit einen wirklichen Anspruch zu vermitteln. Die Gefechte fallen dadurch selbst auf dem schwersten Schwierigkeitsgrad zu anspruchslos aus. Selbst die abschließenden Bosse eines Levels stellen kaum eine Gefahr dar und werden kurzerhand zu eurem Kanonenfutter degradiert.


Sammeln bis zum Einschlafen

Außerhalb der Haupthandlung ist es euch zudem gestattet, dank eines übersichtlichen Menüs, auf die ein oder andere spaßige Nebenaktivität zurückzugreifen. So gibt es verschiedene Nebenmissionen, wie die Verteidigung eines Mutterschiffs, auch noch den freien Flug durch bereits absolvierte Gebiete. Obgleich die optionalen Missionen rudimentär erscheinen, stellen sie im Vergleich zum redundanten freien Modus dennoch eine gelungene Abwechslung dar.

Manticore - Galaxy on Fire
Innerhalb des Spiels könnt ihr euer Schiff verschieden modifizieren.

Im Letzteren bewegt ihr euch zusammen mit einer Drohne durch einen relativ kleinen Sektor. Innerhalb des Areals vermittelt euer Begleiter euch mithilfe von unterschiedlichen Farben (gelb=etwas ist in der Nähe, grün=das Objekt ist ganz nah) zu einem der zahlreichen Sammelobjekte. Kurzum lassen sich damit neue Schiffe herstellen oder bereits vorhandene Schiffe aufbessern und optimieren. Insgesamt erwarten euch dementsprechend über 20 Schiffe. Was sich hier zwar im ersten Lesegang durchaus noch sehr innovativ liest, entpuppt sich im Laufe des Spiels als ein Unterfangen, welches metaphorisch zäher als Kaugummi ist.


Technisch fast fehlerfrei

Erfreulich dagegen ist die technische Leistung, welche der Titel an den Start legt. Demnach läuft Galaxy on Fire zu jeder Zeit, selbst im Handheld-Modus, mit stabilen 60 Bildern pro Sekunden. Trotz der Tatsache, dass einige Texturen bei näherer Betrachtung etwas matschig ausfallen, steht die Weltraum-Grafik dem Spiel sehr gut zu Gesicht. Wuchtige Waffensounds und eine zugängliche Steuerung runden die ganze Ballerei schließlich noch ab.


Fazit:

Manticore – Galaxy on Fire hätte das Zeug zu einem ganz großen Überraschungshit gehabt, verschenkt auf diesem Weg aber einiges an Potenzial. Obwohl euch eine tolle Präsentation und gelungene Steuerung erwartet, merkt man dem Spiel leider zu jeder Zeit seine mobile Herkunft an. Schlachten laufen immer nach demselben Schema ab, die Handlung, wie auch die Charaktere werden nur blass bis gar nicht durchleuchtet und auch die Sucherei in dem freien Spielmodus kann einfach nicht die erwartete Innovation und Motivation hervorrufen. Wenigstens bietet das Spiel, anders als seine Vorlage, keine Mikrotransaktionen.


 

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