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Nintendo Switch 2 Tests

Hot Wheels Infinite Rush im Test

Von dem Spielzimmer in die große weite Welt: Mit Hot Wheels Infinite Rush wagt Entwickler Milestone den nächsten Schritt und schickt die kleinen Flitzer in eine offene Spielwelt. Ob das Vorhaben Früchte trägt oder die kleinen Flitzer mit Motorenproblemen zum Stillstand kommen, verraten wir euch im Test. 

Nach Hot Wheels Unleashed und Hot Wheels Unleashed 2 – Turbocharged ist das Konzept diesmal deutlich größer. Statt ausschließlich Rennen auf spektakulär gebauten Strecken zu fahren, erkunden wir verschiedene offene Inseln, entdecken Fahrzeuge und Sammelobjekte, absolvieren zahlreiche Herausforderungen und treten in besonderen Herausforderungen an. Ich habe mich auf der Nintendo Switch 2 hinters virtuelle Lenkrad gesetzt und ausprobiert, ob der neue Open-World-Ansatz funktioniert.


Eine neue Welt für Hot Wheels

Der größte Unterschied zu den Vorgängern fällt sofort auf: Infinite Rush setzt auf eine offene Spielwelt. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es insgesamt vier Inseln, die jeweils ihre eigene Besonderheiten und unterschiedliche Herausforderungen bieten. Bereits jetzt ist auch eine Ferrari-Insel angekündigt, die als DLC erscheinen soll.

Auf den einzelnen Inseln können wir relativ frei durch die Gebiete fahren und selbst entscheiden, welcher Aktivität wir uns als Nächstes widmen. Das sorgt für ein ganz anderes Spielgefühl als bei den beiden Unleashed-Teilen. Ihr könnt das Spiel somit ganz in eurem Tempo angehen. Es ist nicht notwendig permanent Rennen zu fahren. Wer gerade keine Lust auf den nächsten Wettkampf hat, kann einfach durch die Gegend cruisen, Sammelobjekte suchen oder sich einer der zahlreichen anderen Aufgaben widmen. Manchmal müsst ihr sogar Fotospots auskundschaften oder Autos ohne große Schäden von A nach B fahren. Auch die vier sogenannten Rush Master spielen im Spielverlauf eine wichtige Rolle und dienen letztlich als besondere Gegner der jeweiligen Insel.

Mit den kleinen Flitzern geht es wieder über verrückte Pisten.
© Milestone

Mehr als nur (Wett-)Rennen

Eine der großen Stärken von Infinite Rush ist die Abwechslung. Natürlich bilden klassische Rennen weiterhin einen wichtigen Bestandteil des Spiels. Dazu kommen aber beispielsweise Zeitrennen, Checkpoint-Herausforderungen, Drift-Aufgaben, Eliminierungsrennen und weitere kleinere Aktivitäten.

Manche Herausforderungen sind dabei eher kurz und unkompliziert, andere verlangen deutlich mehr Geschick. Auch außerhalb der eigentlichen Rennen gibt es einiges zu entdecken. Sammelobjekte sind über die Inseln verteilt und sorgen dafür, dass man immer wieder von der vorgesehenen Route abweicht.

Besonders interessant finde ich die Aufgaben rund um den Fotomodus. Dabei geht es nicht einfach nur darum, ein hübsches Foto vom eigenen Hot-Wheels-Fahrzeug zu machen. Der Fotomodus wird in bestimmte Sammel- und Erkundungsaufgaben eingebunden.

Wer lieber mit Freunden unterwegs ist, der kann lokal im Splitscreen mit vier Freunden Gas geben oder Online antreten. Leider ist der Onlinemodus bisher noch etwas dünn besetzt seitens der Fahrer, wodurch ihr einige Geduld bei der Rennsuche mitbringen müsst. Ein Crossplay mit anderen Plattformen gibt es nicht. 


Die offene Welt – Fluch oder Segen?

Über eine Open World in Videospielen kann man sicherlich diskutieren. Für die einen ist es ein Fluch für die anderen ein Segen. Im neuesten Ableger der Hot Wheels-Reihe funktioniert sie grundsätzlich gut, weil sie das Hot-Wheels-Universum größer wirken lässt. Die vier Inseln sind nicht einfach nur Menüs, zwischen denen man hin und her springt. Man kann tatsächlich selbst durch die Spielwelt fahren und dabei immer wieder etwas Neues entdecken.

