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Hardware

Lioncast LX55 Gaming Headset im Test

Mit dem Lioncast LX55 haben wir uns ein Gaming Headset in der unteren Preisklasse einmal genauer angeschaut. Über mehrere Wochen hatten wir das Headset im Praxistest im Regelbetrieb. Der folgende Test verrät euch ob das Lioncast LX55 geeignet ist, um auch bei knappem Budget guten Gaming-Sound zu bieten.

Lioncast LX55


Ausgepackt – Dies findet ihr im Paket des Lioncast LX55 Gaming Headset 

Das Headset wird von Lioncast solide verpackt geliefert. Neben dem Headset selbst sind auch das abnehmbare Mikrofon für Sprachchat und zwei Klinkenstecker im Lieferumfang enthalten. Konsolenspieler werden wohl hauptsächlich das Kabel benötigen, welches das Headset über einen einfachen 3,5 mm Klinkenstecker direkt mit dem Controller der Konsole oder alternativ auch mit Tablet oder Smartphone verbindet.

Positiv ist festzuhalten: Das Kabel ist auch am Headset lediglich über einen Stecker verbunden, beziehungsweise liegt der Verpackung gesondert bei, sodass es sich, im bei Headsets allgemein häufigen Fall eines Kabelbruchs, kostengünstig ersetzen lässt. Diesen Komfort bieten eher wenige Headsets in der unteren Preisklasse, zu der sich das Lioncast LX55 mit einer UVP von 59,95 € zählen lässt. Dieses Kabel bietet eine Länge von etwa 1,40 m. Auf die beworbenen 3,65 m Kabellänge werdet ihr erst kommen, wenn ihr das zweite Kabel als Verlängerung nutzt. Dieses wird aufgesplittet, sodass man das Lioncast LX55 auch am PC mit gesonderten Steckplätzen für Mikrofon und Kopfhörer bequem nutzen kann.

Dank der zusätzlichen Länge kommt ihr auch sehr bequem hinter den PC und habt massig Kabel übrig um euch frei zu bewegen. Die entgegen des Werbeversprechens eingeschränkte Kabellänge sollte für Xbox und Playstation Spieler aber ebenso ausreichen, wie für Nintendo Switch Spieler im Handheld Modus. Nur klarer kommunizieren hätte man dies seitens Lioncast durchaus können.


Verarbeitung und Komfort des Lioncast LX55 Gaming Headset 

Das Lioncast LX55 wirkt bis auf kleine Schwächen vom ersten Augenblick an weitaus hochwertiger verarbeitet, als es der niedrige Preis vermuten lässt. Die beiden großen Ohrmuscheln sind mit Kunstleder überzogen. Der metallene Bügel ist mit Sicherheit nahezu unzerstörbar und dank Memory-Foam-Polsterung dennoch bequem zu tragen. Verbindungsstücke muss man suchen, so sauber passt hier alles zusammen. Kein Wackeln, kein Knirschen und schon gar keine offensichtlichen Kanten. Hier können wir nichts kritisieren.

Abstriche am Headset selbst muss man lediglich bei etwas spezieller Kopfform unter Umständen machen. Denn die oft hergenommenen Gelenke, welche das freie Drehen der Ohrmuscheln ermöglichen hat das LX55 von Lioncast nicht. Mir und weiteren Testpersonen passte das Headset dennoch perfekt. Mit dem Verzicht auf diese Gelenke wurde auch eine typische Schwachstelle ausgelassen, was die Haltbarkeit nochmals erhöhen dürfte.

Lioncast LX55

Die Kunstleder-Bezüge sorgen nach sehr langen Gaming Sessions für merklich warme Ohren, sodass man durchaus versucht ist hin und wieder durch zu lüften. Davon abgesehen ist der Tragekomfort allerdings auch auf lange Sicht exzellent. Verglichen mit anderen Modellen, die auf kleinere Ohrmuscheln und Kunststoff statt Metall setzen, wirkt das 305 Gramm schwere Headset zwar mächtig, durch seine gute Polsterung aber nicht unangenehm. 

Brillenträger sollten beim Tragekomfort zwar keine Wunder erwarten, das Lioncast LX55 überzeugte uns aber zumindest beim Kurzzeittest mit Brille davon, dass auch diese auf ihre Kosten kommen können. Die Polsterung um die Ohrmuscheln gibt ausreichend nach um den Bügel “hindurch zu lassen” und baut nicht zu viel Druck auf.


Kabelsalat 

Die Kabel sind nicht etwa gummiert, sondern mit Stoff überzogen und etwas starr. Das mag einerseits zu enge Windungen der Kabel verhindern und Kabelbrüche zumindest herauszögern. Andererseits werden verdrehte Kabel und daraus resultierende störrische Schlaufen noch mehr zum Feind, als sie es bei vielen ohnehin schon sind. Auch wer gerne mal sein Getränk im Gefecht etwas verschüttet wird sich das gute alte Gummi schnell zurückwünschen. Auf der Haben-Seite verzeichnet das Lioncast LX55 Gaming Headset hingegen, dass auch diese Kabel den insgesamt hochwertigen haptischen und optischen Eindruck nochmals verstärken, der locker eine Preisklasse höher sein könnte. 

Einen ausdrücklichen Bruch ins Negative mit dieser soweit gelungenen Gesamtpräsentation bis zu diesem Punkt bietet die Kabelfernbedienung. Die hängt als Kunststoffklumpen unschön im oberen Bereich des Kabels, wirkt nicht sonderlich gut verarbeitet und bietet keinerlei moderne knöpfe. Die Lautstärke wird hier noch umständlich über ein Rädchen justiert. Ein recht unkomfortabler Schiebe-Schalter aktiviert oder deaktiviert das Mikrofon. Hier findet sich ganz klar einer der Abstriche, die man in der unteren Preisklasse  beinahe erwartet.


