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Switch Tests

Gelly Break im Test

Mit Gelly Break veröffentlichte Byterockers Games kürzlich einen neuen Plattformer für die Nintendo Switch. In dem auf den kooperativen Spielspaß ausgerichteten Hüpfspiel erkundet ihr mit zwei possierlichen Rackern geradlinige 2D- und 3D-Passagen und müsst immer wieder euer Geschick unter Beweis stellen. Ob das knuffige Abenteuer von dem deutschen Entwicklerteam aus der Masse der Plattformer auf der Switch herausstechen kann, verraten wir euch in unserem Testbericht.


Schnörkelloser Hüpfspaß

Gelly Break präsentiert sich von der ersten Minute als ein sehr routiniertes, schnörkelloses Hüpfspiel für die Nintendo Switch. Wer hier eine tiefgreifende Story und stundenlangen Spielspaß erwartet wird leider enttäuscht. Gelly Break ist mehr als ein kurzer Spielspaß-Snack für zwischendurch gedacht. Mit dem nötigen Geschick könnt ihr das Jump and Run in gut zwei Stunden durchspielen. Dabei steht es euch frei, ob ihr das Abenteuer allein oder kooperativ mit einem Mitspieler bestreitet. Die zweite Variante ist in unseren Augen allerdings noch einmal ein Stückchen unterhaltsamer.

Das Gameplay fällt äußerst zugänglich und unkompliziert aus. In der wabbeligen Haut der beiden Gelee-Helden, hüpft und schießt ihr euch durch bis zu zehn Level, wovon einige allerdings erst freigeschaltet werden müssen. Das Heldengespann besteht aus einem grünen und einem orange-farbenen Gelee-Tierchen. Spielt ihr allein, steuert ihr das Duo im Wechsel und könnt auf Knopfdruck zwischen den putzigen Rackern hin- und herwechseln. In ihren Fähigkeiten unterscheiden sich die beiden Protagonisten nicht, dennoch müssen sie sich immer wieder im Spielverlauf unterstützen. So erwarten euch in den Leveln immer wieder Schalter- und Sprungplattformen in den Farben der jeweiligen Helden, die auch nur von diesen betreten werden können. Dadurch kommt vor allem mit einem zweiten Mitspieler ein spaßiges Teamplay zustande.

Hier könnt ihr wahlweise getrennt als auch „aufeinandergestapelt“ durch die Level flitzen. Dabei übernimmt ein Spieler die Kontrolle über die Laufwege, während der andere auf die Feinde aus allen Rohren feuert. Kommunikation ist hier das A und O und führt zum Erfolg, wobei der Schiwerigkeitsgrad im gesamten Abenteuer ziemlich moderat ausgefallen ist.

Unser Heldengespann hüpft und schießt sich durch die Level.

Wenige Überraschungen, dennoch solide

Abgesehen von dem sehr spaßigen kooperativen Gameplay, verstecken sich hinter Gelly Break nur wenige Überraschungen. Vieles hat man so oder ähnlich schon bei Genrekollegen gesehen. Dadurch wird das Spiel allerdings nicht schlechter, es fehlt ihm einfach nur an Überraschungsmomenten. Auch beim Leveldesign und den Gegnervariationen wäre etwas mehr Kreativität wünschenswert gewesen. Abgesehen von den ziemlich witzigen Endbossen innerhalb der Level, erwarten euch so gut wie immer die gleichen Gegnertypen auf euren Erkundungen. Auch die Sprungpassagen wirken etwas uninspiriert und sollten geübte Zocker wohl kaum vor ernsthafte Herausforderungen stellen. Nichtsdestotrotz macht der Gameplaymix aus Jump and Run und Twinstick-Shooter durchaus Spaß und punktet mit einer enormen Zugänglichkeit. Apropos Zugänglichkeit: Frust kommt bei Gelly Break kaum auf. Auch wenn ihr mal das Zeitliche segnet oder in einen Abgrund segelt, werdet ihr lediglich an einen Rücksetzpunkt verfrachtet und könnt von dort eure Aufgabe erneut in Angriff nehmen.

Die Langzeitmotivation von Gelly Break wird dank alternativer Levelrouten etwas aufrechtgehalten. So könnt ihr dank versteckter Objekte innerhalb der Level alternative Laufwege für die Oberwelt freischalten und so auch schwierigere Level bestreiten. Dadurch lohnt sich auch ein zweiter Anlauf in dem kunterbunten Hüpfspiel. In Anbetracht dessen, dass Gelly Break kein Vollpreis ist, können wir mit dem recht geringen Umfang und den wenigen Extras relativ gut leben. Nichtsdestotrotz wird unterm Strich etwas zu wenig für die 30 Euro geboten, weshalb man sagen muss, dass Gelly Break zwar Spaß macht, hinter vielen Genrekollegen allerdings blass zurückbleibt.

Manchmal erwarten euch auch kurze 2D-Passagen.

Die technische Umsetzung

Genau wie der Rest von Gelly Break, so ist auch die technische Seite des Hüpfspieles durchaus solide gelungen, ohne dabei für „Wow-Erlebnisse“ sorgen zu können. Das will das Spiel letztlich auch nicht. Denn hier zählt schlicht und ergreifend der pure Spielspaß und der ist für die Spielzeit durchaus gegeben, auch wenn diese etwas länger hätte ausfallen können.

Einen Onlinemodus gibt es in Gelly Break übrigens nicht, dafür hat es der Titel aber neben seiner Veröffentlichung im eShop allerdings auch in den stationären Handel geschafft, was für so ein kleines Projekt auch eine schöne Leistung ist.


Fazit:

Gelly Break ist rundum ein solider Plattformer, der vor allem zu zweit zur Höchstform auflaufen kann. Der Gameplaymix aus Jump and Run und Twinstick-Shooter macht durchaus Laune, bietet allerdings keinerlei Besonderheiten. Das größte Problem von Gelly Break ist schlicht und ergreifend die große Konkurrenz im Bereich der Plattformern, wodurch das Hüpfspiel Gefahr läuft etwas unterzugehen. Schade ist vor allem der sehr geringe Umfang, der allerdings sehr witzigen Endbossen entgegensteht. Nichtsdestotrotz ist das kurzweilige Abenteuer durchaus einen Blick wert und bietet sich für alle für Freunde von kooperativen Spielen und Jump and Runs an. Wer nach Mario, Kirby und Donkey Kong mal wieder neues Hüpfspielfutter benötigt, kann durchaus einen Blick riskieren.


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