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Layers of Fear 2 im Test

Das polnische Studio Bloober Team versetzte uns bereits im Jahr 2016 in Layers of Fear in die Psyche eines wahnhaften Malers und behandelte in seinem Horrorspiel Themen wie Alkoholismus, Paranoia und Schizophrenie. Layers of Fear 2 soll uns nun wie sein Vorgänger in Angst und Schrecken versetzen. Ob dies gelingt, klären wir im Test.

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Ein Filmdreh, bei dem gehörig etwas schief läuft…

Die Prämisse klingt ja eigentlich einladend. Wir befinden uns auf einem Kreuzfahrtschiff, das als Drehort für einen Film in den 1920ger Jahren dienen soll. Unser Protagonist ist Schauspieler und soll die Hauptrolle in diesem äußerst ambitionierten Projekt einnehmen. Aber wie es sich für ein Horrorspiel gehört, läuft das Ganze natürlich nicht besonders harmonisch ab.

So ruhig und friedlich wie hier, wird es im weiteren Spielverlauf nicht zu gehen…

Wir werden ohne Umschweife ins Geschehen geworfen, hören eine unheimliche Stimme, die uns scheinbar Anweisungen gibt und beginnen mit der Erkundung des Schiffes. Dabei durchqueren wir in der Ich-Perspektive die Räumlichkeiten, die sich immer wieder komplett verändern. So schließen sich plötzlich Türen hinter uns, Gegenstände verschwinden, tauchen an einer anderen Stelle wieder auf oder werden auf bizarre Art und Weise verzerrt. Das geht soweit, dass wir zuweilen an der Decke oder den Wänden laufen. Überall auf dem Dampfer verteilte Dummys beginnen, sich in Stop-Motion Manier zu bewegen, Lichter fallen aus und man sieht geisterhafte Erscheinungen und Halluzinationen. Immer wieder eingestreute Jumpscares sorgen für viele Schreckmomente, die uns die Haare zu Berge stehen lassen.


Weder Angst noch Panik in Sicht!

Mit solchen Elementen versucht Layers of Fear 2, eine Gruselatmosphäre aufzubauen. Das funktioniert tatsächlich zu Beginn des Spiels. Wir fühlen uns beobachtet und ein gewisses Gefühl der Bedrohung macht sich breit. Tatsächlich werden wir – im Gegensatz zum Vorgänger – während des Spiels immer wieder von einem geisterhaften Schemen verfolgt und sterben, sollte uns dieser fangen. Dank der äußerst fair gesetzten Speicherpunkte kommt zum Glück wenig Frust auf, auch wenn uns manche dieser Verfolgungsjagden durch ihr Trial and Error Prinzip etwas genervt haben. Dafür sind diese Sequenzen aber durchaus spannend inszeniert und uns bleibt oft nur ein Funken Vorsprung vor unserem Widersacher, den wir laut hinter uns her poltern hören, bevor wir entkommen können.

Einige der Horrorelemente von Layers of Fear 2 hat man leider schon in vielen anderen Spielen dieser Art gesehen.

Leider nutzen sich die Schockmomente mit der Zeit immer mehr ab. Zu schnell gewöhnt man sich an den psychologischen Horror und die Momente der echten Bedrohung, während derer wir scheitern können, werden immer vorhersehbarer. Was aber bleibt ist die grandiose Atmosphäre und die schaurige und im Verlauf des Spiels immer abstrusere Kulisse.


Die Erzählweise bleibt eher kryptisch

Die Geschichte wird währenddessen durch Notizen oder andere Sammelgegenstände vorangetrieben. Leider ist diese sehr verworren. Nicht nur gibt es mehrere Handlungsstränge, sondern sie bleibt leider auch häufig Interpretationssache. Dass Teile der Geschichte durch Sammelbares vorangetrieben werden, macht diesen Umstand nur umso schlimmer, denn so entgehen einem erst recht wichtige Informationen, sollte man nicht aufmerksam genug nach allem Lesbaren Ausschau halten. Dennoch macht es Spaß, die Story nach und nach aufzudecken. Vor allem das Schicksal von zwei blinden Passagieren war uns alles andere als egal.

Viele Räume platzen nur so vor Details.

Während einiger Schlüsselmomente der Story dürfen wir Entscheidungen treffen, welche das Ende beeinflussen. So entscheiden wir an einer Stelle zum Beispiel, welche von zwei Personen wir erschießen. Wollen wir alle drei Endsequenzen sehen, müssen wir also mehrere Durchgänge einplanen. Der erhöhte Widerspielwert ist aber auch nötig, denn nach rund fünf Stunden sahen wir bereits die Credits des Spiels.


Das Gameplay ist eher simpel und zweckmäßig

Die eben erwähnten gelegentlichen Möglichkeiten von einer Schusswaffe Gebrauch zu machen sind aber eine Ausnahme. Grundsätzlich sind wir in Layers of Fear 2 unbewaffnet und wehrlos.

Hier müssen wir eine riesige Apparatur in Gang setzen, um voran zu schreiten.

Abseits von Erkundung, Sammeln und gelegentlichem Flüchten ist der Horrortitel eher rätsellastig. Die Rätsel fügen sich dabei gut ins Spielgeschehen ein und bringen etwas Abwechslung. So müsst ihr beispielsweise riesige Zahnräder in die richtige Position bringen oder ein Schattenspiel so beeinflussen, dass ein Ausgang erzeugt wird. Wirklich fordernd sind diese Rätseleinlagen zwar nicht, jedoch weitaus besser umgesetzt als noch im Vorgänger.


Schaurig schön!

Von technischer Seite gibt sich Layers of Fear 2 dagegen wenig Blöße und bietet sehr detaillierte Umgebungen, tolle Texturen und stimmungsvolle Beleuchtung. Der sehr gute Eindruck wird nur getrübt durch den doch relativ häufigen Einsatz von schwarzweiß Optik während längerer Abschnitte.

Die schwarzweiße Optik wird sehr häufig verwendet…

Auch die Soundkulisse weiß zu gefallen und wird toll eingesetzt, um zur Atmosphäre des Spiels beizutragen. Die englischen Synchronsprecher leisten ebenfalls tolle Arbeit und durch die binaurale Aufnahme wird das Spielen mit Kopfhörern nochmal intensiver.


Fazit:

Layers of Fear 2 kann von der audiovisuellen Umsetzung her überzeugen und bietet eine tolle Atmosphäre. Leider schwächelt es dafür in spielerischen Belangen und verkommt zur Geisterbahnfahrt, sobald man den äußerst linearen Aufbau des Spiels durchschaut hat. Es folgt Raum für Raum und man hat nicht mehr das Gefühl, ein zusammenhängendes Kreuzfahrtschiff zu erkunden. Dem simplen Gameplay mangelt es an Abwechslung und die Schockmomente hätten einfallsreicher sein können. Dadurch ist Layers of Fear 2 zwar schaurig, aber selten wirklich angsteinflößend. Dennoch stimmt der Spielfluss und die verschiedenen Gameplay Elemente wechseln sich sehr angenehm ab, so dass keine Langeweile aufkommt. Dazu kommt ein fairer Preis und der Widerspielwert durch die unterschiedlichen Enden. Insgesamt können wir eine Empfehlung aussprechen für Spieler, die Gefallen daran finden, Mysterien aufzudecken und sich dabei etwas gruseln lassen wollen.


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