Mit Hyrule Warriors: Chronik der Versiegelung kehrt das beliebte Spin-Off rund um die The Legend of Zelda-Reihe zurück und feiert seine Premiere auf Nintendo Switch 2. Bereits die beiden Vorgänger konnten Fans durchaus begeistern, hatten aber mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Dank der neuen Hardware-Power kann das Spiel nun auch technisch auftrumpfen und weiß zudem mit einer emotionalen Story, großen Schlachten und viel Action zu begeistern. Warum ihr einen Blick auf Hyrule Warriors: Chronik der Versiegelung werfen solltet, verraten wir euch in folgendem Testbericht.

Emotionale Hintergrundgeschichte
Hyrule Warriors: Chronik der Versiegelung erzählt die Hintergrundgeschichte von The Legend of Zelda: Tears oft he Kingdom und knüpft den bisher unbekannten Erzählstrang rund um Prinzessin Zeldas Zeitreise auf, die zu Beginn von Tears of the Kingdom stattfindet. Zelda findet sich im antiken Hyrule wieder und trifft dort auf König Rauru und seine Frau, die gemeinsam Hyrule gründeten. Doch dem neuen Königreich stehen dunkle Zeiten bevor. Dämonenkönig Ganondorf trachtet nach der Macht und plant eine großangelegte Invasion in das Königreich. Folglich werdet ihr Teil des sogenannten Versiegelungskrieges, der in Tears of the Kingdom storytechnisch angeschnitten wurde. Auf ihrem Abenteuer trifft Prinzessin Zelda auf viele neue Gesichter, die sich ihr im Kampf gegen Ganondorf anschließen. Die Story wird dabei sehr cinematisch mit zahlreichen Zwischensequenzen erzählt. Teilweise wirkt Chronik der Versiegelung wie ein interaktiver Film, der dank der äußerst gelungenen Zwischensequenzen jedoch sehr viel Atmosphäre erzeugt. Positiv hervorzuheben sei hier zudem die deutsche Synchronisation, die einen guten Job macht.
Die Entwickler schaffen den perfekten Spagat aus actionlastigem Gameplay und mitreißender Erzähltechnik, wodurch auch die Langzeitmotivation vorangetrieben wird, den Titel vollends zu komplettieren.

