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HyperX Cloud II im Test

Ihr seid auf der Suche nach einem hochwertigen, vielseitigen Gaming-Headset für unter 100 Euro? Dann solltet ihr euch das HyperX Cloud II von Kingston Technology einmal genauer anschauen. Was das Headset auf dem Kasten hat und ob sich der Kauf lohnt, verrät unser Test.

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Design, Verarbeitung und Zubehör des HyperX Cloud II

HyperX Cloud II
Im Lieferumfang des HyperX Cloud II wird eine Menge geboten.

Bereits mit dem Auspacken des HyperX Cloud II wird klar, dass wir es hier mit einem hochwertig verarbeiteten Headset zu tun bekommen. Das Öffnen der Pappverpackung gibt den Blick auf einen knallroten Karton frei, hinter dem sich bereits das Objekt der Begierde befindet.

Im Vergleich zur Konkurrenz im hart umkämpften Headset-Segment unter beziehungsweise um 100 Euro sticht sofort die hochwertige Verarbeitung ins Auge. Hersteller Kingston Technology stattet die Kopfhörer mit einem stabilen Aluminium-Rahmen aus, der selbst härtesten Belastungen standhalten soll. Billiges und wackeliges Plastik? Fehlanzeige. Zumal das ganze in der von uns getesteten roten Variante auch noch äußerst schick aussieht.

Stabiler Alu-Rahmen und abnehmbares Mikrofon zeugen von hoher Qualität

Ebenfalls eine Rarität in diesem Preissegment: das Mikrofon befindet sich separat im Lieferumfang und kann auf Wunsch angesteckt werden. Dazu gibt es unterhalb der linken Ohrmuschel einen Eingang, in den das mit einem handelsüblichen Klinkenstecker versehene Mikro einfach eingesteckt wird. Der Eingang selbst versteckt sich hinter einer kleinen Gummi-Kappe, die ihn vor Schmutz und Staub schützt.

Das hat uns ebenfalls hervorragend gefallen, da wir das HyperX Cloud II so auch als Kopfhörer zum Musikhören oder für unterwegs mitnehmen können, ohne dass der nervige Mikrofonarm ständig vor unserem Gesicht baumelt. 

Im Lieferumfang des HyperX Cloud II befindet sich erstaunlich viel Zubehör. Mit von der Partie sind neben dem Mikrofon und einem Klinken-Splitter zwei zusätzliche Ohrpolster, eine Tragetasche für unterwegs und die USB Audio-Control-Box mit eingebauter digitaler signalverarbeitender Soundkarte. Letztere richtet sich jedoch ausschließlich an PC-Spieler, worauf wir später noch zu sprechen kommen.


Der Tragekomfort überzeugt

HyperX Cloud II
Tragekomfort und Verarbeitung des HyperX Cloud II überzeugen.

Das knapp 272 Gramm schwere HyperX Cloud II kann auch in Sachen Tragekomfort punkten. Der Kunstlederbügel und die weichen, ohrumschließenden Polster – wahlweise austauschbar in einer Velours-Variante – sitzen auch bei längeren Gaming-Sessions angenehm über den Ohren. Auf Aussparungen für die Brille verzichtet der Hersteller zwar, was allerdings aufgrund des Memory-Schaums nicht weiter auffällt: selbst als Brillenträger kann man bequem mehrere Stunden am Stück Vollgas geben.

Aufgrund des geschlossenen Designs könnte das bei anstrengenden Sessions zu schwitzigen Ohren führen. Ebenfalls etwas schade, dass die Ohrmuscheln nicht drehbar sind.

Ebenfalls schade, dass das Headset keine Lautstärkeregelung des Spiele- und Mikrofonsounds bietet, zumindest wenn wir es an den Konsolen verwenden. Diese Regler sind ausschließlich an der USB-Box zu finden, wenn wir das Cloud II an den PC anschließen.


Satter Sound am PC dank USB-Soundkarte

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Kommen wir wohl zur wichtigsten Eigenschaft eines Headsets: dem Sound. Beim HyperX Cloud II handelt es sich um ein Multiplattform-Headset, das neben PlayStation 4 und Xbox One auch mit Mobile-Geräten und dem PC betrieben werden kann.

Allerdings müssen Konsolenspieler ein paar Abstriche in Kauf nehmen, denn sein volles Potential entfaltet das Headset vor allem am PC. Denn genau hier kommt die bereits angesprochene USB Audio-Control-Box ins Spiel.

Diese Audio-Steuerung kommt als USB-Soundkarte daher, die einfach per Plug & Play mit dem PC verbunden wird und sofort einsatzbereit ist. Diese Soundkarte verstärkt nicht nur den Spiele- und Mikrofonsound, sondern schaltet per Tastendruck sogar in einen virtuellen 7.1.Surround-Modus

Die USB-Soundkarte sorgt für satten Surround-Klang. Allerdings nur am PC.

Gesteuert werden die Sounds getrennt voneinander an der Kabelfernbedienung, die mittels Clip komfortabel am Pullover befestigt werden kann. An der Seite findet sich eine Taste zum Stummschalten des Mikrofons. Eine softwareseitige Anpassung des Sounds und das Anlegen verschiedener Soundprofile werden jedoch leider nicht geboten.

Auf PS4 und Xbox One müssen wir uns hingegen mit Stereo-Klang begnügen. Hier wird das HyperX Cloud II mittels Klinkenstecker direkt mit dem jeweiligen Controller verbunden und ist dann ebenfalls sofort einsatzbereit. 