Das Mikrofon 

Das Mikrofon lässt sich abnehmen oder anschließen und dann frei am Mund positionieren. Der Mikrofonarm ist hierzu ausreichend lang und zeigte auch im Langzeittest keine Schwächen. Verglichen mit anderen Geräten ist uns aufgefallen, dass Hintergrundgeräusche weitaus deutlicher mit in den Chat gesendet werden, als wir dies bis jetzt gewohnt waren. Diese Information wird vor allem für Familien oder Paare interessant sein, die gerne mit zwei Konsolen im selben Zimmer spielen und chatten. Hier ist ein Echo garantiert. Für alle anderen dürfte sich dies alles noch im akzeptablen Bereich bewegen. Dies gilt sofern man nicht gerade von spielenden Kleinkindern umgeben ist.

Lioncast LX55

Abgesehen davon wurde uns die Sprachqualität von unseren Mitspielern in der Regel als sehr gut bestätigt. Ein Eindruck der sich erhärtete als wir unseren eigenen Stream mit nochmals anhörten, den wir zum Test starteten und eine kleine Aufnahme zum Test am PC erstellten. Der Schaumstoffüberzug des Mikrofons, den wiederum viele andere Gaming Headsets in dieser Preisklasse nicht bieten, senkt zudem die Gefahr versehentlich ins Mikrofon zu atmen und bei den Mitspielern Erinnerungen an Star Wars zu wecken.


Was bekommen Audiophile Gamer zum Sparpreis? – So klingt das Lioncast LX55 

Das Lioncast LX55 Gaming Headset muss sich aber natürlich auch an dem messen, was das Erleben im Spiel ausmacht: Den Klang. Und hier wissen die 53 mm High-Performance-Neodym Treiber zu gefallen, die einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20.000 Hz abdecken. Uns konnte das Klangbild überzeugen. Töne kommen sauber im Ohr an und erzeugen ein insgesamt rundes Klangbild. Lediglich wer Wert auf die ganz fetten Bässe legt wird beim Lioncast LX55 Gaming Headset einige Abstriche machen müssen. Diese bietet das Headset so nicht. Hierbei ist allerdings unserer Ansicht nach gar keine Schwäche des Headsets verantwortlich, wenn einem dies beim ersten Spielstart sofort auffällt.

Eher ist es so, dass andere Headsets derselben Preisklasse die Bässe unangemessen in den Vordergrund rücken und der Spieler sich an dieses Klangbild gewöhnt hat. Ausgeglichener und damit eigentlich sogar insgesamt besser erscheint uns da das Produkt von Lioncast. Natürlich bezieht sich dies nicht auf “alle” Headsets am Markt, sondern lediglich auf unsere bisherigen Erfahrungen in der Preisklasse.

Lioncast LX55

Unterstützt wird der gute Klang im Übrigen durch die gute Abschirmung der Ohren. Diese sind durch die Kunstleder-Polsterung gut abgeschirmt. Das hat zur Folge, dass zwar eure Partner im Chat eine Spielgruppe hören würden, der Spieler selbst aber eher nicht. Damit kann man auch im regen Familienleben eine Runde zocken ohne bei jedem Wortwechsel zu sehr gestört zu werden. Andere, aktive Geräuschunterdrückung bietet das Lioncast LX55 zwar nicht, diese haben wir so aber auch nicht vermisst geschweige denn in dieser Preisklasse erwartet.


Tipp am Rande – Lioncast LX55 USB 

Bevor wir mit dem Fazit schließen haben wir noch einen kleinen Tipp am Rande: Wer ein Headset im ähnlichen Preissegment sucht aber Wert auf einen USB-Anschluss legt, der kann auch auf das Lioncast LX55 USB zurückgreifen. Hier findet ihr gegen 20€ Aufpreis ein nahezu identisches Headset mit USB Kabel und einigen Zusatzfeatures wie RGB Beleuchtung und 7.1 Sound vor. Testen konnten wir dieses Modell bislang leider nicht.


Fazit 

AwardInsgesamt hat das Lioncast LX55 alles, was wir uns von einem Gaming Headset im unteren Preissegment erhoffen und sogar noch ein wenig mehr. Lediglich wer grundsätzlich immer lieber mehr Bass hat als vom Sounddesigner eigentlich beabsichtigt, der wird nicht auf seine Kosten kommen. Alle anderen erhalten ein sehr solides Klangbild zum Einsteigerpreis. Dies gilt auch für die Senderichtung über das Mikrofon, solange man nicht plant es in einer Spielgruppe für Kinder oder auf dem Balkon an einer stark befahrenen Straße zu nutzen. Denn deutlich übertragene Hintergrundgeräusche sind die einzige echte Schwäche, die wir im Test feststellen konnten. Der Tragekomfort ist auch ohne frei drehbare Ohrmuscheln erstklassig, sofern ihr keine besonders problematische Kopfform habt. Außerdem solltet ihr nicht extrem auf warme Ohren reagieren, welche die Kunstleder-Polster leider fördern.

Die Verarbeitung ist hingegen fast uneingeschränkt erstklassig. Gäbe es nicht die störend unwertig wirkende Kabelfernbedienung würden wir beim Lioncast LX55 nicht einmal auf den Gedanken kommen ein Headset der unteren Preisklasse in Händen zu halten. Wir würden mindestens auf die mittlere Preisklasse tippen. Hier konnte Lioncast uns durchaus beeindrucken. 

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