Image default
Switch Tests

Limbo im Test (Nintendo Switch)

Ganze acht Jahre ist es nun schon her, dass ein düsterer Puzzle-Plattformer namens Limbo der dänischen Entwickler Playdead die Spielelandschaft ordentlich aufgemischt hat. Nun landet das atmosphärische Abenteuer endlich auf Nintendo Switch. Wir haben uns die Umsetzung genauer angeschaut und klären in unserem Review, ob sich der Kauf noch immer lohnt.


Limbo – Willkommen in der Dunkelheit

Limbo ist mittlerweile für nahezu jedes System erhältlich. Wenn ihr allerdings zu den wenigen Spielern gehört, die das Indie-Spiel bislang noch nicht erlebt haben, solltet ihr dies mit der Umsetzung für Nintendo Switch dringend ändern. Auch nach knapp acht Jahren gehört der Titel zu den atmosphärischschten und spannendsten Vertretern seiner Zunft.

Limbo ist ein düsteres Märchen, welches mit seiner einzigartigen Atmosphäre und dem gelungenen Rätseldesign zahlreiche Preise einheimsen konnte. Wer sich an das knapp fünf-stündige Abenteuer wagt, wird schnell verstehen, warum. 

Limbo
Das düstere Limbo wartet mit einzigartiger Atmosphäre auf.

Als namensloser Junge erwacht ihr in einem gefährlichen Wald, doch wie es euch dorthin verschlagen hat und wohin eure Reise führt, darüber lässt euch das Spiel im Unklaren. Die Geschichte des Games lässt jede Menge Freiraum für Interpretationen und wirft im Verlauf des Spiels immer mehr Fragen auf. Doch gerade das macht den Reiz von Limbo aus. Auf beeindruckende Art und Weist zeigt Entwickler Playdead, dass eine spannende Geschichte auch ganz alleine im eigenen Kopf erzählt werden kann.

Limbo nimmt euch emotional mit und liefert eine Story mit Freiraum für Interpretationen

Denn es dauert nicht lange, bis ihr neben den mitunter knackigen Rätseln damit beschäftigt seid, die Welt verstehen zu wollen und Antworten auf eure Fragen zu finden. Warum bin ich eigentlich hier? Warum ist die Welt so leblos? Was hat es mit den anderen Kindern auf sich?


Minimalismus in Reinkultur

Limbo
Vor acht Jahren war Limbo eine Offenbarung, an der sich seither viele Games orientieren.

Dabei setzt Limbo voll und ganz auf Minimalismus. Sei es im Gameplay, bei der Steuerung oder der Technik: Alle Elemente des Puzzle-Plattformers beschränken sich auf das Wesentliche. Ihr bewegt euch ausschließlich von links nach rechts durch die Level. Eine Taste dient zum Springen, eine zum Interagieren und der Analog-Stick zum Laufen. Mehr braucht es nicht. Ähnlich wie zuletzt in Hollow Knight oder Nihilumbra  entfaltet der Titel durch die reduzierte Technik allerdings eine unglaublich dichte und ganz besondere Atmosphäre

Die Grafik ist in schwarz-weiß gehalten, während ihr nur die Umrisse des namenlosen Helden ausmachen könnt. Musik? Fehlanzeige. Einzig und alleine die erstklassigen Soundeffekte sind zu hören und sorgen für eine bedrohliche Atmosphäre. Limbo stellt unmissverständlich klar, dass ihr in dieser trostlosen Welt nicht willkommen seid und sorgt durch seine geniale Vertonung für ein ungutes Gefühl in der Magengegend, wie es sonst nur Horrorspiele schaffen. 

Limbo
Die düstere Welt steckt voller Gefahren.

Doch ein solcher Verzicht auf viele Details kann nur funktionieren, wenn auch das Gameplay stimmt. Und das tut es. Es dauert nicht lange, bis der Titel den Beschützerinstinkt in euch weckt und ihr eine Verbindung zum namenlosen Protagonisten entwickelt. Ihr wollt dem Jungen helfen, den gefährlichen Wald zu überleben. Den wunderschön animierten Silhouetten der anderen Kinder trotzen, den Parasiten loswerden, der euch die Kontrolle über eure Bewegungen verlieren lässt und der riesigen Spinne entfliehen, die es auf euch abgesehen hat. Jeder Fehltritt und jeder Bildschirmtod tut euch in der Seele weh. Eine solch tiefe Bindung ohne Mimik, Gestik oder Sprachausgabe zu erreichen, gelingt nur ganz wenigen Spielen. 


Gelungene Rätsel mit viel Trial-and-Error

Limbo
Das Rätseldesign von Limbo ist sehr gelungen. Allerdings werdet ihr oft sterben.

Spielerisch wartet Limbo mit einem durch die Bank gelungenen Rätsel-Design auf und kombiniert gekonnt schweißtreibende Verfolgungen mit ruhigen, idyllischen Momenten. Wer das Spiel bislang noch nicht kennt, muss sich allerdings auf einige nervige Trial-and-Error-Passagen gefasst machen. Nicht selten sterbt ihr unvermittelt einen Bildschirmtod, weil auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist, was es zu tun gilt. Doch in den teils knackigen Sprungpassagen abzustürzen macht zu einem Teil auch die Faszination des Spieles aus. Trotzdem solltet ihr wissen, worauf ihr euch einlasst. Limbo ist wahrlich kein leichtes Spiel, durch das ihr mal eben durchmarschieren könnt.

Das geniale Puzzle- und Leveldesign von Limbo haben viele Indie-Games seither kopiert.

Im Laufe des Abenteuers gesellen sich immer komplexere Rätsel und Aufgaben hinzu, während die Umgebung ebenfalls eine Evolution durchmacht. Das Leveldesign von Limbo ist jedenfalls hervorragend gelungen. Zumal alle drei Szenerien (Wald, verlassene Stadt und Fabrik) mit zahlreichen schicken Details aufwarten.

Die Umsetzung für Nintendo Switch ist jedenfalls hervorragend gelungen. Technisch und spielerisch gibt sich der Titel keine Blöße. Im Vergleich zu den stationären Konsolen profitiert Limbo auf Nintendo Switch deutlich von der Möglichkeit des mobilen Spielens. In völliger Dunkelheit und mit Kopfhörern im Ohr wirkt das Game noch einmal deutlich atmosphärischer. 


Fazit:

AwardLimbo ist auch heute noch ein hervorragender Puzzle-Plattformer, dem man sein Alter nicht anmerkt. Dank des einzigartigen Grafikstils und der unglaublich dichten Atmosphäre macht das Spiel noch genauso viel Spaß, wie vor acht Jahren. Einzig und allein der geringe Umfang und die nervigen Trial-and-Error-Passagen muss man dem Titel ankreiden.

Ansonsten kommen nun endlich auch Nintendo-Spieler in den Genuss des modernen Klassikers, der das Genre seinerzeit grundlegend geprägt und auch heute noch enormen Einfluss auf die Indie-Konkurrenz hat. Wer Limbo noch nie gespielt hat, muss spätestens jetzt zugreifen.


verwandte Beiträge

Review: Angry Birds: Trilogy

Janine

Skyrim für Nintendo Switch – Link ist spielbar

Christian Ibe

Horizon: Zero Dawn – The Frozen Wilds im Test

Philipp Briel