Das HyperX Cloud II klingt fantastisch

HyperX Cloud II

Der Klang des HyperX Cloud II hat uns regelrecht umgehauen und lässt selbst im Stereo-Betrieb auf Konsolen die doppelt so teure Konkurrenz problemlos hinter sich. Das verdankt das Headset vor allem den wuchtigen 53 mm Treibern, die für einen satten Sound sorgen. 

Gerade im direkten Vergleich mit der Konkurrenz ist es erstaunlich zu hören, welche Details andere Headsets gerne einmal verschlucken. In Apex Legends hören wir das Rascheln des Grases neben uns, in dem ein Gegner lauert – ein spielentscheidender Vorteil. Auch ein Metro Exodus profitiert durch den satten Klang von einer noch dichteren und bedrohlicheren Atmosphäre, während in Forza Horizon 4 die Motorensounds vollends zur Geltung kommen.

Selbst im Stereo-Betrieb ist der Sound eine Wucht. Das Klangbild fällt erfreulich ausgewogen aus. 

Die Waffensounds und Explosionen klingen wuchtig, werden allerdings nicht so stark betont, wie man es bei Gaming-Headsets üblicherweise gewohnt ist. Das wird vor allem audiophile Nutzer freuen, denn das Klangbild des HyperX Cloud II präsentiert sich deutlich ausgewogener, als man es normalerweise von einem Gaming-Headset kennt. 

So tauscht das Headset wuchtige Bässe gegen deutlich klarere Mitten und Höhen ein – ein Kompromiss, der uns hervorragend gefällt, zumal der Bass ebenfalls sauber wiedergegeben wird. Das macht das HyperX Cloud II zum idealen Allrounder, wenn wir mal Musik hören oder einen Film schauen wollen.

Einen waschechten Hi-Fi-Kopfhörer dürfen wir allerdings nicht erwarten. Die Musikwiedergabe in Stereo kann zwar ebenfalls mit einem ausgewogenen Klangbild überzeugen, doch gerade die Höhen fallen eine Spur zu scharf aus. Trotzdem: wer für Games, Musik und Filme nur einen einzigen Kopfhörer beziehungsweise ein Headset nutzen will, bekommt mit dem HyperX Cloud II einen rundum stimmigen Allrounder an die Hand. 


Virtueller 7.1-Surround-Sound und Mikrofon

HyperX Cloud II
Abnehmbares Mikrofon: eine Seltenheit bei Gaming-Headsets

Die Wiedergabe des virtuellen 7.1-Raumklangs am PC gelingt dem HyperX Cloud II ebenfalls hervorragend. Umgebungsgeräusche, die Schritte der Gegner in Call of Duty: Black Ops 4 oder Schüsse lassen sich deutlich besser orten. Auch in Filmen, die den Raumklang unterstützen, leistet das Headset einen sehr guten Job. 

Allerdings vermissen wir hier das Anlegen verschiedener Soundprofile mittels Treiber – die verschiedenen virtuellen Boxen lassen sich leider nicht getrennt voneinander regeln. Spannend: auch bei der Musikwiedergabe hat die Aktivierung des 7.1-Tons ein deutlich vielschichtigeres Klangbild zur Folge, was beispielsweise bei Electro-Musik die Höhen besser hervorhebt. 

Das Mikrofon punktet mit klarer Stimmwiedergabe. Lediglich ein leichtes Hintergrundrauschen ist hörbar.

Auch beim Mikrofon leistet sich das HyperX Cloud II nicht allzu viele Schwächen und überzeugt mit einem breiten Frequenzbereich von 50 – 18.000 Hz. Vor allem am PC überzeugt das Mikro mit einem klaren Klang, bei Gesprächen in Skype oder Discord sind wir jederzeit klar verständlich, lediglich ein leichtes Hintergrundrauschen ist zu hören. Audioaufnahmen, beispielsweise für YouTube und ähnliches, weisen dieses Rauschen allerdings nicht auf.

Verwenden wir das Headset an der Konsole, nimmt die Qualität der Sprachwiedergabe spürbar ab, liegt aber gemessen am Preis noch immer auf gutem Niveau.


Fazit:

AwardIch habe wirklich schon viele Headsets getestet. Während im Bereich zwischen 100 Euro und 200 Euro deutliche Unterschiede spür- und hörbar waren, liegen Headsets in einem bestimmten Preissegment normalerweise doch recht nah beisammen. Dachte ich jedenfalls, bis ich das HyperX Cloud II in die Hand bekam, das im Bereich um 100 Euro die (von mir bisher getestete) Konkurrenz hinter sich lässt.

Die Verarbeitungsqualität sucht zumindest in diesem Bereich ihresgleichen. Erfreulicherweise steht auch die Soundqualität dem in nichts nach. Im Vergleich zu den klassischen Gaming-Headsets gefällt mir vor allem das ausgewogene Klangbild, was das HyperX Cloud II auch zum gelungenen Kopfhörer für Musik und Filme macht – Bass-Fetischisten werden allerdings die wummernden Tiefen vermissen.

Vor allem der virtuelle 7.1-Klang am PC ist aber eine Wucht. So überzeugt das HyperX Cloud II mit einer herausragenden Verarbeitung und einem erstklassigen Sound. Für nicht einmal 100 Euro gibt es erstaunlich viel Zubehör obendrauf. Definitiv eines der besten Headsets seiner Klasse und eine klare Kaufempfehlung.


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