Actionreiche Schlachten
Wenn ihr bereits eines der Hyrule Warriors-Spiele kennt, wisst ihr, dass euch auch im neuesten Ableger actionreiche Schlachten gegen Horden von Gegnern erwarten. Ganz im Stile der Dynasty Warriors-Reihe metzelt ihr euch durch Unmengen von Widersachern und entfesselt effektreiche Angriffe, um selbige vom Bildschirm zu fegen. An dieser Rezeptur ändert sich auch im nunmehr dritten Serienteil nichts. Dennoch haben die Entwickler von Tecmo Koei einige neue Ideen einfließen lassen, um das Gameplay abwechslungsreicher zu gestalten.
Über die Missionskarte (Prinzessin Zelda’s Purah-Pad) wählt ihr eure nächste Mission aus. Anschließend befindet ihr euch in zumeist eher schlauchartig aufgebauten Maps und müsst in selbigen die unterschiedlichsten Aufgaben erfüllen. Mal müssen bestimmte Bereiche erobert werden, Charaktere gerettet oder Posten verteidigt werden. Natürlich kommt dabei einiges an Magie und Waffengewalt zum Einsatz. Durch die Vielzahl der Charaktere wird auch in diesem Bereich einiges an Abwechslung geboten, da jeder Held seine ganz eigenen Vorzüge und Fähigkeiten bietet. Natürlich lohnt sich aber auch in den Spielwelten einmal genauer umzusehen. Es lassen sich immer wieder versteckte Truhen und Objekte finden, die euch für die Schlachten Vorteile bringen. Wenn ihr jetzt allerdings auf weitläufige Spielareale wie in Tears of the Kingdom oder Breath of the Wild spekuliert, müssen wir euch tatsächlich enttäuschen. Die Areale sind streng abgegrenzt und vollständig auf die intensiven Schlachten ausgelegt.
Neu in Hyrule Warriors: Chronik der Versiegelung sind kleinere Rätselpassagen, die sich jedoch wunderbar in das Gameplay einfügen. Selbige sind zwar nicht so komplex wie in den Hauptspielen der Reihe, machen aber dennoch Spaß. Sehr gut gelungen sind auch die neuen Flugpassagen im Spiel. Wie in Star Fox fliegen wir mit einem Konstrukt durch Schlauchlevel und ballern auf Gegner und weichen deren Geschossen aus. Zwischendurch lassen sich neue Sonau-Bauteile finden, die als Power-Ups fungieren. Der neue Mix ist ein willkommener Ausgleich zum altbekannten Gameplay.
Gemeinsam sind wir stark
Auf den Schlachtfeldern seid ihr nie allein unterwegs. In Chronik der Versiegelung könnt ihr während der Kämpfe auch zwischen den einzelnen Helden hin- und herwechseln, um so an unterschiedlichen Fronten aktiv zu sein und die jeweiligen Fähigkeiten der Helden zu nutzen.
Auch wenn das Gameplay zu Beginn eventuell eintönig wirken mag, so präsentiert sich selbiges dank der vielen Charaktere als äußerst abwechslungsreich. Die Combos der einzelnen Helden sorgen für Raffinesse und Abwechslung. Zusätzlich könnt ihr Spezialtechniken einsetzen, die auch dazu genutzt werden können, gegnerische Angriffe zu unterbrechen oder auszukontern. Wie in dem Hauptspiel The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom, kommen in diesem Spin-Off die Sonau-Bauteile eine wichtige Bedeutung zu, denn diese können ebenso in den Schlachten genutzt werden. So lassen sich auch Flammenwerfer, Bomben und vieles mehr in den Schlachten nutzen.
Ganz neu sind die Synchro-Angriffe. Hier entfesselt ihr gemeinsam mit einem der Begleit-Charaktere einen besonders mächtigen Angriff, der obendrein noch beeindruckend in Szene gesetzt wird. Gerade durch die Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Helden, macht es einen besonderen Reiz aus die Angriffe auszuprobieren.

© Nintendo
Und sonst?
Einen großen Pluspunkt kann Chronik der Versiegelung dank der technischen Performance sammeln. Während beide Vorgängerspiele aufgrund der großen Gegnermassen regelmäßig Probleme mit der Bildrate hatten, läuft der neue Ableger auf Nintendo Switch 2 durchgängig flüssig bei 60 Bildern pro Sekunde. Die Effekte sehen grandios aus und die Präsentation ist dank der zahlreichen Filmsequenzen sehr cinematisch.
Einziger Wehrmutstropfen bei der Präsentation: Die Dialoge während der Schlachten sind zumeist nicht vertont. Diese werden in Textboxen eingefügt. Aufgrund der Action gehen diese Dialoge aber zumeist komplett unter, was sehr ärgerlich ist.
Ein Zweispielermodus ist auch diesmal mit dabei. Spielt ihr im Splitscreen an einer Konsole leidet allerdings die Übersicht etwas und es kommt zu Performance-Verlusten. Dennoch macht die Klopperei im kooperativen Spielmodus viel Spaß. Ich empfehle euch aber die Gameshare-Funktion zu nutzen. Diese funktioniert online als auch im lokalen Modus, sodass jeder Teilnehmer über seinen eigenen Bildschirm verfügt. Dies fördert die Übersichtlichkeit.
Fazit: Hyrule Warriors: Chronik der Versiegelung
Hyrule Warriors: Chronik der Versiegelung ist das bisher beste Hyrule Warriors-Spiel. Auch ohne Link kann der Titel mit brachialen Schlachten, einer tollen Story und viel Action punkten. Ein großes Lob verdient zudem die cinematische Präsentation mit ihren vielen Cutscenes und der gelungenen Vertonung. Dank GameShare dürft ihr das Abenteuer sogar online mit einem menschlichen Freund bestreiten, was den Spielspaß noch einmal anheizt. Dank neuer Impulse, präsentiert sich Chronik der Versiegelung als das bisher vielseitigste Spiel der Reihe.

