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Hardware Xbox One

Hardwaretest: Xbox One S

Die Xbox One kann als alles andere, als ein Erfolg für Microsoft gewertet werden. Falsche Designentscheidungen wie die Ausrichtung hin zur eierlegenden Wollmilchsau im eigenen Wohnzimmer –man erinnert sich an erschreckende Präsentationen, in denen das Wort „TV“ alles andere dominierte -, weg von den eigentlichen Spielen sorgte unter anderem dafür, dass der „Konsolenkrieg“ innerhalb der aktuellen Generation schon als entschieden galt. Nun legt der Redmonder Konzern mit der Xbox One S eine Konsole nach, welche man am besten bereits vor knapp drei Jahren hätte veröffentlichen sollen. Eine Entscheidung, welche vielen Spielern nicht gefallen dürfte. Doch eines ist zumindest klar: Mit der neuen Hardware präsentiert sich die Xbox One endlich auf Augenhöhe zu ihrem japanischen Konkurrenten!

Die Xbox One S ist kleiner und schneller. Aber auch besser?
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Da ist das Ding

Euphorisiert stürme ich in meine Wohnung. Die an einem kühlen Augusttag leider notwendige Jacke landet irgendwie in der Ecke. In der Hand halte ich einen relativ unscheinbaren, weißen Karton mit einem grünen „X“ darauf und bewaffne mich umgehend mit einem Teppichmesser, dessen Klinge ich sofort justiere. Ratsch, ratsch, ratsch: Die erste Hürde ist geschafft. Die Siegel, welche den Karton von meinem Objekt der Begierde trennen, sind Geschichte.

Eine Schutzfolie später halte ich sie dann auch schon in den Händen: Die neue, um etwa 40 % kleinere Xbox One S. Was ich auf den ersten Blick sehe, gefällt mir sehr gut: Der Größen- und Gewichtsunterschied gegenüber der ursprünglichen Konsole ist sofort ersichtlich und spürbar. Zudem fühlt sich die nun in weißer Farbe aufgelegte Hardware deutlich wertiger an, als ihr großer, staubanfälliger Vorgänger.

Die matt-weiße Konsole sieht sehr edel aus.
Die matt-weiße Konsole sieht sehr edel aus.

Microsoft hat der Xbox One S eine matte, leicht raue Oberfläche spendiert – das sieht nicht nur deutlich schicker aus, sondern ist auch als eine Verbesserung zu sehen. Immerhin sorgte der schwarze Klavierlack der Ur-One dafür, dass das Exterieur der Konsole mit nur wenigen Handgriffen von lästigen Fingerabdrücken und Staubpartikeln übersäht war.

Neben dem Kernstück befinden sich noch ein Controller samt zweier Batterien, ein HDMI-Kabel, ein Stromkabel und ein Vertikalständer im Lieferumfang der Konsole, welche mit einem Preis von EUR 399,00 zu Buche schlägt. Doch Obacht, denn genaugenommen liegt der Preis eigentlich bei etwa EUR 419,00. Warum? Nun ja, zumindest der Kauf eines Play- & Charge-Kits ist meines Erachtens unabdingbar (wenn man nicht gerade auf normale Akkus setzen möchte, doch auch deren Neuanschaffung kostet Geld) denn sonst geht dem Controller schon bald der Saft aus.


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Schade und in meinen Augen ein wenig unverständlich ist allerdings, dass Microsoft der Hardware nun kein Headset mehr beilegt – wer also gerne bei Onlinespielen mit seinen Teamkammeraden kommunizieren möchte, muss also sogar noch mehr Geld in die Hand nehmen. Apropos online: eine vierzehntätige Testversion zum Premium-Service Xbox Live Gold liegt der Konsole ebenfalls bei.

Doch zurück zum Kern: Neben dem ansprechenderen Design hat Microsoft noch weitere, sinnvolle Verbesserungen vorgenommen. So befindet sich das Netzteil, welches die Konsole mit Strom versorgt, nun innerhalb des weißen Kastens. Der dicke Klotz nahe der bevorzugten Steckdose gehört also endlich der Vergangenheit an. Außerdem ist der seitliche USB-Port nun an die Front gewandert und dadurch entsprechend besser zu erreichen – der Anschluss des Ladekabels oder eines externen Speichermediums ist nun also möglich, ohne die Xbox One S drehen zu müssen.

Der Größenvergleich zur PlayStation 4
Der Größenvergleich zur PlayStation 4

Außerdem ist die mitunter nervige Touchfläche an der Vorderseite einem physischen Startknopf gewichen. Dadurch startet man die Konsole nicht mehr versehentlich, wenn man sie eigentlich einfach nur drehen oder reinigen möchte – sehr sinnvoll! Ansonsten findet sich vorne nur ein weiterer Button, welcher gleichzeitig für die Synchronisation mit dem Controller, als auch für das Auswerfen der Disks zuständig ist. Ähnlich aufgeräumt wirkt auch die Rückseite der Konsole, welche mit allen wichtigen Anschlüssen aufwartet. Doch halt, ein Eingang fehlt doch gegenüber dem Original? Das ist korrekt, so verfügt die Xbox One S nicht mehr über einen Anschluss für den Bewegungssensor Kinect – hierzu wird ein USB-Adapter benötigt, welcher nicht im Lieferumfang der Konsole enthalten ist. Immerhin lässt sich dieser für Kinect-Besitzer direkt und kostenlos bei Microsoft ordern. Wer den Sensor nachrüsten möchte, wird allerdings zur Kasse gebeten.

Auch der Controller, welcher bei Spielern sowieso bereits als das Non-Plus-Ultra gilt, wurde nochmals verbessert und bietet nun gummierte Griff-Flächen. Außerdem wurde die Reichweite auf etwa 15 Meter erhöht. Interessant ist zudem der nun eingebaute Bluetooth-Sensor, mit dessen Hilfe man das Pad schneller und einfacher mit einem Computer verbinden kann.

Der Controller erfuhr ebenfalls Detailverbesserungen.
Der Controller erfuhr ebenfalls Detailverbesserungen.

Rein optisch und von den Verbesserungen her wird deutlich, dass Microsoft spätestens jetzt auf dem richtigen Weg ist. Hätte man diese Konsole so vor knapp drei Jahren auf den Markt gebracht, sähe die Gesamtsituation heute ganz anders aus. Die Innovationen und Verbesserungen hinterlassen jedenfalls einen sehr guten Eindruck und münden in ein weitaus stimmigeres Look-and-Feel der gesamten Hardware.

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