Man nimmt eine Abkürzung, springt über eine Rampe, entdeckt ein Sammelobjekt oder trifft auf eine neue Herausforderung. Dadurch entsteht teilweise tatsächlich das Gefühl, mit einem kleinen Spielzeugauto durch eine riesige Spielzeugwelt zu fahren. Allerdings ist die offene Welt nicht in jeder Situation perfekt. Einige Aktivitäten fühlen sich eher wie Beschäftigung für Komplettisten an. Nicht jede Aufgabe ist gleich spannend und manche Sammelobjekte sorgen eher dafür, dass man die Karte weiter abarbeitet.

Die Spielwelten sind schön gestaltet und bieten Abwechslung.
© Milestone

Hier und da wirken die Schauplätze auch ein Stück zu unbelegt, aber insgesamt vermittelt die offene Spielwelt einen positiven Gesamteindruck. Positiv ist auch der Umfang zu bewerten. Mehr als 150 Fahrzeuge können gesammelt werden. Dabei gibt es vier unterschiedliche Fahrzeugtypen. Jede Kategorie hat ihre eigenen Eigenschaften und spielt sich entsprechend etwas anders. Als coole Funktion könnt ihr mitten im Spiel zwischen euren vier Fahrzeugen flüssig hin- und herwechseln. 

Das sorgt dafür, dass man immer wieder neue Fahrzeuge ausprobieren möchte. Gerade für Hot-Wheels-Fans dürfte die Garage damit zu einem wichtigen Bestandteil des Spiels werden. Fahrzeuge können außerdem optisch angepasst werden – von der Lackfarbe bis hin zu Felgen und Aufklebern sind einige Individualisierungen möglich.


Das Fahrgefühl und die Technik

Beim eigentlichen Fahren bleibt Milestone seiner Linie treu. Hot Wheels Infinite Rush ist kein realistischer Rennsimulator, sondern ein klassischer Arcade-Racer. Die Fahrzeuge reagieren direkt, Drifts gehen relativ leicht von der Hand und Fehler werden nicht sofort bestraft. Das Spiel möchte vor allem Spaß machen und nicht den Anspruch erheben, eine realistische Fahrsimulation zu sein – was auch irgendwie nicht passen würde.

Gleichzeitig gibt es genug Unterschiede zwischen den Fahrzeugklassen, sodass man sich mit der Zeit durchaus mit den einzelnen Fahrzeugen beschäftigen möchte und seine Lieblingsautos zu seinem individuellen Fahrstil findet. Wer zudem Abseits der Rennstrecken kreativ sein möchte, kann sich auch im Streckeneditor austoben und dort eigene Pisten kreieren. 

Die technische Umsetzung des Rennspiels ist auf Nintendo Switch 2 gelungen. Die Spielwelt ist bunt, detailreich und natürlich komplett auf den typischen Hot-Wheels-Spielzeuglook ausgelegt. Die kleinen Fahrzeuge sehen gut aus und auch die verschiedenen Inseln sorgen für ausreichend optische Abwechslung. Die Bildrate läuft stabil mit kleinen Aussetzern. Einen großen Nachteil gibt es aber und das sind die recht langen Ladezeiten. Selbst zwischen Events müsst ihr einige Sekunden warten, bis das Spiel nachgeladen hat, was durchaus etwas ermüdend sein kann. Auch die Gummiband-KI kann durchaus nerven, ist bei Spielen von Milestone aber mittlerweile gewohnt. 

Ab durch den Looping zum Sieg?!
© Milestone

Fazit: Hot Wheels Infinite Rush

Hot Wheels Infinite Rush geht neue Wege. Mit dem neuen Ableger verabschiedet sich Milestone ein Stück weit vom klassischen Aufbau der Unleashed-Spiele und setzt stattdessen auf eine offene Spielwelt. Die vier Inseln bieten viel zu entdecken, die große Fahrzeugauswahl sorgt für Sammelmotivation und die zahlreichen unterschiedlichen Aktivitäten bringen Abwechslung ins Spiel. Besonders positiv finde ich, dass es eben nicht ausschließlich um Rennen geht. Fotomodus-Aufgaben, Sammelobjekte, alternative Missionen und weitere Herausforderungen sorgen dafür, dass man auch einmal etwas anderes machen kann, als nur Vollgas zu geben.

Das macht Infinite Rush zu einem angenehm abwechslungsreichen Arcade-Rennspiel, welches sowohl jüngere als auch ältere Gamer überzeugen kann. Die Nintendo-Switch-2-Version hat allerdings mit ihren teilweise sehr langen und häufigen Ladezeiten einen deutlichen Schwachpunkt. Wer einen unkomplizierten Open-World-Racer sucht, wird hier dennoch seine Freude haben.


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